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In Gedenken an Karl-Heinz Kühnapfel

Am 06.02.2026 verstarb Karl-Heinz Kühnapfel, Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Alter von 85 Jahren.

Karl-Heinz Kühnapfel war für mich von Kindesbeinen das große Vorbild, wenn es um Ornithologie und Naturschutz ging. Mit seinem Humor vermochte er schon immer die Menschen einzufangen, auch wenn es fachlich manchmal sehr speziell wurde. So war er (zusammen mit Andreas Buchheim) bis zur Schließung der Hausmülldeponien sehr bemüht, dem Interessierten auch die Abstufungen in der Großmöwengruppe nahezubringen. Ab da gab es dann im Sprachgebrauch plötzlich Mittelmeer- und Steppenmöwen.

Karl-Heinz Kühnapfel war neben seinem Beruf als Pharmareferent auf vielen Ebenen im Naturschutz aktiv. Besondere Betätigungsfelder neben seinen Beobachtungen waren die Vogelbestimmungswanderungen am Beversee oder dem Kurler Busch. Hier konnte er den Menschen leichtverständlich alles rund um den Vogel vermitteln.

Sein Wissen erlangte er bereits in frühester Jugend im Bundesland Thüringen. Die Urlaube verbrachte die Familie, Frau Helga und die drei Kinder Claudia, Olaf und Klaus-Bernhard, oft im hohen Norden, in Lappland. Aber es gab auch Reisen nach Griechenland oder zum Neusiedlersee, wo Karl-Heinz Kühnapfel sein Tarnzelt aufbaute. Dieses war seine zweite Bleibe, von dort konnte er unerkannt fantastische Aufnahmen der Vogelwelt machen. Gerade mit diesen Aufnahmen dokumentierte er die Limikolen in unserem Raum wie kein anderer und zeigen, wie wichtig die Kläranlagen in unserem Raum für diese Zugvögel sind.

Für Karl Heinz Kühnapfel waren gerade die nicht so anziehenden Plätze, wie die Kläranlagen in Schwanzbell und Kamen, der Lanstroper See mit angeschlossener Müllkippe, der Beversee und Kurler Busch sein place to be. Hier half er mit, die Wasserstände der Kläranlagen so zu organisieren, dass die einzelnen Arten möglichst optimale Bedingungen vorfanden und damit gute Nahrungsgründe für die Durchzügler aber auch Brutvögel geschaffen wurden. In den 1980er Jahren erbrachte er dann auch an einer Kläranlage den ersten Brutnachweis für den Säbelschnäbler. In seinem Garten konnte er 2018 für mehrere Wochen täglich eine Zwergammer beobachten, was in Mitteleuropa wohl noch keinem Ornithologen im eigenen Garten vergönnt war.

Er war für viele Jahre Landschaftswächter in Dortmund und legte sich mit manch einem Jäger im Kreisjagdbeirat an. Er half mit, die Deponie und den Lanstroper See nach der Schließung umzugestalten. Hier ließ er als Ausgleichsmaßnahme einen großen Teich errichten, um die Möwen vom Lanstroper See umzulenken.

Karl-Heinz Kühnapfel hielt weit mehr als 500 Vorträge und leitete sicherlich auch Exkursionen im dreistelligen Zahlenbereich. Die Leichtigkeit und sein Humor sind ihm hier sicherlich sehr behilflich gewesen. Neben all diesem Engagement hat er fast 50 wissenschaftliche Abhandlungen zur Ornithologie verfasst, darunter auch wichtige Langzeitstudien, die im Charadrius erschienen. Immer auf der Höhe der Zeit ist Karl-Heinz auch online unterwegs gewesen (OAG Unna, ornitho.de).

Die OAG verliert mit ihm ihren langjährigen Beobachter im mittleren Kreisgebiet, der sich an allen OAG-Kartierungen bis zum Schluss beteiligte, den Brutvogelatlas des Kreises Unna mitgestaltete und zahllose Beiträge für die OAG-Homepage lieferte. Er war auf unserern OAG-Treffen unser Nestor im Hintergrund und hat sich in dieser Rolle in der ihm eigenen Art immer wieder eingebracht. Für sein Engagement im Bereich Naturschutz erhielt er folgerichtig 2018 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Mit Karl-Heinz Kühnapfel hatten unsere Vogelarten in den letzten Jahrzehnten eine menschliche Stimme (vielleicht kam ihm hier die über 70 Jahre währende Mitgliedschaft im Gesangsverein zur Hilfe) und er hat mit seiner einnehmenden, lockeren und humoristischen Art viele junge Menschen für den Naturschutz begeistern können, die auch heute noch aktiv sind.

Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft und insbesondere auch wir „Jungornithologen“ haben Karl-Heinz ungeheuer viel zu verdanken. Wir denken an seine Familie, es ist ausgeschlossen, dass wir ihn vergessen.

Jens Brune

Fröndenberg/Kiebitzwiese: Bekassinen, Bläss-, Grau-, Kanada- und Nilgänse, Rotmilan, Sperber, Turmfalke, Wacholderdrosseln u.a. am 06.02.2026 (K. Matull und A. Hünting)

Vom alten Aussichtshügel aus konnten wir folgendes beobachten: 26 Kanadagänse, 2 Graugänse, 2 Nilgänse und ca. 100 Blässgänse, unter denen laut Merlin-App mindestens eine Kurzschnabelgans hätte gewesen sein sollen. Ehe wir die Gänseschar jedoch näher unter die Lupe nehmen konnten, überflog ein Hubschrauber das NSG. Während Kanada-, Grau- und Nilgänse entspannt blieben, flüchteten alle Blässgänse inklusive der möglicherweise auch anwesenden Kurzschnabelgans. Tja, Pech gehabt.

Mehr Pech hatte ein Höckerschwan, der höchstwahrscheinlich mit einem der Hochspannungskabel kollidierte und diese Kollision mit seinem Leben bezahlte. Sein Kadaver lag direkt vor dem alten Aussichtshügel unter der Stromleitung.

Weiter konnten wir 1 jagenden Sperber, 1 nach Norden überfliegenden Rotmilan und 1Turmfalken, 16 Schnatterenten, 2 m Krickenten, 42 Stockenten, 2 fehlfarbene Stockenten, 3 Bekassinen, 1 Buntspecht, 2 Rabenkrähen, 1 Zaunkönig, > 10 Stare, 2 Amseln und etwa 100 Wacholderdrosseln beobachten.

Höckerschwankadaver
Höckerschwankadaver …. am 06.02.2026 (Foto: A. Hünting)

Bekassine
3 Bekassinen unterhalb des Aussichtshügels. …. am 06.02.2026 (Foto: A. Hünting)
Turmfalke
Turmfalke nach erfolgreicher Jagd. …. am 06.02.2026 (Foto: A. Hünting)

Unna: Wasservogel-Eldorado Hemmerder Wiesen – 04.02.2026 (H. Knüwer)

Es kommt nicht so oft vor, dass sich gleich eine Gruppe aus 14 Kormoranen auf dem Beobachtungsgewässer in den Hemmerder Wiesen niederlässt. Da es dort aber keine Fische gibt, dauerte der Aufenthalt dieser Gruppe nicht sehr lange.

Neben den üblichen Verdächtigen hielten sich am Morgen Heerscharen Bläss- und Saatgänse im Bereich der großen Flutmulde auf. Insgesamt dürften es mindestens 500 Gänse beider Arten gewesen sein. Es herrschte ein stetiges Kommen und Gehen. Das Verhältnis zwischen Bläss- und Saatgänsen lag bei etwa 5 : 3. Neben ungezählten Stock-, Krick- und Schnatterenten waren auch ca. 15 Pfeifenten und zwei Spießenten (m) anwesend. Außerdem 24 Kiebitze (zeitweilig rastend), ein Kranich (hinter dem Kirchbach aufsteigend), drei Silberreiher, eine Teichralle an der Amecke sowie acht Pieper (vmtl. Wiesenpieper).

Kormorane in den Hemmerder Wiesen: Ein Teil der Vögel trägt bereits das Brutkleid.
Kormorane in den Hemmerder Wiesen: Ein Teil der Vögel trägt bereits das Brutkleid. (Foto: H. Knüwer)
Aufbruch der Kormorane zu neuen Gefilden
Aufbruch der Kormorane zu neuen Gefilden (Foto: H. Knüwer)
Auf dem Foto ein buntes Gemenge mit Stockenten, Krickenten, Pfeifenten, Graugänsen, Blässgänsen, Rostgänsen und Kiebitzen
Auf dem Foto ist ein buntes Gemenge aus Stockenten, Krickenten, Pfeifenten, Graugänsen, Blässgänsen, Rostgänsen und Kiebitzen zu sehen. (Foto: H. Knüwer)
Ausschnitt aus einem großen Trupp einfallender Saatgänse
Ausschnitt aus einem großen Trupp einfallender Saatgänse (Foto: H. Knüwer)
Die Zahl der im Gebiet anwesenden Saatgänse hat sich in den letzten Tagen und Wochen deutlich erhöht.
Die Zahl der im Gebiet anwesenden Saatgänse hat sich in den letzten Tagen und Wochen deutlich erhöht. (Foto: H. Knüwer)
Bevor sie sich niederlassen, drehen auch diese Saatgänse noch ein paar Runden.
Bevor sie sich niederlassen, drehen auch diese Saatgänse noch ein paar Runden. (Foto: H. Knüwer)
gemischte Ansammlung mit Bläss- und Saatgänsen
gemischte Ansammlung mit Bläss- und Saatgänsen (Foto: H. Knüwer)
Kiebitztrupp dreht ein paar Runden über den Hemmerder Wiesen, um dort erneut zu landen. – 04.02.26
Kiebitztrupp dreht ein paar Runden über den Hemmerder Wiesen, um dort erneut zu landen. – 04.02.26 (Foto: H. Knüwer)

Schwerte: Rohrdommel am 02.02.2026 (P.Krüger; Melder: A.Matull)

An der Röllingwiese in Schwerte gelang Peter Krüger heute die kurze Sichtung einer Rohrdommel. Passend zum heutigen „Welttag der Feuchtgebiete“ unterstreicht diese Sichtung die enorme ökologische Bedeutung der Röllingwiese als wertvoller Lebensraum für spezialisierte und seltene Arten wie die Rohrdommel.

Vorsichtig schleicht die Rohrdommel (links unten) am Schilfrand auf der Röllingwiese in Schwerte entlang… 02.02.2026 Foto: Peter Krüger)
…und nutzt in geduckter Pirschhaltung die natürliche Deckung. 02.02.2026 (Foto: Peter Krüger)
Mimese (Nachahmung von Umgebungsstrukturen) im Kontrast“: Hier hebt sich die Rohrdommel einmal ausnahmsweise farblich deutlich von der Ufervegetation ab. 02.02.2026 (Foto: Peter Krüger)

Unna: Blässgänse, Tundrasaatgänse, Kurzschnabelgans, Spießenten, Kraniche und Seeadler am 01.02.2026 (Marvin Stahl)

Am Nachmittag rasteten in den Hemmerder Wiesen erstaunlich viele Gänse. Vor allem die Blässgänse machten auch akustisch fortwährend auf sich aufmerksam. Unruhig wurde es als ein imm. Seeadler das Gebiet überfliegt und schließlich in der Kernzone landet. Kurz darauf startet er aber schon wieder durch und fliegt Richtung Nordosten ab. Der ganze Tumult hat die Gänseschar merklich durchgemischt und offenbar auch dafür gesorgt dass Gänse von umliegenden Feldern nun hier im NSG einkehrten. Gegen 16:00 landet eine Gruppe aus 8 Kranichen im NSG, fliegt aber kurz darauf auch wieder ab.


Hier die Zahlen: >340 Blässgänse, >130 Graugänse, >74 Tundrasaatgänse, >58 Krickenten, >45 Stockenten, >45 Kanadagänse, 2 m. Spießenten, 2 Rostgänse, 2 Höckerschwäne, 1 Nilgans und gut getarnt unter den vielen Gänsen auch 1 Kurzschnabelgans (bereits vorher, von anderen Beoabachtern entdeckt).

Leider heute nur mit Fernglas „bewaffnet“, reicht es lediglich für ein Beleg mit dem Smartphone: ein Seeadler im NSG Hemmerder Wiesen, 01.02.2026 Foto: Marvin Stahl