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Fröndenberg/Holzwickede/Schwerte/Menden&Iserlohn: Weißstörche, Schellenten, Gänsesäger, Kiebitze,Wasserralle, Habicht, Bekassine, Wacholderdrosseln sowie NWO Wasservogelzählung im MK mit u.a. Graureiher-Kolonie, Schnatterenten und ohne Seidensänger, 9.-14.02.2026 (K.&A.Matull)

Am Montag (09.02.) auf der Ruhr in Schwerte „Am Mühlenstrang“ 3 Schellenten (1,2). Auf Höhe des Geiseckesees 134 nach Osten überfliegende Kiebitze. Des weiteren 2 artreine Trupps nahrungssuchender Wacholderdrosseln in der Nähe der Schoofs-Brücke (> 100) sowie weitere > 70 auf einem Feld in der Nähe des Gutshofs „Wellenbad.“ Ebenda seit mind. gestern ein Weißstorch auf dem Nest.

Gestern auf der Kiebitzwiese zwischen beiden Aussichtshügeln u.a.:

88 Kanadagänse, 50 Schnatterenten (27,23), 5 Krickenten (3,2), 112 Stockenten, eine Wasserralle, ein Weißstorch (seit mind. Di., 10.02., zurückkehrt, Beob.: B.Nikula), ein Silberreiher, ein Graureiher, ein Habicht (0,1), eine Bekassine, mind. 32 überfliegende Lachmöwen, ein Gänsesäger sowie ungezählte Wiesenpieper.

Im Kreis UN offenbar nur noch ein seltener Wintergast: Schellenten im Gegenlicht auf der Ruhr bei Schwerte am 09.02.2026. (Foto: Andre Matull)
Seit mind. gestern verweilt ein Weißstorch auf dem Nest am „Gutshof Wellenbad.“ Hier heute Morgen bei der Suche nach Maulwürfen. 14.02.2026 (Foto: Klaus Matull)
Der Weißstorch ist seit Anfang dieser Woche auf die Nisthilfe der Kiebitzwiese zurückgekehrt. Dieser Horst ist seit 2019 der beständigste Brutplatz im Raum Fröndenberg und Schwerte und der einzige Standort der Region, der seither jährlich durchgehend erfolgreiche Bruten mit flüggen Jungvögeln verzeichnete. Um diesen Spitzenplatz frühzeitig zu sichern, ist das Männchen bereits Anfang der Woche eingetroffen. Damit ist er – wie gewohnt – der erste Rückkehrer unter den hiesigen Brutpaaren aus den Überwinterungsgebieten im gesamten Raum Fröndenberg/Schwerte (ausgenommen lediglich das Weibchen an der Röllingwiese in Schwerte, welches dort bekanntlich traditionell überwintert). 13.02.2026 (Foto: Klaus Matull)
Gänsesäger auf der Vernässungsfläche der Kiebitzwiese in Fröndenberg am 13.02.2026. Ein seltener Anblick in diesem Bereich. (Foto: Andre Matull)
Wasserralle auf der Kiebitzwiese am 13.02.2026. Ungeschützt außerhalb der Deckung wirkt sie im offenen Gelände sichtlich unruhig. Dabei bleibt diese mit dem zuckenden Schwanz stets wachsam und reagiert auf Bewegungen schreckhaft. (Foto: Andre Matull)
Hier streckt sie den Kopf mit dem langen roten Schnabel unter Wasser. 13.02.2026 (Foto: Andre Matull)
Der leicht gebogene Schnabel fungiert wie eine Präzisionszange. Wiederholt gelang der Nachweis, wie sie erfolgreich Beute macht. Es fällt auf, dass die Beuteobjekte eine sehr spezifische Form haben: Sie sind meist oval bis rundlich, haben eine glatte, dunkle Oberfläche und scheinen eine gewisse Festigkeit zu besitzen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Wasserralle hier gezielt den Boden nach Schnecken absucht.
​Posthornschnecken oder Schlammschnecken
könnten hier gut in Frage kommen. Schnecken sind eine leicht verfügbare Proteinquelle, die nicht schnell flüchten können. 13.02.2026 (Foto: Andre Matull)
Hier sieht man, wie die Ralle ein Objekt hochzieht, an dem noch ein Pflanzenfaden oder Schleimspuren haften- ein charakteristisches Indiz für Schnecken. 13.02.2026 (Foto: Andre Matull)

Mit einem erweiterten regionalen Fokus ergaben sich in der unmittelbaren Nachbarschaft heute durch die NWO-Wasservogelzählung folgende Beobachtungen:

Oeseteiche Menden: (0 Grad, Schneeregen)

2 Höckerschwäne, eine Graugans, 118 Schnatterenten, 4 Krickenten (2,2), 65 Stockenten+2 Bastard/fehlfarben, eine Tafelente (1,0), 49 Reiherenten (viele!) (29,20), 5 Kormorane, ein Silberreiher, ein Graureiher und 4 Blässrallen.

Am Iserlohner Seilersee war die Graureiher Kolonie heute bei -1 Grad und Schneeregen erst mit 8 Nestern belegt.

Darüber hinaus wurden ebenda für die Wasservogelzählung heute folgende Arten notiert:

2 Höckerschwäne, 22 Kanadagänse, 4 Nilgänse, 36 Stockenten+4 Bastard/fehlfarben, 3 Tafelenten (1,2), 18 Reiherenten (11,7), ein Gänsesäger (1,0), 15 Kormorane, 7 Teichrallen und 28 Blässrallen.

Zu guter Letzt noch ein Update zu den Seidensängern vom Seilersee in Iserlohn. Die letztmalige eigene Beobachtung eines Individuums gelang hier am 15.12.25. Seidensänger neigen grundsätzlich dazu ganzjährig in ihren auserwählten Gebieten zu bleiben. Es ist davon auszugehen, dass die Frost- und Schneeperiode am Rande des Süderberglands doch etwas zu intensiv wurde und die Art (vorerst?) abgezogen ist. Bedauerlicherweise hat sich aber auch das Gesicht des Habitats nun grundlegend verändert.

Trotz der wertvollen fachlichen Unterstützung durch die Abteilung Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Iserlohn, die sich engagiert für den Erhalt dieser Strukturen eingesetzt hat, kam es im Zuge der regulären Gewässerunterhaltung zu weitreichenden Rückschnitten. Wo letztendlich genau das Problem lag, bleibt rein spekulativ. Dabei war der Erfolg dieses historischen Brutnachweises ursprünglich zweifelsfrei eng mit einer spezifischen Managemententscheidung verknüpft: Um die Verschmutzung der ufernahen Gehwege durch Gänseexkremente im Sommer zu reduzieren, wurden die Uferzonen seit 2022 auf Empfehlung der zuständigen Fachbehörden als eine von mehreren Maßnahmen zur Bestandsregulierung der Kanada- und Nilgans bewusst der Sukzession überlassen. Ziel war es, durch dichte Vegetationsriegel den direkten Zugang der Gänsefamilien vom Wasser zu den Kurzgrasflächen zu unterbinden. Diese ursprünglich rein pragmatische Maßnahme zur Konfliktvermeidung entwickelte sich zu einem wertvollen ökologischen Synergieeffekt, der erst die notwendige Deckung für die Ansiedlung des Seidensängers schuf. Dies belegt eindrucksvoll, welches Potenzial bereits in der kleinräumigen Förderung natürlicher Dynamik in semi-urbanen Räumen steckt und wie diese zu bemerkenswerten Ansiedlungserfolgen führen kann. Eine ökologisch orientierte Pflegepraxis bietet die Chance, Sukzessionsflächen verstärkt als funktionale Bestandteile des Ökosystems zu begreifen, statt sie lediglich als Defizit in der Gewässerunterhaltung einzustufen. Bedauerlicherweise zeigt die aktuelle Situation am Seilersee ein anderes Bild. Wer so viel Zeit und Leidenschaft investiert, um diese flüchtigen Momente der Natur zu dokumentieren, erkennt oft schmerzlich, wie fragil solche Erfolge sind, wenn fachliche Weitsicht an behördeninternen Schnittstellen oder festgefahrenen Pflegeroutinen scheitert.

Als Fazit bleibt festzuhalten: Eine Rückkehr des Seidensängers an seine alte Wirkungsstätte ist zwar nicht ausgeschlossen, doch haben die jüngsten Maßnahmen die Habitatqualität zweifellos massiv verschlechtert. Es drängt sich die Erkenntnis auf, dass dauerhafte Ansiedlungserfolge dieser Art wohl erst dann gesichert sind, wenn solche Strukturen auch außerhalb von Naturschutzgebieten eine echte Chance erhalten. Grundsätzlich darf man jedoch angesichts der letztjährigen Ergebnisse in den Niederlanden und Deutschland (vgl. König et al. 2025, S. 36–38: https://www.dda-web.de/downloads/publications/falke/72/koenig_et_al_2025_sommer25.pdf ) trotz der winterlichen Witterung in den letzten Monaten zuversichtlich bleiben: Weitere Ansiedlungen des Seidensängers im Kreis Unna und Umgebung sind auch in Zukunft fest zu erwarten.

Vorher: Habitat des Seidensängers mit bruchwaldartigen Schwarzerlenbestand, der landseitig in ein dichtes Gebüschmosaik aus u.a. Schwarzem Holunder, Rotem Hartriegel und Gewöhnlicher Schneebeere überging. In der Krautschicht dominierten neben ausgedehnten Beständen von Schilfrohr und Binsen vor allem Brennnesseln, Brombeeren sowie der Gewöhnliche Wasserdost. Wo vorher im Frühjahr/Sommer 2025 noch Leben herrschte,
regiert heute (nachher; Februar 2026) leider die Ordnung der Kahlschlag-Bürokratie.
(Fotos: Andre Matull)
Die beschriebenen wichtigen Strukturen halfen dem Seidensänger 2025 bei der Nahrungssuche und boten diesem darüber hinaus die Deckung, welche letztendlich sogar zum Nachweis einer erfolgreichen Reproduktion führte. (Fotos: Andre Matull)

Hamm/Unna: Rohrdommel und mehr, 21.01.-09.02.2026 (Horst R. Kraft)

Vom 21.01. bis zum 09.02.2026 gelangen die nachfolgenden Beobachtungen und Fotos.

Rohrdommel
Rohrdommel, Tibaum Hamm, 21.01.2026 Foto: Horst R. Kraft
Rohrdommel
Rohrdommel, Tibaum Hamm, 21.01.2026 Foto: Horst R. Kraft
Hybridgänse
Graugans/Kanadagans-Hybriden, Tibaum Hamm, 04.02.2026 Foto: Horst R. Kraft
Graugans und Krickente
Graugänse und Krickenten, Tibaum Hamm, 07.02.2026 Foto: Horst R. Kraft
Brandgans
Brandgans(weibchen in Begleitung) auf Durchreise ins Brutrevier, Tibaum Hamm, 07.02.2026 Foto: Horst R. Kraft
Reiherente
Die ersten Reiherenten(erpel) sind zurück … das einzige Weibchen wird beäugt, Bergkamen, Beversee, 07.02.2026 Foto: Horst R. Kraft
Blässgänse
Blässgänse (etwa 200), Rieselfelder Werne, 09.02.2026 Foto: Horst R. Kraft
Kiebitz
„Meine“ ersten diesjährigen Kiebitz-Fotos, insgesamt waren 7 Kiebitze zu sehen, Tibaum Hamm, 09.02.2026 Foto: Horst R. Kraft

Unna / Fröndenberg: Kornweihen, Wanderfalke, Brachvögel, Kraniche, Pfeifenten, Masseneinflug von Kiebitzen u.a., 10.02.2026 (B.Glüer)

Die Hemmerder Wiesen erweisen sich derzeit weiterhin als Drehscheibe des Vogelzuges. Dabei stand der heutige Tag für mich unter dem Eindruck ungewöhnlicher Ansammlungen von Kiebitzen. Ihr stetiges „Kommen und Gehen“ ließ eine exakte Erfassung der Zahlen nicht zu, doch es dürften einige Hundert gewesen sein. Abwechselnd wurden Ackerflächen nahe der östlich verlaufenden Trotzburgstraße, die Nassbereiche der Hemmerder Wiesen oder Felder westlich des NSGs in unterschiedlicher – immer wieder neu formierter Truppstärke aufgesucht. Ähnlich verhielten sich auch – wie gewohnt – die Gänsescharen, die ebenfalls mehrere Hundert umfassten und vor allem aus Blässgänsen, Tundrasaatgänsen, Graugänsen, Kanadagänsen, einzelnen Nilgänsen und Rostgänsen bestanden. Bemerkenswert auch ~35 Pfeifenten, wie gewohnt ~80 Krickenten, ungezählte Stockenten und einzelne Schnatterenten. Besonders erfreulich die weiterhin ausharrenden 2 Brachvögel. Ein vorjähriger Wanderfalke sorgte zwischenzeitlich vor allem bei den Kiebitzen für Panik und ließ sie minutenlang großräumig kreisen, ohne dass sie sich erneut zu einer Landung entschließen konnten.

Östlich UN-Steinen eine ruhende Kornweihe (m). Ein weiteres Kornweihenmännchen hielt sich morgens bereits im Großraum Frdbg.-Ostbüren / UN-Siddinghausen jagend auf.

Dicht gedrängt und in ständiger „Hab-Acht-Stellung“ rastet ein größerer Kiebitztrupp kurz auf einem frisch bearbeiteten Acker nahe der Trotzburgstraße bei UN-Steinen …, 10.02.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… nicht unbedingt dieselben Kiebitze landen in ebenfalls großer Zahl in den Hemmerder Wiesen, um schon kurz darauf wieder durchzustarten …, 10.02.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… teilweise scheint über dem NSG der ganze Himmel voller Kiebitze zu sein …, 10.02.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… in Panik beschleunigt der ganze Schwarm plötzlich seinen Flug in eine gemeinsame Richtung unter wellenartigen Zusammenballungen …, 10.02.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… der Grund für die Aufregung zeigt sich kurz darauf: ein vorjähriger Wanderfalke, der allerdings ohne Beute bleibt und abstreicht, von „hassenden“ Rabenkrähen eskortiert…, 10.02.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… die zahlreichen Gänse (hier Blässgänse und vorne rechts 2 Tundrasaatgänse) lässt das Intermezzo weitgehend ungerührt …, 10.02.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… auch die beiden Brachvögel bleiben relativ gelassen …, 10.02.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… tags zuvor im NSG – nahe der Eichengruppe – nach der „Lese“ letzter Eicheln diese Dreiergruppe Kraniche, die sich sogar unter lautem Trompeten zu einem kurzen Balztanz hinreißen lassen, 09.02.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Nahe UN-Siddinghausen diese männliche Kornweihe …, 10.02.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… über einer Feldgrasfläche jagend. Es fällt auf, dass die äußere Steuerfeder (rechts) eine abgebrochene Spitze aufzeigt – ein Wiedererkennungsmerkmal, falls anderweitig weitere Fotos von ihr gemacht werden, 10.02.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Hamm: Gänsesäger, Silberreiher, Schwarzspecht, Mittelspechte, Singdrosseln und Feldlerchen am 07.02 -08.02. 2026 (Raphaela Gerwin u. Gregor Zosel)

Am Samstag konnten wir im Waldgebiet der Ostgeithe u.a. 1 rufenden Schwarzspecht, 2 Mittelspechte, 1 Grünspecht sowie mehrere Buntspechte notieren. Im Efeubestand an den Waldbäumen ein Trupp von ca. 10 Singdrosseln auf Nahrungssuche. 1 einzelner überfliegender Kranich. Am Sonntag beobachteten wir im Feuchtgebiet zwischen dem Schafbusch und dem Heesener Wald nahe Hamm/ Westhusen u.a. 3 Gänsesäger, 1 Nilgans, 1 Silberreiher, 1 Graureiher und 1 Kormoran. Hier 19 nach NW ziehende Feldlerchen.

Mittelspecht in der Geithe ….am 07.02.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Mittelspecht in der Geithe ….am 07.02.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Gänsesäger nahe Hamm/Westhusen ….am 08.02.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Gänsesäger und Kormoran nahe Hamm/Westhusen ….am 08.02.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Silberreiher nahe Hamm/Westhusen im Feuchtgebiet zwischen Heesener Wald und dem Schafbusch….am 08.02.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Fröndenberg/Unna: Rastende Kraniche, Blässgänse (ziehend u. Stationär), Kiebitz und Feldlerchenzug, große Brachvögel, Wasserralle,Tundrasaatgänse, Schwarzkehlchen, Goldammern, Sperber, Gebirgsstelze u.a. am 08.02.2026 (K.&A.Matull)

Heute Morgen rasteten in den Hemmerder Wiesen neben dem bewährten und vielfältigen Arteninventar der letzten Tage – darunter Kiebitz, Tundrasaatgans, Blässgans, Krick-, Pfeif-, Schnatter- und Spießente – weiterhin die beiden Großen Brachvögel sowie 36 Kraniche. Letztere flogen nach einer Störung im Gebiet am späten Morgen in nordöstliche Richtung ab (Mitbeob.: G. Herber-Busch u. B. Nikula).

​Auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg (teilweise Mitbeob.: A. Hünting) wurden zeitgleich im Bereich zwischen den beiden Aussichtshügeln u. a. folgende stationäre Vogelarten beobachtet:

62 Kanadagänse, 88 Blässgänse (davon 9 im 2. KJ), 14 Graugänse, 19 Nilgänse, 28 Schnatterenten, 2 Krickenten, 95 Stockenten, ein Kormoran, je 2 Silber- und Graureiher, ein Sperber, eine Wasserralle, eine Gebirgsstelze, 2 Schwarzkehlchen (1,1), 2 Goldammern sowie ungezählte Wacholderdrosseln. Zudem hielten sich dort 4 Höckerschwäne sowie der Kadaver des verunfallten Tieres auf (vgl. Meldung A. Hünting vom 06.02.26), welcher vom Frost konserviert und unberührt an gleicher Stelle verblieben ist.

Darüber hinaus konnte bis 11:00 Uhr ein kontinuierlicher Feldlerchenzug am strahlend blauen Himmel erfasst werden. Ergänzend zu den stationären Blässgänsen sind zudem weitere 224 Individuen anzuführen, die am Vormittag gleichzeitig als mehrere V-Formationen in östliche Richtung über die Kiebitzwiese hinwegzogen. Des weiteren überflogen 12 Kiebitze das Gebiet flach in westliche Richtung.

An beiden Standorten (Hemmerder Wiesen & Kiebitzwiese) waren bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Weißstörche anzutreffen.

Teilausschnitt der rastenden Kraniche am Morgen bei den ersten Sonnenstrahlen. 08.02.2026 (Foto: Klaus Matull)
Rastende Kraniche kurz vor dem Abflug aus den Hemmerder Wiesen am 08.02.2026. (Foto: Klaus Matull)
Blässgans-Studien: Einfliegend in den Hemmerder Wiesen am 08.02.2026. (Foto: Klaus Matull)
Blässgänse im Vogelzug: Formation in östlicher Richtung über der Kiebitzwiese am 08.02.2026. (Foto: Andre Matull)
Blässgänse vergesellschaftet mit Tundrasaatgänsen in den Hemmerder Wiesen am 08.02.2026. (Foto: Klaus Matull)
Kiebitze im Landeanflug auf die Hemmerder Wiesen am 08.02.2026. (Foto: Klaus Matull)
Heimlich und bei Eis kreativ: Wasserralle am Rande der Kiebitzwiese am 08.02.2026. (Foto: Andre Matull)
Männliches Schwarzkehlchen auf der Kiebitzwiese am 08.02.2026. In der Nähe hielt sich auch das Weibchen auf. (Foto: Andre Matull)
Auf der Röllingwiese in Schwerte hat das Weibchen des hiesigen Paares bis jetzt erneut überwintert. Sie klappert schon regelmäßig und erwartet wohl ihren Partner. 07.02.2026 (Foto: Klaus Matull)

In Gedenken an Karl-Heinz Kühnapfel

Am 06.02.2026 verstarb Karl-Heinz Kühnapfel, Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Alter von 86 Jahren.

Karl-Heinz Kühnapfel war für mich von Kindesbeinen das große Vorbild, wenn es um Ornithologie und Naturschutz ging. Mit seinem Humor vermochte er schon immer die Menschen einzufangen, auch wenn es fachlich manchmal sehr speziell wurde. So war er (zusammen mit Andreas Buchheim) bis zur Schließung der Hausmülldeponien sehr bemüht, dem Interessierten auch die Abstufungen in der Großmöwengruppe nahezubringen. Ab da gab es dann im Sprachgebrauch plötzlich Mittelmeer- und Steppenmöwen.

Karl-Heinz Kühnapfel war neben seinem Beruf als Pharmareferent auf vielen Ebenen im Naturschutz aktiv. Besondere Betätigungsfelder neben seinen Beobachtungen waren die Vogelbestimmungswanderungen am Beversee oder dem Kurler Busch. Hier konnte er den Menschen leichtverständlich alles rund um den Vogel vermitteln.

Sein Wissen erlangte er bereits in frühester Jugend im Bundesland Thüringen. Die Urlaube verbrachte die Familie, Frau Helga und die drei Kinder Claudia, Olaf und Klaus-Bernhard, oft im hohen Norden, in Lappland. Aber es gab auch Reisen nach Griechenland oder zum Neusiedlersee, wo Karl-Heinz Kühnapfel sein Tarnzelt aufbaute. Dieses war seine zweite Bleibe, von dort konnte er unerkannt fantastische Aufnahmen der Vogelwelt machen. Gerade mit diesen Aufnahmen dokumentierte er die Limikolen in unserem Raum wie kein anderer und zeigen, wie wichtig die Kläranlagen in unserem Raum für diese Zugvögel sind.

Für Karl Heinz Kühnapfel waren gerade die nicht so anziehenden Plätze, wie die Kläranlagen in Schwanzbell und Kamen, der Lanstroper See mit angeschlossener Müllkippe, der Beversee und Kurler Busch sein place to be. Hier half er mit, die Wasserstände der Kläranlagen so zu organisieren, dass die einzelnen Arten möglichst optimale Bedingungen vorfanden und damit gute Nahrungsgründe für die Durchzügler aber auch Brutvögel geschaffen wurden. In den 1980er Jahren erbrachte er dann auch an einer Kläranlage den ersten Brutnachweis für den Säbelschnäbler. In seinem Garten konnte er 2018 für mehrere Wochen täglich eine Zwergammer beobachten, was in Mitteleuropa wohl noch keinem Ornithologen im eigenen Garten vergönnt war.

Er war für viele Jahre Landschaftswächter in Dortmund und legte sich mit manch einem Jäger im Kreisjagdbeirat an. Er half mit, die Deponie und den Lanstroper See nach der Schließung umzugestalten. Hier ließ er als Ausgleichsmaßnahme einen großen Teich errichten, um die Möwen vom Lanstroper See umzulenken.

Karl-Heinz Kühnapfel hielt weit mehr als 500 Vorträge und leitete sicherlich auch Exkursionen im dreistelligen Zahlenbereich. Die Leichtigkeit und sein Humor sind ihm hier sicherlich sehr behilflich gewesen. Neben all diesem Engagement hat er fast 50 wissenschaftliche Abhandlungen zur Ornithologie verfasst, darunter auch wichtige Langzeitstudien, die im Charadrius erschienen. Immer auf der Höhe der Zeit ist Karl-Heinz auch online unterwegs gewesen (OAG Unna, ornitho.de).

Die OAG verliert mit ihm ihren langjährigen Beobachter im mittleren Kreisgebiet, der sich an allen OAG-Kartierungen bis zum Schluss beteiligte, den Brutvogelatlas des Kreises Unna mitgestaltete und zahllose Beiträge für die OAG-Homepage lieferte. Er war auf unserern OAG-Treffen unser Nestor im Hintergrund und hat sich in dieser Rolle in der ihm eigenen Art immer wieder eingebracht. Für sein Engagement im Bereich Naturschutz erhielt er folgerichtig 2018 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Mit Karl-Heinz Kühnapfel hatten unsere Vogelarten in den letzten Jahrzehnten eine menschliche Stimme (vielleicht kam ihm hier die über 70 Jahre währende Mitgliedschaft im Gesangsverein zur Hilfe) und er hat mit seiner einnehmenden, lockeren und humoristischen Art viele junge Menschen für den Naturschutz begeistern können, die auch heute noch aktiv sind.

Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft und insbesondere auch wir „Jungornithologen“ haben Karl-Heinz ungeheuer viel zu verdanken. Wir denken an seine Familie, es ist ausgeschlossen, dass wir ihn vergessen.

Jens Brune

Fröndenberg/Kiebitzwiese: Bekassinen, Bläss-, Grau-, Kanada- und Nilgänse, Rotmilan, Sperber, Turmfalke, Wacholderdrosseln u.a. am 06.02.2026 (K. Matull und A. Hünting)

Vom alten Aussichtshügel aus konnten wir folgendes beobachten: 26 Kanadagänse, 2 Graugänse, 2 Nilgänse und ca. 100 Blässgänse, unter denen laut Merlin-App mindestens eine Kurzschnabelgans hätte gewesen sein sollen. Ehe wir die Gänseschar jedoch näher unter die Lupe nehmen konnten, überflog ein Hubschrauber das NSG. Während Kanada-, Grau- und Nilgänse entspannt blieben, flüchteten alle Blässgänse inklusive der möglicherweise auch anwesenden Kurzschnabelgans. Tja, Pech gehabt.

Mehr Pech hatte ein Höckerschwan, der höchstwahrscheinlich mit einem der Hochspannungskabel kollidierte und diese Kollision mit seinem Leben bezahlte. Sein Kadaver lag direkt vor dem alten Aussichtshügel unter der Stromleitung.

Weiter konnten wir 1 jagenden Sperber, 1 nach Norden überfliegenden Rotmilan und 1Turmfalken, 16 Schnatterenten, 2 m Krickenten, 42 Stockenten, 2 fehlfarbene Stockenten, 3 Bekassinen, 1 Buntspecht, 2 Rabenkrähen, 1 Zaunkönig, > 10 Stare, 2 Amseln und etwa 100 Wacholderdrosseln beobachten.

Höckerschwankadaver
Höckerschwankadaver …. am 06.02.2026 (Foto: A. Hünting)

Bekassine
3 Bekassinen unterhalb des Aussichtshügels. …. am 06.02.2026 (Foto: A. Hünting)
Turmfalke
Turmfalke nach erfolgreicher Jagd. …. am 06.02.2026 (Foto: A. Hünting)