Vom 21.01. bis zum 09.02.2026 gelangen die nachfolgenden Beobachtungen und Fotos.








Vom 21.01. bis zum 09.02.2026 gelangen die nachfolgenden Beobachtungen und Fotos.








Die Hemmerder Wiesen erweisen sich derzeit weiterhin als Drehscheibe des Vogelzuges. Dabei stand der heutige Tag für mich unter dem Eindruck ungewöhnlicher Ansammlungen von Kiebitzen. Ihr stetiges „Kommen und Gehen“ ließ eine exakte Erfassung der Zahlen nicht zu, doch es dürften einige Hundert gewesen sein. Abwechselnd wurden Ackerflächen nahe der östlich verlaufenden Trotzburgstraße, die Nassbereiche der Hemmerder Wiesen oder Felder westlich des NSGs in unterschiedlicher – immer wieder neu formierter Truppstärke aufgesucht. Ähnlich verhielten sich auch – wie gewohnt – die Gänsescharen, die ebenfalls mehrere Hundert umfassten und vor allem aus Blässgänsen, Tundrasaatgänsen, Graugänsen, Kanadagänsen, einzelnen Nilgänsen und Rostgänsen bestanden. Bemerkenswert auch ~35 Pfeifenten, wie gewohnt ~80 Krickenten, ungezählte Stockenten und einzelne Schnatterenten. Besonders erfreulich die weiterhin ausharrenden 2 Brachvögel. Ein vorjähriger Wanderfalke sorgte zwischenzeitlich vor allem bei den Kiebitzen für Panik und ließ sie minutenlang großräumig kreisen, ohne dass sie sich erneut zu einer Landung entschließen konnten.
Östlich UN-Steinen eine ruhende Kornweihe (m). Ein weiteres Kornweihenmännchen hielt sich morgens bereits im Großraum Frdbg.-Ostbüren / UN-Siddinghausen jagend auf.










Am Samstag konnten wir im Waldgebiet der Ostgeithe u.a. 1 rufenden Schwarzspecht, 2 Mittelspechte, 1 Grünspecht sowie mehrere Buntspechte notieren. Im Efeubestand an den Waldbäumen ein Trupp von ca. 10 Singdrosseln auf Nahrungssuche. 1 einzelner überfliegender Kranich. Am Sonntag beobachteten wir im Feuchtgebiet zwischen dem Schafbusch und dem Heesener Wald nahe Hamm/ Westhusen u.a. 3 Gänsesäger, 1 Nilgans, 1 Silberreiher, 1 Graureiher und 1 Kormoran. Hier 19 nach NW ziehende Feldlerchen.

Mittelspecht in der Geithe ….am 07.02.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Mittelspecht in der Geithe ….am 07.02.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Gänsesäger nahe Hamm/Westhusen ….am 08.02.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Gänsesäger und Kormoran nahe Hamm/Westhusen ….am 08.02.2026 (Foto: Gregor Zosel)

Silberreiher nahe Hamm/Westhusen im Feuchtgebiet zwischen Heesener Wald und dem Schafbusch….am 08.02.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Heute Morgen rasteten in den Hemmerder Wiesen neben dem bewährten und vielfältigen Arteninventar der letzten Tage – darunter Kiebitz, Tundrasaatgans, Blässgans, Krick-, Pfeif-, Schnatter- und Spießente – weiterhin die beiden Großen Brachvögel sowie 36 Kraniche. Letztere flogen nach einer Störung im Gebiet am späten Morgen in nordöstliche Richtung ab (Mitbeob.: G. Herber-Busch u. B. Nikula).
Auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg (teilweise Mitbeob.: A. Hünting) wurden zeitgleich im Bereich zwischen den beiden Aussichtshügeln u. a. folgende stationäre Vogelarten beobachtet:
62 Kanadagänse, 88 Blässgänse (davon 9 im 2. KJ), 14 Graugänse, 19 Nilgänse, 28 Schnatterenten, 2 Krickenten, 95 Stockenten, ein Kormoran, je 2 Silber- und Graureiher, ein Sperber, eine Wasserralle, eine Gebirgsstelze, 2 Schwarzkehlchen (1,1), 2 Goldammern sowie ungezählte Wacholderdrosseln. Zudem hielten sich dort 4 Höckerschwäne sowie der Kadaver des verunfallten Tieres auf (vgl. Meldung A. Hünting vom 06.02.26), welcher vom Frost konserviert und unberührt an gleicher Stelle verblieben ist.
Darüber hinaus konnte bis 11:00 Uhr ein kontinuierlicher Feldlerchenzug am strahlend blauen Himmel erfasst werden. Ergänzend zu den stationären Blässgänsen sind zudem weitere 224 Individuen anzuführen, die am Vormittag gleichzeitig als mehrere V-Formationen in östliche Richtung über die Kiebitzwiese hinwegzogen. Des weiteren überflogen 12 Kiebitze das Gebiet flach in westliche Richtung.
An beiden Standorten (Hemmerder Wiesen & Kiebitzwiese) waren bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Weißstörche anzutreffen.










Am 06.02.2026 verstarb Karl-Heinz Kühnapfel, Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Alter von 86 Jahren.
Karl-Heinz Kühnapfel war für mich von Kindesbeinen das große Vorbild, wenn es um Ornithologie und Naturschutz ging. Mit seinem Humor vermochte er schon immer die Menschen einzufangen, auch wenn es fachlich manchmal sehr speziell wurde. So war er (zusammen mit Andreas Buchheim) bis zur Schließung der Hausmülldeponien sehr bemüht, dem Interessierten auch die Abstufungen in der Großmöwengruppe nahezubringen. Ab da gab es dann im Sprachgebrauch plötzlich Mittelmeer- und Steppenmöwen.
Karl-Heinz Kühnapfel war neben seinem Beruf als Pharmareferent auf vielen Ebenen im Naturschutz aktiv. Besondere Betätigungsfelder neben seinen Beobachtungen waren die Vogelbestimmungswanderungen am Beversee oder dem Kurler Busch. Hier konnte er den Menschen leichtverständlich alles rund um den Vogel vermitteln.
Sein Wissen erlangte er bereits in frühester Jugend im Bundesland Thüringen. Die Urlaube verbrachte die Familie, Frau Helga und die drei Kinder Claudia, Olaf und Klaus-Bernhard, oft im hohen Norden, in Lappland. Aber es gab auch Reisen nach Griechenland oder zum Neusiedlersee, wo Karl-Heinz Kühnapfel sein Tarnzelt aufbaute. Dieses war seine zweite Bleibe, von dort konnte er unerkannt fantastische Aufnahmen der Vogelwelt machen. Gerade mit diesen Aufnahmen dokumentierte er die Limikolen in unserem Raum wie kein anderer und zeigen, wie wichtig die Kläranlagen in unserem Raum für diese Zugvögel sind.
Für Karl Heinz Kühnapfel waren gerade die nicht so anziehenden Plätze, wie die Kläranlagen in Schwanzbell und Kamen, der Lanstroper See mit angeschlossener Müllkippe, der Beversee und Kurler Busch sein place to be. Hier half er mit, die Wasserstände der Kläranlagen so zu organisieren, dass die einzelnen Arten möglichst optimale Bedingungen vorfanden und damit gute Nahrungsgründe für die Durchzügler aber auch Brutvögel geschaffen wurden. In den 1980er Jahren erbrachte er dann auch an einer Kläranlage den ersten Brutnachweis für den Säbelschnäbler. In seinem Garten konnte er 2018 für mehrere Wochen täglich eine Zwergammer beobachten, was in Mitteleuropa wohl noch keinem Ornithologen im eigenen Garten vergönnt war.
Er war für viele Jahre Landschaftswächter in Dortmund und legte sich mit manch einem Jäger im Kreisjagdbeirat an. Er half mit, die Deponie und den Lanstroper See nach der Schließung umzugestalten. Hier ließ er als Ausgleichsmaßnahme einen großen Teich errichten, um die Möwen vom Lanstroper See umzulenken.
Karl-Heinz Kühnapfel hielt weit mehr als 500 Vorträge und leitete sicherlich auch Exkursionen im dreistelligen Zahlenbereich. Die Leichtigkeit und sein Humor sind ihm hier sicherlich sehr behilflich gewesen. Neben all diesem Engagement hat er fast 50 wissenschaftliche Abhandlungen zur Ornithologie verfasst, darunter auch wichtige Langzeitstudien, die im Charadrius erschienen. Immer auf der Höhe der Zeit ist Karl-Heinz auch online unterwegs gewesen (OAG Unna, ornitho.de).
Die OAG verliert mit ihm ihren langjährigen Beobachter im mittleren Kreisgebiet, der sich an allen OAG-Kartierungen bis zum Schluss beteiligte, den Brutvogelatlas des Kreises Unna mitgestaltete und zahllose Beiträge für die OAG-Homepage lieferte. Er war auf unserern OAG-Treffen unser Nestor im Hintergrund und hat sich in dieser Rolle in der ihm eigenen Art immer wieder eingebracht. Für sein Engagement im Bereich Naturschutz erhielt er folgerichtig 2018 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
Mit Karl-Heinz Kühnapfel hatten unsere Vogelarten in den letzten Jahrzehnten eine menschliche Stimme (vielleicht kam ihm hier die über 70 Jahre währende Mitgliedschaft im Gesangsverein zur Hilfe) und er hat mit seiner einnehmenden, lockeren und humoristischen Art viele junge Menschen für den Naturschutz begeistern können, die auch heute noch aktiv sind.
Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft und insbesondere auch wir „Jungornithologen“ haben Karl-Heinz ungeheuer viel zu verdanken. Wir denken an seine Familie, es ist ausgeschlossen, dass wir ihn vergessen.
Jens Brune
Um 17:50 Uhr zieht ein Trupp Kraniche (n=80) Ardey überquerend in geordneter Formation Richtung Norden!
Gegen 18:00 Uhr flog heute ein Zug von ca. 150 Kranichen Richtung Norden über unser Haus in Nordlünen.
Vom alten Aussichtshügel aus konnten wir folgendes beobachten: 26 Kanadagänse, 2 Graugänse, 2 Nilgänse und ca. 100 Blässgänse, unter denen laut Merlin-App mindestens eine Kurzschnabelgans hätte gewesen sein sollen. Ehe wir die Gänseschar jedoch näher unter die Lupe nehmen konnten, überflog ein Hubschrauber das NSG. Während Kanada-, Grau- und Nilgänse entspannt blieben, flüchteten alle Blässgänse inklusive der möglicherweise auch anwesenden Kurzschnabelgans. Tja, Pech gehabt.
Mehr Pech hatte ein Höckerschwan, der höchstwahrscheinlich mit einem der Hochspannungskabel kollidierte und diese Kollision mit seinem Leben bezahlte. Sein Kadaver lag direkt vor dem alten Aussichtshügel unter der Stromleitung.
Weiter konnten wir 1 jagenden Sperber, 1 nach Norden überfliegenden Rotmilan und 1Turmfalken, 16 Schnatterenten, 2 m Krickenten, 42 Stockenten, 2 fehlfarbene Stockenten, 3 Bekassinen, 1 Buntspecht, 2 Rabenkrähen, 1 Zaunkönig, > 10 Stare, 2 Amseln und etwa 100 Wacholderdrosseln beobachten.



Abends am 04.02.2026 gegen 18:15 Uhr zogen laut rufend Kraniche über der Gesamtschule vermutlich (akustischer Eindruck) Richtung Norden.
Am 05.02.2026 Punkt 10:00 Uhr kreiste ein einzelner Roter Milan über dem Wald sowie den angrenzenden östlich gelegenen Feldern und Wiesen des Strickherdicker Bachtales.
Gerade (04.02.2026, 23:40 Uhr) habe ich bei der abendlichen Hunderunde eindeutig einen Waldkauz und eine Waldohreule rufen hören. Sie sitzen in den Bäumen in Unna-Stockum am Bahndamm und dem dahinter liegenden Vogelschutzgebiet zwischen Unna-Stockum und Westhemmerde.
Heute (04.02.2026) am späten Nachmittag ein Rotmilan nahe Steinen in Richtung Nordosten fliegend.
Zu meiner Meldung vom 03.02.2026 ergänze ich den heutigen Weiterflug (04.02.2026 10:40 Uhr) der Kraniche Richtung Süd/Ost, später Nord/Ost.
Um 18.15 Uhr viele Kraniche laut rufend Richtung Norden. Heute Nachmittag vereinzelte Kranichrufe, aber keinen Trupp gesehen.
Es kommt nicht so oft vor, dass sich gleich eine Gruppe aus 14 Kormoranen auf dem Beobachtungsgewässer in den Hemmerder Wiesen niederlässt. Da es dort aber keine Fische gibt, dauerte der Aufenthalt dieser Gruppe nicht sehr lange.
Neben den üblichen Verdächtigen hielten sich am Morgen Heerscharen Bläss- und Saatgänse im Bereich der großen Flutmulde auf. Insgesamt dürften es mindestens 500 Gänse beider Arten gewesen sein. Es herrschte ein stetiges Kommen und Gehen. Das Verhältnis zwischen Bläss- und Saatgänsen lag bei etwa 5 : 3. Neben ungezählten Stock-, Krick- und Schnatterenten waren auch ca. 15 Pfeifenten und zwei Spießenten (m) anwesend. Außerdem 24 Kiebitze (zeitweilig rastend), ein Kranich (hinter dem Kirchbach aufsteigend), drei Silberreiher, eine Teichralle an der Amecke sowie acht Pieper (vmtl. Wiesenpieper).







