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NRW/Schwerte: Jahrestagung der AG Greifvögel der NWO, 08.11.2026 (Jens Brune)

Programm der AG Greifvögel der NWO für Sonntag, den 08.11.2026
Beginn 10.00 Uhr im Naturfreundehaus in Schwerte Westhofen

  1. Vorstellung der Ergebnisse 2026
  2. Nachricht vom Evolutionsausschuss des Sperbers:
    Die Teilnehmer[-innen] haben sich letztendlich einverstanden erklärt, dass sie nicht grösser und er nicht kleiner werden soll. Sperberweibchen haben Zeit,
    Sperbermännchen haben es eilig.- Jan van Diermen
  3. Greifvogel-Monitoring über die App NaturaList: Darstellungs- und
    Auswertungsmöglichkeiten digital erfasster Daten. Malte Busch (DDA)
  4. ADEBAR 2 – wie können Greifvogelkartierer zum Atlas Deutscher Brutvogelarten beitragen?- Ralf Joest (NWO)
  5. See- und Fischadler in NRW – ein Überblick , Michael Jöbges
  6. Wie lange dauert die Brutbestandserfassung des Rotmilans
    Milvus milvus auf großer Fläche? – Ergebnisse einer mehrjährigen
    Kartierung im Kreis Coesfeld, Matthias Olthoff (Naturschutzzentrum Kreis
    Coesfeld) und Jens Brune
  7. Kurzbeitrag (wenn noch Zeit) ; Dritte Erfassung des Rotmilans im Rhein-Sieg-Kreis – ein Erfahrungsbericht, Jens Brune
  8. Die aufgeführte Reihenfolge muss nicht der tatsächlichen entsprechen. Das Ende der Veranstaltung liegt gegen 16.30 Uhr.

NRW: Kiebitz – und Goldregenpfeiferzählung am 17. und 18. Oktober 2026 (Ralf Joest NWO)

Alle sechs Jahre organisiert die International Wader Study Group eine Synchronzählung rastender Goldregenpfeifer. Ziel ist die Bewertung der Gesamtpopulation in Europa und abgeleiteter Parameter wie das 1 % Kriterium der Ramsar-Konvention. In Deutschland werden bei diesem Termin auch Kiebitze und Brachvögel erfasst, die in ähnlichen Habitaten vorkommen. In NRW geht es dabei vor allem um den Kiebitz, der auch abseits der Zählkulissen der Wasservogelzählung vorkommt. Gerade die Rastbestände in den Agrargebieten wie der Hellwegbörde zu erfassen ist für den Schutz dieser Flächen sehr wichtig. Die Ergebnisse dienen auch dazu, die Bedeutung der offenen Feldfluren für Rastvögel zu dokumentieren. Dieser Aspekt bleibt mit weiter zunehmendem Druck auf die Fläche für (Energie-) Infrastruktur weiter relevant.  

Bei den letzten Vogelschutzberichten waren die Ergebnisse der Zählung im Herbst 2020 die einzige gute Datenbasis für NRW. Dabei wurden in NRW 10 Goldregenpfeifer, 7.987 Kiebitze und 281 Brachvögel gezählt. Goldregenpfeifer kommen also in NRW selten vor, bzw. ziehen bei uns etwas später, im November, durch. Bei Kiebitz und Brachvogel liegen die Bestände für das Binnenland im mittleren Bereich. Es ist auch zu vermuten, dass die Zählung 2020 beim Kiebitz noch erhebliche Lücken hatte.

Wie kann ich mitmachen?

Der Termin der Limikolen-Zählung ist der 17./18. Oktober, am regulären Zähltermin für die Wasservögel. Dabei reicht die eigentliche Zählperiode von Freitag bis Montag, d.h. von 16. – 19. Oktober. Bei der Wasservogelzählung werden Goldregenpfeifer, Kiebitz und Brachvogel miterfasst. Außerhalb der  Zählgebietskulisse, vor allem in der Hellwegbörde, sollten rastende Trupps gezielt gesucht werden. Beobachtungen können hier einfach per NaturaList oder über ornitho.de eingegeben werden. Für solche Meldungen wird ein spezieller Projektkode zugeschaltet: GRP/KI2026. (in NaturaList unter „Erf.projekt“, im gleichen Fenster, indem man auch Details zu Altersangabe oder Zugverhalten eingibt).

Falls in einem kontrollierten Gebiet keine Limikolen vorgefunden wurde, genügt eine Null- Meldung. Abgesehen von Art und Anzahl ist es sinnvoll, auch Angaben zur Habitatwahl zu bekommen. Hierzu kann man sowohl bei NaturaList als auch in ornitho.de unter „Weitere Details“ bei „(Rast)Habitat“ Angaben zum Habitat oder Feldfrucht und Bearbeitungsstand eintragen (in NaturaList im gleichen Fenster wie oben bei dem Projektkode).

Die Limikolenzählung wird in NRW von der NWO organisiert. Ansprechpartner für die Hellwegbörde ist Ralf Joest. Wenn sie sich daran beteiligen können, melden sie sich bitte, um Hinweise auf lohnende Gebiete zu erhalten und doppelte Arbeit zu vermeiden.

joest@nw-ornithologen.de

Kiebitze Foto: Hans Glader, NWO

Welt/Holzwickede/Unna: Kinostart *WATCHING PEOPLE WATCHING BIRDS* – am 03.10.2026 mit Protagonist T. Griesohn-Pflieger in Unna (Filmproduktion Loekenfranke)

Wir freuen uns, Sie und Euch über den anstehenden Kinostart des Dokumentarfilms WATCHING PEOPLE WATCHING BIRDS (D | 2026 | 92 min) von Ulrike Franke und Michael Loeken zu informieren, der in Teilen auch auf Helgoland gedreht wurde. Nach sehr erfolgreicher Festivalauswertung mit vielen ausverkauften Kinos und der kürzlich bekanntgegebenen Nominierung für den European Wildlife Film Award *startet der Film am 1. Oktober 2026* deutschlandweit in die Kinos. Schon über 70 Kinos sind aktuell dabei, eine stets aktuelle Liste steht auf der Seite des Verleihs:
📍https://www.realfictionfilme.de/watching-people-watching-birds.html

Politisch brisant, ernsthaft und doch humorvoll begleitet WATCHING PEOPLE WATCHING BIRDS Menschen, die sich mit Leidenschaft der Beobachtung von Vögeln widmen. Der weltberühmte Autor Jonathan Franzen, die Bäckereiverkäuferin oder das junge Ornithologenteam: sie alle eint die Liebe zu einer stark bedrohten Spezies. Durch ihre Augen und Ohren tauchen wir ein in die Welt der Vögel – eine Welt, die zu einer eindrucksvollen Metapher für den Zustand unseres Planeten wird._

🎬 *TRAILER*

In den nächsten Wochen werden Ulrike Franke und Michael Loeken als Regie-Duo auf große Kinotour gehen.

🎤 *KINOTOUR in Anwesenheit der Regie*

* 25.09. | 20.00 | Bochum, Metropolis (NRW Kino-Premiere)
* 26.09. | 19.00 | Dortmund, Sweetsixteen (mit Dr. Erich Kretzschmar, NABU Dortmund)
* 27.09. | 17.00 | Nürnberg, Casablanca (1. Vogel Filmfestival Nürnberg in Koop. mit LBV Bayern; anschließend Vogelführung)
* 28.09. | 20.00 | Duisburg, Filmforum (mit Protagonist Tobias Rautenberg)
* 29.09. | 20.00 | Köln, Odeon
* 30.09. | 20.00 | Berlin, Bundesplatz (mit Protagonist:innen)
* 01.10. | 18.00 | Berlin, fsk Kino (mit Martin Rümmler vom NABU-Podcast „Reingezwitschert“)
* 02.10. | 19.00 | Düsseldorf, Metropol
* 02.10. | 17.30 | Oldenburg, Casablanca (mit NABU Oldenburg und Nationalpark Wattenmeer, ohne Regie)
* 03.10. | 17.30 | Unna, Kinorama (mit Protagonist Thomas Griesohn-Pflieger und Vogelführung am Folgetag, ohne Regie)
* 03.10. | 17.30 | Essen, Filmstudio (mit Protagonist Patrick Kretz)
* 04.10. | 11.00 | Oberhausen, Lichtburg (mit Protagonist Patrick Kretz)
* 05.10. | 20.00 | Bremen, City 46
* 06.10. | 19.30 | Hamburg, Abaton
* 08.10. | 19.00 | Bielefeld, Kamera
* 10.10. | 17.30 | Wilhelmshaven, UCI (mit Nationalpark Wattenmeer)
* 11.10. | 19.30 | Dangast, Altes Kurhaus
* 12.10. | 19.30 | Dangast, Altes Kurhaus (mit Nationalpark Wattenmeer, ohne Regie)
* 12.10. | 19.00 | Lüneburg, Scala
* 13.10. | 19.30 | Sylt, Kinowelt
* 20.10. | 20.00 | Helgoland (mit Gästen – tba, ohne Regie)

Wir freuen uns über viele Birdwatcher:innen in den Kinos! Und gerne dürfen diese Infos geteilt werden.

Fröndenberg: Beobachtungen von Greifvögeln und anderen Arten im August-September 2026 (H. Maas u. H. Knüwer; unter zeitweiliger Beteiligung von U. Becker, A. Berning, B. Glüer, B. Nikulla, R. Schröder und M. Strathoff)

Wie im vergangenen Jahr wurde ein Beobachtungsplatz östlich von Fröndenberg-Bausenhagen bezogen. Gezählt wurde vom 05.08. bis 27.09. (insgesamt an 53 Tagen) von 8.00 Uhr bis mindestens 12.00 Uhr (oft auch bis 12.30 Uhr). Am 06.08. fand keine Zählung statt und am 13.08., 14.08. und 03.09. musste die Beobachtungszeit wegen Dauerregen deutlich verkürzt werden. Insgesamt investierten wir 209 Stunden. Damit entspricht der Beobachtungsrahmen in etwa dem des Vorjahres. Allerdings hatte sich die Flächennutzung deutlich verschoben. Der unserem Standort vorgelagerte Acker, im letzten Herbst ein Rapsstoppelacker mit überdurchschnittlich vielen Braunkehlchen, Steinschmätzern und Stelzen, präsentierte sich als staubtrockener Getreidestoppelacker. Kleinvogelarten nutzten diese Fläche fast gar nicht (s. hierzu auch die Meldung von B. Glüer vom 03.09.26 zur Rasthäufigkeit von Kleinvogelarten auf Rapsstoppeläckern). Das Hauptaugenmerk galt insbesondere den Greifvögeln (egal ob stationär oder ziehend). Ausgewählte andere Arten wurden nur „als Beifang“ mitgezählt. Notiert wurde für jede festgestellte Art jeweils eine gesicherte Mindestzahl gleichzeitig anwesender Vögel. Gerade bei den Mäusebussarden, Rotmilanen und z.T. auch bei Rohrweihen war es nicht immer einfach, die tatsächliche Anzahl festzustellen, weil sich ziehende und stationäre Vögel (von Ausnahmen abgesehen) nicht auseinanderhalten ließen. Die reale Gesamtzahl lag sicherlich um Einiges höher als das, was notiert wurde. Nicht enthalten sind auch solche Vögel, die erst gar nicht entdeckt wurden oder die zu hoch oder zu weit entfernt vorbeiflogen, um sie eindeutig bestimmen zu können. Es sei auch darauf hingewiesen, dass nachmittags nicht gezählt worden ist. Auch das kann bei einzelnen Arten zu einer gewissen Schieflage beigetragen haben. Trotz dieser Unzulänglichkeiten lässt sich folgendes Fazit ziehen.

Musste die letztjährige Beobachtungsserie bereits als insgesamt unterdurchschnittlich eingestuft werden, fiel das Ergebnis in diesem Jahr noch deutlich schlechter aus. Nur die vergleichsweise hohe Zahl durchziehender Rohrweihen und die hohe Zahl der gleichzeitig anwesenden Rotmilane lässt sich positiv herausstellen. Demgegenüber blieb erneut die Zahl der ziehenden Wespenbussarde weit hinter den Erwartungen zurück. Auch gelangen nur wenige Beobachtungen von Fischadlern und auch Baumfalken.

Kornweihen, Merline oder Rotfußfalken wurden überhaupt nicht gesehen. Auffällig war die erstaunlich hohe Zahl an Kolkraben mit einmal sogar 30 gleichzeitig anwesenden Individuen. Eine solche Massierung hat es in den vergangenen Jahren im Südkreis unseres Wissens nach noch nicht gegeben. Für die regelmäßiger gesehenen Arten sind jeweils der prozentuale Anteil der Vormittage, an denen die Art festgestellt werden konnte, weiterhin die durchschnittliche Anzahl Individuen einer Art an Tagen mit entsprechenden Nachweisen und schließlich die maximale Anzahl einer Art an einem Vormittag angegeben. Die Reihenfolge richtet sich nach der Antreffhäufigkeit.

Anzahl Mäusebussarde 2026 (Grafik)

Mäusebussarde waren an allen Vormittagen anwesend. Im Mittel hielten sich fünf Individuen gleichzeitig im Gebiet auf. Herausragend war der 25.08. mit insgesamt 15 Individuen. Die Mehrzahl der Bussarde bestand aus Jungvögeln. Bei der Nahrungssuche saßen die Vögel oft am Boden auf vegetationsfreien Ackerflächen oder rüttelten darüber nach Art der Turmfalken. Bildete sich Thermik, sah man viele Bussarde kreisend in z.T. extremer Höhe.

diesjähriger Mäusebussard in Nähe des Beobachtungsstandes am13.08.26
diesjähriger Mäusebussard in Nähe des Beobachtungsstandes am 13.08.26 (Foto: H. Knüwer)

Rotmilan: (98%, durchschnittlich 8, max. 19)

Rotmilan Zugdaten 2026

Von Beginn an bis etwa Mitte September hielten sich etwa 4-5 Rotmilane im Gebiet auf; am 30.08. sogar acht. Ab Mitte September gab es deutlichen Zuzug. Oft kamen Rotmilane aus NO-Richtung eingeflogen. Das war insbesondere am 19.09. der Fall. Gleichzeitig waren einige in SW-Richtung unterwegs. Insgesamt haben also mehr Vögel das Gebiet aufgesucht als angegeben. Denn in der Übersicht sind nur die gleichzeitig anwesenden Vögel aufgeführt. Maximal waren 19 Rotmilane gleichzeitig zu sehen. Das Verhältnis Alt- zu Jungvögeln lag etwa bei 1:3. Dass viele Rotmilane aus nordöstlich gelegenen Brutgebieten zugeflogen waren, ließ sich auch anhand flügelmarkierter Jungvögel ableiten. An vier Vormittagen sahen wir so markierte Milane. Drei verschiedene Jungvögel konnten identifiziert werden. Sie stammten allesamt aus dem Großraum Bielefeld. Wie auch schon bei anderen Greifvogelarten feststellbar, scheinen junge Rotmilane gerne Fangen zu spielen. Insbesondere bei windigen Bedingungen greifen sie allerlei „Spielzeug“ vom Boden auf (z.B. Stroh, Grasbüschel, Äste, Maiskolben), trugen es in die Luft, ließen es wieder fallen und versuchten, es erneut zu erhaschen. Oft beteiligten sich daran mehrere junge Milane und versuchten, das jeweilige Spielzeug selbst zu ergattern. Altvögel beteiligten sich an diesen Spielereien nicht.

fünf Rotmilane während einer Flugpause am 17.09.26
fünf Rotmilane während einer Flugpause am 17.09.26 (Foto: H. Knüwer)
Die hellen Längsstreifen auf der Unterseite kennzeichnen diesen Rotmilan als Jungvogel. Bei Altvögeln wären diese Streifen schwarz.
Die hellen Längsstreifen auf der Unterseite kennzeichnen diesen Rotmilan als Jungvogel. Bei Altvögeln wären diese Streifen schwarz. (Foto: H. Maas )
Das helle Flügelfeld und die gerandeten großen Flügeldeckfedern kennzeichnen auch diesen Rotmilan als Jungvogel.
Das helle Flügelfeld und die gerandeten großen Flügeldeckfedern kennzeichnen auch diesen Rotmilan als Jungvogel. (Foto: H. Knüwer)
Dieser mit Flügelmarken markierte Rotmilan, ein 2026 geborener Jungvogel, stammt aus dem Großraum Bielefeld; er wurde am 19.09.26 identifiziert.
Dieser mit Flügelmarken markierte Rotmilan, ein 2026 geborener Jungvogel, stammt aus dem Großraum Bielefeld; er wurde am 19.09.26 identifiziert. (Foto: H. Knüwer)
Dieser Rotmilan fliegt mit einem Maiskolben umher, der auch in der Luft bearbeitet wurde. Ein Vegetarier ist der Milan dennoch nicht. Gerade bei windigem Wetter nehmen junge Milane gerne „Spielzeuge“ auf, um sich damit in der Luft zu vergnügen. – 17.09.26
Dieser Rotmilan fliegt mit einem Maiskolben umher, der auch in der Luft bearbeitet wurde. Ein Vegetarier ist der Milan dennoch nicht. Gerade bei windigem Wetter nehmen junge Milane gerne „Spielzeuge“ auf, um sich damit in der Luft zu vergnügen. – 17.09.26 (Foto: H. Knüwer)

Turmfalke: (98%, durchschnittlich 3, max. 13) Fast an jedem Vormittag gelang die Beobachtung von Turmfalken. Neben Mäusebussarden und Rotmilanen waren Turmfalken am regelmäßigsten zu sehen. Die Zahl schwankte zwischen 1 und 6. Herausragend war allerdings der 19.08.. An diesem Vormittag hielten sich sogar 13 Turmfalken gleichzeitig im Gebiet auf.

Bei diesem Turmfalken steht ein Fuß verletzungsbedingt ab. Offenbar kommt der Falke damit aber dennoch zurecht. – 16.08.2026
Bei diesem Turmfalken steht ein Fuß verletzungsbedingt ab. Offenbar kommt der Falke damit aber dennoch zurecht. – 16.08.2026 (Foto: H. Knüwer)

Rohrweihe: (72%, durchschnittlich 3, max. 8)

In früheren Meldungen wurde bereits darauf hingewiesen, dass 2026 ein besonders gutes Jahr für Weihen war. Dementsprechend verwundert es auch nicht, dass vergleichsweise viele durchziehende Rohrweihen – mehrheitlich Jungvögel – gesichtet wurden. Allein am 24.08. zogen an einem einzigen Vormittag acht Rohrweihen durch.

Das Foto zeigt eine weibliche Rohrweihe auf dem Zug. Der Vogel hat einen Teil des Großgefieders erneuert.– 25.08.2026
Das Foto zeigt eine weibliche Rohrweihe auf dem Zug. Der Vogel hat einen Teil des Großgefieders erneuert.– 25.08.2026 (Foto: H. Knüwer)
Im Gegensatz zu älteren Rohrweihen mausern diesjährige Rohrweihen zu dieser Jahreszeit nicht. Dementsprechend erscheint das Gefieder „makellos“. Außerdem lassen sich junge Rohrweihen, wie diese, am deutlich dunkleren, schwarzbraunen Gefieder erkennen. – 14.08.2026
Im Gegensatz zu älteren Rohrweihen mausern diesjährige Rohrweihen zu dieser Jahreszeit nicht. Dementsprechend erscheint das Gefieder „makellos“. Außerdem lassen sich junge Rohrweihen, wie diese, am deutlich dunkleren, schwarzbraunen Gefieder erkennen. – 14.08.2026 (Foto: H. Knüwer)

Sperber: (53%, durchschnittlich 2,5, max. 6)

Sperber Zugdaten 2026

Sperber ließen sich nicht an jedem Tag blicken. Möglicherweise wurden auch Vögel, die flach am Boden gezogen sind, erst gar nicht gesehen. Etliche Sperber nutzten aber auch aufsteigende Luftströmungen, um sich kreisend in große Höhen tragen zu lassen. Interaktionen mit Mäusebussarden, Rotmilanen, Kolkraben, Dohlen oder Rabenkrähen waren wiederholt zu beobachten. Soweit das Alter und Geschlecht bestimmt werden konnten, handelte es sich bis zum Ende der Zählperiode überwiegend um diesjährige Weibchen, die auch als erste den Zug eröffnen. Bedenkt man, dass in Falsterbo/Südschweden bis zum 27.09. mehr als 19.300 Sperber gezählt worden sind, fallen die hier registrierten Sperberzahlen doch sehr bescheiden aus.

diesjähriges Sperberweibchen auf dem Zug – 01.09.2026
diesjähriges Sperberweibchen auf dem Zug – 01.09.2026 (Foto: H. Maas)
Bei neckischen Flugspielen zwischen diesem jungen Mäusebussard und dem jungen Sperber ging es ordentlich zur Sache, selbst in Rückenlage. – 21.08.2026 (Foto: H. Knüwer)
Bei neckischen Flugspielen zwischen diesem jungen Mäusebussard und dem jungen Sperber ging es ordentlich zur Sache, selbst in Rückenlage. – 21.08.2026 (Foto: H. Knüwer)

Habicht: (30%, durchschnittlich 1, max. 1) Im Beobachtungssektor gelangen Beobachtungen von drei verschiedenen Habichten. Es handelte sich um zwei diesjährige Vögel (m und w) sowie um einen männlichen Altvogel.

diesjähriger Habicht am 19.08.2026
diesjähriger Habicht am 19.08.2026 (Foto: H. Knüwer)

Wanderfalke: (23%, durchschnittlich 1, max. 1) Ein diesjähriges Weibchen tauchte häufiger auf (20.08, 29.08. – 03.09.,10.09., 12.09., 17.09., 19.09., 20.09.) Nach der Gefiederzeichnung und dem Verhalten dürfte es immer derselbe Vogel gewesen sein. Auf Fotos war zu erkennen, dass der Falke beringt ist. Leider konnte der Kennring nicht abgelesen werden.

Dieser junge Wanderfalke war beringt, konnte aber nicht identifiziert werden. – 30.08.2026
Dieser junge Wanderfalke war beringt, konnte aber nicht identifiziert werden. – 30.08.2026 (Foto: H. Maas)

Wespenbussard: (nur ziehende Vögel: 16%, durchschnittlich 2,5, max. 5)

Wespenbussard Zugdaten 2026
grün = Vögel aus lokalem Vorkommen – orange = ziehende Altvögel – rot= ziehende Jungvögel

Zu Beginn der Zählperiode sahen wir nur lokal ansässige Wespenbussarde. Häufiger tauchte ein Männchen mit zerschlissenen Schwanzfedern auf. Dieses Männchen landete zweimal auf dem Boden und suchte umherlaufend in einer Brachfläche Nahrung. Außerdem konnte B. Glüer den Vogel auch beim Transport einer Wabe beobachten, was als Brutnachweis gedeutet werden kann. Ein dunkel gefärbtes Weibchen könnte Partner dieses Männchens gewesen sein. Die ersten eindeutig ziehenden Wespenbussarde sahen wir am 21.08.. Es handelte sich bei den vier Individuen um Altvögel. Erst am 27.08. zog ein erster Jungvogel zielstrebig in SW-Richtung. Insgesamt konnten nur 16 ziehende Wespenbussarde gesehen werden. Das ist eine extrem schlechte Quote! Die äußerst geringe Wespenbussard-Zahlen verwundern, zumal in Falsterbo bis zum 26.09. rund 5.500 Wespenbussarde gezählt worden sind. Das ist eine Größenordnung, die sogar über dem langjährigen Mittelwert liegt. Erstaunlich ist auch, dass im Raum Münster bei überwiegend Ganztageszählungen erstaunlich viele Wespenbussarde gesehen wurden, so z.B. 108 am 21.08., 64 am 25.08. oder 65 am 01.09. Nach bisherigen Erfahrungen zieht ein Großteil der Wespenbussarde, wenn auch längst nicht alle, vornehmlich am Nachmittag durch. Da unsere Zählungen aber nur am Vormittag stattfanden, wäre es denkbar, dass wir den Großteil der ziehenden Wespenbussarde verpasst haben. Schaut man sich die bei Ornitho eingegebenen Zufallsbeobachtungen an, die ja auch Nachmittagsbeobachtungen beinhalten, dann finden sich aus dem Kreis Unna und aus angrenzenden östlich gelegenen Regionen aber ebenfalls kaum Meldungen mit größeren Anzahlen. Die Schlussfolgerung daraus lautet, dass fast keine Wespenbussarde vorhanden waren, die das Beobachtungsgebiet hätten passieren können. Wir gehen davon aus, dass der Hauptzugkorridor weiter westlich verläuft und Bausenhagen nur marginal am Rande tangiert wird.

Dieser Wespenbussard mit zerzaustem Schwanzgefieder tauchte mehrfach noch vor der Zugperiode im Beobachtungsraum auf (inkl. Wabentransport). Es dürfte sich somit um einen Brutvogel aus dem nahen Umfeld gehandelt haben. – 13.08.2026-
Dieser Wespenbussard mit zerzaustem Schwanzgefieder tauchte mehrfach noch vor der Zugperiode im Beobachtungsraum auf (inkl. Wabentransport). Es dürfte sich somit um einen Brutvogel aus dem nahen Umfeld gehandelt haben. – 13.08.2026 (Foto: H. Knüwer)
Zweimal ging das Männchen in oder nahe bei einer Brachfläche nieder und lief dort - wohl auf der Suche nach Wespennestern - umher. – 19.08.2026
Zweimal ging das Männchen in oder nahe bei einer Brachfläche nieder und lief dort – wohl auf der Suche nach Wespennestern – umher. – 19.08.2026 (Foto: H. Knüwer)
Das war das einzige Wespenbussard-Weibchen, das wir vor der Zugzeit gesehen haben. Möglicherweise gehörte es zu dem männlichen Wespenbussard mit dem zerzausten Schwanz. – 16.08.2026
Das war das einzige Wespenbussard-Weibchen, das wir vor der Zugzeit gesehen haben. Möglicherweise gehörte es zu dem männlichen Wespenbussard mit dem zerzausten Schwanz. – 16.08.2026 (Foto: H. Knüwer)
Den Wegzug eröffnen beim Wespenbussard die Altvögel. Erst später folgen die Jungvögel. Das Foto zeigt einen älteren männlichen Wespenbussard am 25.08.2026.
Den Wegzug eröffnen beim Wespenbussard die Altvögel. Erst später folgen die Jungvögel. Das Foto zeigt einen älteren männlichen Wespenbussard am 25.08.2026. (Foto: H. Maas)
Zwei Thermikflieger im Aufwind – männlicher Wespenbussard zieht gemeinsam mit einem Modellflugzeug seine Kreise. – 22.08.2026
Zwei Thermikflieger im Aufwind – männlicher Wespenbussard zieht gemeinsam mit einem Modellflugzeug seine Kreise. – 22.08.2026 (Foto: H. Knüwer)
einer der wenigen vorbeifliegenden jungen Wespenbussarde am 18.09.2026
einer der wenigen vorbeifliegenden jungen Wespenbussarde am 18.09.2026 (Foto: H. Knüwer)

Baumfalke: (9,5%, durchschnittlich 1, max. 1) Wir notierten je einen Baumfalken am 20.08., 21.08., 05.09., 11.09. und 17.09. Zumindest bei den ersten drei Beobachtungen handelte es sich jeweils um einen mehrjährigen Vogel. Es ist durchaus denkbar, dass es sich eventuell um Brutvögel aus der näheren bzw. weiteren Umgebung gehandelt hat, zumal junge Baumfalken oft noch bis Mitte September von den Altvögeln versorgt werden.

Baumfalke am13.08.2026. Für die Art ist es kein Problem, sich in der Luft zu schütteln.
Baumfalke am13.08.2026. Für die Art ist es kein Problem, sich in der Luft zu schütteln. (Foto: H. Knüwer)

Schwarzmilan: (7,5%, durchschnittlich 1, max. 1) An nur vier Vormittagen sahen wir je einen Schwarzmilan (07.08., 21.08., 22.08., 19.09.). Bei den ersten drei Sichtungen wurde jeweils ein Altvogel gesehen. Bei dem Schwarzmilan vom 19.09. handelte es sich um einen Jungvogel.

Wiesenweihe: (6%, durchschnittlich 1, max. 1) je eine am 11.08., 14.08., 01.09. Trotz des herausragenden Wiesenweihenjahres gelangen nur drei Zugbeobachtungen, allesamt von Jungvögeln. Eine plausible Erklärung dafür haben wir nicht.

Fischadler: (6%, durchschnittlich 1, max. 1) Auffällig war die geringe Zahl der gesehenen ziehenden Fischadler; je einer am 21.08., 14.09. und 18.09.. Wir hatten mit deutlich mehr Fischadlern gerechnet.

Kolkrabe: (91%, durchschnittlich 6, max. 30)

Anzahl Kolkraben 2026

Im Brutvogelatlas, der den Zeitraum bis einschließlich 1999 umfasst, war der Kolkrabe noch nicht als Brutvogelart im Kreis Unna aufgeführt. Nach der aktuellsten Einschätzung der OAG hat es erst seit 2006 vereinzelt Bruten im Nord- und Südkreis gegeben. Die Art verdichtet ihr Brutvorkommen von Jahr zu Jahr. Da die Art nicht zieht, lassen sich Kolkraben ganzjährig beobachten. Im Durchschnitt sahen wir sechs Vögel, vermutlich einen Familienverband. Aber erstaunlich war, dass an drei Vormittagen mehr als 15 Kolkraben zu sehen waren, einmal sogar 30 (!) am 18.09.. Solch große Ansammlungen hat es in zurückliegenden Jahren (zumindest im Südkreis) nie gegeben. Die Vögel verbrachten viel Zeit damit, am Rande eines Maisfeldes Kolben herunterzureißen, die Hüllblätter zu entfernen und die Maiskörner zu fressen. Dies taten sie oft in Gemeinschaft mit Rabenkrähen und Dohlen. Imposant waren auch die Flugspiele, die oft paarweise ausgeführt wurden.

klein gegen groß? Dohle versucht, einem Kolkraben den Maiskolben abzujagen. –  03.09.2026
klein gegen groß? Dohle versucht, einem Kolkraben den Maiskolben abzujagen. – 03.09.2026 (Foto: H. Knüwer)

Abschließend noch eine stichwortartige Auflistung weiterer Beobachtungen:

Kormoran: 3 (09.08.), 7 (14.08.), 1 (20.08.), 43 (25.08.), 35 (27.08.), 5 (01.09.), 32 (07.09.), 12 (08.09.), 1 (12.09.), 12 (15.09.), 7 (17.09.), 6 (18.09.), 9 (19.09.), 15 (22.09.); Graureiher: 1 (25.08.), 2 (26.08.), 1 (03.09.), 5 (08.09.), 1 (16.09.); Weißstorch: 8 (07.08.), 3 (08.08.), mind. 30 (12.08.), 9 (12.08.),2 (31.08.), 2 (10.09.); Schwarzspecht: 1 (07.09, 11.09., 12.09); Mauersegler: 1 (09.08.), 1 (20.08.), 1 (25.08.), 1 (05.09.); Steinschmätzer: 4 (26.08.), 1 (04.09.), 1 (17.09.) – Die geringe Anzahl ist vermutlich auf das Fehlen geeigneter Rastflächenstrukturen zurückzuführen. Braunkehlchen: 5 (26.08.), 1 (15.09.) – Auch auf diese Art dürfte die für Steinschmätzer geäußerte Annahme zutreffen. Neuntöter: mehrfach ein Familienverband (mit 5 Jgv.) bis 16.08., 1 zuletzt am 20.08.; Kiebitz: 11 (26.08.), 6 (15.09.); Bekassine: 2 (21.09.); Goldregenpfeifer: 1 (23.09.); Brachvogel: 1 (07.09.); Kleinspecht: 1 (12.09.); Silberreiher: 2 (26.08)

Fröndenberg: Kleinspechte, Gebirgsstelze, Schafstelzen, Eisvögel, Erlenzeisige, Bergfink, Wasserrallen, Bekassine, Löffelente, Sperber und Habicht am 28.09.2026 (Andre Matull u. Gregor Zosel)

Heute haben wir ab Sonnenaufgang bis ca. 13 Uhr die Kiebitzwiese besucht. Vom Hindenburg Hain bis zur Rammbachmündung sind wir die gesamte Strecke abgelaufen, incl. Zwischenstopps auf beiden Aussichtshügeln. Unser Hauptaugenmerk galt dabei, neben den anderen Beobachtungen, die Zahl von Amsel und Rotkehlchen. Uns und auch anderen Fröndenberger Ornithologen ist aufgefallen, dass in diesem Spätsommer /Herbst der Bestand sehr „übersehbar“ ist. Amseln auf den Wiesen und Hecken sind schon eine Seltenheit und auch der gewohnte Herbstgesang der Rotkehlchen ist kaum zu hören. So konnten wir in diesen 6 Stunden entlang unseres Weges u.a. folgendes notieren: 5 Wasserrallen (4 im Bereich des Flößergrabens und 1 am neuen Aussichtshügels), 1 Bekassine, 2 Rostgänse, mind. ca. 540 Graugänse, mind. ca. 150 Kanadagänse, mind. ca. 90 Nilgänse, 3 Höckergänse, 1 Hausgans,  1 Löffelente, 3 Krickenten, 32 Reiherenten, 25 Blässrallen, 3 Teichrallen, 10 Zwergtaucher, 9 Höckerschwäne überfliegend, 3 Silberreiher, 9 Graureiher, 2 Kormorane, 3 Eisvögel, 1 Gebirgsstelze mit Gesang, ca. 20 Schafstelzen zusammen mit ca. 30 Bachstelzen auf angrenzendem Stoppelfeld rastend, 2 Kleinspechte (1 zuerst auf Ruhrdamm und dann am Mendener Ententeichufer, 1 am Neimener Bach nahe des Wehres), 4 Grünspechte, 2 Buntspechte, 2 singende Hausrotschwänze, 2 Sumpfmeisen, 4 Schwanzmeisen, 1 Kleiber, 1 Grünfink, 2 Rohrammern, 2 Goldammer, 2 Gartenbaumläufer, 13 Zilpzalpe, 4 Eichelhäher, 2 Singdrosseln, nur 7 Amseln (incl. Hindenburg Hain), ca. 150 Stare, 9 Rotkehlchen, 1 Habicht, 1 Sperber, 2 Mäusebussarde 1 Turmfalke sowie Rufe von 1 Bergfink, Erlenzeisigen, Stieglitze, ziehende Wiesenpieper und ziehende Feldlerchen.

Wasserralle am neuen Aussichtshügel…..am 28.09.2026 (Foto: Andre Matull)

Insgesamt konnten wir heute 5 Wasserrallen festmachen. Alle im Ostteil des NSG. Sicher kommen noch einige aus der Sichlerbucht dazu….am 28.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)

3 Silberreiher heute auf der Kiebitzwiese….am 28.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Graugänse im Sonnenaufgang auf dem Weg von den Schlafplätzen zu den Futterplätzen….am 28.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Habicht nahe des Wehres…..am 28.09.2026 (Foto: Andre Matull)

Abfliegende Sumpfmeise nach ihrer Darbietung ihres Herbstgesanges…..am 28.09.2026 (Foto: Andre Matull)

Grünspecht auf dem Weidezaun am alten Aussichtshügel….am 28.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Rotkehlchen singt in der Morgendämmerung. Insgesamt nur sehr wenige Rotkehlchen mit ihren typischem Herbstgesang….am 28.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Paarungsrad der Großen Heidelibelle….am 28.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Hamm, Werne, Bergkamen: Fitis, Schwarzkelchen, Mäusebussard, Stare, Turmfalke, Heckbraunelle, 20.09. – 26.09.2026, ( Karl Heinz Lindemann )

Turmfalke nach erfolgreicher Jagd, Lippewiesen Hamm – Werne, 20.09.2026, / Foto Karl Heinz Lindemann
Heckenbraunelle im eigen Garten Bergkamen Rünthe, 21.09.2026, / Foto Karl – Heinz Lindemann
Und ein Zilpzalp ebenfalls im Garten, 23.09.2026, / Foto Karl Heinz Lindemann
Schwarzkelchen Lippewiesen Werne – Hamm, 23.09.2026 / Foto Karl Heinz Lindemann
Mäusebussard über den Lippwiesen Bergkamen, 25.09.2026, / Foto Karl Heinz Lindemann
Stare insgesamt sicherlich ca. 100 Stück auf einer kleinen Streuobstwiese in Hamm Pelkum, 26.09.2026, / Foto Karl Heinz Lindemann

Arnsberg: Herbstbalz der Kolkraben, Schwarzspecht, Schwarzkehlchen, Wiesenpieper, Feldlerchen, Bluthänflinge, Goldammern, Hohltauben, Dompfaffe und Sperber am 25.09.2026 (Andre Matull und Gregor Zosel)

Heute lockte uns das traumhafte Wetter mal wieder zum Kloster Oelinghausen, wo wir unsere „Standartroute“ erwanderten. Bei unserer Ankunft am Kloster bei Sonnenaufgang trafen wir auf einige leicht gefrorene Pfützen und Raureif in den Senken. Gegen Mittag war dagegen T-Shirt-Wetter angesagt. Auf dem gut 5 stündigen Rundwanderweg konnten wir u.a. folgendes beobachten:  3 Kolkraben, davon 2 Ex. mit den Flugspielen der Herbstbalz, 1 Schwarzkehlchen, 1 Schwarzspecht, 2 Buntspechte, 2 Grünspechte, mindestens 17 Wiesenpieper (5 ziehend, mind. 12 rastend),mind. 20 Feldlerchen rastend, mind. ca. 60 Goldammern, (9 überfliegend, mind.50 Nahrung suchend in einem Stoppelfeld mit Umgebung), mind. 7 Bachstelzen, ca. 120 Bluthänflinge in einem Trupp Nahrung suchend, 1 Kernbeißer, 2 Tannenmeisen,1 Sumpfmeise, mind. 12 Schwanzmeisen (4 + mind.8 Ex.), 6 Kleiber, 3 Zaunkönige, 1 Hausrotschwanz, 5 Dompfaffe, 2 Mönchsgrasmücken, 1 Sommergoldhähnchen, 30 Zilpzalpe, 2 Rauchschwalben, mind. 25 Misteldrosseln überfliegend,  11 Hohltauben überfliegend, 11 Dohlen, 4 Eichelhäher, mind. 60 Stare, 1 Sperber, 1 Rotmilan, 1 Mäusebussard 2 Turmfalken sowie 1 Graureiher. Auffallend sehr wenige Amseln!

Kolkrabe nahe des Klosters Oelinghausen….am 25.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Immer wieder beeindruckend die Flugspiele der Kolkraben bei der Herbstbalz….am 25.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Schwarzkehlchen in einer sich überlassenen Kahlschlagfläche….am 25.09.2026 (Foto: Andre Matull)

Ausschnitt aus dem großen Bluthänflingstrupp….am 25.09.2026 (Foto: Andre Matull)

Feldlerche vor strahlend blauem Himmel….am 25.09.2026 (Foto: Andre Matull)

Der Schwarze Moderkäfer (Ocypus olens) sagt uns mit seiner skorpionsähnlichen Drohgebärde.“Kommt mir nicht zu nahe, sonst gibt es eine Ladung stinkendes Sekret aus meinen Drüsen am Hinterleib“….am 25.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)

C-Falter in der Morgensonne….am 25.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Auch das Waldbrettspiel genießt die wärmende Sonne nach der kalten Nacht….am 25.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Noch einzelne Hauhechelbläulinge entdeckten wir am Wegesrand….am 25.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Hamm/Werne/Bergkamen: Kormorane, Grünschenkel, Karstweißling, 05.09.-15.09.2026 (Horst R. Kraft)

Nachstehend ein Foto vom 05.08.2026 vom sog. „Scheringteich“ am Tibaum, mit Blick nach Westen, also Richtung A1, links neben dem Hochspannungsmast ist also die Tibaumbrücke (über dem Kanal), rechts daneben sieht man die weiße Spitze des Schornsteins vom Kraftwerk Heil. Einen Monat später sah es noch trockener aus, im vorderen Teil des Schering-Teichs war kein Tropfen Wasser. Am 05.09.2026 jedoch, es hatte nachts etwas geregnet, hatten sich in Teilen der Fläche, vorne, einige Pfützen gebildet, für die sich durchziehende Grünschenkel aus Futtergründen interessierten. Als ich am nächsten Morgen weitere Fotos machen wollte, waren sie leider schon weg, die Pfützen auch.

Am 15.09.2026 sah ich am Tibaum etwa 50 Kormorane in 2 V-Formationen ziehend.

An der Ökologiestation einige Tage zuvor am 10.09.2026 ein Karstweißling. Die Art ist ebenfalls immer häufiger wegen des Klimawandels auch hier zu sehen. Gregor Zosel veröffentlichte „sein“ Karstweißlingfoto auf der OAG-Seite als ein „Highlight unter den Schmetterlingen“ am 07.09.2026.

NSG Tibaum Hamm am 05.08.2026 während der sommerlichen Dürreperiode Foto: Horst R. Kraft
Grünschenkel, NSG Tibaum Hamm, 05.09.2026 Foto: Horst R. Kraft
Ziehende Kormorane, NSG Tibaum Hamm, 15.09.2026 Foto: Horst R. Kraft
Ziehende Kormorane, NSG Tibaum Hamm, 15.09.2026 Foto: Horst R. Kraft
Ziehende Kormorane, NSG Tibaum Hamm, 15.09.2026 Foto: Horst R. Kraft
Karstweißling, Ökologiestation Bergkamen-Heil, 10.09.2026 Foto: Horst R. Kraft

Schwerte: Fischadler, Knäkente, Seidensänger, Braunkehlchen, Gartenrotschwanz, Grauschnäpper, Löffelente, Baumfalke, Rohrweihe, Wasserralle, Stare (Schlafplatz), überwinternder Weißstorch, Sperber, Flussuferläufer, Bekassine u. a., 08.09.–19.09.2026 (K. & A. Matull)

Das Beobachtungsgeschehen der vergangenen Tage zeigte sich wechselhaft: Während einige Arten zeitweise gut vertreten waren und andere spürbar abnahmen, bleibt das Zuggeschehen im Herbst weiterhin spannend und lässt auf weitere Überraschungen hoffen.

Auf der Röllingwiese in Schwerte gelang am 08.09. u. a. die Beobachtung einer rastenden Knäkente, zweier weiterhin regelmäßig anwesender Rohrweihen (1,1), eines Baumfalken sowie von mind. 3 Wasserrallen, die wie gewohnt vom Nord- und Südufer zu hören waren. Am 13.09. zeigten sich u. a. 7 Löffelenten, 2 Flussuferläufer, der traditionell überwinternde Weißstorch, eine Bekassine und > 5.000 Stare beim morgendlichen Schlafplatzabflug aus dem Schilf. Am 14.09. folgten an gleicher Stelle 2 Sperber gleichzeitig, eine weitere Rohrweihe und schließlich unser erster persönlich beobachteter durchziehender Fischadler dieser Saison.

Auf einer Offenfläche nordwestlich des Elsebachtals in Schwerte konnte am Morgen des 09.09. ein jagender Baumfalke während der Maisernte sowie ein Gartenrotschwanz beobachtet werden. Im angrenzenden Wald wurden neben rastenden Baumpiepern u. a. ein Grauschnäpper, ein Sperber, > 2 Haubenmeisen, ca. 4 Tannenmeisen und > 3 Kernbeißer notiert.

Rund um das NSG Mühlenstrang in Schwerte gelangen am 12.09. u. a. Nachweise des bekannten Seidensängers, von 5 Braunkehlchen, einem Grauschnäpper, mindestens 10 rastenden Wiesenschafstelzen, ungezählten Baumpiepern (rastend und überfliegend) sowie rund 50 Rauchschwalben.

Ein mittlerweile selten gewordener Rastvogel auf dem Herbstzug: Knäkente im eleganten Vorbeiflug über der Röllingwiese in Schwerte am 08.09.2026. (Foto: Andre Matull)
Willkommene Abwechslung zu den gewohnten Krick-, Schnatter- und Stockenten: Die ersten persönlich beobachteten Löffelenten der diesjährigen Herbstsaison im Kreis Unna auf der Röllingwiese in Schwerte am 13.09.2026. (Foto: Klaus Matull)
Einer von zwei Sperbern, die sich am 14.09.2026 in Schwerte-Westhofen eine rasante Verfolgungsjagd lieferten – hier nach kurzem Aufbaumen mit aufmerksamem Blick in Richtung seines Kontrahenten. (Foto: Klaus Matull)
Bislang hielten wir auf dem diesjährigen Herbstzug entlang von Lenne und Ruhr vergeblich Ausschau: Am 14.09.2026 gelang schließlich die erste persönliche Beobachtung eines durchziehenden Fischadlers über Schwerte-Westhofen mit zielgerichtetem Kurs nach Südwesten. (Foto: Klaus Matull)
Braunkehlchen im Feuchtgebiet des NSG Mühlenstrang in Schwerte: Das Flugfoto setzt die charakteristischen weißen Flügelflecken auf dem dunklen Flügel in Szene. Während Braunkehlchen als Durchzügler aktuell noch regelmäßig zu sehen sind… 12.09.2026 (Foto: Andre Matull)
…ist der Gartenrotschwanz lokal ein derzeit spürbar rarerer Anblick. Dabei zählt er bundesweit zu den Arten mit leicht positiver Bestandsentwicklung. Hier rastend im Gehölzsaum nordwestlich des Elsebachtals in Schwerte am 09.09.2026. (Foto: Andre Matull)

Eindeutige Spurenlage belegt Biberaktivität im Schwerter Ruhrtal, September 2026 (K.&A.Matull)

Aktuelle Beobachtungen belegen die Aktivität von mindestens einem Biber im Schwerter Ruhrtal. In Schwerte selbst war uns bislang vor allem der Totfund eines einzelnen verwesten Tiers Anfang Oktober 2019 gegenüber dem Wellenbad Geisecke bekannt (vgl. → Jahresbericht Biologische Station Kreis Unna/Dortmund- Neues vom Biber und Fischotter 2020 , Seite 5). Umso erfreulicher sind die Nachweise frischer Fraßspuren. Im Rahmen unserer Erfassung dokumentierten wir die schrittweise Bearbeitung und Fällung eines Ufergehölzes fotografisch sowie anhand direkter und indirekter Spuren. Die exakten Fundortdaten wurden der Biologischen Station Unna/Dortmund übermittelt.

Es bleibt offen, ob die Aktivität auf einen durchziehenden Einzelbiber, eine vorübergehende Nutzung oder den Beginn einer Ansiedlung zurückgeht. Bei einer Nachkontrolle war das zuvor dokumentierte Stammmaterial am Fraßplatz verschwunden; eine Verlagerung durch den Biber erscheint plausibel. Der konkrete Verwendungszweck – etwa als Nahrungsdepot, Transport in geschützte Bereiche oder Baumaterial – lässt sich jedoch nicht feststellen.

Nach der dokumentierten Fraßaktivität folgte im unmittelbaren Nahbereich eine mehrtägige Pause. Auf dieser Grundlage wird in der Praxis nicht selten angenommen, dass das Tier weitergezogen ist. Dies kann jedoch auf einen Wechsel zu anderen Fraßplätzen im Aktionsraum, energetische Ressourcenschonung oder ein Durchziehen hindeuten, die genaue Ursache bleibt offen. Die Befunde unterstreichen den Wert fortlaufender Kontrollen im Ruhrtal. Aufschlussreich wären künftig weitere Fraßplätze, Wechselspuren, Materialtransporte, Duftmarken sowie Bau- oder Depotstrukturen.

Methodik und Spurenbild

Zur Zuordnung der Aktivität dienten charakteristische Nagespuren. Um Störungen sowie zusätzliche Geruchs- und Trittspuren im sensiblen Uferbereich – der im Umfeld ohnehin regelmäßig durch Publikumsverkehr genutzt wird – zu vermeiden, erfolgte die fotografische Erfassung mittels Teleobjektiv aus geschützter Distanz. Dokumentiert wurden partielle Entrindungen, frische Nagekanten, Holzspäne sowie eine sanduhrförmige Fällkerbe. Über Frischemerkmale wie den Verfärbungsgrad des Holzes, die Spanfeuchte und die Schärfe der Nagekanten erfolgte eine relative zeitliche Zuordnung. Zudem stellten wir eine ausgeprägte Wechselspur fest. Ein solches Wegenetz erleichtert dem Biber den Zugang zwischen Gewässer und Fraßplatz und ermöglicht bei Störungen ein rasches Abtauchen.

Chronologisch erste Aufnahme (1) unserer Dokumentation eines frischen Fraßplatzes an einem Ufergehölz im Schwerter Ruhrtal. Der Stamm zeigt eine für Bibernagespuren charakteristische, sanduhrförmige Einschnürung im Bereich der Fällkerbe. Die scharfen Zahnkerben der Nagezähne und das feuchte, noch unverfärbte Holz sprechen in Verbindung mit den Beobachtungsdaten für eine sehr rezente Fällaktivität, vermutlich aus der vorausgegangenen Nacht.
Vergleichende Nahaufnahme zweier Fraßbilder unterschiedlichen Alters im selben Uferbereich.

​(1) (Ältere Fraßspur / Baumkappung): Der gekappte Stumpf wurde bei der Kontrolle am 09.09. festgestellt. Das Holz hat sich durch die mehrstündige Einwirkung von Luft und Licht kräftig orange-braun verfärbt. Das zuvor eingeknickte Kronenmaterial war bei der Nachkontrolle am Fraßplatz nicht mehr auffindbar.

(2) (Neue Fraßspur / Partielle Entrindung): Eine frische, langgestreckte Fraßspur bei der Kontrolle am 10.09. Das Holz ist noch nicht nachgedunkelt, faserig und gelblich-weiß. Im Gegensatz zur vollständigen Kappung bei (1) wurde dieser Stammabschnitt zunächst nur längsseitig entrindet. Dieses Vorgehen ist damit vereinbar, dass das Tier vor allem Rinden- und Bastanteile nutzte. Eine partielle Entrindung kann einer späteren weitergehenden Bearbeitung oder Fällung vorausgehen, führt jedoch nicht zwangsläufig zu einer vollständigen Fällung.
Nahaufnahme der fortgesetzten Aktivität. Am stehenden Stammabschnitt war gegenüber der vorherigen Dokumentation eine nach unten fortschreitende, vertiefte Bearbeitung des zuvor partiell entrindeten Bereichs festzustellen (3). Die frischen, tiefen Nagespuren im unteren Stammbereich dokumentieren eine zunehmende, fällungsnahe Bearbeitung des Gehölzes. Bei der darauffolgenden Kontrolle war der Stamm gefällt und nicht mehr am Fraßplatz auffindbar. Das Fehlen des zuvor dokumentierten Stammmaterials ist mit einer Verlagerung durch den Biber vereinbar. Ob das Material der weiteren Nahrungsnutzung im Gewässerbereich oder einer baulichen Verwendung diente, konnte nicht festgestellt werden. Auch die Ursache für das anschließende Ausbleiben weiterer frischer Spuren im unmittelbaren Nahbereich bleibt offen.

Unna: Rebhühner am 18.09.2026 (U. Becker)

Am Vormittag des 18.09.2026 hielten sich mindestens 4 Rebhühner auf einem Rapsstoppelacker nördlich vom Radweg bei Lünern auf. Dort brüten sie seit mehreren Jahren erfolgreich. Bereits am 14.09.2026 flogen südlich der B1 in Nähe der Windräder 2 Rebhühner kurz auf.

Belegfoto Rebhühner am 18.09.2026 bei Lünern (Foto: U. Becker)

Lünen:Elstern am 16.09.2026 (A. Pflaume)

Elstern belegen oft über viele Jahre hinweg Brutreviere, in denen das alte Nest immer wieder ausgebessert oder auch erneuert wird.So entstehen auch kleine Nestgruppen. Spätestens ab Januar (manchmal auch schon früher) kann man dann Altvögel bei Bauarbeiten am alten Nest beobachten. Neu ist für mich folgende Beobachtung: Heute beginnt ein Elsternpaar bei mir im Garten mit dem Bau eines neuen Nestes. Dieser Standort gehört nicht zu einem solchen traditionellen Nistplatz, sondern scheint wirklich ein neues Revier zu sein. Den Bau eines neuen Nestes um diese Jahreszeit habe ich noch nie gesehen.

Berkamen: Südliche Libellen, 06. – 10.09.2026 (Horst R. Kraft)

Im Kontext zur Meldung einer Gottesanbeterin von Frau Kleiböhmer sind vielleicht die folgenden Beobachtungen interessant. Im Bereich der Ökostation fotografierte ich am 06.09.2026 auf halbem Weg zwischen Aussichtsturm und der Ökostation eine Kleinlibelle. Früher hauptsächlich in wärmeren Zonen wie dem Mittelmeerraum beheimatet: eine weibl. Südliche Binsenjungfer. Freundlicherweise wurde die Bestimmung von Herrn Wolfgang Postler bestätigt.

Am 10.09.2026 fiel mir wiederum an der Ökostation eine Großlibelle an ihrem für hiesige Heidelibellen eher untypischen Verhalten auf,  ich vermutete eine Südliche Heidelibelle. Die Bestätigung erfolgte umgehend von Herrn Postler.

Der Grund für das Auftreten der beiden eher südlich bzw. kontinental verbreiteten Arten wird die Klimaerwärmung sein, die schon seit einigen Jahren für die Nordwanderung wärmeliebender Tiere verantwortlich ist. Beide Libellenarten sind mittlerweile bei uns häufiger zu sehen.

Südliche Binsenjungfer an der Ökologiestation in Bergkamen-Heil, 06.09.2026 Foto: Horst R. Kraft
Südliche Binsenjungfer an der Ökologiestation in Bergkamen-Heil, 06.09.2026 Foto: Horst R. Kraft
Südliche Heidelibelle an der Ökologiestation in Bergkamen-Heil, 10.09.2026 Foto: Horst R. Kraft
Südliche Heidelibelle an der Ökologiestation in Bergkamen-Heil, 10.09.2026 Foto: Horst R. Kraft