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Bönen: Beobachtungen vom 03.-05.06.2021 (H.Peitsch)

Bereits am Donnerstag waren am Seskeweg >5 Sumpfrohrsänger zu hören und 1 Rotmilan zu sehen.

Aus Buschwerk und Brachfläche am Kleykamp ertönte ein tolles Vogelkonzert: Gelbspötter, Gartengrasmücke, Mönchsgrasmücke, Dorngrasmücke und 2 Sumpfrohrsänger sangen um die Wette, begleitet von ständigen Rufen des Kuckucks.

Am HRB ein plötzlich auftauchender Sperber.

Im Bereich des Zechenturmes Gesang von 2 Dorngrasmücken und eine erfolgreiche Bachstelzen-Brut mit >3 bereits flüggen Jungvögeln.

Im eigenen Garten sammeln die Haussperlinge die ausgekämmten Haare unseres Hundes und dämmen das Haus damit. Es dauert keine 5 Minuten dann sind die fleißigen Spatzen zur Stelle. Eine EU-Förderprämie für Öko-Dämmung wird beantragt. 😉

Amsel-Männchen. 03.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Amsel-Männchen. 03.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Kuckuck, 03.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Kuckuck, 03.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Rotmilan, 03.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Rotmilan, 03.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Sumpfrohrsänger an der Seseke. 03.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Sumpfrohrsänger an der Seseke. 03.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Sperber-Männchen. 03.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Sperber-Männchen. 03.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Dorngrasmücke schmettert ihr Lied. 03.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Dorngrasmücke schmettert ihr Lied. 05.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Junge Bachstelze, 05.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Junge Bachstelze, 05.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Wanderfalke im Anflug. 05.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Wanderfalke im Anflug. 05.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Haussperling sammelt Hundehaare. 03.06.21 Foto: Hartmut Peitsch
Haussperling sammelt Hundehaare. 03.06.21 Foto: Hartmut Peitsch

Bönen: Waldohreule, Sperber, Wanderfalke, Grauschnäpper, Girlitz etc., 01. – 04.06.21 (C. Rethschulte)

Waldohreule in Bönen am 04.06.21 (Foto: C. Rethschulte).
Sperber (m) mit Beutevogel am 04.06.21 im Garten. Er flog kurz darauf in südlicher Richtung davon (Foto: C. Rethschulte).
Wanderfalke mit Beutevogel in Bönen am 01.06.21 (Foto. c. Rethschulte).
Girlitz (m) auf dem Altenbögger Friedhof am 01.06.21 (Foto: C. Rethschulte).
Girlitz (w) bei der Nahrungssuche auf dem Altenbögger Friedhof am 04.06.21 (Foto: C. Rethschulte).
Diesjähriger Kleiber im NSG Lettenbruch am 03.06.21 (Foto: C. Rethschulte).
Ganz in der Nähe einer der beiden Altvögel (03.06.21, Foto: C. Rethschulte).
Überreste der Grauschnäpperbrut. Vor drei Tagen konnte ich beobachten, wie ein Grauschnäpper (evt. ein Konkurrent) im Beisein eines anderen Grauschnäppers begann, das Nest aus der Bruthöhle zu zerren. Inzwischen ist die Bruthöhle leergeräumt, die Grauschnäpper wohl verschwunden. (04.06.21, Foto. C. Rethschulte).
Grünader-Weißling im NSG Lettenbruch am 03.06.21 (Foto: C. Rethschulte).

Hemer: Neuntöter, erfolgreich brütende Flussregenpfeifer und Schwarzkehlchen, Baumpieper, Feldlerchen, Teichrohrsänger, Sumpfrohrsänger, Waldlaubsänger, Kolkraben, Hohltauben u.a., 02.-04.06.2021 (A.Matull)

In den letzten Tagen habe ich mir zur Abwechslung, immer früh morgens ab Sonnenaufgang bis mittags, die Vogelwelt in der unmittelbaren Nachbarregion am ehemaligen Truppenübungsgelände der Bundeswehr rund um Hemer Apricke genauer angeschaut.

War die Ausbeute von Beobachtungen der dortigen Neuntöter noch letzte Woche (witterungsbedingt) mehr als bescheiden, so hat sich das Bild diese Woche mit steigenden Temperaturen schlagartig geändert. Mittlerweile konnte ich ca.12 Neuntöter Reviere in dem weitläufigen ehemaligen Militärgelände finden. Eine genaue Nachkontrolle ist zu einem späteren Zeitpunkt (wenn die Jungvögel flügge sind) notwendig, weil oft besetzte Reviere lange unerkannt bleiben und aktuell dieser Standort auch noch für mögliche rastende Neuntöter, welche hier noch nicht ihren endgültigen Brutort erreicht haben, attraktiv ist und es nach wie vor möglich ist, dass noch neue Neuntöter dazu kommen.

Äußerst positiv anzumerken sind die mittlerweile zurückliegenden erfolgreichen Schwarzkehlchen Bruten (Insgesamt mindestens 4 Paare, welche ab Ende März im Gebiet gewesen sind). Nach den erfolgreich abgeschlossenen Bruten konnte ich in den letzten Tagen nur noch ein Schwarzkehlchen (m) beobachten.

Im April kehrte ein hier im Gebiet traditionell brütendes Flussregenpfeifer Paar zurück. Vor einigen Tagen konnte eine erfolgreiche Brut der Pfeifer entdeckt werden. Anfangs wurden 4 flügge Jungvögel gesichtet, am darauffolgenden Tag waren es nur noch 3. Ich selber konnte heute 2 Jungvögel beobachten, wobei bei dieser kleinen und quirligen Art ein weiterer außerhalb meines Sichtfelds nicht ausgeschlossen werden kann.

Darüber hinaus gab es bei dem knapp 9 Kilometer langen Weg unter anderem noch folgendes zu sehen und zu hören:

2 singende Waldlaubsänger, ein singender Sumpfrohrsänger , ein singender Teichrohrsänger (nur heute), jeden Morgen 2 überfliegende Kolkraben beim Steinbruch, 4 Baumpieper, ~8 Feldlerchen, ca. 11 singende Dorngrasmücken, 3 singende Klappergrasmücken, 3 singende Gartengrasmücke, 3 singende Fitisse, 2 überfliegende Hohltauben, 5 rufende Grünspechte an verschiedenen Stellen , ~15 Goldammern, ~15 Hausrotschwänze, ~10 Mistel und 5 Singdrosseln, ungezählte immer mal wieder kreisende Rotmilane, Mäusebussarde und Turmfalken sowie mindestens 20 Bluthänflinge.

Außerdem noch u.a. Stare, Stieglitze und Grünfinken in größerer Zahl.

Guten Appetit! Beobachtungen von Neuntötern sind in den letzten Tagen mein Hauptziel am ehemaligen Truppenübungsplatz rund um Hemer Apricke gewesen.   04.06.2021 (Foto: Andre Matull)
Während der Brutzeit sieht man, wie hier, erwachsene weibliche Neuntöter eher selten. In den letzten Tagen konnte ich nur 4 Weibchen (gegenüber mindestens 12 Männchen) im gesamten Gelände entdecken. Erst wenn die Jungvögel außerhalb des Nestes gefüttert werden, können üblicherweise adulte weibliche Neuntöter häufiger gesichtet werden. 04.06.2021 (Foto: Andre Matull)
Unter anderem bieten die reichlichen Dornenhecken sowie die offenen und insektenreichen Flächen als auch die exponierten Warten den Neuntötern an dem ehemaligen Truppenübungsgelände rund um Hemer-Apricke ein ideales Habitat. 02.06.2021 (Foto: Andre Matull)
Feldlerche im Singflug am frühen Morgen. In der weiträumig eingezäunten Weide haben sie hier noch echte Chancen auf Bruterfolge. 02.06.2021 (Foto: Andre Matull)
Praktisch überall können hier Dorngrasmücken, ein häufig vorkommender Brutvogel, entdeckt werden. Ihr lebhaftes, typisch grasmückenartiges „Geplapper“ ohne wirkliche Melodie macht sie unverwechselbar. 02.06.2021 (Foto: Andre Matull)
Männliches Schwarzkehlchen an einem seiner Ansitze. Im Hintergrund (unscharf) kann man den Jübergturm, welcher 2010 anlässlich der damaligen Bundesgartenschau in Hemer eröffnet wurde, erkennen. Er steht auf dem angrenzenden Gebiet des heutigen Sauerlandparks. 04.06.2021 (Foto: Andre Matull)
Noch vor einigen Wochen konnte man hier an einigen Stellen Schwarzkehlchen beim Füttern ihrer kurz zuvor flügge gewordenen Jungvögel entdecken. 19.05.2021 (Foto:Andre Matull)
Singender Baumpieper am ehemaligen Truppenübungsgelände in Hemer-Apricke. Seit Mitte April sind die Langstreckenzieher wieder hier anwesend. 14.04.2021 (Foto: Andre Matull)
Besonders spektakulär und sehenswert sind die charakteristischen Singflüge des Baumpiepers, welche vornehmlich bei gutem Wetter vorgetragen werden. 02.06.2021 (Foto: Andre Matull)
Ebenfalls im April kehrten auch die Flussregenpfeifer in das Gebiet zurück. Hier zu sehen während der Balzflüge im Frühjahr. 14.04.2021 (Foto: Andre Matull)
Mittlerweile konnte an dem für die Öffentlichkeit nicht zugängigen Brutplatz Nachwuchs bei den Flussregenpfeifern vermeldetet werden. Die jungen Pfeifer sind nicht einfach zu entdecken. Sie rasen in der Regel blitzschnell aus ihrer Deckung, immer von den Eltern im Blick, durch das Sichtfeld. 04.06.2021 (Foto: Andre Matull)
Helle Aufregung mit ununterbrochenen Warnrufen entstand bei den Eltern der noch jungen sowie flugunfähigen Flussregenpfeifer als dieser Mäusebussard ganz in der Nähe landete. Er hatte  aber etwas ganz anderes als Beute auserkoren. 04.06.2021 (Foto: Andre Matull)
Singender Sumpfrohrsänger am ehemaligen Truppenübungsgelände in Hemer-Apricke. 02.06.2021 (Foto: Andre Matull)
Goldammer mit Nistmaterial. 02.06.2021 (Foto:Andre Matull)

Fröndenberg: Neuntöter, Sumpfrohrsänger, Gebirgsstelze, Uferschwalben, Kiebitze und Tafelente am 03.06.2021 (Gregor Zosel)

Heute ab Sonnenaufgang konnte ich im/am NSG Kiebitzwiese vom Münzenfund bis zur Rammbachmündung u.a. folgendes beobachten: 6 Kiebitze ( 2 Ex. auf Feld westlich Ausichtshügel, davon 1 Ex. brütend, + 3 Ex. am Aussichtshügel + 1 Ex. auf Feld an Alter Eiche), 5 Weißstörche (2 adult + 2 Pulli + 1 überfliegender Fremdstorch), 1 Tafelente, 14 Schnatterenten, 38 Reiherenten, 1 Zwergtaucher trillert nahe Rammbachmündung, 14 Blässrallen (2 Nester), 2 Rostgänse, 6 Kanadagänse, 4 Nilgänse mit mind. 9 dj. Ex., 9 Graugänse + mind. 12 dj. (3 Pulli + 3+6 dj.), 4 Höckerschwäne, 3 Graureiher, 2 Neuntöter (1:1), mind. 14 (!) Sumpfrohrsängerreviere (ohne Sperrzone!!!), 2 singende Rohrammern, 5 Dorngrasmücken singend, 1 Klappergrasmücke, 1 Hohltaube, ca. 20 Uferschwalben an der Spundwand westlich Münzenfund + ca. 10 Uferschwalben am Wehr, 2 Schwarzmilane sowie 1 Rotmilan. Außerdem habe ich entlang meines Weges heute nach den kleinen Lebewesen der Kiebitzwiese Ausschau gehalten.

Im angrenzenden Hammer Wasserwerk u.a.: 1 Haubentaucher, 5 Schnatterenten, 31 Reiherenten, 4 Nilgänse + 8 Pulli + 7 dj., 29 Kanadagänse + mind. 7 +4+3 Pulli, 7 Graureiher, 1 Gebirgsstelze, 4 Sumpfrohrsänger nur alleine entlang der Werksstraße (ohne Ruhrufer), 3 Dorngrasmücken singend sowie 2 Distelfinkenpaare. Kein Neuntöter gefunden!

Im Warmer Löhen 1 Kiebitz auf der Schutzfläche. Mögliche Pulli kann man im Bewuchs nicht erkennen. In der Hecke nahe des Gut Scheda 1 Neuntöter (M) im Traditionsrevier. Auch am Passionsweg in der ehemaligen Mergelkuhle 1 männlicher Neuntöter.

Weißstorch
Weißstorchpaar mit nur noch 2 Jungvögeln….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Weißstorch
Ausgiebige Begrüßung….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Weißstorch
Auf den gemähten Wiesen am Hammer Wasserwerk sucht ein Weißstorch nach Futter für den Nachwuchs….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Tafelente
Tafelerpel auf der Ruhr….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Schnatterente
Schnattererpel am Flößergraben….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Graugans
Diese Graugansfamilie hat vom Münzenfund auf die großen Wasserflächen der Kiebitzwiese gewechselt….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Sumpfrohrsänger
Die Zahl der Sumpfrohrsänger ist in diesem Jahr erfreulicherweise wieder sehr hoch im NSG. Die meisten Reviere finden sich in den Hochstauden entlang der Ruhr….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Kanadagans
Im Wasserwerk sind im Moment 3 Kanadagansfamilien zu beobachten….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
gebirgsstelze
Gebirgsstelze im Hammer Wasserwerk….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Distelfink
Mindestens zwei Distelfinkenpaare haben im Wasserwerk ihre Reviere….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Feuerkäfer
Scharlachroter Feuerkäfer (Pyrochroa coccinea) auf der Kiebitzwiese….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Distelbock
Distelbock nahe des Flößergrabens….am 03.06.2021
(Foto: Gregor Zosel)
Blütenbock
Dieser Gefleckte Blütenbock (Pachytodes cerambyciformis) ist noch nicht ganz ausgefärbt….am 03.06.2021
(Foto: Gregor Zosel)
Prachtlibelle
Gebänderte Prachtlibelle im NSG Kiebitzwiese….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Hufeisenazurjungfer
Hufeisenazurjungfer mit Paarungsrad ….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Adonislibelle
Tandem der Frühen Adonislibellen….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Pechlibelle
Große Pechlibele tankt die ersten Sonnenstrahlen….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Sumpfkrabbenspinne
Sumpfkrabbenspinne (Xysticus ulmi) in den Hochstauden auf dem Ruhrdamm….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
wolfsspinne
Gebänderte Wolfsspinne (Pardosa amentata) mit Kokon….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Minimiermotte
Diese Minimiermotte (Ethmia quadrillella) auf der Kiebitzwiese hat keinen deutschen Namen….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Spreizflügelfalter
Ein Winzling ist dieser Spreizflügelfalter (Anthophila fabriciana)….am 03.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)

Werne: Brachfläche Zeche Werne I/II – Weltgrößte Surfanlage, 02.06.2021 (Klaus Nowack)

Auf der Brachfläche Zeche Werne I/II ist geplant, die „Weltgrößte Surfanlage“ entstehen zu lassen.

Dazu Gedanken aus dem Naturschutz vor Ort:

Wir beklagen mit der Vernichtung tropischer Regenwälder und Urwälder in der kaltgemäßigten Klimazone den apokalyptischen Verlust biologischer Vielfalt – weit weg vor unserer Haustür. Das Insektensterben hat weltweit dramatische Ausmaße angenommen.

Falls die beabsichtigte Anlage eines „Surf-Paradieses“ auf der Brache der Zeche Werne realisiert wird, nimmt man damit die Vernichtung einer Fläche mit überregionaler Bedeutung für den Artenschutz vor der eigenen Haustür billigend in Kauf.

Nach jahrzehntelanger Nutzungsaufgabe entwickeln sich die meisten Industriebrachen zu wertvollen Ersatzlebensräumen für viele Tier- und Pflanzenarten, die heute aufgrund der intensiven Landnutzung verbunden mit gleichzeitigen, großtechnischen Veränderungen der Landschaft selten geworden oder vom Aussterben bedroht sind.

Ein herausragendes Beispiel ist die Zechenbrache Schacht 7 in Langern. Hier kann man heute zahlreiche Insekten- und Pflanzenarten finden, die nach der Roten Liste bereits gefährdet oder stark gefährdet sind (z. B. Blauflügelige Sand- und Ödlandschrecke, Kratzdistel-Rüsselkäfer, Trauer-Rosenkäfer, Gallische Feldwespe). Der Feldthymian, der im Kreis Unna bereits als verschollen galt, wurde auf dieser Fläche wiedergefunden.

Kennzeichnend für solche Brachflächen sind:

  • Nährstoffarmut
  • offene, vegetationsarme Flächen,
  • Stickstoffarmut und ein
  • trocken-warmes Mikroklima

Vielen konkurrenzschwachen Arten, welche die vorstehend genannten Bedingungen für ihre Existenz benötigen, finden hier eine geeignete Zufluchtsstätte und diese gewährleistet das Überleben in ausreichenden Populationsgrößen.

Häufig sind Industriebrachen bedeutsame „Hot Spots“ der Artenvielfalt.

Blauflügelige Sand- und Ödlandschrecken sind bei uns ein Sinnbild für äußerst wertvolle Industriebrachen mit extrem hoher Artendichte.

Die Lokalpolitik im Kreis Unna und in der Stadt Werne würde mit dem Verzicht auf diese Planungen ein beispielhaftes Zeichen im verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, Arten- und auch dem Klimaschutz setzen. Mit dem Bau und dem Betrieb der Anlage (aber auch mit rückkoppelnden Wirkungen – hier z. B. erhöhtes Verkehrsaufkommen durch Tages- und Wochenendtouristen) werden zusätzlich erhebliche CO2-Emissionen freigesetzt, die in ihrer Menge langfristig gar nicht absehbar sind. Daher kann und darf man sich in der heutigen Zeit mit einem galoppierendem Klimawandel den Bau eines solchen Mega-Projektes gar nicht mehr leisten.

Fröndenberg/Menden: Neuntöter, Gelbspötter, Uferschwalben, Eisvögel, Nachwuchs bei Höckerschwänen und Blässrallen am 31.5. und 01.06.2021 (Gregor Zosel)

Zwischen dem Münzenfund (NSG Kiebitzwiese) und der Hönnemündung konnte ich an beiden Tagen entlang der Ruhr u.a. folgendes beobachten: 2 Blässrallenfamilien im Bereich des Himmelmann Parks mit je 5 Pulli, 1 Blässrallenfamile mit 3 Pulli im Bereich Hindenburg Hain/Übergang ins NSG Kiebitzwiese sowie 1 Blässrallennest etwa in Höhe Münzenfund, Das Blässrallennest direkt auf der Hönne (an der Brücke; siehe Meldung vom 14.05.) ist letzte Woche nach dem Starkregen beim Hochwasser wegsgeschwemmt worden, 1 Höckerschwanfamilie mit 3 Pulli am Himmelmann Park, ca. 25 Reiherenten, 3 Schnatterenten (2:1), keine Zwergtaucher !, 2 Eisvögel in Höhe Himmelmann Park (1 Ex. mit Futter; leider keine Flugrichtung zum möglichen Nest festgestellt), ca. 30 Uferschwalben an Spundwänden am Kraftwerk, 1 Gelbspötter (singt seit gut einer Woche in Hecke am Fahrradweg Höhe Kläranlage Bösperde), 1 Dompfaff an Hönnemündung, in beiden Parkanlagen einige Wacholderdrosselfamilien mit flüggen Jungvögeln, die gefüttert werden sowie der täglich kreisende Rotmilan.

Höckerschwan
Höckerschwanfamilie auf Ruhr am Himmelmann Park….am 31.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Blässralle
Blässralle mit Pulli am Nest am Dachwehr/Himmelmann Park….am 31.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Blässralle
Westlich des Münzenfundes ist dieses Blässrallenpaar noch mit der Brut beschäftigt. Zwischendurch wird das Nest ausgebaut….am 01.06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Schnatterente
Die Schnatterenten am Himmelmann Park wechseln immer wieder zwischen Ruhr und Obergraben….am 31.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Reiherente
Reihererpel im Prachtkleid….am 31.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Graureiher
Graureiher im Himmelmann Park….am 31.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Wacholderdrossel
Wacholderdrossel mit Futter für den Nachwuchs im Hindenburg Hain….am 01,06.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Wacholderdrossel
Wacholderdrossel mit Jungvogel (im Hintergrund) ….am 31.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Dompfaff
Dompfaff an der Hönnemündung….am 31.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Prachtlibelle
Entlang der Ruhr fliegen die ersten Gebänderten Prachtlibellen (hier das Männchen)….am 31.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Gebänderte Prachtlibelle
Ein Stückchen weiter sitzt ein Weibchen….am 31.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Maikäfer
„Maikäfer flieg….“….….am 31.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Hornisse
Erfreulich viele Hornissen sind mir diese zwei Tage begegnet….am 31.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Fröndenberg
Blick über das Neuntöterrevier nahe der Hönnemündung auf die typische Silhouette Fröndenbergs….am 31.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)

Bönen: Rotmilan, Nachtigall, Schwarzkehlchen, Sumpfrohrsänger, Dorngrasmücke, Grauschnäpper etc. am 31.05.21 (C. Rethschulte)

In Bönen, nördlich des Industriegebietes (Grenzweg/ Am Eckey) zeigten sich u.a. ein Rotmilan-Paar (später ein dritter, wobei es sich auch um einen der beiden vorher beobachteten Partner handeln könnte), ein von einer Rabenkrähe gemobbter Mäusebussard, eine Nachtigall, eine Singdrossel, ein Sumpfrohrsänger, eine Goldammer, mehrere Dorngrasmücken (z. T. fütternd), eine Mönchsgrasmücke, eine Amsel und ein Schwarzkehlchen; auf dem Altenbögger Friedhof am Abend u.a. eine diesjährige Rabenkrähe; im Garten weiterhin das Grauschnäpper-Paar, ein Kleiber, zwei Türkentauben, ein überfliegender Graureiher, eine Mönchsgrasmücke, eine Singdrossel, ein Kl. Heufalter, ein Grünader-Weißling, ein Plattbauch-Paar und ein Laufkäfer an der Hauswand – vermutlich ein Schluchtwald-Laufkäfer (Dank an Gregor Zosel).

Rotmilan nördlich des Bönener Industriegebietes (Am Eckey) am 31.05.21 (Foto: C. Rethschulte).
Futtertragende Dorngrasmücke nördlich des Bönener Industriegebietes (Am Eckey) am 31.05.21 (Foto: C. Rethschulte).
Dorngrasmücke – in anderem Licht gesehen – nördlich des Bönener Industriegebietes (Am Eckey) am 31.05.21 (Foto: C. Rethschulte).
Futtertragendes Amselmännchen nördlich des Bönener Industriegebietes (Am Eckey) am 31.05.21 (Foto: C. Rethschulte).
Mäusebussard und Rabenkrähe nördlich des Bönener Industriegebietes (Am Eckey) am 31.05.21 (Foto: C. Rethschulte).
Schwarzkehlchen (m) nördlich des Bönener Industriegebietes (Am Eckey) am 31.05.21 (Foto: C. Rethschulte).
Diesjährige Rabenkrähe in Altenbögge am 31.05.21 (Foto: C. Rethschulte).
Kl. Heufalter im Garten am 31.05.21 (Foto: C. Rethschulte).
Grünader-Weißling im Garten am 31.05.21 (Foto: C. Rethschulte).
Vierfleck-Libelle und Plattbauch im Garten am 31.05.21 (Foto: C. Rethschulte, Dank an H. Knüwer für die Bestimmungshilfe).
Plattbauch (m) im Garten am 31.05.21 (Foto: C. Rethschulte).
Laufkäfer an der Hauswand am 31.05.21 (Foto: C. Rethschulte).

Fröndenberg: Wespenbussard, Sommergoldhähnchen, Wintergoldhähnchen, 31.05.2021 (B.Glüer)

Über dem Buschholt (Frdbg.-Frömern) ein kreisender Wespenbussard (w), der dann nach Osten entschwand. Ebenda in einem Fichtenbestand Gesang eines Sommergoldhähnchens. Im südlichen Bausenhagener Schelk Gesang eines Wintergoldhähnchens und eines Sommergoldhähnchens (Mitbeobachter hier – Hermann Knüwer).

Weiblicher Wespenbussard über dem Buschholt zwischen Frdbg.-Hohenheide und Frömern kreisend, 31.05.2021 (Foto: Bernhard Glüer)

Lünen: Pirol, 30.05.2021 (Volker Heimel)

Wenn sich herausstellen sollte, dass der am 30.05.21 im Schlosspark Schwansbell in Lünen singende Pirol dort ein echtes Revier aufbaut und bleibt (neben dem  Gesang gab er auch Warnlaute von sich), gäbe es wieder einen echten Bruthinweis der Art im Kreis. Sonagramme anbei.

Pirol
Sonagramm Pirol, Lünen, 30.05.2021 Volker Heimel
Pirol
Sonagramm Pirol, Lünen, 30.05.2021 Volker Heimel

Iserlohn/Fröndenberg: Weißstorch-Brut, 30.05.2021 (Martin Michaelis)

Seit April habe ich in den Altendorfer Ruhrwiesen ein Storchenpaar beobachtet, welches zwischen Drüpplingsen und Altendorf pendelt.

Der Morgen des 30.05.2021 hat dann all meine Erwartungen übertroffen. Eigentlich wollte ich ja Belegfotos der Störche in Altendorf machen, aber dann….

Sie sitzen! Auf der anderen Seite der Ruhr im Märkischen Kreis hinter dem Campingplatz Abbabach. Das ist die dritte aktive Weißstorch-Brut im Ruhrtal in unserem Raum neben der Kiebitzwiese und der Röllingwiese in Schwerte. Leider ist die vierte Brut bei Wickede sturmbedingt ja gescheitert.

Weißstorch
Weißstorch-Brut im Ruhrtal bei Iserlohn-Drüpplingsen südlich von Fröndenberg-Dellwig und Altendorf, 30.05.2021, Foto: Martin Michaelis
Weißstorch
Weißstorch-Brut im Ruhrtal bei Iserlohn-Drüpplingsen südlich von Fröndenberg-Dellwig und Altendorf, 30.05.2021, Foto: Martin Michaelis

Lünen: Weißstorch am 31.05.2021 (A. Pflaume)

Seit dem Jahr 2019 brütet in Lünen Alstedde ein Paar Weißstörche. In diesem Jahr achteten wir erstmalig darauf, ob die Vögel beringt sind: Ein Vogel ist beringt, der andere nicht. Allerdings wissen wir nicht, ob es das Männchen oder Weibchen ist. Auf einem Foto ließ sich die Ringnummer ablesen: 5T 778. Falko Prünte meldete das an die Vogelwarte Helgoland. Heute kam die Antwort: Der Vogel wurde am 21.06.2016 als nicht voll flugfähiger Jungvogel in Datteln beringt. Er stammt also aus der unmittelbaren Umgebung.

Bönen: Weißstorch, Kuckuck, Mäusebussard, Rohrammer, Grauschnäpper etc. am 27. + 30.05.21 (C. Rethschulte)

Rohrammer (m) im Bereich des HRB Seseke am 30.05.21 (Foto: C. Rethschulte). Dort auch ein ausdauernd rufender Kuckuck (vgl. die heutige Meldung von H. Peitsch).
Dorngrasmücke am HRB Seseke (30.05.21, Foto: C. Rethschulte).
Weißstorch hoch über dem NSG Lettenbruch am 30.05.21 (Foto: C. Rethschulte).
Dort auch immer wieder ein Mäusebussard (27.05.21, Foto: C. Rethschulte).
Aufmerksamer Grauschnäpper im Garten, den Blick auf den Nistkasten gerichtet (27.05.21, Foto: C. Rethschulte).
Amsel-Männchen im Garten (30.05.21, Foto: C. Rethschulte) – ein ausdauernder Sänger (März bis August) mit einem gewaltigen Repertoire und einem unerschöpflichem Motivreichtum, wie der Komponist und Dirigent Heinz Tiessen in seinem kleinen Buch ‚Musik der Natur‘ (Zürich 1989) herausstellt. Der Amselgesang – im Vergleich zur Nachtigall häufig unterschätzt – sei „die musikalische Höchstleistung der Natur außerhalb des Menschenwerks“, so Tiessen (zitiert nach Arnulf Conradi, Zen und die Kunst der Vogelbeobachtung, München 2019, S. 175).
Plattbauch-Libelle (w) im Garten am 30.05.21 (Foto: C. Rethschulte).
Weinbergschnecke auf der Terrasse am 27.05.21 (Foto: C. Rethschulte).
Goldglänzender Rosenkäfer (Cetonia aurata) auf einer Margeritenblüte am 30.05.21 (Foto: C. Rethschulte, Dank an Gregor Zosel für die Bestimmungshilfe).
Blühende Apothekerrose am Gartenschuppen (30.05.21, Foto: C. Rethschulte).

Fröndenberg: Neuntöter & Co. in den Altendorfer Ruhrwiesen am 30.5.2021 (T. Prünte)

Während eines Aufenthalt am Abend in den Ruhrwiesen Altendorf konnte ich ein Neuntöter Pärchen beobachten. Auf einer in diesem Neuntöterrevier frisch gemähten Wiese suchten zwei Wacholderdrosseln nach Nahrung. Ruhraufwärts überfliegend vier Weißstörche. Einer mit geringer Distanz voran, dann zwei Tiere, dann ein Tier in geringer Distanz folgend. Die von Martin Michaelis gemeldeten Weißstörche?

Nicht unerwähnt: Als erster auf dem Kamerachip landete ein Rotfuchs, der aus einem Rapsfeld hervortrat:

Bönen: Neuntöter, Baumfalke u.a. am 30.05.2021 (H. Peitsch)

Im HRB der Seseke scheint die Brut der Höckerschwäne negativ verlaufen zu sein, heute war kein Schwan mehr zu sehen. Ein plötzlich einfliegender Baumfalke mischte die Schwalben und Mauersegler auf, schlug aber wohl nur Großinsekten. Der Kuckuck rief ununterbrochen und überquerte zweimal das Becken.

Am Holzplatz zeigte sich heute ein Neuntöter.

Im RRB-Bramey war auf der Wasserfläche bis auf eine Nilgansfamilie nichts zu sehen, aber in den Gehölzen an der Seseke in dem Gebiet reichlich Gesang von Sumpfrohrsängern, Fitissen und Grasmücken.

Baumfalke
Baumfalke über dem HRB, 30.05.21 Foto: Hartmut Peitsch
Neuntöter am Holzplatz, 30.05.21 Foto: Hartmut Peitsch
Neuntöter am Holzplatz, 30.05.21 Foto: Hartmut Peitsch
Kuckuck am 30.05.21 Foto: Hartmut Peitsch
Kuckuck am 30.05.21 Foto: Hartmut Peitsch
Nilgans-Familie im RRB-Bramey, 30.05.21 Foto: Hartmut Peitsch
Nilgans-Familie im RRB-Bramey, 30.05.21 Foto: Hartmut Peitsch
Fitis, 30.05.21 Foto: Hartmut Peitsch
Fitis, 30.05.21 Foto: Hartmut Peitsch
Dorngrasmücke singend, 30.05.21 Foto: Hartmut Peitsch
Dorngrasmücke singend, 30.05.21 Foto: Hartmut Peitsch

Menden: Insektenexkursion mit Feldsandlaufkäfer, Schwalbenschwanz, Waldlaubsänger, Teichrohrsänger, Hohltaube, Kolkrabe und Habicht am 30.05.2021 (Gregor Zosel)

Heute habe ich meine erste „Insektenexkursion“ in diesem Jahr gemacht. Startpunkt waren bei frischen Morgentemperaturen um die 6°C die ehemaligen Schlammteiche am Wälkesberg. Durch das Waldgebiet am Wälkesberg ging es dann in Richtung Waldgebiet Saurenkamp, welches ich teilweise ablief. Vorbei am Mendener Modellflugplatz ging es dann über den Wälkesberg zurück zum Ausgangspunkt. Aus dem Schilf am großen Schlammteich direkt an der Straße sangen 2 Teichrohrsänger. Aus dem Wald am Wälkesberg hier 1 rufender Habicht, 1 Kernbeißer sowie 1 Waldlaubsänger nennenswert. Im Waldgebiet Saurenkamp 1 Kolkrabe und 1 Hohltaube. Auf meinen Weg durch teilweise urwüchsigen Wald heute weder Kleinspecht, Mittelspecht noch irgendein Schnäpper. Bei den Insekten 1 Schwalbenschwanz und 1 Feldsandlaufkäfer als Highlights. Außerdem nur 1 Waldbrettspiel, aber viele Pantherspanner und Zitronenfalter. Auf einem trockenen Abschnitt des Südhangs des Wälkesberg entdeckte ich ein Exemplar der Plattbauchspinnenart (trachyzelotes pedestris).

Schwalbenschwanz
Schwalbenschwanz am Wegesrand….am 30.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Feldsandlaufkäfer
Nur dieses eine Bild konnte ich von einem über den Weg laufenden Feldsandlaufkäfer machen….am 30.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Eigentlich nachtaktiv ist die Plattbauchspinnenart (trachyzelotes pedestris). Einen offiziellen deutschen Namen gibt es leider nicht. Diese Art ist ein Bewohner der trockenen Habitate wie. Z.B. Magerasen, Weinberge oder Steinbrüche.….am 30.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)
Hermelin
Im Waldgebiet Sutenkamp hat dieses Hermelin Beute gemacht….am 30.05.2021 (Foto: Gregor Zosel)