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Unna / Bönen / Fröndenberg: Wanderfalke, Rotmilan, Kiebitz, Kolkrabe und Schwarzkehlchen am 30.10./31.10./03.11.2026 (H. Knüwer)

Am 31.10. flog ein einzelner, laut rufender Kolkrabe im westlichen Randbereich der Hemmerder Wiesen entlang (Mitbeobachter B. Glüer und M. Strathoff). Eigentlich ist das ungewöhnlich, weil sich Kolkraben meist als Paar oder als Gruppe zeigen. Wenig später lief dann ein offensichtlich flugbehinderter Kolkrabe auf einem Acker in Lenningsen (Am Brauck) umher, also ganz in der Nähe der Hemmerder Wiesen. Möglicherweise handelte es sich bei den beiden Raben um ein zuvor zusammengehöriges Paar.

Auch heute waren in den Hemmerder Wiesen die bereits von B. Glüer in seiner gestrigen Meldung beschriebenen Massen an Enten, Gänsen und Reihern anwesend. Hinzu gesellten sich zeitweilig rund 20-25 Kiebitze. Außerdem ließen sich noch ein ziehender Rotmilan sowie ein erfolglos jagender diesjähriger Wanderfalke blicken. Die Beringung des Falken konnte nicht identifiziert werden. (Mitbeobachter G. Herber-Busch)

Schon seit längerer Zeit hält sich ein Weißstorchpaar im Raum Lünern/Stockum/Hemmerde/Lenningsen auf. Einer der beiden Vögel trägt unterhalb des Intertarsalgelenkes einen niedrigen Metallring mit noch nicht vollständig identifizierter Inschrift. Am 30.10. ruhte das Paar auf einem Acker östlich der Ermelingschule in Lenningsen. Es handelt sich eindeutig nicht um das Paar, das schon mehrfach auf dem Hof Louven im Randbereich der Hemmerder Wiesen gebrütet hat. Zwar trägt das Weibchen des Louven-Paares auch einen Metallring, dieser sitzt aber oberhalb des Intertarsalgelenkes. Im Übrigen ist dieses Paar alljährlich in den Süden gezogen. Im Gegensatz dazu scheint das aktuell gesehene Paar hier überwintern zu wollen. Es war auch heute wieder in den Hemmerder Wiesen anwesend.

Überwinterungsversuche unternehmen offenbar auch einige Schwarzkehlchen in der Strickherdicker Feldflur. Heute waren dort mindestens vier Schwarzkehlchen zu sehen. Sie hielten sich vornehmlich in nicht gemähten Hochstaudenfluren auf. Dort finden sie nicht nur erhöhte Ansitzwarten, sondern auch einen reichlich gedeckten Tisch in Form einer Vielzahl an Insekten.

Kolkrabe mit Flügelverletzung im Westen der Hemmerder Wiesen am 31.10.26
Kolkrabe mit Flügelverletzung im Westen der Hemmerder Wiesen am 31.10.26 (Foto: H. Knüwer)
junger Wanderfalke in den Hemmerder Wiesen am 03.11.26 o: H. Knüwer)
junger Wanderfalke in den Hemmerder Wiesen am 03.11.26 (Foto: H. Knüwer)
Weißstorchpaar am 30.10.26 in Lenningsen…
Weißstorchpaar am 30.10.26 in Lenningsen… (Foto: H. Knüwer)
… und am 03.11. in den Hemmerder Wiesen
… und am 03.11. in den Hemmerder Wiesen (Foto: H. Knüwer)
Mehrere Schwarzkehlchen machen Anstalten, in der Strickherdicker Feldflur zu überwintern; hier ein Männchen … – 03.11.26
Mehrere Schwarzkehlchen machen Anstalten, in der Strickherdicker Feldflur zu überwintern; hier ein Männchen … – 03.11.26 (Foto: H. Knüwer)
… und hier ein Weibchen. – 03.11.26
… und hier ein Weibchen. – 03.11.26 (Foto: H. Knüwer)

Unna: Hemmerder Wiesen mit wachsenden Vogelzahlen, 02.11.2026 (B.Glüer)

In den Hemmerder Wiesen brachte die zweite Oktoberhälfte nach ersten nennenswerten Regenfällen (eigene Wetteraufzeichnungen für Frdbg.-Hohenheide ergaben 109 Liter /m² während des gesamten Monats) und einer mehrtägigen Aufstauphase der Amecke nicht nur wieder Wasser ins Gelände, sondern auch vielfältiges Vogelleben. Vor allem nach Schließung des Wehrs an der Amecke erschienen umgehend bis zu 32 Graureiher und 8 Silberreiher – sogar noch 2 „zugfaule“ Weißstörche, die vermutlich auf die vor dem Wasser zurückweichenden Mäuse Jagd machten. In dreistelliger Kopfstärke folgten bald Graugänse mit Kanadagänsen und Nilgänsen, später auch Rostgänse, Blässgänse (mehr als 120 Exmpl. am 01.11.) und vereinzelt Tundrasaatgänse. Bei den Enten prägten schnell mehr als 100 Stockenten das Bild mit zunächst einzelnen Krickenten, wenigen Pfeifenten, Schnatterenten und am 01.11. auch >2 Löffelenten. Erfreulich natürlich auch das Auftauchen von Kiebitzen, die das NSG entweder zur Übernachtung (85 Exmpl. fielen z. B. am Abend des 29.10. ein) oder zur Rast erschienen (96 Exmpl. am 01.11.). Weitere Gäste in steigender Anzahl: Bekassinen (>14 Exmpl. am 30.10.) oder mit je einem Individuum Kornweihen (am 13.10. und am 30.10.). Erwähnenswert in den Hecken ringsherum (in geringerer Zahl als in Vorjahren) <50 Rotdrosseln, <80 Wacholderdrosseln, last – not least: am Abend des 02.11. nutzen 22 Kraniche die Flachwasserzone zur Übernachtung.

Das geschlossene Stauwehr an der Amecke und endlich vermehrt auch wieder Regen …, 25.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… führt wieder Wasser in die Hemmerder Wiesen…, 25.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… zu den ersten Nutznießern gehörten zahlreiche Graureiher, die hier offenbar nach erfolgreicher Jagd auf Mäuse, die vor dem Wasser fliehen, mit vollen Mägen entspannen…, 28.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… mit zunehmender Größe der überfluteten Flächen nimmt auch hier die Zahl unterschiedlicher Wasservögel schnell zu…, 28.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… auch das Beobachtungsgewässer vor dem Aussichtshügel füllt sich wieder mit Wasser und mit Vogelleben…, 28.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
….unter den erst im Oktober erscheinenden Wintergästen dominieren die Blässgänse mit inzwischen dreistelligen Individuenzahlen…, 01.11.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… dieser Dreierverband zeigt wohl eine Kleinfamilie. Die adulten Eltern mit deutlicher Querbänderung der Bauchseite und ausgeprägter Blässe eskortieren einen noch fahler gefärbten Jungvogel…, 28.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ebenfalls als Wintergäste sind etwas später auch Tundrasaatgänse mit einem knappen Dutzend Exemplaren erschienen. Hier fällt im Vergleich mit Blässgans und Graugans der markant dunkle Kopf mit der auffälig helleren Schnabelspitze auf…, 31.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… fast schon als „Charaktervögel“ der Hemmerder Wiesen erfreuen Kiebitze, die hier mit 85 Exmpl. zur Übernachtung einfallen …, 29.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… im Gedränge vieler Wasservögel ist das Durchzählen inzwischen immer schwieriger: hier sind bereits 96 Kiebitze im NSG…, 01.11.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
…. „Zug verpasst“??? – Die Frage kann man – wenn auch doppeldeutig – wörtlich verstehen, weil die meisten Artgenossen Mitteleuropa längst verlassen haben, um gen Afrika zu ziehen. Allerdings geben immer mehr Weißstörche ihr Zugverhalten angesichts wärmerer Winter auf…, 30.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… je später der Abend…. – 22 Kraniche übernachten im flachen Wasser (19x adult und 3x diesjährig), 02.11.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… für weitere zugaktive Nordeuropäer sind die Hemmerder Wiesen der angestrebte „Süden“: Rotdrosseln…, 28.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… für diese Kornweihe (diesj.) gibt es nur ein kurzes Durchreise-Intermezzo im NSG…, 30.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… während die Saatkrähen des Kreises UN ganzjährig bei uns bleiben. Hier wird sogar scheinbar vorausschauend für die Zukunft gesorgt: nicht jede Walnuss wird verzehrt, sondern viele werden als Vorrat versteckt und sorgen im Falle, dass sie später vergessen werden, für die Ausbreitung des eigentlich bei uns nicht heimischen Walnussbaumes, der vor rund 2 Jahrtausenden aus dem nahen Osten zu uns kam…, 31.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… auch unter Wasser sind derzeit „Migranten“ unterwegs: in der Amecke finden sich stromaufwärts ziehende Forellen ein, um zu laichen. Hier gelang es mal direkt den Moment des Ablaichens festzuhalten – das Männchen (rechts) positioniert sich parallel neben dem Weibchen, um unmittelbar nach dem Ablaichen mit zitternden Bewegungen den Laich zu besamen, 01.11.2026 (Foto: Bernhard Glüer)


 
 

Fröndenberg/Unna: Zuggeschehen am Haarstrang vom 13.-21.10.26 (R. Hirschberg)

Die letzte Woche brachte einiges an Bewegung in den Vogelzug. Leider konnte ich nur einiges davon selbst wahrnehmen. Deshalb möchte ich einmal meine Beobachtungen der letzten Tage in Unna vorstellen aber auch was wir, nach Deutschland weitem Trend, erfahren haben.

In den Tagen um den 13.10., mit diesem als Hauptzugtag, konnte ich persönlich nur wenig des Kleinvogelzugs erfassen. Bemerkenswert war jedoch die Zahl der Drosseln und ersten Finken, die in einem konstanten Strom sogar über Unna gezogen sind. Innerhalb von 10 Minuten konnte ich allein über 50 Sing-, 350 Rotdrosseln und nochmal 200 Buchfinken beobachten. Beachtet man die Daten von Trektellen, wird dies wohl einer der stärksten Kleinvogelzugtage der Saison gewesen sein.

Weiter ging es am 17.10. mit dem ersten Kranichmassenzug. Raus gelockt durch die Rufe hab ich an der Ostbürener Höhe für 2,5 Stunden gezählt. Bis auf die 9560 Kraniche war jedoch zu Beginn wenig los. Der Kleinvogelzug blieb vollständig aus. Als der Kranichstrom jedoch zum erliegen kam, fingen die Greifvögel an. Mit 19 Rotmilan, 15 Mäusebussarden, 4 Sperbern und einem Merlin eine beachtliche Zahl in gerade einmal 30 Minuten. Hierzu ist mir auch heute (21.10.) ein Trupp aus 15 Rotmilanen aufgefallen. Eine Art die ich so vorher noch nie in so großen Zugtrupps gesehen habe.

Auch wenn der Tagzug nur sehr spärlich war hat meine Auswertung des nächtlichen Vogelzugs vom 18.10. auf den 19.10. alle meine Rekorde gebrochen. Mit 143 Singdrosseln, 128 Rotdrosseln, 55 Rotkehlchen, 40 Amseln und 16 Feldlerchen, wurden meine bisherigen Rekorde etwa verdreifacht. Zieht man mein minimales Setup in betracht sind diese Zahlen schon außergewöhnlich. Wirft man einen Blick auf andere Stationen erreichte eine Niederländische Station die zweithöchste nationale Zahl mit über 3300 Singdrosseln und über 2000 Rotdrosseln in einer Nacht. Ein weiterer interessanter Nachweis gelang mir in der Nacht davor mit einem Goldregenpfeifer.

Hamm/Bergkamen: Teichhuhn, Schnatter- und Krickente 16.-17.10.2026 (Horst R. Kraft)

Eine Einzelaufnahme dauert nicht lange, Serienfotos an und für sich auch nicht … am 16.10.2026 konnte ich einen (möglicherweise) Revierkampf dieser beiden Teichhühner innerhalb von 12 Sekunden, von 11:37:43 bis 11:37:55, mit der Kamera beobachten (49 Serienfotos).

Was ich sehen konnte, erinnerte mich sehr an Revierkämpfe von Blässhühnern, die in den Kämpfen mit ihren großen Füßen + Krallen den Rivalen unter die Wasseroberfläche zu drücken versuchten. Es sieht spektakulär, dramatisch und oft  „brutal“ aus. Am Ende weiß der Unterlegene genau, wann er zu verschwinden hat … wie diesmal auch, als er sich Richtung Ufer flüchtete.

Am Tibaum sah ich am 16.10.2026 früh etliche Krickenten und auch Schnatterenten (der Wasserstand hat sich im  Scheringteich seit einigen Regenfällen schon etwas erholt). Etwas später flatterten im Bereich der Ökologiestation in Bergkamen 2 Admirale herum, spät im Jahr. Der Fußweg zwischen der Ökostation und dem Aussichtsturm ist nun auch wieder frei von Fallobst … Wespen und Hornissen werden das vermissen!

Revierkamp zweier Teichhühner, Tibaum, Hamm, 16.10.2026 Foto: Horst R. Kraft
Krickente, Tibaum, Hamm, 16.10.2026 Foto: Horst R. Kraft
Schnatterenten-Männchen und Stockenten, Tibaum, Hamm, 16.10.2026 Foto: Horst R. Kraft
Admiral, Bergkamen-Heil, 16.10.2026 Foto: Horst R. Kraft

Fröndenberg: Wanderfalke, Kornweihe und Distelfalter (H. Knüwer)

In der Strickherdicker Feldflur fiel der erwartete Vogelzug am heutigen Vormittag weitgehend aus. Lediglich ein paar wenige Buchfinken, Wiesenpieper und einzelne Feldlerchen ließen sich blicken. Eigentlich hätten um diese Jahreszeit große Kleinvogeltrupps unterwegs sein müssen. Auch eine diesjährige Kornweihe zeigte kein Zugverhalten, sondern jagte immer wieder über Brachstreifen, einem nicht abgeernteten Getreidefeld bzw. über einer der beiden Feldvogelschutzflächen. Zu sehen waren hingegen ein ziehender Admiral, viele Weißlinge und ein makelloser Distelfalter, der wohl aus der zweiten Generation stammt und sicher erst vor kurzem geschlüpft ist. Die allermeisten Distelfalter dürften es bereits in südliche Gefilde geschafft haben.

Wanderfalken sieht man in dieser Feldflur regelmäßig. Ungewöhnlich ist hingegen die Beobachtung von zwei Vögeln gleichzeitig (13.10.). Es handelte sich um ein Weibchen und ein Männchen, die einträchtig in einem Hochspannungsmast saßen. Zwischenzeitlich mischte das Männchen Ringeltauben auf, blieb aber erfolglos. Das Weibchen war beringt, die Ringe konnten allerdings nicht abgelesen werden.

diesjährige Kornweihe in der Strickherdicker Feldflur am 19.10.26
diesjährige Kornweihe in der Strickherdicker Feldflur am 19.10.26 (Foto: H. Knüwer)
Hier sieht man, welche kontrastreiche Musterung die Schwanzfedern der Kornweihe aufweisen.
Hier sieht man, welche kontrastreiche Musterung die Schwanzfedern der Kornweihe aufweisen. (Foto: H. Knüwer)
zwei Wanderfalken in der Strickherdicker Feldflur am 13.10.26
zwei Wanderfalken in der Strickherdicker Feldflur am 13.10.26 (Foto: H. Knüwer)
ein später Distelfalter (ohne jegliche Abnutzungserscheinungen) in der Strickherdicker Feldflur am 19.10.26.
ein später Distelfalter (ohne jegliche Abnutzungserscheinungen) in der Strickherdicker Feldflur am 19.10.26. (Foto: H. Knüwer)

Unna/Soest/Paderborn: Ergebnisse der Kiebitz – und Goldregenpfeiferzählung in der Hellwegbörde am 17. und 18. Oktober 2026 (Ralf Joest)

Die ersten Ergebnisse unserer Zählaktion sind leider ziemlich ernüchternd: trotz der ziemlich hohen Abdeckung (Nullwerte wurden offenbar – schändlicherweise auch von mir – nicht immer konsequent eingetragen) waren die Rastzahlen ernüchternd. 

Zusammengenommen kommen wir für die wichtigsten Flächen des VSG Hellwegbörde und die bei der WVZ abgedeckten Feuchtgebiete nur auf wenige Hundert Kiebitze, meist in kleinen Trupps. Vom Goldregenpfeifer lagen nur drei Daten von max. 2 Vögeln vor.  

Beim Kiebitz entspricht dies dem flächenhaften Rückgang, der offenbar auch das „europäische Hinterland“ Nord- und Osteuropas betrifft und nun zeitverzögert die Rastbestände bei uns. Noch vor 20 Jahren waren alleine auf den Strecken der „Haartour“ zwischen Lohne und Störmede an diesem Wochenende einige Tausend Kiebitze zu erwarten. Beim Goldregenpfeifer sieht es vielleicht etwas anders aus, da die Art bei uns im Binnenland später durchzieht und eher küstennah rastet. 

Auch wenn es sicher für die meisten von euch – ebenso wie für mich – ziemlich frustrierend war, im Nieselregen durch tote Äcker zu fahren, haben wir einen wertvollen Beitrag zum Gesamtbild geleistet. 

Dafür noch mal herzlichen Dank!

Ralf Joest

PS: Bitte denkt daran, ggf noch fehlende Daten einzutragen (auch ein paar Nullwerte bei kontrollierten Flächen) und auch in den nächsten Tagen noch auf rastende Trupps zu achten und ggf. zu melden!!!

Schwerte/Fröndenberg: Erste Spießente, Löffelenten, Wasserrallen, Schwarzkehlchen, Bekassine, Kolkraben, Zwergtaucher, Wanderfalke, Sperber, Starenschlafplatz u. a. am 15. u. 18.10.2026 (K. & A. Matull)

Bei Sonnenuntergang flogen am 15.10. rund 2.000 Stare in den Schilfgürtel zum Schlafplatz auf der Röllingwiese in Schwerte ein. Kurz nach Beginn des Einflugs näherte sich ein Sperber im Tiefflug über der Wasserfläche dem Schlafplatz. Dieser Anstreichangriff löste ein sofortiges kollektives Abfliegen der Stare aus. Die Tiere formierten sich zu zwei dichten Schwarmkörpern (Murmuration), die in schnellen, richtungsvariablen Flugmanövern den Luftraum über dem Schlafplatz nutzten. Der Sperber war danach nicht mehr zu beobachten.

Im weiteren Verlauf trat ein Wanderfalke im 1. Kalenderjahr in Erscheinung. Trotz hoher Fluggeschwindigkeit und ausgeprägter flugakrobatischer Manöver blieben zwei Jagdversuche erfolglos. Beide Angriffe erfolgten vom höchsten Ansitz im Umfeld aus. Nach dem zweiten Versuch verließ der Falke das Gebiet in der Dämmerung in nordwestlicher Richtung. Anschließend kehrten die Stare zum Schlafplatz zurück.

Die Beobachtung entspricht dem bekannten Antiprädatorverhalten von Starenschwärmen: Die Bildung dichter, synchron manövrierender Schwarmkörper erschwert es Greifvögeln, ein Einzeltier zu fixieren (Konfusionseffekt).

Heute (18.10.) konnten wir bei nebeligem Nieselwetter zwischen den beiden Aussichtshügeln (zeitweise zusammen mit B. Nikula) in Fröndenberg auf der Kiebitzwiese u. a. Folgendes beobachten:

Unter ca. 80 Stockenten befanden sich eine Spießente, 4 Löffelenten, 13 Schnatterenten und 4 Krickenten. Dazu kamen mindestens 3 Wasserrallen, ein Eisvogel, 3 Zwergtaucher (für das Gebiet eher ungewöhnlich), eine Bekassine, 2 Graureiher, 3 Silberreiher, 2 Schwarzkehlchen (1,1) und eine Rohrammer. Außerdem waren Wiesenpieper in unbestimmter Anzahl anwesend, darunter möglicherweise Bergpieper. Am Ruhrufer balzten 2 Kolkraben.

Vor allem die Schwarzkehlchen werfen Fragen auf. Im zeitigen Frühjahr waren noch zwei Paare auf der Kiebitzwiese anwesend, während der gesamten Brutzeit gelang jedoch kein Nachweis mehr. Dagegen überwintert mindestens ein Paar seit zwei Jahren sicher im Gebiet.

Löffelenten auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg am 18.10.2026 (Foto: Klaus Matull)
Persönliche Erstsichtung im Herbstzug: Die erste Spießente ist auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg eingetroffen. 18.10.2026 (Foto: Klaus Matull)
Wasserralle beim vorsichtigen Verlassen der Ufervegetation. Das Tier bewegte sich in geduckter, schleichender Haltung am Rand der Deckung entlang und sicherte dabei immer wieder. Wasserrallen sind generell äußerst heimlich und halten sich bevorzugt im dichten Röhricht oder in der Ufervegetation auf, sodass Sichtbeobachtungen eher selten gelingen. Im NSG Kiebitzwiese erfolgt der Nachweis meist nur akustisch. 18.10.2026 (Foto: Klaus Matull)
Wie bereits vor einigen Wochen konnten im NSG Kiebitzwiese mehrere Rufer akustisch nachgewiesen werden. Dieses Individuum gab das typische Ferkelquieken ungewöhnlicherweise frei sichtbar von sich, außerhalb der schützenden Ufervegetation. 18.10.2026 (Foto: Andre Matull)

Fröndenberg / Unna: Synchronzählung rastender Kiebitze, Vogelzug mit Merlin, Sumpfohreule, Kornweihe, Kranich-Massenzug, Heidelerchen, Felderchen, Blässgänsen u.a. 18.10.2026 (B.Glüer)

Im Rahmen einer europaweiten Erfassung von Goldregenpfeifern der „International Wader Study Group“ wurden an diesem Wochenende in NRW schwerpunktmäßig auch Kiebitze gezählt. Die NWO ermittelt die Rastbestände nach 2008, 2014 und 2020 nun zum vierten Mal, um in der Agrarlandschaft gleichzeitig den Wert der bevorzugten Rasthabitate in ihrer Bedeutung hervorzuheben. Traditionell gibt es im südlichen Kr. UN nach meinen Beobachtungen 4 Schwerpunkträume, in denen in zurückliegenden Jahren teils Hunderte Kiebitze (manchmal mit Goldregenpfeifern vergesellschaftet) teils über Wochen gerastet haben. Die Karte unten zeigt diese vier Schwerpunkträume mit Rastbeständen der ersten Oktoberhälfte 2026. Das NSG Hemmerder Wiesen wird traditionell meist erst in der zweiten Winterhälfte bei hohen Wasserständen zur Rast aufgesucht. Die „Tücke der Technik“ erbrachte leider am jetzigen Wochenende in der verabredeten Synchronzählung in allen vier Gebieten heute nur noch einen einzigen Kiebitz.

Nebenher ergaben sich in der ersten Oktoberhälfte auch andere bemerkenswerte Zugbeobachtungen: am 03.10 in der Strickherdicker Feldflur u.a. 8 Schwarzkehlchen, ein letztes Braunkehlchen und ein letzter Gartenrotschwanz, ein erster Bergfink, erste Rotdrosseln und sich verstärkender Einflug von Feldlerchen und Wiesenpiepern. Am 13.10. eine erste Kornweihe (weibchenfarben, Hemmerder Wiesen), ein erster Merlin (Hemmerder Ostfeld), starker Einflug von Ringeltauben in dreistelliger Truppstärke. Am 15.10. ein artreiner Trupp von 15 rastenden Heidelerchen auf Stoppelbrache östl. Frdbg.-Frömern und ein zweiter Merlin nördl. UN-Westhemmerde. Am 17.10. der von vielen Beobachtern gemeldete erste Massenzug von nachmittags Tausenden Kranichen mit einem sehr frühen Trupp von 26 Exmpl. um 10.25 Uhr bei noch sehr schlechter Sicht im Nieselregen. 45 (erste) Blässgänse über den Hemmerder Wiesen. Absolutes Highlight des Tages eine Sumpfohreule um 9.25 Uhr im Hemmerder Ostfeld, die aus NW kommend zielstrebig aus größerer Höhe eine Feldvogelschutzfläche (Ackerbrache/Dörgänger) zur Landung ansteuerte.

Traditionelle Rastgebiete durchziehender Kiebitze mit Beständen der ersten Oktoberhälfte. Strickherdicker Feldflur (1), Feldflur südl. UN-Stockum (2), Rothes Feld nördl. UN-Westhemmerde (3), Hemmerder Ostfeld mit Feldflur östl. UN-Steinen (4), 18.10.2026 (Bernhard Glüer)
Zur Rast einfallende Kiebitze auf der Haar-Höhe bei UN-Stockum…, 15.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… 118 Kiebitze suchen gemeinsam mit Hunderten Staren ein gegrubbertes Rapsstoppelfeld auf …, 15.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… in direkter Nachbarschaft immer wieder auch größere Rastbestände an Feldlerchen (hier insgesamt in dreistelliger Truppstärke), 17.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Am Tag des ersten Massenzuges relativ früh am Morgen um 10.26 Uhr 26 Kraniche bei Nieselregen und schlechter Sicht Richtung NW. Die größten Trupps erreichen uns gewöhnlich nachmittags, 17.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Auch ein „Migrant“ mit noch zu klärender Herkunft: diesj. Mäusebussard mit Flügelmarke bei UN-Westhemmerde / Rothes Feld (Anfrage an O. Krüger / Uni Bielefeld ist raus), 14.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Als weiterer Durchzügler im Kr. UN eine erste Kornweihe (Hemmerder Wiesen). Mitbeobachter: Hartmut Brecher, 13.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Ganz besondere Freude löst dieser seltene Gast aus: eine Sumpfohreule, die hoch aus NW einfliegend bei Nieselregen um 9.25 Uhr die Feldvogelschutzfläche im Hemmerder Ostfeld /“Zum Dörgänger“ anfliegt…, 17.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… dieses Ereignis bleibt auch Rabenkrähen nicht verborgen, die bekanntermaßen mit Eulen kein gutes Verhältnis haben …, 17.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… mehrmals wechselt die Sumpfohreule ihren Standort…, 17.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… bevor sie am Schluss auf derselben Fläche zur Ruhe kommt, 17.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Schwerte: Seeadler, 13.10.2026 (Volker Siebener)

Am 13.10.2026 konnte ich einen Seeadler von ca. 11:30 bis 12:30 Uhr auf dem Storchennest an der Röllingwiese in Schwerte beobachten.

Er wurde von zwei Elstern etwas geärgert. Später ist er ruhrabwärts geflogen.

Seeadler auf dem Storchennest in der Röllingwiese Schwerte, 13.10.2026 Foto: Volker Siebener
Seeadler, Röllingwiese Schwerte, 13.10.2026 Foto: Volker Siebener
Seeadler, Röllingwiese Schwerte, 13.10.2026 Foto: Volker Siebener