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Unna / Fröndenberg: Kuckuck, Wachtel, Rohrweihe und Mehlschwalbe am 23./24.06.2022 (H. Knüwer)

Wie am Vortag rief heute erneut eine Wachtel aus einem Weizenfeld am Rande der Hemmerder Wiesen. Gestern dort noch immer ein rufender Kuckuck. Kuckucksrufe waren heute gegen Mittag ebenso im Nahbereich der Ruhr am NSG Kiebitzwiese zu hören (s. dazu auch die Meldung von G. Zosel). Über dem dortigen Beobachtungsgewässser flogen bei Regen ca. 30 Mehlschwalben niedrig über das Wasser. Außerdem hielt sich über und in der Sichlerbucht längere Zeit eine jagende Rohrweihe (mj. W.) auf. Nach einer kurzen Rast auf einer Hecke entschwand sie in westlicher Richtung.

Rohrweihe (W.) in der Kiebitzwiese am 24.06.2022
Rohrweihe (Weibchen) jagend in der Kiebitzwiese am 24.06.2022. (Foto: H. Knüwer)
Rohrweihe (W.) in der Kiebitzwiese am 24.06.2022
Individuen beider Geschlechter können enorme Gefiedervariationen aufweisen. Das heute gesehene Weibchen hat sehr große Unterarmflecken. Diese und auch die Kopfoberseite sind sehr hell und erscheinen hier fast schneeweiß. Andere Vögel weisen öfter eine dunklere und gelbbraune Färbung auf. Die erste und zweite Handschwinge ist bereits vermausert, die dritte noch nicht vollständig erneuert. (Foto: H. Knüwer)
rastende Rohrweihe in der Kiebitzwiese am 24.06.2022
Rohrweihe schüttelt Regen aus dem Gefieder, … (Foto: H. Knüwer)
Rohrweihe verrichtet ihr "Geschäft" in der Luft
… um dann noch eine Runde zu drehen, bevor sie das Gebiet verlässt. Auch Rohrweihen müssen mal „müssen“ dürfen. (Foto: H. Knüwer)

Fröndenberg: Wasserralle, Kiebitze, Kuckuck, Teichrohrsänger, Uferschwalben, Mehlschwalbenkolonie, Gebirgsstelze und 21. Neuntötgerrevier am 23.06.2022 (Gregor Zosel)

Heute am Vormittag ab Sonnenaufgang bei meinem Besuch der Kiebitzwiese konnte ich vom Münzenfund bis zur Rammbachmündung u.a. folgendes notieren: 1 Wasserralle am Flößergraben quiekend, 5 Weißstörche (2 ad. + 3 nicht flügge Jungvögel), 31 Reiherenten, 18 Blässrallen (davon 11 dj. verschiedenen Alters in 3 Familien), 2 Zwergtaucher, 1 Haubentaucher, 2 Höckerschwäne, 4 Kormorane + 8 Ex. überfliegend, 4 Graureiher, 1 Kuckuck (wechselt zwischen Kiebitzwiese, Hammer Wasserwerk und Mendener Ententeich), 1 Teichrohrsänger singt am Flößergraben (wohl ohne Partner), 1 zaghaft singender Sumpfrohrsänger, 4 Neuntöter (2M+1W+1 flügger Jungvogel, der gefüttert wurde), 2 singende Rohrammern (Flößergraben und Aussichtshügel), 3 Distelfinken (2+1), ca. 20 Uferschwalben+ ca. 20 Mehlschwalben+ ca.10 Mauersegler jagend sowie 1 Schwarzmilan.

Im/am angrenzenden Hammerwerk u.a.: 17 rastende Kiebitze, 11 Rostgänse, 98 Nilgänse, 57 Kanadagänse (davon 11 Jungvögel verschiedenen Alters), 64 Graugänse, 7 Reiherenten, 2 Graureiher, 1 Lachmöwe, 2 Neuntöter (M+W mit Futter für den Nachwuchs im Nest), 1 Gebirgsstelze, ca. 50 Bachstelzen, 2 Hausrotschwänze (M), 2 Distelfinken, ca. 200 Uferschwalben ( geschätzte 30-50 Brutpaare, da viele Jungvögel schon flügge sind. Daher keine genaue Zahl mehr möglich), ca. 100 Mehlschwalben an bisher mind. 44 (!!) angeflogenen Nestern sowie noch 2 singende Sumpfrohrsänger.

An der Kleinen Wand südlich des Hemmerder Schelks das 21te besetzte Neuntöterrevier Fröndenbergs. Hier ein Männchen in der Hecke an einem abgestorbenen ehemaligen Fichtenwäldchen. Gleichzeitig kann ich das Neuntöterevier am Passionsweg in der ehemaligen Mergelkuhle bestätigen, sodass es sich wirklich um 2 Reviere in naher Nachbarschaft handelt. Hier im Gebiet außerdem 2 singende Goldammern, 1 singende Feldlerche sowie 2 Rotmilane.

Weißstorch
Erstes Flugtraining bei den Weißstörchen auf der Kiebitzwiese. Bald werden die Jungstörche wohl das Nest verlassen……..am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Graureiher
Graureiher und Kormoran genießen die ersten Sonnenstrahlen am Münzenfund……..am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Blässralle
Da weiß man gar nicht, ob das Foto richtig herum ist! Blässralle mit Nachwuchs spiegeln sich in der Morgensonne in der Ruhr……..am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Zwergtaucher
Zwergtaucher auf der Ruhr am zukünftigen Einlauf zur neuen Fischtreppe……..am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Rohrammer
Rohrammer am Flößergraben……..am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Neuntöter
Neuntöter auf der Kiebitzwiese……..am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Neuntöter
Neuntöterpaar mit Futter am Brutplatz im Wasserwerk……..am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Uferschwalbe
Uferschwalbenkolonie im Wasserwerk mit vielen flüggen Jungvögeln………am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Mehlschwalben
Ob diese Mehlschwalben Baumaterial für den neuen Nestbau oder nur zum Ausbessern ihres Nestes holen, kann ich nicht sagen. Zumindest ist ein Teil der Nestern an all den Wirtschaftsgebäuden im Wasserwerk nicht fertiggestellt………am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Mehlschwalben
Bei einem Großteil der Mehlschwalben sind die Jungen aber schon recht groß und wagen einen Blick in die Umgebung……..am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Bachstelze
Auch bei den Bachstelzen im Wasserwerk hat es dieses Jahr wieder reichlich Nachwuchs gegeben……..am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Kiebitz
Kiebitz am Rande eines Filterbeckens……..am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Liebitz
Lachmöwe mit Kiebitze. Bei vielen Kiebitzen ist die Brutsaison schon beendet. Sie sammeln sich schon in geeigneten Gebieten, wie hier auf den Wiesen des Wasserwerks……..am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Kormoran
Kormoran am Filterbecken……..am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Rotmilan
Rotmilan über der Kleinen Wand südlich des Hemmerder Schelks……..am 23.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)

Unna-Hemmerde/Steinen: Rohrweihen, Neuntöter, Sumpfrohrsänger, Gelbspötter u.a. am 23.06.2022 (Hartmut Brecher)

Heute Abend konnte ich bei noch tropischen Temperaturen in den Hemmerder Wiesen folgende Vogelarten beobachten bzw. hören: 1 Rohrweihe (W), 2 Neuntöter (M)(W), 2 Gelbspötter, 1 Sumpfrohrsänger, jeweils mindestens 3 Dorn – und Mönchsgrasmücken, 2 Gartengrasmücken, 4 Zilpzalp, 2 Goldammern, 2 Bluthänflinge (M)(W), 2 Grünfinken, 1 Grünspecht, unzählbare Stare, 3 Stieglitze, 1 warnender Zaunkönig, 1 Turmfalke, 1 Graureiher, 3 Elstern, an der Amecke mehrere rufende Teichhühner sowie eine Fasanenhenne mit mindestens 6 Pulis. In Richtung Steinen eine jagende Rohrweihe (M), 2 Wiesenschafstelzen, 2 Dorngrasmücken und 2 Grünfinken.

Hechelnder Neuntöter (M) in den Hemmerder Wiesen am 23.06.2022 (Foto: Hartmut Brecher)
Das Neuntöterweibchen scheint mit den Temperaturen besser fertig zu werden
Bluthänfling (M) am 23.06.2022 in den Hemmerder Wiesen (Foto: Hartmut Brecher)
Auszug aus einem Starenschwarm am 23.06.2022 in den Hemmerder Wiesen (Foto: Hartmut Brecher)

Schwerte: Baumfalke, Wasserralle, Waldwasserläufer, Krickente, Schwarzmilan u.a. am 22.06.2022 (K.&A.Matull)

In den Schwerter Röllingwiesen konnten wir neben den üblichen Wasservögeln eine männliche Krickente beobachten.

Vom Schilfrand eine ausdauernd rufende Wasserralle mit kurzem Sichtkontakt. (Vertreibt Teichralle)

Die 3 diesjährigen Weißstörche dürften innerhalb der nächsten 2 Wochen flügge werden. „Trockenflugübungen“ werden bereits intensiv betrieben.

Darüber hinaus sind hier auch noch ein jagender Baumfalke, 10 Waldwasserläufer, ein kurzfristig kreisender Schwarzmilan, 2 männliche Neuntöter, mindestens eine singende Rohrammer und ein singender Teichrohrsänger erwähnenswert.

In den gemähten Nebenfeldern neben ungezählten Rotmilanen, Mäusebussarden und Turmfalken 6 weitere Weißstörche.

Besonders beeindruckend sind immer wieder die Jagdflüge der Baumfalken auf Libellen. Hier ist die Beute fest im Visier. 22.06.2022 (Foto: Klaus Matull)
Pfeilschnell erfolgt der Zugriff im Flug. 22.06.2022 (Foto: Klaus Matull)
Zwar wurde die Beute hier einmal verpasst, aber er erbeutete reihenweise Libellen. 22.06.2022 (Foto: Klaus Matull)

Fröndenberg/Wickede: Wachtel, Rohrweihe, Neuntöter, Steinkauz und Gelbspötter am 22.07.2022 (Marvin Lebéus & Hannah Stahl)

Nachtrag: Am Sonntag den 19.06.2022 konnte meine Lebensgefährtin gegen 23:00 mehrmals eine rufende Wachtel in unserem Wohngebiet in Wickede hören. Sehr wahrscheinlich handelt es sich hierbei um ein umherfliegendes Tier, geeignete Flächen sind hier nicht in Hörweite.

Am heutigen Abend in Stentrop, sehr früh gegen 17:50 mehrmals ein rufender Steinkauz. Südlich des Hemmerder Schelks eine jagende weibchenfarbene Rohrweihe. Östlich von Bentrop noch ein Neuntöter und zwei Feldsperlinge erwähnenswert. In der Nähe der großen Wand bei Bausenhagen stolpere ich erneut über einen Gelbspötter mit „irrem Gesang“.

Gelbspötter bei Bausenhagen, mit toller akustischer Darbietung. Immer wieder verblüffend was man von dieser Art so alles zu hören bekommt; am 22.06.2022 Tonaufnahme: Marvin Lebéus

Unna/Fröndenberg: Waldohreulen, 21./22.06.2022 (A. Happe, F. Prünte)

Die Kontrolle des Vogelschutzgebietes Hellwegbörde zwischen Unna-Hemmerde und Fröndenberg-Strickherdicke in der Nacht vom 21. auf den 22.06.2022 auf Wachtelkönige und Wachteln verlief leider ergebnislos. Auch die bereits in den letzten Wochen festgestellten Rufer konnten nicht mehr bestätigt werden.

Die kürzeste Nacht des Jahres blieb auch darüber hinaus sehr still: lediglich einige Sumpfrohrsänger sowie mindestens zwei junge Waldohreulen an der Bahnlinie bei Unna-Lünern und eine Waldohreule im Bereich der alten Ziegelei in Fröndenberg (Mitbeobachter dort Harald Maas) riefen. Dafür leuchteten einige Glühwürmchen im Hemmerder Ostfeld und an der B1 nördlich Hemmerde die Ackerränder aus.

Fröndenberg/Unna: Rohrweihe und Baumpiepernachwuchs am 22.06.2022 (Gregor Zosel)

Heute am Abend eine Rohrweihe aus Richtung Schlückingen kommend, in Richtung Kleine Wand fliegend. Hier später über der Feldflur gaukelnd. Am Vormittag im Hemmerder Schelk 1 Baumpieper mit Futter zu einem flüggen Jungvogel in einer kahlen Baumkrone fliegend, wo er die Beute übergab. Dieser flog mit Nahrung in eine dichte Eiche. Leider kein Belegfoto.

Rohrweihe
Rohrweihe fliegt zur Kleinen Wand…..am 22.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)

Unna: Großer Schillerfalter am 21.06.2022 (Gregor Zosel)

Heute bei meinem Nachmittagspaziergang durchs Hemmerder Schelk hatte ich ein Erlebnis, welches ich so schnell nicht vergessen werde. Direkt vor mit landete ein Großer Schillerfalter. Zunächst von weit weg mit 400 mm Tele dokumentiert. Dann aber wagte ich mich immer ein Stückchen näher. Schließlich ließ mich der Falter so nah heran, dass ich sogar mit dem Makro Aufnahmen machen konnte.

Schillerfalter
Großer Schillerfalter (Männchen) in seinen schönsten Farben direkt auf meinem Weg……am 21.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Schillerfalter
Derselbe Falter aus einer anderen Perspektive. Je nach Betrachtungswinkel und Sonneneinstrahlung verschwinden die blauen Farben und der Schillerfalter erscheint eher schlicht…….am 21.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Schillerfalter
Auf diesem Bild kann man an den linken und rechten Flügeln gut das Farbspiel erkennen. Die sogenannten „Schillerschuppen“ leuchten durch die Sonne blau……am 21.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Schillerfalter
Knappe 10 cm trennen uns nur. Auge in Auge mit einem der schönsten Schmetterlinge! Der Tierfotograf und Schriftsteller Bengt Berg hätte sicher ein neues Buch geschreiben:“Mein Freund, der Schillerfalter..“……….am 21.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)

Unna: Waldohreulen, 21.06.2022 (Ursula Beckmann)

Unna-Königsborn: Am 21.Juni 2022 mehrmals am Tage ein Junges einer Waldohreule, gegen 17.30 Uhr auch ein Alttier gesichtet. Das Jungtier erfreut uns mit seinen Rufen (klingt wie eine quietschende Schaukel) seit ein paar Tagen.

Waldohreule
Waldohreulen-Ästling, Unna-Königsborn, 21.06.2022 Belegfoto: Ursula Beckmann
Waldohreule
Waldohreule, Unna-Königsborn, 21.06.2022 Belegfoto: Ursula Beckmann

Unna-Hemmerde: Weißstorch, Graureiher am 21.06.22 ( Alfred Haberschuss)

Heute morgen waren auf einer Wiese an der Trotzburgstraße ein Weißstorch und ein Graureiher gemeinsame bei der Futtersuche. Wie ich beobachten konnte, war die Futtersuche hier auch sehr erfolgreich.

Weißstorch bei der Futtersuche Nähe der Trotzburgstraße Foto: Alfred Haberschuss
Graureiher auf einer Wiese in der Nähe der Trotzburgstraße am 21.06.22 Foto: Alfred Haberschuss

Fröndenberg/Unna: Erfassungsprojekt der Insekten, Spinnen und Kleinlebewesen im Hemmerder Schelk am 20.06.2020 (Fabian und Gregor Zosel)

Es sind nur wenige Waldgebiete im Kreis Unna, in denen der Vogelbestand über Jahrzehnte gut erforscht und dokumentiert wurde. Eines dieser Waldgebiete von Unna ist das Hemmerder Schelk an der Nordostgrenze Fröndenbergs, welches über Jahrzehnte von Bernhard Glüer „betreut“ wird. Wie es aber mit der Insektenwelt in unseren Wäldern des Kreises aussieht, ist nicht erfasst. Inspiriert durch die letzten Exkursionen in die Wälder in der „Nachbarschaft“ des Kreises Unna, wo man sich von den schönen Beobachtungen der Insekten am Wegesrand erfreuen konnte, habe ich beschlossen, einmal ein größeres Waldstück gezielt nach den „kleinen“ Lebewesen zu schauen. Meist bleiben diese unerkannt, wo sie doch gerade für unsere heimische Vogelwelt lebensnotwendig sind. Wir als Ornithologen sollten doch mal genauer hinschauen, wie es mit der Lebensgrundlage unserer gefiederten Freunde aussieht. Somit habe ich letzten Donnerstag beschlossen, mit der Erfassung der Insekten, Spinnen und sonstigen Kleinlebewesen im Waldgebiet des Hemmerder Schelks zu beginnen. Mein geplantes Projekt ist über genau 1 Jahr geplant, um alle Jahreszeiten mit deren Flug-und Aktivitätszeiträume der Insekten und Co. abzudecken. Dabei geht es mir nicht um die Anzahl der jeweiligen Tierart; vielmehr möchte ich einen Überblick über das breite Artenspektrum bekommen. Wie ich genau, diese Insektengruppen unterteile und dokumentiere, weiß ich noch nicht genau. Wahrscheinlich werde ich mich aber an der Dokumentation meiner jahrelangen Insektenerforschung der Kiebitzwiese und des Hammer Wasserwerkes orientieren. Schon die ersten 4 Tage im Schelk zeigten, wie umfangreich beim genaueren Hinschauen unsere Insektenwelt doch ist. Trotz Artenrückgang und Individuenabnahme habe ich einige unerwartete Beobachtungen an diesem Wochenende schon machen können. So konnte ich schon über 100 Insektenarten für das Untersuchungsgelände bestimmen. Oft ist eine Bestimmung für mich als Laie nicht einfach. So sitze ich an eine einzige Art manchmal einige Stunden, wo ich Fachliteratur wälze, im Internet recherchiere oder im Notfall die einzelnen Gruppen im sozialen Netzwerk um Bestimmungshilfe bitten muss. Manche Art kommt schließlich doch in den Ordner „unbestimmt“. Unterstützt bei den Begehungen des „Projektwaldes“ sowie bei den Bestimmungen werde ich von meinem Sohn Fabian. In Zukunft werde ich ab und zu von diesem Projekt auf der OAG-Seite berichten und mit Fotos den Lesern über den Stand der Arbeit sowie von der „Artenvielfalt“ informieren. Im Anschluss ein paar Eindrücke der ersten vier Tage!

Karte
Inmitten meiner roten Markierung liegt das Untersuchungsgebiet des Projekts: das Hemmerder Schelk……am 20.06.2020
Schillerfalter
Ganze 4 Tage hat es gedauert, bis ich endlich diese Belegfotos vom Großen Schillerfalters “ (Apatura iris) im Kasten“ hatte. Meist konnte ich ihn nur oben in den Baumwipfeln kurz fliegen sehen. Diese Art war bis jetzt der Höhepunkt der Beobachtungen….am 19.06.2020 (Foto: Gregor Zosel)
Braunwurznönch
Farbenprächtig und zugleich abschreckend für Fressfeine ist die Raupe vom Braunwurz-Mönch (Shargacucullia scrophulariae) ….am 16.06.2020 (Foto: Gregor Zosel)
Halsbock
Er ist bis jetzt sicher die seltenste Käferart, die mir in den letzten 4 Tagen „über dem Weg“ lief: der Haarschildige Halsbock (Stictoleptura scutellata)….am 18.06.2020 (Foto: Gregor Zosel)
Zangenbock
Aber auch der Schwarzfleckige Zangenbock (Rhagium mordax) war mir bisher“ nicht untergekommen“….am 16.06.2020 (Foto: Gregor Zosel)
Schornsteinwespe und Goldwespe
Nicht schlecht staunte ich, als ich auf einer Kahlschlagfläche in einem Wurzelteller etwa 10 kunstvolle Röhren der Gemeine Schornsteinwespe (Odynerus spinipes) entdeckte. Inmitten eines Waldes hatte ich bisher diese Art noch nicht beobachten können. Während links noch fleißig an der Röhre im Eingangsbereich zur Brutkammer „gemauert“ wird, trägt auf dem oberen Bild eine Schornsteinwespe Nahrung für die Larven in die Brutkammer mit einem Ei. Bei der Nahrung für den Nachwuchs handelt es sich ausschließlich um Larven von Rüsselkäfern. Wo die Schornsteinwespe ihre Brutkammern anlegt, ist auch die Bunte Goldwespe (Chrysis viridula) oft zu finden (Bild unten). Sie lebt parasitisch von der Schornsteinwespe. Dabei gräbt sie die Brutkammern frei und legt ihr Ei an die Larve ihres Wirtes. Der dient nun wiederum als Nahrung für die Larve der Goldwespe….am 18.06.2020 (Foto: Gregor Zosel)
Feldsandlaufkäfer
Wo durch Kahlschläge der Waldboden ausgetrocknet und dadurch ein Trockenbiotop entstanden ist, fand ich den Feld-Sandlaufkäfer (Cicindela campestris….am 16.06.2020 (Foto: Gregor Zosel)
Raubfliege
Die Gelbe Raubfliege oder Gelbe Mordfliege (Laphria flava) jagt von einem Ansitz aus. Dabei kann sie wie hier mit ihrem kräftigen Rüssel sogar den Panzer von Weichkäfern durchbohren und das Opfer aussaugen…am 19.06.2020 (Foto: Gregor Zosel)
Strauchdieb
Eine andere Raubfliegenart hat, wie viele Insekten auch, einen ungewöhnlichen oft lustigen Namen. Hier handelt es sich um einen Gemeinen Strauchdieb (Neoitamus cyanurus)…am 16.06.2020 (Foto: Gregor Zosel)
Eichelbohrer
Neben lustigen Namen ist es aber auch oft das Aussehen, das einem zum Schmunzeln bringt. Hier der Pinocchio in der Insektenwelt: ein Eichelbohrer oder Gewöhnliche Eichelbohrer (Curculio glandium)…..am 16.06.2020 (Foto: Gregor Zosel)
Langhornmotte
Rekordverdächtig sind die Fühler dieser Gebänderten Langhornmotte (Nemophora degeerella) im Vergleich zu ihrem Körper…..am 16.06.2020 (Foto: Gregor Zosel)
Glasflügelwanze
Die Hellbraune Glasflügelwanze (Rhopalus subrufus) gehört sicherlich zu den farbenprächtigsten Wanzen, die ich bisher entdeckte…..am 19.06.2020 (Foto: Gregor Zosel)
bohrfliege
Einige Arten fallen schon von weitem auf. Nach ihnen braucht man nicht großartig suchen, wenn sie im Gebiet vorkommen, wie diese Distel-Bohrfliege (Xyphosia miliaria ….am 18.06.2020 (Foto: Gregor Zosel))
Plattbauch
Bei einigen Arten braucht es keine aufwendige Zeit zur Bestimmung. wie bei diesem Plattbauchmännchen (Libellula depressa). Sie erkennt man oft schon sofort…..am 16.06.2020 (Foto: Gregor Zosel)

Fröndenberg: Wespenbussard und Baumpieper am 19.06.2022 (Gregor Zosel)

Heute konnte ich bei meinem Besuch des Hemmerder Schelks u.a. folgendes beobachten: 1 Wespenbussard, 2 Rotmilane, 1 singender Baumpieper, mehrere Buntspechte sowie 3 Kernbeißer im angrenzenden Rapsfeld. Außerdem standen einzelne Goldammern, Distelfinken, Grünfinken und Fitisse auf meiner Beobachtungsliste. Neben dem Wespenbussard war sicherlich der Große Schillerfalter heute das Highlight. Zu den Insektenbeobachtungen später mehr!

Wespenbussard
Wespenbussard im Hemmerder Schelk….am 19.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Wespenbussard
Leider habe ich den direkten Abflug verpasst. Nur noch eine Aufnahme vom abziehenden Wespenbussard….am 19.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Rotmilan
Pech hatte ich auch, als ich zu spät einen aus einer Pfütze trinkenden Rotmilan erspähte. Denn als ich die Kamera bereit hatte, um diese seltene Beobachtung im Bild festzuhalten, flog er schon davon….am 19.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Goldammer
So wie diese Goldammer, halten sich im Moment einige Kernbeißer, Grünfinken und Buchfinken in diesem Rapsfeld auf, um von den noch unreifen Schoten zu naschen….am 19.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Buntspecht
Buntspecht auf der Überlandleitung am Hemmerder Schelk….am 19.06.2022 (Foto: Gregor Zosel)

Schwerte / Fröndenberg: Mauersegler-Ersatzbrutplätze gut belegt, Grauschnäpper mit Hang zum „Shabby-Look“, 18.06.2022 (B.Glüer)

Bei einer Kontrolle einer Nisthilfeanlage für Mauersegler in Schwerte (Schützenstraße gegenüber Hermannstraße) konnte heute ein Großteil der Nisthöhlen als beflogen registriert werden. 52 Bruthöhlen sind vor Jahren als Auflage der Unteren Naturschutzbehörde bei einer Gebäudesanierung angebracht worden, nachdem die Bauarbeiten zu einer Zerstörung von vielen Mauerseglerhöhlen im Dachbereich geführt hatten. Diese Ausgleichsmaßnahme kann heute als erfolgreich eingestuft werden. 8 Höhlen wurden während einer Beobachtungsphase immer wieder angeflogen, was jeweils auf sichere Bruten schließen lässt. Aber auch noch weitere Höhlen wurden immer wieder angeflogen, bzw. wiesen am Einflugloch „Gebrauchsspuren“ auf. Der Erfolg dieser Maßnahme bei gleichzeitig weiter rückläufigem Bruthöhlenangebot an Gebäuden infolge von vielerorts durchgeführten Sanierungen älterer Bauten zeigt, wie wichtig und zielführend künstliche Nisthöhlen für den Schutz und Erhalt der Mauersegler sind.

Im eigenen Garten (Frdbg.-Hohenheide) hält weiterhin ein Grauschnäpperpaar ein Revier und füttert inzwischen Nachwuchs in einer „Nistkastenruine“. Interessanterweise war vor 7 Jahren die letzte Grauschnäpperbrut innerhalb unseres Gartens in eben derselben „Ruine“ eines ursprünglichen Baumläuferkastens, der – bedingt durch das Wachstum des Baumes, an dem er befestigt war – in zwei Hälften geplatzt war. Nur das Bodenteil war am Stamm hängen geblieben und dient nun nach Jahren zum zweiten Mal Grauschnäppern als Nistplatz. Zwei intakte Halbhöhlen, die sich ebenfalls im Garten befinden, scheinen den Grauschnäppern nicht zu gefallen.

Sanierte und wärmegedämmte Wohnhäuser an der Schützenstraße in Schwerte hatten als Ausgleich für die während der Bauarbeiten zerstörten zahlreichen Mauseglerbrutplätze insgesamt 52 neue Mauerseglernisthöhlen bekommen …, 18.06.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
Als lange Reihen sind die Doppelkammerhöhlen unter dem Dachüberstand zwischen den Sparren angebracht …, 18.06.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… in der jetzigen Brutzeit der Mauersegler herrscht bei aktuell idealem Seglerwetter Hochbetrieb an den Bruthöhlen …, 18.06.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… hier interessieren sich gleich vier Mauersegler für ein und dieselbe Bruthöhle …, 18.06.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… zwei andere Segler vollführen vor der Nistkastenkulisse flugakrobatische Kunststücke mit körpernahem Synchronfliegen. Bekanntlich können Mauersegler sich im Flug paaren, was dann ähnlich aussieht, 18.06.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
Nach 7 Jahren Unterbrechung hat sich nochmal ein Grauschnäpperpaar im eigenen Garten zur Brut eingefunden …, 16.06.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… ausgerechnet dieser Rest eines zerplatzten Baumläufernistkastens hat es ihnen angetan …, 18.06.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
… wie schon 7 Jahre zuvor diesen Artgenossen (hier wird gerade ein Kleiner Fuchs an den Nachwuchs verfüttert), 11.06.2015 (Foto: Bernhard Glüer)

Bönen: Taubenschwänzchen, Libellen, Hornisse, Kleiner Fuchs etc. im Garten am 15. – 16.06.22 (C. Rethschulte)

Taubenschwänzchen – hier mit eingerolltem Rüssel an der Katzenminze …
… hier mit ausgefahrenem Rüssel in der Blüte der Katzenminze am 15.06.22 (Fotos: C. Rethschulte).
Hornisse mit Beute (unbest. Hummel) im Garten am 16.06.22 (Foto: C. Rethschulte). Sie umflog minutenlang diverse Blüten von oben nach unten, umrundete sie, um dann plötzlich blitzschnell zuzugreifen.
Kleine Pechlibellen bei der Paarung im Gartenteich am 16.06.22 (Foto: C. Rethschulte).
Vierfleck im Garten am 16.06.22 (Foto: C. Rethschulte).
Dort auch ein Plattbauch-Paar: Hier das Weibchen ….
… und hier das Männchen 16.06.22 (Fotos: C. Rethschulte).
Große Königslibelle bei einer kurzen Rast im Garten am 16.06.22 (Foto: C. Rethschulte).
Noch immer die dominierende Schmetterlingsart im Garten: der Kleine Fuchs am 16.06.22 (Foto: C. Rethschulte).
Einer der beiden Grünfinken im Garten, kurz nachdem ein Eichelhäher das Nest geplündert hatte und mit einem Jungvogel im Schnabel davonflog (15.06.22, Foto: C. Rethschulte).
Buntspecht (m) am 15.06.22 auf dem Altenbögger Friedhof (Foto: C. Rethschulte).
Mäusebussard über dem Garten am 16.06.22 (Foto: C. Rethschulte).