Werne, auf Brachfläche westl. der L 518n zwischen Raiffeisenstraße und Niermannsholz 5 Kiebitze (3m/2w) balzend bzw. mit Territorialverhalten bei Überflug eines Mäusebussards. 1 Weibchen mit Verdacht auf Brutbeginn. Auf derselben Fläche ein Paar Flussregenpfeifer (Brutverdacht?).
Nachfrage: Welchen Status hat diese Fläche? Hoffentlich nicht Erweiterungsfläche für Industriegebiet! Nordöstlich des Kreisverkehrs L 518n/Varnhöfeler Straße ebenfalls 1 Kiebitz mit Balzflug auf Stoppelacker.
Die Röllingwiesen sind immer für eine Überraschung gut. Die zwei Pfützen werden stark besucht. 14 Waldwasserläufer, 19 Bachstelzen, 2 Schafstelzen, 3 Wasserrallen, 14 Knäkenten, 7 Bekassinen. Die Bekassinen flogen mit Boden-Balzverhalten . 40 Krickenten. 2 Weißstörche. 2 Schwarzstörche.
Heute Nachmittag sah ich vom Garten aus einen Schwarzstorch dort kreisen. Den wollte ich gerne mal näher sehen. Als ich zum Stand kam war ich überrascht.
Kein Mensch da. Auch kein Schwarzstorch mehr. Aber viele Vögel, die Flachwasser und Schlamm lieben. Als ich eine Wasserralle sah, tat es mir Leid, dass ich kein Spektiv dabei hatte. Also schnell nach Hause. Als ich zurück kam, traute ich meinen Augen nicht. Zwei junge Männer kamen mir vom Stand entgegen.
Sie waren mit ihrem Wagen bis nah an den Stand gefahren. Eigentlich Anliegerstraße. Und mit Metalldetektoren durch die Wiesen gelaufen. Kein Vogel mehr da.
Da fällt einem nix mehr. Aber Wasserrallen fliegen ja nicht gleich weg. Also Geduld und ruhig sein. Als Gerd Sauer eintraf, konnte ich mit ihm und Martin Schultz noch schöne Beobachtungen machen und erfuhr von Gerd, dass mittags zwei Schwarz- und auch zwei Weißstörche zu sehen waren.
Meine Vermutung: Das der niedrige Wasserstand (ohne Nachfrage) von der Baustelle bei uns an der Ruhr herrührt, scheint sich zu bewahrheiten.
Heute wurde mit schwerem Gerät an und in dem zukünftigen Sedimentbecken gearbeitet. Trockenen Fußes. Das bleibt auch wohl so noch ein paar Tage. Bis die Fundamente und Grundmauern der Gebäude abgedichtet sind. Auch die Erdarbeiten im Becken beendet sind. Da kann man kein Stauwasser oder Grundwasser gebrauchen.
Röllingwiese hin oder her. Das sind natürlich nur Vermutungen, da wir den Bau-Fortschritt täglich sehen.
Wasserralle mit Teichmolch, Röllingwiese Schwerte, 01.04.2019 Foto: Hans-Joachim Göbel
Schon auf dem Hinweg bot die Röllingwiese heute Abend einen traurigen Anblick. Schneller als gedacht ist das Wasser fast verschwunden. Nur noch eine Hand voll Enten und desorientierte Blässrallen dümpeln und laufen im Restwasser umher. 6 Tage reichten, um fast alle Wasservögel durch die schwindende Wasserfläche zu vertreiben. Alle 9 Graugansgelege, die vom Stand aus zu sehen waren, sind verlassen. Auch das nur 10m entfernte Kanadagansgelege ist leer. Die sind eigentlich hart im Nehmen. Sind sie doch in jedem Park vertreten. Überall fliegen nun die Daunenreste über die Schlammfläche. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht. Fuchs, Reiher und Krähen finden nun einen gedeckten Tisch. Überall finden sie Eier, kleine Fischchen und zappelnde Amphibien. Bachstelzen, Schwarzkehlchen, Pieper und Rohrammern sieht man am Binsenrand bei der Insektenjagd.
Ich hatte gehofft, dass der Wasserspiegel der Wiesen bei dem nur 1 Meter abgesenktem Ruhr-Wasserspiegel durch den höheren Gegendruck nicht sooo schnell absackt. Bei ganzer Ruhr-Absenkung dauert es ca. 3 – 4 Tage bis das Wasser weg ist. Jetzt sind 6 Tage seit Absenkung vergangen. Etwas länger.
Aber für die Vernichtung der Bruten reichte das. Zwergtaucher und Schwan waren ja auch schon in Balz. Alle sind weg.
Auch die Haubentaucher – Revierpaare auf der Ruhr haben wieder keine Chance. Ihre Ufer-Brutäste hängen in der Luft. Jedes Jahr im Frühjahr wiederholt sich das. Aus welchen Gründen auch immer.
Und keiner ist zuständig oder gar verantwortlich. Und Ostern kommen die gleichen Leute, die den Schalter umlegen. Und zeigen ihrem Besuch, wie schön doch das Ruhrtal und die Röllingwiese sind. Allerdings bei Normal-Wasserstand.
Die Röllingwiese wird schneller trocken als gedacht. Seit 4 Tagen ist der Ruhrspiegel ca. 1 m abgelassen.
Das reicht schon um die Rölligwiesen trocken zu legen. Nach 4 Tagen ist der größte Teil schon trocken. Schneller als gedacht, schon ca. 30-40cm. Wo noch Wasser steht, können die Enten und Gänse schon laufen. Vermehrt trudeln Reiher ein und holen sich die Molche und alles was sich in den Pfützen bewegt. Die Gänse müssen auf ihre hohen Nester in den Binsen fliegen. Schwimmen geht schon nicht mehr. Die ersten Enten sind schon abgeflogen. Heute Abend war der Ruhrspiegel immer noch ein Meter unter Normal. Kein schöner Anblick. Noch mal 4 Tage und das große Sterben der Wassertiere und Verlassen der Nester beginnt. Ist nur eine Frage der Zeit, wann die ersten Füchse und Co. ihre Runden drehen und dafür sorgen, dass die Nester verlassen werden. Die sind jetzt schon zu erreichen.
Positiv zu vermelden gibt es, dass man im Ruhrtal mal wieder Misteldrosseln hört. An verschiedenen Stellen. Eine singt fast überm Stand. Anbei die Beleg-Digiskopie-Ausschnitte. Wobei sie ihrem Namen alle Ehre macht. Hoch oben in den Pappeln. Unten eine kleine Mistel, oben die dazu gehörige Drossel.
Die Ringschnabelente ist übrigens immer noch auf dem Hengsteysee. Es gibt zwar bessere Bilder. Aber hier sieht man sehr schön ihren „Eierkopp“, der im Gegensatz zur Reiherente keinen Federschopf hat. Sie kommt übrigens auch sehr fotofreundlich nahe ans Ufer. 8-10 m sind keine Seltenheit.
Am Abend auch die erste Wasserfledermaus. Lange jagend links von Stand. Typisch, ganz niedrig 20 cm über dem Wasser. Belegvideo vorhanden. Für Fotos war es zu dunkel.
Der Wasserstand der Ruhr ist immer noch ca. 1munter Normal. Der Wasserspiegel der Röllingwiese ist dadurch mittlerweile ca. 15cm gesunken. Er wird weiter sinken. Allerdings glaube ich nicht, daß die Wiesen bei dem Ruhrpegel ganz trocken werden. Bleibt zu hoffen, das die Ruhr wieder aufgestaut wird, bevor die Wiesen trocken werden. In den Wiesen waren auch wieder Bekassinen unterwegs. Bedingt auch durch die Schlammkanten, die nun am Ufer sind.
Eine Radtour durchs Ruhrtal bescherte mit gestern etliche ziehende Schwarzkehlchen, einen Rotmilan, der einen alten Krähenhorst besetzten wollte. Er wurde aber sofort vertrieben. Und der Horst von den kreischenden Krähen zerpflückt. Das Kiebitzpaar, was auf dem Noveda-Flachdach brütet, ist auch wieder da.
Ärgerlich für mich: Das Feld westl. Ergster A45/Auffahrt, dass direkt an die Ruhrtalstraße und auch direkt an den Alten Ruhrgraben grenzt, war frisch mit Gülle gedüngt. Wie im letzten Jahr. Ob das sein muss und darf. Direkt am Ruhrgraben. Keine Ahnung?
Endlich mal wieder was los in den Röllingwiesen. Thomas Sauer konnte heute Morgen eine Rohrdommel ablichten. Anbei 2 Bildausschnitte. Während wir sie im Schilf suchten, überflog ein 2 jähriger Rotmilan sehr tief das Gelände. Er scheuchte so kleinere Trupps Bekassinen auf. Die sonst nicht zu sehen waren. An verschiedenen Stellen gingen sie hoch. Sagenhafte 50 Exemplare konnten wir so auf einmal zählen. Höchstzahl hier. Fotos waren da nicht mehr so wichtig. Zu schnell, um eventuell anderes ( Zwergschnepfe) zu erkennen. Spät am Nachmittag bin ich noch mal mit Guckerfreunden vor Ort gewesen. Leider keine Dommel gesehen.
Ich bin bis es dunkel war geblieben. Es hatte sich gelohnt. Packte gerade ein, als ich unbekannte Vogelrufe hörte. Vor mir im Halbdunkeln flogen zwei große Vögel erst niedrig, dann immer höher kreisend. Der Silhouette nach waren es Rohrdommeln. Zu Hause stellte ich fest: Der Ruf, den ich vernahm, war der Flugruf der Rohrdommeln. Hatte ich so noch nie gehört. Super Erlebnis. Auch neu für mich, dass sie zu zweit waren. Dass sie nachts ziehen, wusste ich ja.
Bei dem Erlebnis vergisst man schnell die Entenarten. Krickenten, Pfeifenten, Knäkenten, Löffelenten und Stockenten. Auch die Graugänse. Mindestens 8 Nester sind zu sehen. Direkt am Stand ist auch eine Kanadagans beim Brutversuch. Usw.
13 Kampfläufer und eine Rohrweihe, sind mir am Wochenende in den Röllingwiesen von G. Sauer gemeldet worden. Belegfotos vorhanden.
Rohrdommel, Röllingwiese Schwerte, 25.03.2019 Foto: Thomas SauerGestreckte Rohrdommel, Röllingwiese Schwerte, 25.03.2019 Foto: Thomas Sauer
Bei der Überprüfung der Halde Victoria I/II in Lünen fielen mir 2 Heidelerchen auf. Am Boden gab die eine kurz Laute von sich. Einen Vollgesang hörte ich noch nicht. Die Lerchen sind hier zur Brutzeit im optimalen Brutgebiet. Industriebrachen im gesamten Ruhrgebiet werden vereinzelt besiedelt. In Dortmund auf Westfalenhütte.
Heidelerche in Lünen, 25.03.2019 Belegfoto: Volker Heimel
Nicht auf unserem Kreisgebiet, aber hochinteressant: Auf dem Hengsteysee konnte ich am 20.03.2019 eine Ringschnabelente oder auch Halsringente (Aythya collaris) digiskopieren. Dank an meinen Tippgeber Martin Schultz.
Ich konnte bei ihren vielen Tauchgängen keinen Ring am Fuß ausmachen. Leider flog sie nach 10 min. über das Wehr davon. Zwei Kanufahrer zogen ihre Kreise auf dem See. Alles flog davon.
Im Naturschutzgebiet Strickherdicker Bachtal am 11.03.2019 ein aus dem Eichenhangwald quäkender Mittelspecht. Am renaturierten Bachlauf dort eine Gebirgsstelze.
Im NSG Elsebachtal am Reingser Bach unterhalb Reingsen ein nahrungssuchender Rotmilan.
Axel Hirschfeld, Geraldine Attard and Lloyd Scott beschreiben, dass jährlich in der EU offiziel u. a. 900.000 Feldlerchen, 1.450.000 Turteltauben, 1.600.000 Wachteln und 108.000 Kiebitze geschossen werden.
„Die intensive Nutzung unserer Agrarlandschaft setzt die dort lebenden Arten so stark unter Druck, dass viele Bestände rückläufig sind. Davon sind vor allem ehemals sehr häufige Arten wie beispielsweise Feldlerche, Grauammer oder Kiebitz betroffen. Der Kiebitz wird im Kreis Unna von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Kreis Unna seit 1999 regelmäßig kartiert, um gezielt Schutzmaßnahmen ergreifen zu können. Im Jahr 2018 sind im Nachbarkreis Soest im Rahmen einer Bachelorarbeit drei verschiedene Schutzmaßnahmen angewendet und miteinander verglichen worden. Die Ergebnisse, die auch auf die Situation im Kreis Unna übertragbar sind, werden vom Autor in diesem Vortrag vorgestellt.“