Feldlerchenkartierung 2022

Kartierung von Feldlerche und Kiebitz 2022:
Die Bestandssituation der Feldlerche ist seit Jahren aufgrund der anhaltenden Intensivierungen der Landwirtschaft und den damit verbundenen Reproduktionsschwierigkeiten besorgniserregend, in vielen Feldfluren im Kreis Unna ist die Art bereits verschwunden.

Ebenso leidet die kreisweite Kiebitzkartierung auch auf Seiten der Kartierenden seit einigen Jahren daran, dass einzelne Kommunen im Kreis Unna kiebitzfrei sind. Um den Tag für den Kiebitz weiterhin sinnvoll auf ganzer Fläche durchzuführen, hat die OAG für 2022 beschlossen, by the way auch Daten zum Bestand der Feldlerche im Kreisgebiet zu sammeln.

Für die beschlossene Übersichtskartierung ist zunächst geplant, nur die Fundorte der Feldlerchenkartierungen von 2010 bzw. 2015 zu kontrollieren. Das Ziel der Kartierung ist die Erfassung der Feldfluren, in denen die Feldlerche noch Reviere besetzt – und der Vergleich mit den Ergebnissen der Kartierungen 2010 und 2015. Zusammen mit den bereits ermittelten Schwerpunkten der Kiebitzverbreitung im Kreis können diese Daten den Blick und die Schutzbemühungen vor dem Hintergrund der vom Land, vom Kreis und von den Landwirtschaftsstiftungen aufgelegten Schutzprogramme auf geeignete Flächen fokussieren.

Die Kartierung ist entsprechend der Zielsetzung, der geringen Anzahl aktiver Kartierer und des begrenzten Zeitbudgets als eine semiquantitative Übersichtskartierung angelegt – es geht nicht um die Erfassung von genauen Brutpaarzahlen oder Bruterfolg. Ausreichend ist die Kontrolle und Erfassung von Feldfluren mit Feldlerchenrevieren und die grobe Abschätzung der Zahl der Reviere anhand der aus den letzten Kartierungen bekannten logarithmischen Skala.

Die Kartierung:

– Kartiert werden revieranzeigende Feldlerchen im Zeitraum der Erstbrut (also keine Suche nach erfolgreichen Bruten, so wünschenswert das auch wäre). Wir legen den Beginn der Kartierung – in Abhängigkeit vom Winterverlauf – etwa auf (Mitte) Ende März 2022 fest. Mitte April (bis spätestens Ende April) ist die Kartierung mit dem Abflachen der Balzaktivitäten der Erstbrut und vor allem der Hackfruchbestellung mit anschließenden Revierverschiebungen abzuschließen. Idealerweise gelingt eine Kontrolle der 2010 bzw. 2015 erfassten „Reviere“ am Tag für den Kiebitz, am 02.04.2022.

– Günstigste Erfassungszeiten sind die frühen Morgenstunden, die Mittagsstunden sollen gemieden werden. Kartiert wird nur bei geeignetem Wetter (das nutzt vor allem auch den Kartierern). Der genehmigungspflichtige Klangattrappeneinsatz ist sehr hilfreich!

– Kartiert werden alle „Reviere“ aus 2010 bzw. 2015 auf revieranzeigende Feldlerchen – wenn das Gesamtgebiet einer Gemeinde untersucht werden kann, ist das natürlich ein erheblicher Informationsgewinn. Zu den revieranzeigenden Merkmalen zählen: Anhaltend singende Männchen (Abgrenzung zu Durchzüglern!), nestbauende, fütternde, warnende Feldlerchen, Nest- und Gelegefunde (bitte keine Suche nach Gelegen!). Vor allem Synchron- bzw. Parallelbeobachtungen singender Männchen geben die besten Hinweise auf die Zahl der Reviere.

– Da in den meisten Fällen wohl keine genaue Zahl der Reviere zu ermitteln sein wird, schätzen wir in den seit der Brutvogelkartierung bekannten Häufigkeitsklassen FÜR JEDEN FUNDORT/ACKER einzeln: I = 1 Revier oder BP; II = 2 – 3 Reviere; III = 4 – 7 Reviere; IV = 8 – 20 Reviere; V = 21 – 50 Reviere.

– AUSDRÜCKLICH kartieren wir jeden Standort, jede Fläche nur EINMAL – es wird keine Bestätigung der Reviere oder gar von Bruten erwartet! Der primäre Zweck der Kartierung ist die Erfassung von Feldlerchenlebensräumen im Kreisgebiet, auf denen sich aktuell noch etwas tut und der direkte Vergleich zu den Revierflächen aus 2010/2015.

– Als zusätzliche Angaben sollten die Nutzungen der Reviere (Wiese, Weide, Maisacker, Wintergetreide . . .) sowie die möglicherweise zusätzlich im Revier bemerkten Agrarvogelarten-Reviere (Kiebitz, Rebhuhn . . .) festgehalten werden.

– Die Fundorte sind über Ornitho.de zu melden oder auf einer Kartenkopie mit genauem Eintrag des Fundortes und der im Kartierungsbogen vermerkten Fundpunkt-Nummer zu kennzeichnen (alternativ sind auch Koordinatennennungen möglich).

Den Kartierungsbogen aus 2015 können Sie hier als pdf-Datei zum Ausdrucken herunterladen und auch im Jahr 2022 verwenden!

Der geoservice.kreis-unna.de ermöglicht Ihnen die Anzeige und den Ausdruck selbstgewählter Kartenausschnitte und die Ermittlung von Koordinaten.

In den einzelnen Städten und Gemeinden nehmen die Lokalkoordinator:innen der Kiebitzkartierung 2022 diese Aufgabe auch für die Feldlerchenkartierung wahr. Bitte helfen Sie bei der Erfassung der Art mit. Wenden Sie sich dazu an die Lokaloordinator:innen oder die OAG.

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Ergebnisse der Feldlerchenkartierung 2015 im Kreis Unna:

Herzlichen Dank allen Kartierern des Jahres 2015 für die zahlreichen Kartierungsstunden und akribischen Auswertungen:
Gregor Zosel, Kerstin Zenker, Heinz Wulf, Benedikt Warnke, Willibald Träger, Hannah Stahl, Manfred Scholz, Falko Prünte, Thorsten Prall, Wolfgang Pitzer, Heinz-Joachim Pflaume, Hartmut Peitsch, Heino Otten, Klaus Nowack, Uwe Norra, Dirk Niggemann, Heinz Künemund, Karl-Heinz Kühnapfel, Siegfried Kolbe, Gerd Kochs, Marvin Lebeus, Ilona Jädtke, Jürgen Hundorf, Gisbert Herber-Busch, Klaus Heigis, Norbert Gruchot, Hans-Joachim Göbel, Bernhard Glüer, Kirsten Freiberg, Siegfried Feuerbaum, Michael Dorenkamp, Norbert Domsalla, Kerstin Conrad, Malte Busch, Jens Brune, Heinz Bloch, Udo Bennemann, AGON Schwerte, Ursula Ackermann, Dieter Ackermann
und insbesondere allen hier versehentlich noch nicht genannten . . .

2015 konnte eine Teilfläche des Kreises Unna kartiert werden, für die Gemeinden Selm, Werne und Kamen liegen keine Gesamtergebnisse vor.

KommuneRP 2010RP 2015% (2010 = 100%)Mitarbeiter
Selm20Ilona Jädtke, Michael Dorenkamp, Uwe Norra, Benedikt Warnke
Werne56Jürgen Hundorf, Klaus Nowack
Lünen14750%Norbert Domsalla, Siegfried Feuerbaum, Kirsten Freiberg, Klaus Heigis, Achim Pflaume, Torsten Prall
Bergkamen11655%Udo Bennemann, Kerstin Conrad, Norbert Gruchot, Kerstin Zenker
Kamen7Jens Brune, Karl-Heinz Kühnapfel, Heino Otten
Bönen37233%Hartmut Peitsch, Bernhard Glüer
Unna903033%Malte Busch, Bernhard Glüer, Gisbert Herber-Busch
Holzwickede12975%Hannah Stahl, Marvin Lebeus
Fröndenberg843744%Gregor Zosel, Marvin Lebeus
Schwerte12325%Dieter Ackermann, Ursula Ackermann, Heinz Bloch, Hans-Joachim Göbel, Gerd Kochs, Siegfried Kolbe, Heino Künemund, Wolfgang Pitzer, Willibald Träger, Heinz Wulf / AGON Schwerte
Stichprobenvergleich 2010 – 20152339944%
Kreis Unna309135*44%

RP= „Revierpaare“ – Exemplare mit revieranzeigendem Verhalten
* Schätzung auf der Grundlage der nicht repräsentativen Stichprobe aus 2015

feldlerche_2010_2015



Revieranzeigende Feldlerchen 2010 und 2015

Die Kartierung ist sowohl 2010 als auch 2015 als Übersichtskartierung durchgeführt worden, um eine grobe Übersicht über die Verteilung und den Bestand der Feldlerche im Kreisgebiet zu erhalten. Aufgrund der gewählten Methodik (Nachweis revieranzeigender Vögel) können die Untersuchungen nicht die tatsächliche Zahl der Bruten im Kreisgebiet abbilden – durch den Vergleich der mit gleicher Methodik durchgeführten Erhebungen lässt sich aber der Bestandstrend und das Verteilungsmuster der Art darstellen.
Insgesamt konnten in den 2015 untersuchten Gemeinden im Kreis Unna ca. 99 revieranzeigende Feldlerchen („RP“) beobachtet werden. Im Vergleich zu den 2010 in diesen Auswahl-Gemeinden ermittelten Werten ist der Bestand in den zurückliegenden 5 Jahren damit auf 44 % des Niveaus von 2010 zurückgegangen.
Nimmt man diese nichtrepräsentative Stichprobe als Grundlage einer Bestandabschätzung im ganzen Kreisgebiet, wäre für 2015 von einem kreisweiten Feldlerchen-Bestand von etwa 135 revieranzeigenden Vögeln auszugehen.

Der Kartierungsaufruf 2015:
Nach der ersten Kartierung im Jahr 2010 kartiert die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft auch 2015 ein zweites Mal die Bestände der Feldlerche im Kreis Unna. Die Bestandssituation der Feldlerche ist seit Jahren aufgrund der anhaltenden Intensivierungen der Landwirtschaft und den damit verbundenen Reproduktionsschwierigkeiten besorgniserregend, in vielen Feldfluren im Kreis Unna ist die Art bereits verschwunden.
Das Ziel der Kartierung ist die Erfassung der Feldfluren, in denen die Feldlerche noch Reviere besetzt – und der Vergleich mit den Ergebnissen der Kartierung des Jahres 2010. Zusammen mit den bereits ermittelten Schwerpunkten der Kiebitzverbreitung im Kreis können diese Daten den Blick und die Schutzbemühungen vor dem Hintergrund der vom Land, vom Kreis und von den Landwirtschaftsstiftungen aufgelegten Schutzprogramme auf geeignete Flächen fokussieren.

Die Kartierung ist entsprechend der Zielsetzung, der geringen Anzahl aktiver Kartierer und des begrenzten Zeitbudgets als eine semiquantitative Übersichtskartierung angelegt – es geht nicht um die Erfassung von genauen Brutpaarzahlen oder Bruterfolg. Ausreichend ist die Erfassung von Feldfluren mit Feldlerchenrevieren und die grobe Abschätzung der Zahl der Reviere anhand der aus den letzten Landes- und Bundes-Brutvogelkartierungen bekannten logarithmischen Skala.

Die Kartierung:

– Kartiert werden revieranzeigende Feldlerchen im Zeitraum der Erstbrut (also keine Suche z. B. nach erfolgreichen Bruten, so wünschenswert das auch wäre). Wir legen den Beginn der Kartierung – in Abhängigkeit vom Winterverlauf – etwa auf (Mitte) Ende März 2015 fest. Mitte April (bis spätestens Ende April) ist die Kartierung mit dem Abflachen der Balzaktivitäten der Erstbrut und vor allem der Hackfruchbestellung mit anschließenden Revierverschiebungen abzuschließen.

– Günstigste Erfassungszeiten sind die frühen Morgenstunden, die Mittagsstunden sollen gemieden werden. Kartiert wird nur bei geeignetem Wetter (das nutzt vor allem auch den Kartierern). Der genehmigungspflichtige Klangattrappeneinsatz ist sehr hilfreich!

– Kartiert werden alle potentiellen Standorte, auf denen Feldlerchen mit revieranzeigenden Merkmalen beobachtet werden, innerhalb geschlossener Wald- und Siedlungsflächen sparen wir uns natürlich den Aufwand. Zu den revieranzeigenden Merkmalen zählen: Anhaltend singende Männchen (Abgrenzung zu Durchzüglern!), nestbauende, fütternde, warnende Feldlerchen, Nest- und Gelegefunde (bitte keine Suche nach Gelegen!). Vor allem Synchron- bzw. Parallelbeobachtungen singender Männchen geben die besten Hinweise auf die Zahl der Reviere.

– Da in den meisten Fällen wohl keine genaue Zahl der Reviere zu ermitteln sein wird, schätzen wir in den seit der Brutvogelkartierung bekannten Häufigkeitsklassen FÜR JEDEN FUNDORT/ACKER einzeln: I = 1 Revier oder BP; II = 2 – 3 Reviere; III = 4 – 7 Reviere; IV = 8 – 20 Reviere; V = 21 – 50 Reviere.

– AUSDRÜCKLICH kartieren wir jeden Standort, jede Fläche nur einmal – es wird keine Bestätigung der Reviere oder gar von Bruten erwartet! Der primäre Zweck der Kartierung ist die Kartierung von Feldlerchenlebensräumen im Kreisgebiet, auf denen sich aktuell noch etwas tut. Die exakte Zahl der Feldlerchen im Kreisgebiet ist für uns erst in zweiter Linie ein Ziel der Kartierung.

– Als zusätzliche Angaben können die Nutzungen der Reviere (Wiese, Weide, Maisacker, Wintergetreide . . .) sowie die möglicherweise zusätzlich im Revier bemerkten Agrarvogelarten-Reviere (Kiebitz, Rebhuhn . . .) festgehalten werden.

– Die Fundorte sind auf einer Kartenkopie mit genauem Eintrag des Fundortes und der im Kartierungsbogen vermerkten Fundpunkt-Nummer zu kennzeichnen (alternativ sind auch Koordinatennennungen möglich) – Abgabe der Kartierungsunterlagen (Karte und Kartierungsbogen) bitte bis Mai 2015.

Den Kartierungsbogen können Sie hier als pdf-Datei zum Ausdrucken herunterladen!

Der geoservice.kreis-unna.de ermöglicht Ihnen die Anzeige und den Ausdruck selbstgewählter Kartenausschnitte und die Ermittlung von Koordinaten (Beachten Sie ggf. dazu auch diese zusammengefassten Nutzungshinweise)!

In den einzelnen Städten und Gemeinden koordinieren die nachfolgend genannten Mitarbeiter die Kartierung, teilen die Kartiergebiete ein und sammeln gegebenenfalls die Kartierungsergebnisse der einzelnen Kartierer. Bitte helfen Sie bei der Erfassung der Art mit! Wenden Sie sich dazu an die Koordinatoren oder die OAG:

Selm: – Ilona Jädtke, Michael Dorenkamp, Uwe Norra, Benedikt Warnke
Werne: – Jürgen Hundorf, Klaus Nowack
Lünen: – Achim Pflaume
Bergkamen: – Udo Bennemann, Norbert Gruchot
Kamen: – Jens Brune, Karl-Heinz Kühnapfel, Heino Otten
Bönen: – Hartmut Peitsch, Bernhard Glüer
Unna: – Bernhard Glüer, Gisbert Herber-Busch
Holzwickede: – Hannah Stahl, Marvin Lebeus
Fröndenberg: – Gregor Zosel, Marvin Lebeus
Schwerte: – Dieter Ackermann, Wolfgang Pitzer / AGON Schwerte