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Nachruf Oswald Schwarz

Oswald Schwarz

Am 07.05.2021 ist Oswald Schwarz im Alter von 88 Jahren gestorben.

Seit 35 Jahren war er Mitglied im NABU-Kreisverband Unna.

Unsere Selmer NABU-Gruppe hat er durch seinen unermüdlichen Einsatz für die heimische Natur entscheidend mitgeprägt. Seine fachlichen Kompetenzen, breites Allgemeinwissen, vielfältige Lebenserfahrung und seine besonnene Art machten ihn zu einem gefragten Ratgeber.

Seine freie Zeit verbrachte er in seinem preisgekrönten Garten. Da er seine selbstgezogenen Pflanzen auch auf diversen Veranstaltungen der Ökostation anbot, war er bei den Pflanzenliebhabern kreisweit bekannt.

Noch mehr gilt dies für die Vogelkundler, da Oswald Schwarz jahrelang in der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft (OAG Kreis Unna) mitgewirkt hat, insbesondere auch bei der Erstellung des Brutvogelatlasses 1997-1999, und zwar durch umfangreiche Kartierungsarbeit im Raum Selm und Mitarbeit bei der Auswertung (z.B. Artbeitrag Pirol).

Oswald Schwarz hatte viele weitere Interessen (z.B. Imkerei) und war immer offen für Neues. Bei den praktischen Einsätzen ruhte er nicht eher, bis die Arbeit erledigt war. Bei aller Detailversessenheit verlor er nie den Blick für das große Ganze. Vorzüglich konnte man mit ihm auch über Politik, Literatur und Philosophie diskutieren.

Wir vermissen ihn schon jetzt und werden ihn in liebevoller Erinnerung behalten.

Rudolf Leismann, Vorsitzender NABU Unna

Werne: Brachfläche Zeche Werne I/II – Weltgrößte Surfanlage, 02.06.2021 (Klaus Nowack)

Auf der Brachfläche Zeche Werne I/II ist geplant, die „Weltgrößte Surfanlage“ entstehen zu lassen.

Dazu Gedanken aus dem Naturschutz vor Ort:

Wir beklagen mit der Vernichtung tropischer Regenwälder und Urwälder in der kaltgemäßigten Klimazone den apokalyptischen Verlust biologischer Vielfalt – weit weg vor unserer Haustür. Das Insektensterben hat weltweit dramatische Ausmaße angenommen.

Falls die beabsichtigte Anlage eines „Surf-Paradieses“ auf der Brache der Zeche Werne realisiert wird, nimmt man damit die Vernichtung einer Fläche mit überregionaler Bedeutung für den Artenschutz vor der eigenen Haustür billigend in Kauf.

Nach jahrzehntelanger Nutzungsaufgabe entwickeln sich die meisten Industriebrachen zu wertvollen Ersatzlebensräumen für viele Tier- und Pflanzenarten, die heute aufgrund der intensiven Landnutzung verbunden mit gleichzeitigen, großtechnischen Veränderungen der Landschaft selten geworden oder vom Aussterben bedroht sind.

Ein herausragendes Beispiel ist die Zechenbrache Schacht 7 in Langern. Hier kann man heute zahlreiche Insekten- und Pflanzenarten finden, die nach der Roten Liste bereits gefährdet oder stark gefährdet sind (z. B. Blauflügelige Sand- und Ödlandschrecke, Kratzdistel-Rüsselkäfer, Trauer-Rosenkäfer, Gallische Feldwespe). Der Feldthymian, der im Kreis Unna bereits als verschollen galt, wurde auf dieser Fläche wiedergefunden.

Kennzeichnend für solche Brachflächen sind:

  • Nährstoffarmut
  • offene, vegetationsarme Flächen,
  • Stickstoffarmut und ein
  • trocken-warmes Mikroklima

Vielen konkurrenzschwachen Arten, welche die vorstehend genannten Bedingungen für ihre Existenz benötigen, finden hier eine geeignete Zufluchtsstätte und diese gewährleistet das Überleben in ausreichenden Populationsgrößen.

Häufig sind Industriebrachen bedeutsame „Hot Spots“ der Artenvielfalt.

Blauflügelige Sand- und Ödlandschrecken sind bei uns ein Sinnbild für äußerst wertvolle Industriebrachen mit extrem hoher Artendichte.

Die Lokalpolitik im Kreis Unna und in der Stadt Werne würde mit dem Verzicht auf diese Planungen ein beispielhaftes Zeichen im verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, Arten- und auch dem Klimaschutz setzen. Mit dem Bau und dem Betrieb der Anlage (aber auch mit rückkoppelnden Wirkungen – hier z. B. erhöhtes Verkehrsaufkommen durch Tages- und Wochenendtouristen) werden zusätzlich erhebliche CO2-Emissionen freigesetzt, die in ihrer Menge langfristig gar nicht absehbar sind. Daher kann und darf man sich in der heutigen Zeit mit einem galoppierendem Klimawandel den Bau eines solchen Mega-Projektes gar nicht mehr leisten.

Wir trauern um Günter Reinartz

Günter Reinartz

Völlig unerwartet ist Günter Reinartz am 25.05.2021 verstorben. Günter wurde aus dem vollen Leben genommen – noch abends zuvor hatte er Fotos von einem Grünspecht vom eigenen Balkon aus gemacht und Bilder abgezogen.

So hat ihn auch die OAG in Erinnerung – als begeisterten Fotografen und Beobachter. Günter und Gudrun Reinartz haben die OAG seit über 10 Jahren begleitet. Ihre Beiträge und Bilder haben einen festen Platz auf unserer Seite. Dabei spannte sich der von Ihnen bebilderte Bogen über die Vogelwelt bis zu Insekten und Pflanzen, die er mit seinem guten Auge für die Schönheiten der Natur bemerkte und festhielt. Ganz nebenbei wurden so auch wichtige Verbreitungsdaten entdeckt und dokumentiert – wie die Graureiherkolonie in Heeren.

Seine sympathische Art und seine Liebe zu allen Lebewesen am Wegesrand hat uns alle immer wieder erfreut. Er zählte in den letzten Jahren zusammen mit seiner Frau Gudrun zu den Stammgästen des ornithologischen Stammtisches in Fröndenberg. Jedes Mal brachte er seinen kleinen Stapel an Fotos mit, Ausbeute des letzten Monats. Es war immer faszinierend, wenn er seine kleinen Geschichten zu jedem Bild erzählen konnte.

Für uns war es neben seiner zugewandten, sympathischen Art vor allem auch Günters Groß- und Freizügigkeit im Umgang mit seinen Fotos, die uns in Erinnerung bleiben wird: von sich aus stellte er für alle Publikationen im Umfeld des Kreises Unna bereitwillig seine besten Motive zur Verfügung – zum Nutzen vieler Einrichtungen des Kreises. Und kaum einer von uns, der nicht mit guten Fotowünschen, Abzügen oder Kalendern bedacht worden wäre, zuletzt mit seinen – natürlich bebilderten – Pfingstgrüßen.

Günters Stelle auf unserer Seite wird zukünftig leer bleiben – unser Mitgefühl gilt seiner Frau Gudrun und der Familie.

Menden/Wickede/Hemer/Fröndenberg: GigA46 – Zukunft statt A46 (Falko Prünte)

Die Bürgerinitiative GigA46 hat angesichts der aktuellen Planungsrunde zur A46/B7 eine Petition für eine Region ohne Autobahn gestartet.

Die bereits seit fast 50 Jahren laufenden Planungen berühren jetzt auch das Ruhrtal zwischen Wickede, Warmen und Schwitten. Statt des Baus und Ausbaus der A46/B7 ruft die an die politischen Gremien gerichtete Petition dazu auf, umwelt- und klimagerechte Verkehrskonzepte zu entwickeln und umzusetzen.

Mit Ihrer Unterschrift können Sie die Bürgerinitiative unterstützen!

Bergkamen: Blende 80 – Ausstellung auf der Ökologiestation, 05.11.2020 – 07.02.2021 (Helga und Karl-Heinz Kühnapfel)

Noch bis zum 07. Februar 2021 stellen Helga und Karl-Heinz Kühnapfel auf der Ökologiestation in Bergkamen-Heil Naturfotos aus, zeitweise leider nur online. Aus dem Ankündigungstext:

Das Fotografen Ehepaar Helga und Karl-Heinz Kühnapfel wohnt in Kamen-Methler in einem von Efeu begrüntem Haus, umgeben von einem naturnahen Garten mit Teich, kleinen naturnahen Wiesen, Obstbäumen und weiteren hohen Bäumen.

Die Stämme der von Stürmen gefällten Bäume sind zu Teilen im Garten integriert und dienen vielen Insekten und Vögeln als Nahrungs-und Brutstätte. Beide sind Mitbegründer des NABU Unna und setzen sich seit Jahrzehnten für den Natur- und Umweltschutz ein.

Die Naturfotos sind in den letzten drei Jahren entstanden und stammen aus dem nahen Umfeld. Die Fotos zeigen, dass man auch im hohen Alter trotz gesundheitlicher Probleme und eingeschränkter Mobilität, spannende Motive mit der Kamera einfangen kann.

Die Fotografien sind derzeit aus bekannten Gründen leider nicht vis-à-vis zu erleben, aber erste Eindrücke der Arbeiten können Sie aus der Foto-Gallerie gewinnen.

Zeit: 05.11. – 07.02.21, geöffnet Mo. – Do. 8.30 – 16.00 Uhr, Fr. 8.30 – 14.00 Uhr und nach Vereinbarung (durch die Pandemie-Verordnungen, Tagungen oder Seminare kann zeitweise der Zugang zur Ausstellung behindert werden – bitte informieren Sie sich vor einem Besuch sicherheitshalber auf der Homepage der Ökologiestation!)

NRW: Uferschwalben-Erfassung (DDA – Christoph Grüneberg)

Liebe Vogelkundlerinnen und Vogelkundler,
viele von euch haben vielleicht schon gehört oder in der neuen Ausgabe von Vögel in Deutschland gelesen, dass der DDA das Monitoring seltener Brutvögel ausbauen möchte. Die NWO unterstützt dieses Anliegen und startet in diesem Jahr mit der Erfassung von Uferschwalben.

Die Methode ist sehr einfach: Zählung potenzieller Brutröhren zwischen 11.7. und 31.7. Optional ist eine Zählung besetzter Brutröhren zwischen 21.6. und 10.7. möglich. Eine detaillierte Anleitung zur Zählung und Datenübermittlung findet sich in ornitho.de und wird zur Verfügung gestellt.

Zur Orientierung haben wir auf der Basis der Ornitho-Meldungen ein Verzeichnis besetzter Kolonien der letzten Jahre erstellt. Weitere, noch nicht enthaltene Kolonien können natürlich auch gezählt werden (v.a. an Flüssen, die bei der Zusammenstellung bisher weitgehend außen vor bleiben mussten).

Falls Sie Interesse haben, sich an den Erfassungen zu beteiligen, melden Sie sich gern bei mir zur Abstimmung der Gebiete.

Vielen Dank und herzliche Grüße
Christoph Grüneberg

Diepholz/Steinfurt: Blaumeisensterben durch bakterielle Lungenentzündung, 22.04.2020 (NABU/NWOrni – Stefan Sudmann)

Das Blaumeisensterben ist wohl auf eine bakterielle Lungenentzündung zurückzuführen, wie der Naturschutzbund Deutschland aufgrund erster Untersuchungsergebnisse aus Niedersachsen und dem Kreis Steinfurt meldet. Das Bakterium Suttonella ornithocola ist demnach für den Tod zahlreicher Meisen verantwortlich. Eine Gefahr für den Menschen, Haustiere besteht demnach nicht. Über die Meisenarten hinaus sind andere Vogelarten wohl fast nicht betroffen.

Aus dem NWOrni-Blog, gesendet von Stefan Sudmann:

Als Grund für den Tod ungewöhnlich vieler Blaumeisen in den vergangenen
Wochen haben Experten ein Bakterium ausgemacht. „Die bei uns
untersuchten Tiere sind alle an einer Lungenentzündung gestorben, für
die das Bakterium Suttonella ornithocola der Auslöser war“, sagte eine
Sprecherin des niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit (Laves). Mit dem Coronavirus hat die Krankheit
nichts zu tun.


https://www.tagesschau.de/inland/meisensterben-101.html

Wolfgang Pitzer ist von uns gegangen

Wolfgang Pitzer

Bereits am 16.03.2020 ist Wolfgang Pitzer nach langer, geduldigst ertragener Erkrankung verstorben, wie seine Familie jetzt mitteilt.

Mit Wolfgang verlieren wir einen unentwegten Mitstreiter, einen liebenswürdigen und bescheidenen Menschen, ohne den der Naturschutz im Südkreis nicht zu denken war. Für uns war er immer ein großes Vorbild – nicht nur was den Schutz „seiner“ Eulen und Greifvögel, die Wasservogelzählungen, den praktischen Naturschutz, die Arbeit für die AGON und im Landschaftsbeirat angeht. Auch, wie er gewirkt hat, seine immer der Sache dienliche Art und zuletzt, wie er seine Krankheit annahm und uns allen gegenüber Offenheit bewahrte – er hat es uns leicht gemacht!

Du wirst uns sehr fehlen Wolfgang!

Ursula und Dieter Ackermann haben stellvertretend für die AGON im Naturreport 2020 Wolfgang ausführlich gewürdigt:

Am Montagabend, 16.03.2020 verstarb der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz – AGON Schwerte viel zu früh im Alter von nur 65 Jahren. Drei Jahre hat er gegen die tückische Krankheit gekämpft, drei Jahre in denen er weder den Mut noch seinen sprichwörtlichen Optimismus verloren hatte.

Als die AGON, damals noch Arbeitsgemeinschaft Ornithologie, 1979 als Kurs der Volkshochschule Schwerte gegründet wurde, war er als einer der Ersten dabei und erklärte gleich zum Erstaunen der Teilnehmer, dass er sich um die Schleiereulen und Steinkäuze kümmern werde. Als wir dann gemeinsam beschlossen, in die Greifvogelkartierung einzusteigen, war er sofort einverstanden und machte auch dabei mit, obwohl seine Zeit als Berufstätiger knapp bemessen war. Wie oft sind wir in den damals noch schneereichen Winterwochenenden gemeinsam unterwegs gewesen und haben Greifvogelhorste gesucht. Viel Spaß hat es uns immer gemacht.

Das Greifvogelprojekt hinderte Wolfgang aber nicht daran, sich in erster Linie um seine erklärten Schützlinge, die Eulen und Käuze zu kümmern. Unter seiner Anleitung wurden große Schleiereulenkisten und Steinkauzröhren selbst hergestellt und an Wochenenden in Scheunen und an Obstbäumen montiert. Der Montageort konnte noch so hoch sein, Wolfgang war schon oben und leitete von dort die Arbeiten. Seine nette, bescheidene und offene Art öffnete ihm die Türen zu vielen Bauernhöfen. Später arbeitete er besonders gern zusammen mit Reinhard Wohlgemuth, der auch dankbar war für die Hilfe beim Beringen von Turmfalken.

Als Vogelkundler bekam er auch vom Wasserwerk Westfalen die Erlaubnis, die bestgehütete Schutzzone 1 im Schwerter Ruhrtal zu betreten. Seitdem hat er, später auch mit Gerhard Kochs, die Wasservögel – und nicht nur die – auf und rund um den Stausee Hengsen gezählt. Als der damalige Koordinator Reinald Badalewski starb, übernahm Wolfgang auch diese Aufgabe noch.

Seine Heimatstadt hatte ihm da schon lange den Preis zum Schutz der Umwelt der Stadt Schwerte (1994) verliehen.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst der Deutschen Bahn gab es enttäuschte und dankbare Stimmen. Enttäuscht waren die Reisenden, die den „freundlichsten Bahnmitarbeiter“ und seine kenntnisreichen Auskünfte vermissten. Dankbar waren aber die AGON-Mitarbeiter, dass Wolfgang Pitzer nun auch noch die Leitung der AGON übernahm und unsere Belange weiterhin im Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde vertrat. Leider waren ihm zu diesen Aufgaben nur wenige Jahre vergönnt.

Mit Wolfgang verlieren wir nicht nur einen sehr engagierten Vogelkundler und -schützer mit vielseitigen Naturinteressen. Viel schwerer wiegt der Verlust eines Mannes, der nie aus der Ruhe zu bringen war, der stets freundlich und hilfsbereit auf alles reagierte, was an ihn herangetragen wurde und der uns im Laufe der Jahre immer mehr ein Freund geworden war.

Dortmund: Dortmunder Vogelwelt – Alles über die Vögel Dortmunds in einem Buch (Erich Kretzschmar)

Nicht nur 448 Seiten stark – Art für Art eine allumfassende und wirklich lesenswerte Zusammenstellung der Avifauna unserer Nachbarstadt

Es ist geschafft: zweieinhalb Jahre nach dem Start des Buchprojektes Dortmunder Vogelwelt liegt jetzt das Ergebnis vor: 321 nachgewiesene Vogelarten – vorgestellt in Text und Bild. Wissenswertes aus 100 Jahren zu Vorkommen, Verbreitung und Lebensräumen von Vögeln im Dortmunder Stadtgebiet. Dazu Beschreibungen von 22 spannenden Vogelbeobachtungsgebieten mit Hinweisen zu Erreichbarkeit und Vorschlägen zu Wanderrouten.

Für das Buch sind alle verfügbaren Informationen über die Vogelwelt Dortmunds der letzten rund 100 Jahre ausgewertet worden, von den ersten Veröffentlichungen um 1920 und der ersten Vogelliste 1934 über die Datensammlung der OAG Emscher-Lippe-Ruhr aus den 1950er und 1960er Jahren bis hin zu den aktuellen Beobachtungen bei ornitho.de. Allein dort finden sich aktuell fast 400.000 Einträge für unser Stadtgebiet. Insgesamt wurden schätzungsweise fast eine Million Meldungen gesichtet und analysiert, darunter die Tagebücher der verstorbenen Reinhold Neugebauer und Helmut Bunkus, die beide seit den 1960er Jahren über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren ihre Beobachtungen akribisch notiert haben. Damit werden nicht nur die Angaben des 2003 erschienenen und längst vergriffenen „Dortmunder Brutvogelatlas“ aktualisiert, sondern auch Durchzügler, Wintergäste und Seltenheiten beschrieben, fast immer ergänzt mit Fotos von Dortmunder NaturfotografInnen. Die Darstellung der einzelnen Arten mit ihrem Vorkommen, der Brut- und jahreszeitlichen Verbreitung, ihrer Bestandsentwicklung, Gefährdung und ihrem Schutz werden illustriert durch zahlreiche Verbreitungskarten und Durchzugsdiagramme. Damit wird das Buch zur Fundgrube für alle VogelfreundInnen, von GelegenheitsbeobachterInnen am Futterhaus im Garten über Birder bis zu hauptamtlichen NaturschützerInnen.

Hauptautoren sind Erich Kretzschmar und Benjamin Hamann-Tauber, unter der Mitarbeit von Guido Bennen, Dagmar Uttich, Robin Kretzschmar und Reinhold Neugebauer† und mit Beiträgen von Ralf Bergmann, Heinrich Blana, Bernd Gregarek, Günter Hennemann, Jan Hohmann, Peter Klausmeier, Wolfhard Koth-Hohmann, Peter Krech, Rolf Ohde, Dorothee Scharping-Hammad und Anna Stambulachis. Mehr als 30 FotografInnen lieferten ihre besten Bilder, von denen die meisten in Dortmund aufgenommen wurden.

Eine Besonderheit ist ein Kapitel mit Gebietsbeschreibungen, in dem 22 interessante Vogelbeobachtungsgebiete in Wort, Bild und Karte vorgestellt werden. Vom Groppenbruch im Norden bis zum Ruhrlauf im Süden und vom Dellwiger Bachtal im Westen bis zum Pleckenbrinksee im Osten wird das Stadtgebiet abgedeckt. Für jedes Gebiet werden die wichtigsten Lebensräume und die interessantesten Vogelarten beschrieben. Eine auch in einer Karte dargestellte Wanderroute führt die BesucherInnen zu den besten Beobachtungspunkten im Gebiet.

Das Buch umfasst stolze 448 Seiten, kostet 24,90 € und ist beim NABU Dortmund und in vielen Dortmunder Buchhandlungen erhältlich.

Kreis Borken: Aufruf zur Mitarbeit bei der gemeinschaftlichen Kiebitzerfassung im Kreis Borken am Samstag, 28. März 2020 (NWO)


Die NWO unterstützt die Biologische Station Zwillbrock bei der Erfassung des
kreisweiten Kiebitzbestandes – in Zusammenarbeit mit der NABU-Naturschutzstation
Münsterland und dem Dachverband der Biologischen Stationen.
Wir bitten um eine rege Teilnahme bei der synchronen Zählung im Kreis
Borken am Samstag, den 28. März 2020.
Ziel ist ein Lückenschluss für die landesweite Erfassung der stark gefährdeten
Agrarvogelart.
Hierzu möchten wir Sie/Euch herzlich einladen und bitten um
Ihre/Eure Mitarbeit!
Diese Erstbesiedlungserfassung des Kiebitzes im gesamten Kreisgebiet findet
mittels der Android Smartphone-App NestFinder der NABU-Naturschutzstation
Münsterland statt. Die App bietet, neben der flächenscharfen Erfassung,
Koordinierungsmöglichkeiten mit Zuweisung von Minutenfeldern an
teilnehmende Personen sowie eine Synchronisierung während der Erfassung
und zeitnahe Darstellung der Ergebnisse. Die anschließende zeitaufwendige
Auswertung und Digitalisierung von handschriftlichen Karten entfällt somit.
Nach der Anmeldung bei der Biologischen Station Zwillbrock und der
Registrierung für die App wird jedem Kartierteam ein Kartiergebiet zugewiesen.
Anfang März erhalten alle registrierten Nutzer eine Anleitung für die Nutzung
der App NestFinder.

Registrierte Kartierteams können mit der Erfassung am Samstag direkt an ihren
zugewiesenen Minutenfeldern beginnen, eine festgelegte Startzeit oder einen
gemeinschaftlichen Treffpunkt gibt es nicht. Jedoch sollte die Erfassung um
spätestens 17 Uhr beendet sein, wir bitten entsprechend früh zu beginnen.
Am Erfassungstag werden alle potentiell geeigneten Kiebitzflächen aufgesucht
und auf Kiebitzvorkommen überprüft. Wichtig ist die Kontrolle aller Flächen des
zugewiesenen Kartiergebietes durch flächenscharfe Zählung der Individuen,
nach Möglichkeit auf Geschlecht bestimmt, pro Bewirtschaftungseinheit.
Die Kartierung sollte vom Weg aus vorgenommen werden.
Nach der Erfassung möchten wir uns ab 17 Uhr bei einem geselligen
Abschluss der Aktion mit Moorschnuckenwurst, Salat und Erfrischungen in
der Biologischen Station (Zwillbrock 10, 48691Vreden) bei Ihnen/Euch für die
Unterstützung bedanken.
Für die Teilnahme ist eine Rückmeldung per E-Mail an
„kiebitz@bszwillbrock.de“ bis zum 29. Februar 2020 erforderlich.
Notwendige Informationen zur Anmeldung:
– Wie viel Stunden kann ich ca. mitmachen (optimal wären 6 Stunden)?
Bei weniger Stunden: welches Zeitfenster wäre mir am liebsten
(vormittags/nachmittags)?
– Umfang des Kartierteams (Einzelperson oder mehrere Personen)? Sind
ggf. weitere Personen zur Bildung eines Kartierteam gesucht? Ist das
Kartierteam mobil? Bringe ich ein Handy mit NestFinder-App mit?
– Anreiserichtung/Startpunkt (für die Zuweisung der Minutenfelder: von
wo starte ich bzw. wo starte ich im Kreis Borken)
– Mobilnummer (für Absprachen)
– E-Mailadresse, die für die Registrierung bei NestFinder genutzt wurde
(für die Zuweisung der Minutenfelder notwendig)
– Voraussichtliche Teilnahme am Grillabend an der Biologischen Station
Zwillbrock
– Zustimmung, dass Ihre Kontaktdaten an andere Teilnehmer zur
Absprache weitergegeben werden dürfen
Weiterhin ist eine Registrierung der teilnehmenden Kartierteams für die App
NestFinder notwendig unter: https://nestfinder.nabu-station.de/
(App im Googel Play Store unter „Nestfinder“)
Kontakt: Bio-Station Zwillbrock e.V., Jessica Focke – Tel.: 02564 / 986017
oder Siobhan Loftus – Tel.: 02564 / 986025 – E-Mail: kiebitz@bszwillbrock.de
NWO-Geschäftsstelle, Leydelstr. 26, 47802 Krefeld, Tel. 02151/569459, huisman-fiegen@nw-ornithologen.de

DO/UN: Kritik an Dortmunder Messe „Jagd & Hund“ – Aussteller bieten Abschüsse von Turteltauben, Papageientauchen und Singvögeln an – Landesjagdverband eingeschaltet (Komitee gegen den Vogelmord e. V.)

PRESSEMELDUNG des Komitees 27. Januar 2020

Auf Europas größer Jagdmesse, der „Jagd und Hund 2020“ in Dortmund, bieten Reiseveranstalter ab morgen, 28. Januar, wieder Safaris für den Abschuss seltener Tiere im Ausland an. Vogelschützer kritisieren, dass der Veranstalter Messe Dortmund GmbH auch Firmen eine Plattform bietet, die Abschüsse bedrohter Zugvögeln wie Turteltauben – Vogel des Jahres 2020 -, Wachteln und Singvögeln in Südeuropa oder dem Balkan im Programm haben. Wie das Komitee gegen den Vogelmord (CABS) mitteilt, haben Biologen in den letzten Wochen das Ausstellerverzeichnis der Messe ausgewertet und sind dabei auf insgesamt acht Unternehmen gestoßen, die das Töten europäischer Zugvögel gegen Entgelt zum Geschäftsmodell gemacht haben.

So bieten zum Beispiel die drei Reiseveranstalter „Absolute Hunting & Wingshooting“ (Standnummer in Dortmund: 7.D40), „Diana Hunting Tours“ (Stand 7.E16) sowie „Merle Jagdreisen“ (Stand 7.C04) Abschüsse von ziehenden Turteltauben – dem Vogel des Jahres 2020 – in Rumänien und Serbien an. Das französische Unternehmen „Séjour Chasse“ (Stand 7.D22) offeriert zahlungskräftigen Kunden die Gelegenheit, im Herbst in Frankreich auf Amseln und Drosseln oder in Russland auf seltene Doppelschnepfen zu schießen. Wer lieber in der Nähe von Madrid auf durchziehende Singvögel schießen oder in Armenien auf Uferschnepfen zielen möchte, wendet sich an die Firma „ICC Hunting Pleasure“ (Stand 7.F28).

Mit der Jagd auf wilde Wachteln auf dem Balkan werben gleich mehrerer Aussteller, darunter die deutschen Firmen „K&K Premium Jagdreisen“ (Stand 7.D48) sowie „Merle Jagdreisen“ (Stand 7.C04). Das letztgenannte Unternehmen verlangt 1.150 Euro für ein viertägiges „Jagdarrangement Wachteljagd“ in Rumänien und wirbt damit, dass Jäger mit dem Abschuss von 40 wilden Wachteln pro Tag und Jäger rechnen können. Für Jäger, die in Island seltene Meeresvögel töten möchten, hat die niedersächsische Firma „Malepartus Jagdreisen“ (Stand 7.F70) das passende Angebot im Programm. Für pauschal 1.040 Euro kann man – bei eigener Anreise – zwei Tage lang vom Boot aus auf Papageientaucher, Eissturmvögel und Lummen schießen. Ebenfalls angeboten wir die Jagd auf Bekassinen in Irland und Schottland, die zum Beispiel in den Katalogen der Firmen „Blaser Safaris“ (Stand 7.E02) oder „Diana Hunting Tours“ beworben werden.

Turteltauben, Wachteln und Bekassinen haben in den letzten Jahren in weiten Teilen der EU stark abgenommen und werden in Deutschland und seinen Nachbarländern mit großem Aufwand geschützt, so das Komitee. „Der Abschuss gefährdeter Zugvögel macht aufwendige Schutzprojekte in den Brutgebieten zunichte, beschleunigt den Rückgang dieser Arten und kann niemals nachhaltig sein“, so Komitee-Geschäftsführer Alexander Heyd. Das Komitee hat der Messe Dortmund GmbH deshalb heute schriftlich empfohlen, sich von den betroffenen Ausstellern zu trennen. Auch der Landesjagdverband NRW (Standnummer 6.B30), der offiziell als „Ideeller Träger“ der Messe fungiert, wurde aufgefordert, sich eindeutig von der Jagd auf gefährdete Zugvögel zu distanzieren und die Forderung nach Ausschluss der acht Aussteller von der Messe zu unterstützen.

Selm: mein Gedenken an Siegfried Feuerbaum, 05.12.2019 (Uwe Norra)

Bei mir fing es in der Kindheit an. Blaumeise und Dompfaff am Futterhaus bei den Eltern weckten mein Interesse an der Vogelwelt. Schon bald war ich mit Eifer bei der Sache und wurde mit auf vogelkundliche Wanderungen geschickt. Daraus ergaben sich für mich Kontakte in die Erwachsenenwelt, durch die ich Alex Mack und Siegfried Feuerbaum kennenlernte. Beide zeichneten sich durch ihre große Freude daran aus, ornithologisch interessierten Nachwuchs unter ihre Fittiche zu nehmen. Ungefähr 15 war ich und erinnere mich sehr genau an erste Fachgespräche mit Siegfried. Das war bei der Vogelbeobachtung an der Kläranlage in Lünen Schwansbell, wo wir über das dreibändige Monumentalwerk „Naturgeschichte der Vögel“ (von R. Berndt & W. Meise) diskutierten. Mein Bruder hatte mir die Bücher aus der Bibliothek mitgebracht und ich studierte fleißig darin. Durch meine Begeisterung und ihre Wesensart ergab sich eine enge Bindung zu Alex und Siegfried, so dass ich beide noch heute als meine „ornithologischen Väter“ bezeichne. Sie waren nicht nur Lehrer bezüglich der Vogelkunde für mich, auch nicht nur väterliche Freunde. Sondern wo mit meinem Vater über vieles nicht zu reden war, waren Alex und Siegfried für mich da und gaben mir manchen Rat. Seit Jahrzehnten bewahre ich einzelne Gespräche mit den beiden wie einen Schatz in mir auf und bin zutiefst dankbar für ihre Freundschaft, die über das rein ornithologische Hobby hinaus ging. So gab es im Laufe von nunmehr knapp 50  Jahren viele Telefonate, Besuche, Zufallstreffen in Biotopen, geplante Exkursionen und Ausflüge; und als Krönung auch gemeinsame Reisen zur Vogelbeobachtung. Die letzte große Reise ging im Frühjahr 2014 nach Spanien in die Extremadura. Dem Wunsch von Siegfried, wegen seines Herzleidens noch einmal in die Ferne zu kommen, kamen Thorsten Prall und ich gerne nach und gaben uns große Mühe, den Urlaub für Siegfried so angenehm, schonend und bequem wie möglich zu gestalten. So nutzten wir in den letzten Jahren unsere Möglichkeit, etwas zurückzugeben, bis Siegfried jetzt von uns ging. Ich weiß, ich bin nicht der einzige, für den das jetzt ein schmerzlicher Verlust ist. Denn als ich älter wurde, kamen jüngere nach, die Siegfried und Alex im Team genauso als väterliche Freunde in Erinnerung behalten werden wie ich.

Siegfried und Thorsten bei der Vogelbeobachtung in der Extremadura am 28.04.2014 Foto: Uwe Norra
Siegfried und Thorsten bei der Vogelbeobachtung in der Extremadura am 28.04.2014 Foto: Uwe Norra
Siegfried beim Anfüttern für Blauelstern an unserer Finca in der Extremadura am 01.05.2014 Foto: Uwe Norra
die Blauelstern kamen gut am 02.05.2014 Foto: Uwe Norra
mit Siegfried hat es immer Spaß gemacht, wie hier beim birdrace in den Rieselfeldern Werne am 02.05.2015 Foto: Uwe Norra

Wir trauern um Siegfried Feuerbaum

Siegfried Feuerbaum Lünen
Siegfried Feuerbaum

Am 02.12.2019 ist Siegfried Feuerbaum in Lünen gestorben.

Siegfried Feuerbaum hat die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft von Anfang an begleitet – beginnend mit den Kartierungen zum Brutvogelatlas für den Kreis Unna. Da hatte er als hervorragender Ornithologe bereits seit Jahren die Greifvögel zwischen Lünen, Selm und Werne unter seine Kontrolle gebracht. Bereitwillig übernahm er all unsere Kartierungsaufgaben der frühen Jahre im Raum Lünen: Ob Kiebitz oder Elster – akribisch wurden die Gebiete durchkämmt und die Bestände gezählt. Ihm verdanken wir aufgrund seiner Wiederholungskartierungen wichtige Argumente gegen den Abschuss der Elstern im Kreis.

Mit Siegfried verlässt uns ein Urgestein der Ornithologie in unserem Raum und ein besonderer, humorvoller Mensch. Wir denken bei ihm auch immer an den schon 2005 verstorbenen Alex Mack und die Lücke, die beide jetzt hinterlassen: Siggi und Alex waren ein unglaublich knorriges Team, immer allem zugewandt, zu allem bereit und mit beiden Beinen in einem Leben, das jetzt bereits weit entfernt wirkt. Wir werden beide immer in Erinnerung behalten.

Aus dem Nachruf des Arbeitskreises für Umwelt und Heimat Lünen:

Wie wir erfahren haben, ist Siegfried Feuerbaum („Siggi“) leider am Montag, den 02.12.19 im Krankenhaus seinem Herzleiden erlegen. Siegfried war Gründungsmitglied des Arbeitskreises für Umwelt und Heimat und ein hervorragender Ornithologe. Er begann in Lünen mit der Greifvogelkartierung und war der Mentor der Gruppe Greifvogelschutz. Gleichzeitig engagierte er sich in der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft des Kreises Unna. Von gemeinsamen Gängen in der Natur haben viele jüngere Arbeitskreismitglieder auf Grund seiner großen Erfahrung profitiert. Wenn wir nichts sahen, entdeckte er einen Greifvogelhorst im Laubdach des Waldes, wenn wir nichts hörten, hatte er schon den Warnruf eines Vogels identifiziert. Siegfried war ein kantiger, aber auch humorvoller Mensch, der sich mit viel Herzblut für den Naturschutz einsetzte.

Kreis Unna: Interner Hinweis zur Bildeinstellung, 25.11.2019

Mit der im Hintergrund laufenden neuen WordPress-Version 5.3 hat sich der Verweis (Link) auf die Bilddatei verändert: Die Einstellung „mit Mediendatei verlinken“ findet man jetzt im Menü über dem jeweiligen Bild, „Link bearbeiten“ (Kettensymbol), dort „Medien-Datei“ angeben, rechts den Haken anklicken, „Im Neuen Tab öffnen“ (so steht es dort) – fertig.