Im Bereich der Kläranlage Hemmerde am 27.11. fünf Kolkraben. Kurz zuvor waren die Rufe einiger ziehender Kraniche südlich der Hemmerder Wiesen zu hören. Gehölze verwehrten allerdings den Blick, so dass ihre Anzahl nicht zu ermitteln war. Gegen Mittag dort eine jagende, dabei aber geradlinig durch die Hemmerder Wiesen nach Süden fliegende Kornweihe (adultes Männchen). Eine weitere Kornweihe (m), vielleicht sogar derselbe Vogel, durchquerte am 07.12. das Gebiet.
Nach langer Trockenheit und weitgehender Abwesenheit von Wat- und Wasservögeln hat sich in den letzten anderthalb Wochen in den Hemmerder Wiesen wieder eine „Seenlandschaft“ mit maximalem Wasserstand entwickelt. Als die ersten Wiesenflächen geflutet waren, rasteten bereits zeitweilig mindestens 10 Bekassinen im Gebiet. Aktuell, bei Einstau auch der Kernzone, steigen die Bestände der Wasservögel sprunghaft an. Heute waren beispielsweise zu sehen: Graureiher 28, Silberreiher 8, Kanadagans ≥ 25, Nilgans ≥ 10, (Rostgans gestern 4), Graugans ≥ 115, Blässgans 18, Stockente ≥ 230, Krickente 7, (Pfeifente gestern 2); außerdem mind. 4 Bachstelzen und mind. 8 Pieper (vmtl. Wiesenpieper). Die Beobachtungen zeigen, wie wichtig Wasser in der Landschaft und insbesondere in feuchten Grünlandgebieten ist.
Aufgereiht in Reih und Glied, Graureiher in den Hemmerder Wiesen – 10.12.2025 (Foto: H. Knüwer)Silberreiher in den Hemmerder Wiesen – 10.12.2025 (Foto: H. Knüwer)Kornweihe in den Hemmerder Wiesen – 27.11.2025 (Foto: H. Knüwer)
Mauesebussard in den Lippwiesen Bergkamen – Werne, 04.12.2025, Foto Karl Heinz LindemannMauesebussard im Abflug, Lippewiesen Bergkamen – Werne, 07.12.2025, FotoKarl Heinz LindemannGebirgsstelze an der Horne, nahe Rieselfelder Werne, 07.12.2025, Foto Karl Heinz LindemannSumpfmeise in den Rieselfeldern Werne, 07.12.2025, Foto Karl Heinz Lindemann
Neben dem häufigen Besuch zweier Buntspechtpaare haben wir erfreulicherweise nach längerer Abwesenheit nun schon zweimal wieder einen Mittelspecht am Knödel gesehen – zuletzt am 23.11. Am 18.11. – just einen Tag vor dem Frostbeginn – kam ein Grünspecht-Weibchen und stocherte ausgiebig nach Ameisen.
Mittelspecht an Meisenknödeln Foto: Janine Teuppenhayn (wegen einsetzender Dämmerung leider nicht so scharf)Grünspecht (w) am Ufer des Gartenteichs Foto: Janine TeuppenhaynAnschließend beim ausgiebigen Stochern nach Ameisen im Rasen Foto: Janine Teuppenhayn
Heute Nachmittag zogen 33 Kraniche (artrein) über die Hemmerder Wiesen in Richtung Süden. Eine männliche Kornweihe strich aus Richtung Horster Mühle kommend, ebenfalls in Richtung Süden. Aus einem Feldrand – kurz vor dem Waldstück Horster Mühle – flog eine Waldschnepfe auf und liess sich in ca. 100 Meter westlich nieder. Wo auch immer ich eine Waldschnepfe beobachten konnte: die Begegnung ist so urplötzlich, dass ein Foto von ihr fast unmöglich ist.
Weiter noch erwähnenswert heute in den Hemmerder Wiesen: 2 Silberreiher, 3 Graureiher, 15 kreisende Graugänse, 2 Mäusebussarde (einer davon Beute schlagend), 1 Kernbeißer, mindestens 2 Birkenzeisige, zahlreiche Wacholder- und Rotdrosseln, 1 Wintergoldhähnchen, 7 Schwanzmeisen, 1 Goldammer , jeweils 1 Grün- und Buntspecht, Eichelhäher, Elstern und mindestens 30 Buch- bzw. Bergfinken.
Die zu Beginn der Woche nach deutlichen Temperaturstürzen mit ersten Frösten & Schnee einsetzenden Kältefluchtbewegungen haben nicht nur den überall beobachteten Kranichzug nochmal aufleben lassen, sondern auch den einen oder anderen Gast/Rastvogel zu uns gebracht. Vor allem am Donnerstag waren über Mittag bis zum Nachmittag viele Kraniche am Himmel (nach eigenen Beobachtungen zwischen 13.08 Uhr und 15.40 Uhr zwischen dem Fröndenberger Ruhrtal und der Haarhöhe in 12 Zügen mindestens ~970 Vögel).
Weiterer Hotspot mit interessanten Beobachtungen bleibt die Strickherdicker Feldflur am westlichen Ende der Haarhöhe. Die noch Früchte tragenden Büsche werden unverändert von Amseln, Wacholderdrosseln, Rotdrosseln, (letzten) Singdrosseln aufgesucht und die Getreideeinsaaten locken in wechselnder Truppstärke vor allem Goldammern (heute sogar mit annähernd 90 ! Individuen), 1-2 Grauammern, Stieglitzen, Buchfinken, Bluthänflingen u.a.. Gestern zeigte sich als Tageshighlight auf frostiger Feldfläche ein Nahrung suchender Großer Brachvogel. Als er sich schließlich zum Weiterflug in die Luft erhob, erfolgte ein spektakulärer „Angriff“ eines diesj. Wanderfalken, dem der Brachvogel nur knapp entkam (Mitbeobachter: H. Knüwer).
Besonders unerfahrene Jungvögel wie hier ein diesj. Graureiher (Frdbg.-Ostbüren) kommen bei Frost und Kälte schnell an ihre Grenzen, wenn nicht ausreichend Nahrung gefunden wird …, 21.11.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… dieser Steinkauz zwischen alten Kopfweiden nahe Bönen wirkt zumindest relativ entspannt…, 19.11.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… das mehrjährige Habichtweibchen (Strickherdicker Feldflur) dürfte genügend Erfahrung mit dem Beuteerwerb haben. Trotzdem sieht man Habichte deutlich seltener als in zurückliegenden Jahren. Deshalb ist auch die aus Bönen von H. Peitsch am 17.11. hier gemeldete Beobachtung erfreulich. 20.11.2025 (Foto: Bernhard Glüer)Weit genug wegziehen, wenn `s ungemütlich wird, ist im Zweifel immer eine Lösung. Kraniche über Frdbg.-Hohenheide, 20.11.2025 (Foto: Bernhard Glüer) Auf seiner Rast (Strickherdicker Feldflur) hat dieser Große Brachvogel einen scheinbar gefrorenen Regenwurm gefunden…, 21.11.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… sein Start zum Weiterzug hätte fast ein unerwartetes Ende gefunden …, 21.11.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… dieser Wanderfalke (diesj. – offenbar links beringt) ist urplötzlich mit hohem Tempo hinter dem Brachvogel und verfolgt ihn über einige Hundert Meter. Vielleicht hat er es mit dem Beutestoß aber auch nicht ganz ernst gemeint, denn Federn an der Schnabelspitze zeugen von einer bereits vorausgegangenen Mahlzeit …, 21.11.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… eine von heute erstaunlich vielen Goldammern in der „Strickflur“ (hier ein Weibchen). – Relativ schreckhaft und immer fluchtbereit ist ihre tatsächliche Anzahl immer erst dann annähernd zu erfassen, wenn in Panik alles davonstiebt, weil ein Greif auftaucht oder anderweitig „Alarmstimmung“ aufkommt …, 22.11.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… besonders erfreulich: auch weiterhin ab und zu im Schwarm mal eine Grauammer…, 22.11.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… es bleibt schwierig, zu ergründen, ob jeweils dieselbe Grauammer vor einem sitzt. Vor drei Tagen waren mal 2(!) Exemplare gleichzeitg zu sehen, 22.11.2025 (Foto: Bernhard Glüer)
Heute Nachmittag konnte ich (zeitweilig mit H.G. Heine) gegen 15 Uhr einen gemischten Trupp, bestehend aus ca. 20 Kranichen und 30 Kormoranen, in gewohnter Formation über die Hemmerder Wiesen in Richtung Süden ziehend, beobachten. In den Hemmerder Wiesen ernten weiterhin zahlreiche Wacholder- und Rotdrosseln die Sträucher nach Beeren entlang der Amecke ab. Das hingegen bleibt den Beutegreifern wie: Wanderfalke und Sperber nicht verborgen. Auf einer der hohen Pappeln bemerkte ich, wie ein Wanderfalke eine – vermutlich Wacholderdrossel – kröpfte. In seiner Tätigkeit wurde er von Rabenkrähen gehasst. Ein Sperber befand sich ebenfalls in seiner unmittelbaren Nähe.
Ansonsten konnte ich heute in den Hemmerder Wiesen noch folgende Arten beobachten: 2 Kolkraben, 3 Wiesenpieper, 1 Wintergoldhähnchen, Zaunkönige, Heckenbraunellen und Blau- und Kohlmeisen.
Gemischter Kranich- und Kormorantrupp über die Hemmerder Wiesen fliegend (Foto: Hartmut Brecher)
Wanderfalke kröpft am 21.11.2025 in den Hemmerder Wiesen eine Wacholderdrossel (Foto: Hartmut Brecher)
Wanderfalke verlässt nach seiner Mahlzeit die Hemmerder Wiesen (Foto: Hartmut Brecher)
Kolkrabe am 21.11.2025 in den Hemmerder Wiesen (Foto: Hartmut Brecher)
Heckenbraunelle in unserem Garten, 01,11.2025, Foto Karl Heinz LindemannStar an der Futterstelle, 20.11.2025, Foto Karl Heinz LindemannGruenspecht, in unserem Garten eher selten, 20. 11. 2025, Foto Karl Heinz LindemannGruenspecht immer ein kritischer Blick, 20.11.2025, Foto Karl Heinz Lindemann
Am Morgen des 15.11.2025 konnte ich, wie auch schon ein paar Tage zuvor, einen einzelnen Waldwasserläufer an dem Teich am Beobachtungsturm der Ökostation in Bergkamen beobachten. Er lief am Ufer rund um den Teich entlang und suchte eifrig nach Nahrung.
In den Bäumen neben dem Turm war ein Wintergoldhähnchen zu sehen – leider nur kurz, weil es permanent von dem einen zum anderen Zweig weiterflog.
Am Montag (10.11.) starteten nach Sonnenaufgang mindestens 206 Blässgänse vom Geiseckesee in den Tag. Da der Abzug bereits im Gange war, könnte die Gesamtzahl sogar noch höher gelegen haben. Ebenfalls beeindruckend war die Anwesenheit von 107 Höckerschwänen. Während sich die Kleinvögel im angrenzenden Wald rar machten, gab es neben einem weiblichen Kleinspecht, einen Mittelspecht und einen Kolkraben doch noch erfreuliche nennenswerte Beobachtungen.
Neben dem Fokus auf die lokalen Beobachtungen ergeht an dieser Stelle ein „Blick über den Tellerrand.“ Im Märkischen Kreis konnten bei der NWO Wasservogelzählung in Menden an den Oeseteichen mit 225 Schnatterenten beinahe doppelt so viele Individuen als alle andere relevanten Arten zusammen beobachtet werden. Mit 6 Krickenten, 5 Pfeifenten und 2 Löffelenten ist jedoch eine gewisse Vielfalt bei den Enten vertreten. Zur Vervollständigung sind hier noch 2 Höckerschwäne, 85 Stockenten+4 Bastard/Fehlfarben, 17 Reiherenten, 4 Zwergtaucher, 3 Kormorane, 3 Graureiher, eine Wasserralle, 6 Teichrallen, 5 Blässrallen (sehr wenig!), ein Eisvogel und eine Gebirgsstelze zu nennen.
Am Seilersee in Iserlohn verweilt nach wie vor ein Seidensänger. Erfreulicherweise hat die Stadt Iserlohn bereits positiv auf die Anregung zur exakten Definition der Habitaterhaltung reagiert. Es wurde die Bereitschaft signalisiert bei der nächsten Grünpflege die Maßnahmen zum Schutz dieser Art zu berücksichtigen. Der Erhalt von dichter Ufervegetation ist dabei (auch bzw. gerade im Winter) von hoher Bedeutung. Das Überwinterungspotential ist bei dieser Art immer gegeben. Die aktuellen Beobachtungen dieses Seidensängers und eines weiteren im 30 km nordöstlich entfernten Hamm eröffnet eine interessante Perspektive für die Region. Vor dem Hintergrund der zentralen Lage des Kreises Unna ( mit diesjährigen Seidensänger Beobachtungen in der Lippeaue) sind diese erkennbaren Überwinterungsversuche in den direkten Nachbarkreisen ein spannendes Zeichen für die fortschreitende Arealexpansion der Art.
Ergänzend wurden bei der NWO Wasservogelzählung am Seilersee folgende Arten beobachtet: eine Kanadagans, 17 Nilgänse, 72 Stockenten+4 Bastard/Fehlfarben, 7 Tafelenten, 17 Reiherenten, 2 Gänsesäger, 4 Zwergtaucher, ein Haubentaucher, 13 Kormorane, 3 Graureiher, eine Wasserralle, 6 Teichrallen, 16 Blässrallen, ein Eisvogel und eine Gebirgsstelze.
Weiblicher Kleinspecht in herbstlicher Atmosphäre am angrenzenden Wald des Geiseckesees.10.11.2025 (Foto: Andre Matull) Nicht weit entfernt hielt sich dieser Mittelspecht auf. Im Herbst steigt dieser alternativ bzw. ergänzend auch auf pflanzliche Nahrung wie z.B. auf Eicheln (siehe Foto) um. 10.11.2025 (Foto: Andre Matull)Viele balzende Schnatterenten auf den Oeseteichen in Menden am 14.11.2025. (Foto: Andre Matull)
Bei uns im Garten in Lünen-Alstedde landete ein Rebhuhn und futtert fleißig die Wildkräuter in unserem Blumenbeet. Es macht einen vitalen Eindruck, lässt mich aber bis auf wenige Meter herankommen. Die Zutraulichkeit lässt meiner Meinung nach darauf schließen, dass es aus einer Volierenhaltung stammt.
Die letzten Tage galt mein Augenmerk der Vogelwelt in der „offenen“ Landschaft Hamms. Dafür besuchte ich die Feldfluren zwischen dem Geithewald/ Wildhauser Holz und der A2 bzw. die Feldfluren zwischen dem Friedhof Kreuzkamp (Braam-Ostwennemar) und Vöckinghausen. Weite Feldfluren mit Ackerflächen, Viehweiden, Streuobstwiesen, Bauernhöfe, Hecken und kleinere Wälder prägen diese Landschaft im Osten Hamms. Anders als die Vogelwelt am Haarstrang des Kreises Unna mit größeren Beständen an rastenden und überwinternden Vögeln sieht es hier in Hamm eher bescheiden aus. Lediglich an den Waldrändern und Bauernhöfen, in den Hecken und Wildäckern sind Singvögel in etwas größeren Zahlen zu notieren. Nur die Zahlen bei den Rabenvögeln sind erfreulich hoch. Typisch hier einer der „Charaktervögel Hamms“ die Dohle, die überall vertreten ist. Große Ansammlungen auf den frisch bearbeiteten Äckern. Höchstzahlen hier bei Braam-Ostwennemar ca. 140 Dohlen und etwa 80 Rabenkrähen. Erwähnenswert bei den Wanderungen durch das besagte Gebiet außerdem u.a.: 2 Rotmilane, 1 Mittelspecht (in der Ostgeithe), mehrere Grünspechte, ca. 70 Wacholderdrosseln, 150-200 Ringeltauben (Schlafplätze in den Kleinen Wäldern), ca. 80 Goldammern in einem Wildschutzacker am Drechenholz, ca. 5 Bergfinken unter einzelnen Buchfinken sowie 1 Zilpzalp. Die große Anzahl der durchziehenden Blau- und Kohlmeisenbeständen wie Ende September bis Mitte Oktober ist vorbei. Hier nur noch kleine Trupps bzw. Einzelvögel meist in den Hecken. Neben 2 späten Zitronenfaltern auch noch 1 Postillion.
Postillion auf einem Rotklee nahe der Ostgeithe….am 10.11.2025 (Foto: Gregor Zosel)
Kreisender Rotmilan bei Braam-Ostwennemar……am 13.11.2025 (Foto: Gregor Zosel)…
Bergfink nahrungsuchend in einer Baumkrone….am 10.11.2025 (Foto: Gregor Zosel)
Rabenkrähe bei der Walnussernte….am 10.11.2025 (Foto: Gregor Zosel)
Gleich nebenan eine Dohle….am 10.11.2025 (Foto: Gregor Zosel)
Dohlen suchen nach Würmern in der Mittagssonne….am 13.11.2025 (Foto: Gregor Zosel)
Sumpfmeise am Bürgerwald nahe der Geithe….am 10.11.2025 (Foto: Gregor Zosel)
Schwanzmeisen an einem Bauernhof….am 10.11.2025 (Foto: Gregor Zosel)
Überall erklingt der Herbstgesang der Rotkehlchen….am 14.11.2025 (Foto: Gregor Zosel)