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Fröndenberg / Unna: Waldwasserläufer, Bergpieper, Bachstelzen, Gebirgsstelzen, Stieglitzschwarm, Wanderfalke, (KEINE?) Waldschnepfen, Feldhasen u.a., 05.12.2022 (B.Glüer)

Bei seichtem, aber kontinuierlich-ganztägigem Schneefall kam es heute erstmals zu einer geschlossenen Schneedecke (Fröndenberg: ca. 10 cm). Noch am gestrigen Abend fanden sich bei Temperaturen nahe Null Grad in den Abendstunden an einem gezielt abgesuchten Eichenstamm (Golfplatz „Am Winkelshof“) immerhin respektable 42 (!) männliche Kleine Frostspanner auf der Suche nach den flügellosen Weibchen (vgl. auch Meldung vom 30.11.22) – heute hingegen kein einziger. Stattdessen beherrschte bei einem abendlichen Rundgang die Schneekulisse mit noch immer leichtem Schneerieseln das Bild. Hier und da erschrak man wegen laut krachender Baumkronen, die unter der Schneelast zerbarsten. Vor allem Eichen stehen infolge der warmen Monate Oktober und November teils noch in vollem Laub, auf dem sich gigantische Schneemengen sammeln.

Es fällt dieser Tage weiterhin auf, mit Blick auf das vergangene Jahr, dass der herbstliche Zug der Waldschnepfe auszufallen scheint. Vor einem Jahr gab es im Zeitraum vom 05.11. – 21.12. beachtliche 7 abendliche Waldschnepfenbegegnungen im Umfeld des Buschholts, bzw. auf dem Golfplatz „Am Winkelshof“ mit insgesamt 9 Individuen – also 2x sogar 2 Exmpl. gleichzeitig – ansonsten jeweils Einzelsichtungen. Im jetzt laufenden Herbst gab es noch keinen einzigen Fund. Möglicherweise eine Folge des trockenen Hitzesommers, der erfahrungsgemäß den Schnepfen schlechte Bruterfolge beschert.

Auch die übrige Vogelwelt erweist sich als recht „überschaubar“. Die von Roben Hirschberg unten vorgestellte Verfahrenstechnik „NocMig“ eröffnet da für die Zukunft vielleicht bessere Erfassungsmöglichkeiten, wenn auch die Nächte als Beobachtungszeitspannen stärker einbezogen werden.

Bei UN-Stockum hält sich weiterhin der mehrfach gemeldete große Distelfinkschwarm mit über 300 Individuen auf (gestern, 04.12.). Darunter auch ~40 Grünfinken und ~50 Buchfinken.

Im Wassergewinnungsgelände bei Frdbg.-Langschede gestern unter anderem 5 Waldwasserläufer, 5 Bergpieper. ~25 Bachstelzen, 2 Gebirgsstelzen, 2 Silberreiher.

Die Strickherdicker Feldflur zeigte sich heute weitgehend „vogelfrei“. Immerhin offenbarte der Schnee mit guter Weitsicht einen hier noch respektablen Feldhasenbestand mit >14 Exemplaren. Deutschlandweit gilt der Feldhase inzwischen als gefährdet (Rote Liste) mit anhaltend negativer Bestandsprognose. Das Nachbar-Bundesland Hessen erwägt bereits ein Jagdverbot (= ganzjährige Schonzeit).

Drei von insgesamt 9 Feldhasen, die sich im Schneetreiben auf dieser Winterweizenfläche tummeln (Strickherdicker Feldflur)…, 05.12.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… hier muss man schon genau hingucken, um den braunen „Hügel“ nicht für einen Erdklumpen zu halten (Strickherdicker Feldflur), 05.12.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
Rehbock „oben ohne“ … – Von hier insgesamt 9 Rehen haben alle Böcke ihr Gehörn bereits abgeworfen (UN-Stockum), 04.12.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
Weiterhin ein beeindruckendes Spektakel bei UN-Stockum: mehrere Hundert Stieglitze …, 02.12.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… am noch immer reich bestückten Buffet des Sonnenblumenfeldes, 02.12.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
An der Wand des eigenen Hauses (Frdbg.-Hohenheide) locken jetzt die Früchte des Wilden Weines, 04.12.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
Vier von insgesamt 5 Waldwasserläufern im Wassergewinnungsgelände (Frdbg.-Langschede), 04.12.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
Rabenkrähennest in der Strickherdicker Feldflur – voll mit Platikmüll! – Vor dem Hintergrund der UN-Beschlüsse in Uruguay, wo vor wenigen Tagen 190 Länder der Welt einen verbindlichen Plan der Plastikmüll-Reduzierung ab Ende 2024 angeschoben haben, ein zumindest nachdenklich stimmendes Bild …?! 04.12.2022 (Foto: Bernhard Glüer)

Männlicher Wanderfalke (ad.) in einem Gittermast mit guter Rund-Um-Sicht nahe der Hönnemündung bei Fröndenberg, 04.12.2022 (Foto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg: NocMig: Rotdrossel, Kernbeißer, Schleiereule u.a., 01.11.2022-30.11.2022 (R. Hirschberg)

Viele haben NocMig wahrscheinlich noch nicht gehört: Dabei handelt es sich um die systematische Erfassung des nächtlichen Vogelzuges, wozu ein autonomer Audiorekorder verwendet wird. Somit werden nur die Daten der ziehenden Vögeln erfasst, die während des Überfliegens des Rekorders gerufen haben. Somit geben die Daten nur eine Mindestmenge an, können aber im Jahresverlauf eine gute Übersicht der Arten geben und oft können frühe Beobachtungen mit dieser Methode erzielt werden. Nun zu den Daten: 4 aufgenommene Nächte, also 41,9 Stunden.

Ich konnte 9 Arten und davon 257 Individuen aufzeichnen: ca. 30 Graugänse, 2 Graureiher, 7 Amseln, 36 Singdrosseln, 166 Rotdrosseln, 11 Rotkehlchen, 1 Heckenbraunelle, 1 Kernbeißer, 3 Grünfinken. Im Vergleich zum Oktober waren es diesen Monat nur halb so viele Arten und viel weniger Individuen pro Nacht. Durch viele verregnete Nächte waren mehr Aufnahmen in diesem Monat leider nicht möglich.

Fröndenberg: Kraniche, 01.12.2022 (B.Glüer)

Auch heute hielt sich der Kranich-Familienverband wieder auf der Kiebitzwiese auf. Es gelangen bei etwas besserem Licht als am Vortag auch bessere Fotos, die ein exaktes Ablesen der Farbkombination ermöglichten. Eine Meldung bei der Kranichmelde-Plattform „iCORA“ wurde eingereicht. Die Farbkombination ermöglicht schon vorab eine Zuordenung zur BRD als Herkunftsland.

Kranichfamilie mit beringtem Jungvogel weiterhin im NSG „Kiebitzwiese“. Meldung bei „iCORA“ ist eingereicht…, 01.12.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… aufgrund der Farbkombination kann schon vorab gesagt werden, dass die etwas „außerplanmäßige“, sehr späte Reise in Deutschland als Herkunftsland ihren Anfang genommen hat, 01.12.2022 (Foto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg / Unna: Kraniche, Rebhühner, Stieglitze, Grünfinken, Wacholderdrosseln, Rotdrosseln, Wanderfalke, Frostspanner u.a., 30.11.2022 (B.Glüer)

Aus meteorologischer Sicht verabschiedet sich der November neblig, regnerisch – „grau in grau“ – mit allen denkbaren Negativ-Klischees. Trotzdem haben die Vogelwelt und sogar die Schmetterlingsfauna noch das eine oder andere Highlight zu bieten. Bei UN-Vinning, südlich UN-Siddinghausen, hält sich seit Tagen rings um einige Hundert Meter Hecken mit diversen Beerenfrüchten ein respektabler Schwarm von 300 – 400 Wacholderdrosseln auf. Unter ihnen sind >50 Rotdrosseln und ebenso viele Stare. Südlich UN-Stockum weiterhin auch der von Clemens Rethschulte bereits gemeldete Stieglitzschwarm an einem Sonnenblumenfeld mit inzwischen mehreren Hundert Vögeln. Darunter sind auch 30 – 40 Grünfinken. Bei längerer Beobachtung offenbart der Finkenschwarm eine interessante Dynamik: zum einen sind alle Vögel äußerst nervös und fliegen in kurzen Abständen immer wieder panisch auf. Gleichzeitig scheint es eine nicht nachvollziehbare Ordnung zu geben, denn aus der Masse der Tiere lösen sich immer wieder Trupps heraus, um in die Umgebung oder umliegende Hecken abzustreichen, während der zentrale Schwarm umgekehrt durch zuströmende Trupps aus unterschiedlicher Richtung zwischenzeitlich ungeahnte Ausmaße annimmt. Vorgestern (Montag) konnte eine erfolgreiche Attacke eines diesj. Wanderfalken beobachtet werden, der einen Einzelvogel aus dem Schwarm trieb und abseits auch erbeutete.

Auf dem Mühlhauser Berg ließen sich heute ein weiteres Mal die von C. Rethschulte gemeldeten 5 Rebhühner bestätigen.

Auf der Fröndenberger Kiebitzwiese am späten Nachmittag eine rastende Kranichfamilie (2x adult, 1x juv.). Der Jungvogel beidseitig farbberingt.

In den frühen Abendstunden zeigen sich nach Einbruch der Dunkelheit derzeit regelmäßig zahllose Frostspanner und machen ihrem Namen alle Ehre, indem sie den niedrigen Temperaturen trotzen und auf Partnersuche gehen. Bekanntlich sind die Weibchen flügellos, während die Männchen an Gehölzen umherfliegen und die Stämme nach emporkletternden Weibchen absuchen. Dabei kommt es teils zu solchen Ansammlungen, dass im Lichte einer Lampe der Eindruck entsteht, es würde schneien.

Ein in der Anzahl der Vögel nicht immer leicht einzuschätzender Schwarm von Stieglitzen …, 29.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… „erntet“ weiterhin die noch zahlreichen Sonnenblumenkerne in einem Feld bei UN-Stockum…, 28.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… der immer unruhige Schwarm ändert ständig seine Größe und zerstreut sich in Gruppen im Umland …,, 29.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… dieser Teil des Schwarms wurde am PC ausgezählt und ergab allein 174 Individuen. Etwa gleichviel waren zusätzlich in der Luft. Im Schwarm sind auch 16 Grünfinken auszumachen, 29.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
Teile eines anderen, ebenfalls nach Hunderten zählenden Vogelschwarms (Wacholderdrosseln mit einzelnen Rotdrosseln und Staren) rasten kurz in einem Heckengehölz nahe UN-Vinning, 29.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
Im mit Wassertröpfchen übersäten Wintergetreide des Mühlhauser Bergs weiterhin 5 Rebhühner, 30.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
Kranichpaar mit farbmarkiertem Jungvogel auf der Kiebitzwiese (Frdbg.), 30.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
Nach Einbruch der Dunkelheit scheint es Falter zu schneien. Zu Hunderten, oder wohl eher Tausenden, sind männliche Frostspanner um Baumstämme herum auf der Suche nach Weibchen unterwegs …, 30.11.2022 (Handyfoto: Bernhard Glüer)
… gerade der in Massen auftretende Kleine Frostspanner (Operophtera brumata) hat entscheidenden Einfluss nach jetzt erfolgreicher Paarung und Eiablage mit den im Frühling schlüpfenden Raupen auf die dann erfolgende Jungenaufzucht vieler Kleinvögel, 30.11.2022 (Handyfoto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg / Unna: Schneeammer, Kiebitze, Waldwasserläufer, Bergpieper, Wiesenpieper, Wacholderdrosseln, Bachstelzen, Gänsesäger, Schnatterenten, Eisvögel u.a., 27.11.2022 (B.Glüer)

In der Strickherdicker Feldflur heute eine männliche Schneeammer rastend. Obwohl sie nur ca. 10 m vor meinem Auto saß (an frischem Pferdemist), gelang kein Foto. Sie flog auf und konnte noch sehr lange per Fernglas westwärts abziehend verfolgt werden, jedoch erfüllte sich die Hoffnung auf eine erneute Landung nicht. Ansonsten war die Feldflur fast wie leergefegt. Lediglich noch eine Feldlerche, 4 Wiesenpieper neben einigen Rabenkrähen, 3 Mäusebussarden und 1 Turmfalke zeigten sich.

Im Wassergewinnungsgelände bei Frdbg.-Langschede unter anderem erwähnenswert 3 Waldwasserläufer, 1 Gänsesäger (m), ~ 25 Schnatterenten, 1 Silberreiher, ~ 50 Blässhühner, 2 Höckerschwäne, 4 Eisvögel, 11 Bachstelzen, 1 Gebirgsstelze, 3 Bergpieper, ~40 Wacholderdrosseln.

Südlich der B 1 bei UN-Stockum unter anderem 33 Kiebitze rastend. Bei UN-Siddinghausen auf einer Stilllegungsfläche ca. 100 Buchfinken, ~10 Goldammern, ~40 Stieglitze und ~ 35 Wacholderdrosseln.

Einer von 3 Waldwasserläufern im Wassergewinnungsgelände bei Frdbg.-Langschede …, 27.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… offenbar ist die Eisvogelsaison `22 gut gewesen. Im Wassergewinnungsgelände insgesamt 4 Exmpl. Im Bild links ein Weibchen mit charakteristisch hellem Unterschnabel – rechts das männliche Pendant, 27.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
Rastende Kiebitze bei UN-Stockum …, 27.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… ebenda fiel ein diesjähriger Kitzbock mit ungewöhnlichem Verhalten auf: er zeigte keinerlei Fluchtbereitschaft, 27.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg Zwergschnepfe, Bekassinen, Silberreiher und Eisvogel bei Arbeitseinsatz auf der Kiebitzwiese am 26.11.2022 (Melder: Gregor Zosel)

Nach dem traditionellen Erlenstechen vor zwei Wochen stand heute wieder eine Naturpflegeaktion der „Erlenstecher-Truppe“ im NSG Kiebitzwiese an. Diesmal hieß es den Flößergraben von der „wuchernden“ Brunnenkresse zu befreien, um einen besseren Zufluss für die Wasserflächen zu erreichen. Durch den dichten Bewuchs dieser Wasserpflanze wird das Wasser „natürlich“ aufgestaut und verhindert so die Versorgung der größeren Wasserflächen mit Wasser im NSG. Während der Arbeiten an diesem traumhaften Tag nach anfänglichen Bodenfrost konnten die teilnehmenden Personen u.a. 1 Zwergschnepfe, mind. 2 Bekassinen, 1 Eisvogel sowie 2 Silberreiher beobachten. Neue Helfer der „Kiebitzwiesen-Pflegetruppe“ sind immer herzlich willkommen!!

Kiebitzwiese
Am Aussichtshügel der Kiebitzwiese und in der Sichlerbucht sieht man am besten, dass die Wasserversorgung der Wasserflächen im Moment nicht klappt. Ursache sind die zuwachsenden Zuflussgräben mit der Brunnenkresse……am 26.11.2022 (Fotos: Gregor Zosel)
Kiebitzwiese
Bei frostigen Temperaturen begann die „Erlenstecher-Truppe“ mit dem „Ausharken“ der Brunnenkresse am Flößergraben…..am 26.11.2022 (Fotos: Gregor Zosel)
Kiebitzwiese
Mit vollem Einsatz!! …..am 26.11.2022 (Fotos: Gregor Zosel)
Kiebitzwiese
Teilweise bis zu den Hüften im Wasser!!!…..am 26.11.2022 (Fotos: Gregor Zosel)
Kiebitzwiese
Der Flößergraben vor und nach der Aktion…..am 26.11.2022 (Fotos: Gregor Zosel)

Unna/Fröndenberg: Sperber, Goldammern, Bachstelzen, Graureiher, Gimpel, Grünspecht, Schwanzmeisen u.a. am 25. und 26.11.2022 (Hartmut Brecher)

Heute Mittag beobachtete ich auf dem Höhenweg zwischen dem Hemmerder Schelk und Bausenhagen 13 Goldammern, die an einer Wasserpfütze tranken. Zudem noch erwähnenswert: 1 Mäusebussard, 40 ziehende Wacholderdrosseln und 2 Sumpfmeisen.

Gestern und heute konnte ich in den Hemmerder Wiesen folgende Vogelarten beobachten: 2 Mäusebussarde, 2 Sperber, 1 Turmfalke, sehr zahlreiche Wacholderdrosseln, 6 Rotdrosseln, 1 Misteldrossel, 1 Grünspecht, ca. 20 Bachstelzen, die zwischen und auf den Schafen nach Nahrung suchten, 1 Heckenbraunelle, 3 Rotkehlchen, 1 rufender Gimpel, Grünfinken, Stieglitze, 5 Schwanzmeisen (Freitag) mindestens 7 Graureiher, 1 überfliegender Silberreiher (Samstag), 3 Graugänse, Jagdfasane, erfreulich viele Amseln und Blaumeisen und Freitag noch etliche Stare.

Derzeit befinden sich zahlreiche Schafe in den Hemmerder Wiesen – Bachstelzen nutzen diese als Aussichtsturm
oder als Nahrungsfindungsobjekt – Foto: Hartmut Brecher
Bachstelze in den Hemmerder Wiesen am 26.11.2022 (Foto: Hartmut Brecher)
Graureiher mit erbeuteter Maus am 26.11.2022 (Foto: Hartmut Brecher)
Heckenbraunelle in den Hemmerder Wiesen am 26.11.2022 (Foto: Hartmut Brecher)
Turmfalke schaut sich die Schafherde der Hemmerder Wiesen aus der Höhe an
Rotkehlchen in den Hemmerder Wiesen am 26.11.2022 (Foto: Hartmut Brecher)

Unna: Rebhuhn, Hohltaube, Stieglitz, Grünfink, Wacholderdrossel, Feldlerche, Kiebitz, Silberreiher, Turmfalke, Mäusebussard etc. am 23.11.22 (C. Rethschulte)

Heute Vormittag auf einem Acker mit Wintergetreide am Breddeweg/Bönen sechs Nilgänse.

Am Mühlhauser Berg zeigten sich anschließend fünf Rebhühner – für mich das erste Mal seit dem 22. Oktober ’22 (vgl. meine Meldung auf Ornitho); in unmittelbarer Nähe auch ca. 20 Wacholderdrosseln.

In der Feldflur zwischen B1 und A44 waren heute in der Mittagszeit keine Rebhühner zu sehen – wie am Abend zuvor (vgl. die Meldung von Bernhard Glüer). Dafür aber erneut ca. 100 Stieglitze und einige Grünfinken im Bereich des bekannten Sonnenblumenfeldes; dort auch um die 50 unbestimmte Tauben und ein Turmfalke. Weiter östlich dann ca. 50 Hohltauben, mindestens 50 Kiebitze, ca. 20 Feldlerchen und drei Mäusebussarde auf einem frisch eingesäten Acker.

Abschließend an der Fröndenberger Straße bei Lenningsen ein Futter suchender Silberreiher.

Zunächst noch in geduckter Haltung eng zusammen …
… dann aber locker und gelassen auf Futtersuche im frischen Wintergetreide: fünf Rebhühner am Mühlhauser Berg (23.11.22, Fotos: C. Rethschulte).
Zwischen B1 und A 44 erneut ca. 100 Stieglitze und einige Grünfinken …
… an einem Sonnenblumenstreifen (23.11.22, Fotos: C. Rethschulte).
Auch dort in der Nähe eines Windrades: Ein jagender Turmfalke (23.11.22, Foto: C. Rethschulte).
Weiter östlich auf einem Wintergetreide-Acker diese Kiebitze …
… immer wieder Flugeinlagen anbietend (23.11.22, Fotos: C.Rethschulte).
Auf dem gleichen Acker auch ca. 50 Hohltauben sowie etliche Ringeltauben …
… und drei Mäusebussarde (23.11.22, Fotos: C. Rethschulte).
Bei Lennigsen dieser Silberreiher am 23.11.22 (Foto: C. Rethschulte).

Unna: Rebhühner, 22.11.2022 (B.Glüer)

Kurz nach Sonnenuntergang („blaue Stunde“) mindestens 5 Rebhühner auf einer gedachten Achse von ca. 400 Metern Länge mit teils intensiven (!) Rufen in Höhe von UN-Stockum, zwischzen B1 und A44. Drei Exmpl. waren gut zu sehen – aufgeregt auf Wintergetreide laufend. Rechts und links davon riefen in größerer Entfernung, jeweils in Zwischenfruchtflächen, mindestens zwei weitere Hähne. Offenbar kommt es bereits zur Kettenauflösung und territorialen Auseinandersetzungen.

Unna/Soest: Rebhuhn, Stieglitz, Grünfink, Feldlerche, Silber-und Sturmmöwe, Hohltaube etc. am 20.11.22 (C. Rethschulte)

In der Stockumer Feldflur südlich der B1 heute ca. 100 Stieglitze, ca. 50 Grünfinken, 25 Feldlerchen und acht Mäusebussarde.

Da weder am Mühlhauser Berg noch in der Stockumer Feldflur Rebhühner zu sehen waren – mein eigentliches Anliegen – führte mein Weg weiter bis in den Kreis Soest/ Büdericher Haar. Dort zeigte sich vermutlich dieselbe Neunerkette, die mir dort bereits am 03. November begegnet war (vgl. meine Meldung vom 03.11.22).

Im Hemmerder Ostfeld am frühen Nachmittag zwei Silber- und drei Sturmmöwen.

Bei Steinen hielt sich erneut eine Hohltaube gemeinsam mit sieben Ringeltauben auf einem frisch eingesäten Acker auf.

Zwischen B1 und A44 heute ca. 100 Stieglitze und ca. 20 Grünfinken in einem Sonnenblumenfeld (20.11.22, Foto: C. Rethschulte).
In der Büdericher Haar diese sechs Rebhühner aus der erwähnten Neunerkette am 20.11.22 (Foto: C. Rethschulte).
Eine der beiden Silbermöwen …
… und eine der drei Sturmmöwen im Hemmerder Ostfeld (20.11.22, Fotos: C. Rethschulte).

Fröndenberg: Kraniche, Alpenstrandläufer, Waldwasserläufer, Wacholderdrosseln, Feldlerchen, Bergpieper, Eisvogel u.a., 20.11.2022 (B.Glüer)

Der erste deutliche Kälteeinbruch mit – 4,2°C (Frdbg.-Hohenheide) als Tiefsttemperatur der letzten Nacht brachte zwar gestern noch viele Kraniche als „Kälteflüchtlinge“ in den Kr. UN, doch nennenswerter Zuzug anderer Arten aus Nordost war nicht zu verzeichnen. Wie auch schon von Burkhard Koll berichtet, passierten vor allem am späten Vormittag / frühen Nachmittag Hunderte Kraniche, die ich (ans Haus gebunden) größtenteils nur hören konnte, den Haar-Kamm bei Frdbg. in Richtung SW.

Heute im Wassergewinnungsgelände bei Frdbg-Langschede unter anderem 1 Alpenstrandläufer, 6 Waldwasserläufer, >5 Bergpieper (gegenüber noch 16 Exmpl. vor einer Woche), 2 Gebirgsstelzen, ~12 Bachstelzen, 1 Eisvogel.

Nördlich Frdbg.-Hohenheide ~100 Wacholderdrosseln. In der Strickherdicker Feldflur 25-30 rastende Feldlerchen.

Teil eines kleinen Trupps rastender Feldlerchen in der Strickherdicker Feldflur auf frostig „bezuckerter“ Wintersaat, 20.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
Einer von inzwischen nur noch ~5 Bergpiepern im Wassergewinnungsgelände bei Frdbg.-Langschede …, 20.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… ebenda auch ein einzelner Alpenstrandläufer …, 20.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… die rötlich gesäumten Deckfedern des Jugendkleides kennzeichnen ihn als diesjährig …, 20.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… auf der Füllstandsanzeige eines Filterbeckeneinlaufs ein weiblicher Eisvogel, 20.11.2022 (Foto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg: Kraniche am 19.11.2022 (Burkhard Koll)

Fröndenberg-Ardey: Um 10:57 Uhr zogen, verteilt auf zwei Gruppen ca. 300 Kraniche Richtung Süden. Nach meinem Eindruck war die Reisegeschwindigkeit recht hoch, was man bei den herrschenden Temperaturen durchaus nachvollziehen kann.Um 17:18 Uhr konnten einzelne Kranichrufe über dem Fröndenberger Ortsteil vernommen werden. Sichtkontakt bestand nicht.

Fröndenberg/Unna: Nachtfalterexkursionen im Oktober u. November im Rahmen der Insektenkartierung im Hemmerder Schelk. Meldung vom 18.11.2022 (Bernhard Glüer, Harald Maas, Fabian Zosel u. Gregor Zosel)

Zur Erfassung der Nachtfalter des „Herbstes und Winters“ haben wir mehrere Exkursionen ins Hemmerder Schelk ab Sonnenuntergang gestartet. Hilfreich war sicherlich wieder bei einigen Arten der Einsatz eines „angerührten“ Lockmittels. Viele Schmetterlinge werden von der zuckerhaltigen Flüssigkeit magisch angezogen. Ab Anfang Oktober bis Mitte November konnten wir so bei teilweise frühlingshaften Temperaturen u.a. auch die Kopula des Kleinen Frostspanners in Augenhöhe beobachten. Alle entdeckten Nachtfalter konnten wieder mit Fotos dokumentiert werden! Nebenbei waren natürlich auch andere nachtaktive Kleintiere wie Käfer, Heuschrecken, Wanzen, Zikaden, Spinnen, Gliederfüsser oder Schnecken zu beobachten. Hier aber nun eine kleine Foto-Auswahl der Nachtfalter-Entdeckungen unserer Wanderungen in der Dunkelheit:

Nachtfalter
Bild 1 (Foto: Harald Maas am 12.11.22): Der Kleine Frostspanner (Operophtera brumata) zeigt einen ausgeprägten Sexualdimorphismus, d.h. Männchen und Weibchen sehen total unterschiedlich aus. Die Falter schlüpfen im Herbst, oft erst nach dem ersten Frost, aus den Puppen. Die Männchen schwärmen in der Dämmerung und nachts in Wäldern, Obstplantagen und Parks. Die flugunfähigen Weibchen klettern mit ihren sechs kräftigen Beinen vom Boden aus die Stämme der Wirtsbäume hinauf, wo die Paarung erfolgt. Bild 2 (Foto: Gregor Zosel am 12.11.22): Der Buchen-Frostspanner (Operophtera fagata) ist oft kaum sicher von dem Kleinen Frostspanner zu unterscheiden. Er ist meist etwas größer, heller gefärbt und in seinem Vorkommen mehr auf (Buchen-)Wälder spezialisiert. Zur sicheren Bestimmung ist aber eine Genitalbestimmung notwendig. Alle Zeichen sprechen aber bei diesem Falter für einen Buchen-Frostspanner.
Nachtfalter
Bild 1 (Foto: Harald Maas am 08.10.22): Die Pyramideneule (Amphipyra pyramidea) lebt in Laubwäldern und angrenzenden Gebüschen, Streuobstwiesen etc. Man findet sie von Juli bis Oktober. Bild 2 (Foto: Gregor Zosel am 08.10.22): Die Bleich-Gelbeule (Xanthia icteritia) lebt dort, wo auch ihre Haupt-Futterpflanze, die Sal-Weide, wächst.
Nachtfalter
Bild 1 (Foto: Gregor Zosel am 12.10.22): Die Gebüsch-Wintereule (Conistra ligula)  fliegt im Herbst, überwintert als Falter und wird deshalb zu den sogenannten „Wintereulen“ gezählt. Die Bestände der Art sind in der Bundesrepublik rückläufig. Bild 2 (Foto: Gregor Zosel am 19.10.22): Die Weißpunkt-Graseule (Mythimna albipuncta) bildet zwei bis drei sich überlappende Generationen im Jahr.
Nachtfalter
Bild 1 (Foto. Gregor Zosel am 19.10.22): Apfelblattskelletiermotte (choreutis pariana): Die Raupen leben in einem Gespinst an den Blättern von Futterpflanzen wie Zierapfel, Weide, Esche, Kirsche, Weißdorn, Rose oder anderen Arten. Die Falter bilden in Westeuropa 2 Generationen pro Jahr. Bild 2 (Foto: Gregor Zosel): Den Wander-Fettzünsler (Udea ferrugalis) findet man ganzjährig (Hauptflugzeit im Herbst) in verschiedenen Lebensräumen.  Die Raupen entwickeln sich polyphag (Tiere mit einem breiten Nahrungsspektrum) an einer Vielzahl von Pflanzen (Wasserdost, Natternkopf, Gagelstrauch, Ziest u.a.). Die Raupen leben in einem lockeren Gespinst an den Blattunterseiten der Futterpflanzen.
Nachtfalter
Bild 1 (Foto: Harald Maas am 19.10.22): Die Puppen des Gehölzflur-Herbstspanners (Epirrita dilutata) findet man in einem leichtem Gespinst knapp unter der Erdoberfläche. Bild 2 (Foto: Harald Maas am 19.10.22). Die Raupen der Ypsiloneule (Agrotis ipsilon) graben sich in den Boden ein, um an die Wurzeln der Pflanzen zu kommen. Sie ernähren sich von den Wurzeln von Wildgräsern, aber auch von Nutzpflanzen wie Kohl, verschiedene Gemüsearten oder Zuckerrüben. Jedes Jahr fliegen die Ypsiloneulen in meist großer Zahl von den Mediterrangebieten über die Alpen nach Mitteleuropa ein.
Nachtfalter
Bild 1 (Foto: Gregor Zosel am 8.10.22): Die Gelbbraune Herbsteule (Agrochola macilenta) bildet nur eine Generation pro Jahr, deren Falter von Ende August bis Anfang Dezember fliegen. Bild 2 (Foto: Gregor Zosel am 8.10.22): Die Rötlichgelbe Herbsteule (Sunira circellaris) wird auch Ulmen-Herbsteule genannt. Aufgrund der oftmals rötlich braunen Farbe der Falter und deren Form in der Ruhestellung wird die Art im englischen Sprachgebrauch als The Brick (Ziegelstein) bezeichnet.
Nachtfalter
Bild 1 (Foto: Fabian Zosel am 23.10.22): Die Heidelbeer-Wintereule (Conistra vaccinii) überwintert als Falter und wird deshalb zu den sogenannten „Wintereulen“ gezählt. Sie ist eine anspruchslose Art, die in nahezu jedem halbwegs naturnahem Biotop zu finden ist, auch im Siedlungsbereich. Bild 2 (Foto: Fabian Zosel am 22.10.22): Die Rötliche Herbsteule (Agrochola helvola) bewohnt Lichte Wälder, Waldränder, Gebüsch- und Ufersäume, Parks, teils auch naturnahen Gärten.
Nachtfalter
Bild 1 (Foto: Harald Maas am 08.10.22): Die Lichtholz-Spinnerwickler (acleris sparsana) erscheinen im Sommer, überwintern und fliegen noch bis Mai des folgenden Jahres. Bild 2 (Foto: Harald Maa sam 12.11.22): Die Schwarzgefleckte Wintereule auch Feldholz-Wintereule (Conistra rubiginosa) fliegt bereits im Herbst, überwintert als Falter und dann wieder ab Februar/März. Sie wird deshalb zu den sog. „Wintereulen“ gezählt. Zu finden in Laubwäldern, Mischwäldern, Feldgehölzsäumen, Parks und Gärten.
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Bild 1 (Foto: Gregor Zosel am 9.10.22): Die Rotkopf-Wintereule (Conistra erythrocephala) ist in Nordrhein-Westfalen als „stark gefährdet (Kategorie 2) eingestuft. Bild 2 (Foto: Gregor Zosel am 8.10.22): Die Satellit-Wintereule (Eupsilia transversa) ist auf die Aufnahme von Nahrung angewiesen. Im Herbst sucht sie spätblühende Pflanzen auf, saugt aber auch Baumsäfte. Sie findet man auch an gärendes Obst oder an Ausscheidungen von Blattläusen. Diese Art lässt sich deshalb auch gut „ködern“.
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Bild 1 (Foto: Gregor Zosel am 19.10.22): Der Mondfleckige Blütenspanner (Eupithecia centaureata) ist  weit verbreitet in den verschiedensten Biotopen des Offenlandes. Der namengebende halbmondförmige Fleck auf den Vorderflügeln war namensgebend bei diesem Nachtfalter. Die Raupe des Falters entdeckten wir auf einer Schafgarbe am Wegesrand. Bild 2 (Foto: Gregor Zosel am 19.10.22): Die Weißdorneule (Allophyes oxyacanthae) ist eine typische Herbstart und lebt in verschieden, mehr oder weniger stark bewaldeten oder mit Bäumen und Sträuchern bewachsenen Lebensräumen, ist aber hauptsächlich an Waldrändern und Lichtungen zu finden.