Nach dem Nachweis eines Silberreihers in der Kiebitzwiese am 02.07. durch G. Zosel gab es heute einen weiteren Nachweis der Art in den Hemmerder Wiesen. Die Zahl der übersommernden Silberreiher scheint auch im Kreis Unna in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen zu haben. Der heute gesehene Silberreiher musste allerdings die Nähe eines Kiebitzjungvogels eiligst verlassen, weil er von den Kiebitzeltern vehement attackiert wurde. Im Gebiet waren insgesamt vier Kiebitze sowie eine kleinere Limikole (Bruch- oder Waldwasserläufer) anwesend.
Vor dem Aussichtshügel rasteten heute vier Knäkenten. Während die Art auf dem Frühjahrszug öfter mal zu sehen ist, sind Beobachtungen zu dieser Jahreszeit eher selten.
Erwähnenswert sind vielleicht noch u.a. 1 Schwarzmilan, 12 Rostgänse und insgesamt 12 Weißstörche, darunter auch schon ausgeflogene Jungvögel aus der Nachbarschaft.
Der Fund einer gemauserten Handschwinge lässt vermuten, dass in den Hemmerder Wiesen mindestens eine Waldohreule auf Jagd geht oder sich dort mal aufgehalten hat.
Silberreiher in den Hemmerder Wiesen setzt zur Landung an ,,,, (Foto: H. Knüwer)… nachdem er von einem Kiebitzpaar, das noch einen flüggen Jungvogel betreut, vertrieben worden war. (Foto: H. Knüwer)Knäkenten auf dem Beobachtungsgewässer in den Hemmerder Wiesen am 04.07.26 (Foto: H. Knüwer)Gelegentlich lassen sich Vogelarten über Funde gemauserter Federn nachweisen. Diese Feder (Handschwinge) stammt von einer Waldohreule, die sich in den Hemmerder Wiesen aufgehalten hat oder noch aufhält. – 03.07.26 (Foto: H. Knüwer)Dieses Rohrweihenweibchen hat die drei inneren Handschwingen erneuert. Da die nächst folgende vierte Handschwinge nicht geworfen worden ist, hat der Vogel offenbar die Mauser unterbrochen. Das Weibchen, das leicht an seinem spärlich ausgeprägten Fleck im Nacken wiederzuerkennen ist, tauchte schon mehrfach in den Hemmerder Wiesen jagend auf, denn es hat Jungvögel zu versorgen. – 19.06.26 (Foto: H. Knüwer)Das sieht man nicht so oft: ein in einer Salweide in 2 m Höhe herumkletterndes Hermelin. Nur durch die aufgeregt rufenden und um den Nachwuchs besorgten Nachtigallen ließ sich das Hermelin überhaupt entdecken. – Hemmerder Wiesen. – 19.06.26 (Foto: H. Knüwer)Ein junger Laubfrosch der neuen Generation, den B. Glüer gestern entdeckt hatte, saß heute an derselben Stelle wie gestern. – Hemmerder Wiesen, 04.07.26 (Foto: H. Knüwer)
Heute am Vormittag (ab 5:45 Uhr) konnte ich im/am NSG Kiebitzwiese vom Hindenburg Hain bis hin zum Hammer Wasserwerk u.a. folgendes beobachten: 1 Waldwasserläufer, 1 Schnatterente mit 6 Pulli auf der Ruhr, 20 Reiherenten, 3 oder 5 Haubentaucher (möglicherweise nur 1 Paar an verschiedenen Orten auf der Ruhr), 1 Zwergtaucher unterhalb des Wehres, 1 Teichralle, 18 Blässrallen (ad) mit insgesamt 8 Pulli (3 Familien), 1 Höckergans, 23 Graugänse mit 3 Jungvögel, 2 Nilgänse, 1 Silberreiher, 2 Graureiher, 3 besetze Weißstorchhorste mit mind. 2 Jungvögel am Hindenburg Hain auf Mendener Seite, 4 Jungvögel auf Hochsitz der Kiebitzwiese sowie 3 Jungvögel auf Storchenmast), 4 überfliegende Kormorane, 4 Sumpfrohrsänger noch singend, 4 Rohrammern (Männchen), 1 Kuckuck, 2 Eisvögel (1 am Münzenfund mit Nahrung für Jungvögel sowie 1 am Flößergraben), ca. 20 Uferschwalben an der Spundwand am Wehr jagend, 1 Gebirgsstelze, 2 Schafstelzen warnend am Maisfeld zwischen Wehr und Ponyhofweiden, 3 männliche Neuntöter+ mind. 1 Jungvogel, 5 Distelfinken, 1 Kernbeißer, 1 singende Gartengrasmücke, mind. 7 jagende Mauersegler mit Mehl-und Rauchschwalben, 1 jagender Baumfalke am Flößergraben und übern Mendener Ententeich, 1 überfliegender Schwarzmilan, 2 Rotmilane sowie 1 Turmfalke.
Neuntöter mit Beute für bettelnden Jungvogel….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Singender Sumpfrohrsänger auf der Kiebitzwiese….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Singende Rohrammer am Alten Aussichtshügel….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Jagender Baumfalke über dem Flößergraben….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Weißstorch mit seinen 3 Jungvögeln auf dem Storchenmast. Auf allen 3 Nestern waren im Gebiet waren die Jungvögel fleißig damit beschäftigt, ihre Flugmuskulatur mit Flügelschlagen zu trainieren….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Storchennest auf dem Hochsitz mit 4 Jungvögel ….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Graureiher hat wahrscheinlich eine fette Schermaus erbeutet….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Ein Silberreiher hält sich im Moment im NSG auf….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Männliche Gebänderte Prachtlibelle am Ruhrufer….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Dazu das passende Weibchen. Insgesamt weit mehr als 100 Prachtlibellen, vielleicht auch wenige Hunderte auf meinem Weg heute durch das Gebiet an der Ruhr….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Gemeine Becherjungfer auch Becher-Azurjunger (Enallagma cyathigerum) genießt das Sonnenbad….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Die seltenere Pokaljungfer gleich nebenan….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Männchen des Großen Blaupfeils auf meinem Weg….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Hauptsächlich am Wehr flogen einige Exemplare des Schwarzkolbigen Braundickkopffalter….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Grünader-Weißling kommt vor dem dunklen Hintergrund besonders schön zur Geltung….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Ein lustiger Gesell. Ein Kratzdistelrüssler (Larinus turbinatus) auf „seiner“ Kratzdistel….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Ein besonderes schönes Exemplar des Vierbindigen Schmalbocks….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Es ist schon fantastisch, was die Natur für Formen und Farben auch in der Insektenwelt hervorbringt. Hier eine Nymphe des „Verkannten Enaks“, besser bekannt unter der Purpur-Fruchtwanze (Carpocoris purpureipennis)….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Breite Fliegengrabwespe (Ectemnius lituratus) beim Frühstück….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Wespenspinne im Morgentau….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Eine Ovalspinne aus der Familie der Kugelspinnen mit Beute. Hierbei handelt es sich entweder um eine Enoplognatha ovata oder um eine Enoplognatha latimana. Beide Arten lassen sich nur durch die mikroskopische Untersuchung der Geschlechtsteile sicher bestimmen….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Oberhalb des Wehres in der Ruhr wächst ein kleiner Bestand der Schlangenwurz auch bekannt als Drachenwurz oder Sumpfcalla….am 02.07.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Bereits am Dienstag fand ich morgens einen jungen Mauersegler auf dem Pflasterweg unter den Mauerseglerkästen. Er sah gut entwickelt und flugfähig aus, sodass ich mich dazu endschloss, ihn nicht mehr in den Kasten zurück zu setzen, sondern ihn vom Dachboden aus in die Luft zu werfen. Scheinbar war es die richtige Entscheidung denn er flog auf und davon…
Ebenfalls am Dienstag kreisten 3 Weißstörche über Altenbögge um Höhe zu gewinnen und dann in Richtung Westen abzuziehen.
Heute zeigten sich am Seskeweg 2 Grauschnäpper.
Junger Mauersegler. 30.06.26 Foto: Hartmut PeitschMauersegler am Boden. 30.06.26 Foto: Hartmut PeitschWeißstörche über Altenbögge kreisend. 30.06.26 Foto: Hartmut PeitschWeißstorch, 30.06.26 Foto: Hartmut PeitschGrauschnäpper, 03.07.26 Foto: Hartmut PeitschMöglicherweise ein Grauschnäpper-Jungvogel, leider blieb er in Deckung. 03.07.26 Foto: Hartmut Peitsch
Über dem Bausenhagener Schelk heute ein Wespenbussardpaar kreisend. Leider ist diese Beobachtung nur bedingt erfreulich. Einerseits sind im Kr. UN Wespenbussardbeobachtungen äußerst rar geworden, andererseits ist in diesen Tagen das gemeinsame Kreisen eines Paares eher besorgniserregend, weil gewöhnlich in den ersten Julitagen die Brut (falls vorhanden) aus den Eiern schlüpft und das Weibchen dann kaum den Horst verlässt. Es ist daher zu befürchten, dass die Brut entweder verloren ist, oder es hat gar keine gegeben. Auf Fotos ist zu erkennen, dass es sich bei dem Männchen möglicherweise um einen schon mehrfach zwischen Unna und Fröndenberg (auch im Vorjahr `25) gesehenen Vogel handelt. Siehe hierzu auch vom 05.06.26: https://www.oagkreisunna.de/2026/06/05/froendenberg-waldschnepfenbalz-wespenbussarde-baumpieperbrut-u-a-05-06-2026-b-glueer/).
Südlich des Hemmerder Schelks gestern (01.07.) eine männliche Wiesenweihe jagend.
In den Hemmerder Wiesen wurde Anfang der Woche nach dem Abfahren der Heuernte der E-Zaun um das Kerngebiet des NSG abgebaut. Zum Schutz der Brutvögel vor Bodenprädatoren (hauptsächlich der Kiebitze) hatte dieser dort für 4 Monate gestanden. Um der Tageshitze zuvorzukommen, trafen sich 5 Helfer bereits um 05.30 Uhr. Sehr erfreulich: aus einer sehr späten Kiebitz(nach-)brut war noch mindestens 1 fast flügger Jungvogel in der Kernzone zu sehen. Insgesamt kann die arbeitsintensive Schutzmaßnahme als ausgesprochen erfolgreich gewertet werden. Auch wenn über die Wochen der Brutsaison aus der Ferne die oft in der Deckung „unsichtbaren“ Kiebitzküken nicht restlos durchgezählt werden konnten, ist in der Summe aller Beobachtungen doch davon auszugehen, dass mehr als 20(!) Küken aus mindestens 8 Bruten flügge geworden sind. Der Zaun war insgesamt vom 27. Februar bis zum 29. Juni aufgebaut und ist zwischenzeitlich 4mal freigemäht worden, um den Stromfluss ungehindert zu gewährleisten.
Ein Wespenbussardpaar über dem Bausenhagener Schelk kreisend (links: w, rechts: m). Zunächst freut man sich über die seltene Begegnung, doch das Weibchen sitzt in diesen Tagen normalerweise fest im Horst bei den genau jetzt aus den Eiern schlüpfenden Jungvögeln …, 02.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)… in einer Bildmontage des Paares ist erneut zu erkennen, dass es sich bei dem Männchen um einen „alten Bekannten“ handeln könnte (vgl. Text oben). Das Weibchen weist im Großgefieder des linken Flügels Lücken und Schäden auf, die nicht durch Mauser zu erklären sind, weil gewöhnlich parallel die entsprechenden Federn beider Flügel gleichzeitig gemausert werden. So könnte dies ein Hinweis auf den vielfach dokumentierten illegalen Beschuss der Zugvögel – vor allem über Ländern des Mittelmeerraumes sein. An sogenannten „Flaschenhalssituationen“, wo Zugvögel wie Wespenbussarde sich an Meerengen oder Gebirgszügen bei ihren Langstreckenflügen konzentrieren, werden alljährlich noch immer viele von ihnen durch Wilderer abgeschossen, 02.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)Jagendes Wieseweihenmännchen über einem Gerstenstoppelfeld südlich des Hemmerder Schelks, 01.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)Heuernte mit vier Traktoren im Einsatz vor der angekündigten Gewitterfront bei fast 40 °C in den Hemmerder Wiesen…, 27.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)… entlang der anschließend eingeleiteten „Flutung“ der Nassbereiche über das Stauwehr an der Amecke tummelt sich vielfältiges Vogelleben (heute unter anderem >34 Graureiher, im Bild auch diesj. Weißstörche, Lachmöwen, Kiebitze, Graugänse, Waldwasserläufer etc.), 02.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)An der Pfütze in einer Fahrspur im Getreide (Hemmerder Ostfeld) stillt dieser Fuchs seinen Durst, 29.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)Weißkleegelbling über Kleeblüten südlich Frdbg.-Ostbüren, 01.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Am frühen Vormittag konnte ich in den Hemmerder Wiesen eine größere Anzahl von Vögeln auf den gemähten Wiesen beobachten. Im Einzelnen waren es die folgenden Arten: 9 Weißstörche, mindestens 12 Graureiher, etwa 30 Graugänse, ca. 10 Rostgänse, mindestens 8 Kiebitze – darunter 3 diesjährige – zahlreiche Stare, alle 4 bei uns in den Sommermonaten heimischen Grasmückenarten, 1 Gelbspötter, 1 Rohrammer (M), Goldammern, Zilpzalp, Bluthänflinge, Heckenbraunellen, Zaunkönige, Rotkehlchen, Singdrosseln, Amseln, 1 Sumpfmeise, Blau- und Kohlmeisen, Grün- und Buntspecht, Ringeltauben und mindestens 1 Hohltaube (rufend). Beobachtet und begleitet wurden diese Arten von etlichen Greifvögeln: jeweils 1 Schwarz- und Rotmilan, Mäusebussarde und mindestens 4 Turmfalken. Ein urplötzlich eintreffender Habicht konnte im nicht mehr einsehbaren Bereich der Hemmerder Wiesen erfolgreich Beute schlagen.
Schwarzmilan kreist am 01.07.2026 über den Hemmerder Wiesen (Foto: Hartmut Brecher)
Auch dieser Weißstorch erhofft sich Nahrung in den Hemmerder Wiesen zu finden
Einer von mindestens 4 Turmfalken, die aktuell die Hemmerder Wiesen besuchen (Foto: Hartmut Brecher)
Gelbspötter erfreut durch seinen erfrischenden Gesang den Beobachter (Foto: Hartmut Brecher)
Diesjähriger Star in den Hemmerder Wiesen (Foto: Hartmut Brecher)
Vor einer Woche konnte ich diese Nachtigall in den Hemmerder Wiesen fotografieren (Foto: Hartmut Brecher)
Aktuell lassen sich vermehrt Schwalbenküken verzeichnen, die hier und in Menden aus ihren Nestern gesprungen sind. (Mehl- , aber auch Rauchschwalben). Vermutlicher Grund: Wie schon im vergangenen Jahr heizt die aktuelle Hitzeperiode die Nester der Schwalben unerträglich auf, sodass sie vor den Gluttemperaturen dort flüchten.
Nach der extremen Hitzeperiode der letzten Tage bot der heutige Tag endlich wieder die Möglichkeit, unter normalen Sommerbedingungen eine fußläufige Runde zu drehen. Im Schwerter „NSG Mühlenstrang“ kamen kurz hintereinander zwei Baumfalken überflogen. Zudem ließ sich neben einem Gelbspötter der Seidensänger im bekannten Gesangsrevier akustisch vernehmen. Aus eigener Erfahrung ist hierbei zu beachten, dass die Gesangsaktivität demnächst im Juli und über weite Teile des Augusts stark nachlassen oder komplett verstummen kann. Der Seidensänger ist dann jedoch nicht abgezogen, sondern wird möglicherweise erst ab Mitte bis Ende August wieder regelmäßig in abgeschwächter Form akustisch wahrnehmbar sein. Da Seidensänger grundsätzlich strikt an Wasserhabitate gebunden sind und dazu neigen, ihr Revier ganzjährig zu besetzen, stehen die Chancen für eine erfolgreiche Überwinterung an der Ruhr, die selbst bei strengen Winterbedingungen mit ihrer Fließgeschwindigkeit wohl niemals vollständig zufriert, denkbar günstig. Ein schöner Erfolg zeigte sich in einem Rohrammer-Revier, denn hier gelang ein sicherer Brutnachweis, da beide Altvögel intensiv Futter zum Brutplatz trugen. Der gewählte Rundweg erlaubte zudem eine kurze Stichprobe beim Weißstorchnachwuchs in den beiden Nestern am Mühlenstrang sowie am Wellenbad. Jungstörche waren in den letzten Tagen überall auf ihren exponierten Nestern durch die sengende Sonne ungeschützt außergewöhnlichen physischen Belastungen ausgesetzt. Am Mühlenstrang lagen beide Jungvögel heute sichtlich im Ruhemodus im Nest, während die zwei Jungen am Wellenbad bereits einen sehr fitten Eindruck machten und zeitnah flügge werden dürften. Bei den Schmetterlingen gelang, nach einer gefühlten Ewigkeit, am Wegesrand die Sichtung eines Schönbärs.
Auch das Storchennest auf der Kaminabdeckung am „Gutshof Wellenbad“ wirkte in den vergangenen Tagen unter der sengenden Sonne fast wie ein ungeschützter Grillteller, doch der Nachwuchs kann zumindest froh sein, dass die zusätzliche Heizung von unten im Sommer pausiert. (29.06.2026, Foto: Andre Matull)Ein sicherer Brutnachweis für die Rohrammer im „NSG Mühlenstrang“, da beide Altvögel zeitgleich intensiv Futter zum Brutplatz tragen. (29.06.2026, Foto: Andre Matull)Lange nicht gesehen: Ein Schönbär am Wegesrand – hier gut zu sehen ist die farbenprächtige Flügelunterseite dieses Nachtfalters, der auch tagaktiv ist. (29.06.2026, Foto: Andre Matull)Im Ruhezustand zeigt der Schönbär seine kontrastreich gemusterte Flügeloberseite. (29.06.2026, Foto: Andre Matull)
Anders als bei Hartmut Peitsch in Bönen geben die Fröndenberger Mauersegler Anlass zur Sorge. Die aktuellen Hitzetage führen ja gerade bei Mauerseglern zu auffälligem und regem Treiben, so dass sie an den traditionellen Brutplätzen gut beobachtet werden können. Die genaue Zahl der jeweiligen Brutvögel ist dabei meist schwer zu ermitteln, weil an den pfeilschnellen Flugspielen über den Dächern sich oft auch Mauersegler aus anderen Kolonien beteiligen und unter ihnen alljährlich durchschnittlich 40% – 60% „Nichtbrüter“ sind.
Der Kirchturm der Fröndenberger Stiftskirche bietet seit vielen Jahren die Möglichkeit, vom Turminneren eine große Kolonie über dem Glockenraum mit ihren Brutpaaren und den zustande gebrachten Gelegen zu zählen. Seit mehreren Jahren sind im Turm leider zwei ungünstige Trends zu beobachten. Zum einen nimmt die Gesamtzahl von einst oft mehr als 20 Brutpaaren stetig ab (im vergangenen Jahr `25 gab es nur noch 11 erfolgreiche von 18 begonnenen Bruten). Zum anderen beginnen nur noch wenige Paare direkt nach der Ankunft im Brutgebiet auch mit dem Brutgeschäft. Stattdessen gab es in der Vergangenheit immer wieder Bruten, die erst in der zweiten Juni-Dekade oder sogar noch später begonnen worden sind. Auch in diesem Jahr konnten bei einer ersten Kontrolle im Turm am 06.06. lediglich 11 begonnene Bruten gefunden werden. Eine gestrige Nachkontrolle (27.06.) erfüllte nicht nur nicht die Hoffnung auf zusätzliche, später begonnene Bruten, sondern auch von den zuvor erfassten Bruten waren bis dato nur 5 (!) erfolgreich verlaufen. Über die Gründe für den besorgniserregenden Trend kann man nur spekulieren. Leider ist dabei nicht von einem regionalen Einzelphänomen auszugehen. Auch die alljährlich landesweite Zählung des NABU („Stunde der Gartenvögel“) ergab innerhalb eines Jahres für den Mauersegler einen Rückgang von 24%. Da sich im Falle der Fröndenberger „Kirchturmsegler“ das Nisthöhlenangebot nicht verändert hat, müssen andere Gründe (Insektenmangel, nasskalte Wetterlagen im Mai etc.?) für den Rückgang verantwortlich sein.
Immerhin kann ich wie Hartmut Peitsch von der seit Jahren bestehende Kolonie am eigenen Haus (Frdbg.-Hohenheide) Positives berichten: von 11 angebotenen Nisthöhlen sind 8 mit erfolgreichen Bruten besetzt. Sie werden jedoch frühestens in der zweiten Juli-Hälfte ausfliegen.
Vordergründig betrachtet vermitteln die von schrillen Rufen begleiteten Flugspiele der Mauersegler bei dem anhaltend sommerlichen Wetter den Eindruck, dass – wie in anderen Jahren – viele Brutpaare den Kirchturm der Fröndenberger Stiftskirche besiedeln …, 28.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)… die akrobatischen Flugmanöver lassen sich in der Regel problemlos aus nächster Nähe beobachten, denn als traditionelle Gebäudebrüter zeigen Mauersegler wenig Scheu vor Menschen …, 28.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer) … im Nachgang zeigt sich bei der Fotobearbeitung auch schonmal Kurioses: eine Seglerlausfliege nutzt offenbar bei freiem Sitz am äußeren Gefieder in der Hitze den Hochgeschwindigkeitsflug zur Abkühlung …, 27.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer) … die extreme Hitze der letzten Tage scheint auch den Seglern selbst einiges abzuverlangen. Anders als normalerweise fliegen sie oft mit hängenden Beinen und mehr oder wenig geöffnetem Schnabel…, 27.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer) … hier kommt es offenbar zu einem „Wettflug“ mit einer Wespe (links oben im Bild), 27.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer) Die Nachtigallen der Hemmerder Wiesen haben nach erfolgreichen Bruten (hier ein Altvogel mit Nachwuchs) das NSG größtenteils schon verlassen, 15.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer) Vorsichtigen Optimismus gibt es weiterhin in zwei Turteltauben-Revieren südlich der Ruhr (MK). Insgesamt konnten 5 Exmpl ausgemacht werden, 20.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer) Ebenfalls in „Nachbars Garten“ (HSK) dieser seltene Baumweißling (für mich Erstbeobachtung in NRW)…, 24.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer) … diese Schönheit zeigt sich immerhin in heimischen Gefilden (Bausenhagener Schelk): ein frischer Großer Fuchs. Mit dem nötigen Glück könnte er es bis ins kommende Jahr (2027) schaffen, 23.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
„Unsere“ ersten Mauersegler sind in der Nacht zum Samstag ausgeflogen. Nachdem die Altvögel dieses Jahr recht früh – am 23.04. – in unsere Brutkästen zurückkehrten, haben sie in neun Wochen Jungvögel zum Ausfliegen gebracht. In weiteren Bruthöhlen wird noch gefüttert, die Jungen sind aber teilweise auch kurz vor dem Flüggewerden.
Dem Mauersegler-Jungvogel wird es bei 37 Grad Lufttemperatur sichtlich warm. Am Abend ist er ausgeflogen. 26.06.26 Foto: Hartmut PeitschVor dem Start in die Welt, diesjähriger Mauersegler. 26.06.26 Foto: Hartmut PeitschMauersegler, 26.06.26 Foto: Hartmut PeitschSperber und Mauersegler, 26.06.26 Foto: Hartmut PeitschWanderfalke, 26.06.26 Foto: Hartmut Peitsch
In einem kleinen halbschattigem Beet in meinem Garten wächst im Sommer immer etwas Greiskraut. Seit einigen Jahren haben es die Blutbären entdeckt und zu ihrer Kinderstube gemacht. Heute habe ich die ersten kleinen Raupen entdeckt.
Auf meiner Radtour durch den Unnaer Teil der Sandbochumer Heide/Bergkamen waren gestern folgende Vögel zu sehen und zu hören: Zilpzalp, Garten-, Mönch- und Dorngrasmücken, Goldammer, und Grünfink; auf Hammer Seite neben dieser Misteldrossel ein Mäusebussard, etliche Mehl- und Rauchschwalben, Wiesenschafstelzen, Buntspecht und Fitis /23.06.26, Foto: C. Rethschulte).Auf meiner heutigen Wanderung in derSandbochumer Heide entlang des Beverbaches, beginnend an der Industriestaße in Bergkamen, endend an der Kerstheider Straße kann ich neben diesem Waldbaumläufer (Bestimmung mit Hilfe der Merlin- und Obsidentify-App) folgende Vögel hören und sehen: zwei Bunt- und Mittelspechte, mehrere Kleiber, eine Sumpf- und mehrere Schwanzmeisen, einen Grauschnäpper, ein bis zwei Kernbeißer, eine Singdrossel, Gartengras- und Mönchsgrasmücken, Rotkehlchen, Zaunkönige, Eichelhäher und mehrere Stieglitze sowie einen unbestimmten Bussard (24.06.26, Foto: C. Rethschulte).Im Rahmen der Wanderung entlang des Beverbaches fallen zudem etliche Schmetterlinge auf: u.a. dieses Landkärtchen ….…. hier mit geschlossenen Flügeln ….… zwei Kaisermantel ….…. zwei Admirale ….…. ein C-Falter ….…. sowie mehrere Grünader-Weißlinge und andere Weißlinge (24.06.26, Fotos. C. Rethschulte).
Nachdem J. Hundorf am vergangenen Donnerstag auf der Ackerumwandlungsfläche (Mohnblumenfläche) südlich des Umgehungsgerinnes bei Rünthe (NSG Lippeaue von Stockum bis Werne) bereits ein bis zwei rufende Wachteln gehört hat, haben wir heute Nachmittag erneut eine Wachtel rufen hören, aus dem nordöstlichen Bereich der Nutzfläche.
Viele Vögel sind aktuell vollauf mit der Versorgung ihres Nachwuchses beschäftigt, dennoch hat bereits klammheimlich der Limikolenzug in Richtung Süden begonnen. Das zeigte sich auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg am Sonntag (21.06.26) durch 3 rastende Waldwasserläufer. Zu den nächsten Abreisenden gehört der Kuckuck, welcher allerdings nach wie vor im westlichen Teil des Gebiets mit 3 Individuen (darunter 1 Weibchen der braunen Morphe) sehr aktiv ist. Diese vermeintlich ruhige Phase der Sommersonnenwende ist der ideale Zeitpunkt für einen Rückblick auf die letzten Wochen im westlichen Ruhrtal. Auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg lässt sich eine Gänse Nachwuchs-Bilanz ziehen: 2 Kanadaganspaare führen aktuell 20 (12+8) noch nicht flugfähige Nachkommen. Bei dieser ungleichen Verteilung dürfte es sich um eine sogenannte „Crèche“ (eine biologische Kinderstube) handeln, bei der Gänseeltern den Nachwuchs anderer Paare adoptieren oder gemeinsam betreuen. Bei den Graugänsen sind es 4 Paare mit 17 (5+5+4+3) größtenteils bereits flugfähigen Jungvögeln, wobei lediglich die 3 jüngsten Nachzügler einer späten Familie noch flugunfähig sind. Hinzu kommt 1 Nilganspaar mit 7 flüggen Jungvögeln, die aber schon länger flugfähig sind. Ein neuer Brutrekord zeichnet sich zudem für das Gebiet bei den Weißstörchen ab, sofern die 7 (3+4) aktuell vital wirkenden Jungstörche aus den 2 Nestern plangemäß in den kommenden 2 bis 3 Wochen flügge werden.
Am Rande der Röllingwiese in Schwerte dokumentierte Martina Wünsch am 30. Mai eine Verpaarung von Ringelnattern. Bei mildem, wechselhaftem Wetter um 20 °C zeigte sich ein typisches „Paarungsknäuel.“ Da Ende Mai den biologischen Höhepunkt markiert, handelte es sich hierbei um eines der letzten Paarungsereignisse des Jahres – die sensible Phase ist damit für dieses Jahr abgeschlossen. Die Beobachtung unterstreicht zudem die Bedeutung von Ökotonen (strukturreichen Übergangszonen). Die Röllingwiese bietet mit ihren fließenden Übergängen von offenen Gewässern zu dichten Röhrichten, Hochstauden, Buschwerk und Waldrändern genau dieses lebenswichtige Strukturmosaik. Es bietet den Reptilien optimale Bedingungen zur Thermoregulation (Sonnensuche) und sichert warme, geschützte Eiablageplätze in organischem Material.
Im Schwerter Ruhrtal machten am 15. Juni zudem die charakteristischen Bettelrufe junger Waldohreulen auf sich aufmerksam. Insgesamt konnten 4 Ästlinge festgestellt werden. Die Jungvögel haben das Nest bereits verlassen und sind nun im dicht zugewachsenen Wald völlig unsichtbar auf weitläufiger Wanderschaft. Diese Entdeckung liefert einen wertvollen Bruterfolg für das großflächige Wald-Kulturland dieser Region. Das Gebiet bietet den Eulen wichtige, großflächige Brut- und Ruheplätze sowie ideale Jagdgründe in den angrenzenden offenen Wiesenstrukturen.
Auf der Röllingwiese in Schwerte zeigten sich diese Ringelnattern. Was hier noch ganz langsam begann … (30.05.2026, Foto: Martina Wünsch)…. entwickelte sich zu einem dynamischen Paarungsknäuel aus mehreren Individien. 30.05.2026 (Foto: Martina Wünsch)Bei der Paarung sind die Schlangen derart auf sich fokussiert, dass potenzielle Beute temporär keine Rolle spielt. Grünfrösche gelten als das Hauptnahrungsspektrum bei Ringelnattern. 30.05.2026 (Foto: Martina Wünsch) Am 15.06.2026 erregte frühmorgens der Bettelruf einer Waldohreule in Schwerte die Aufmerksamkeit. 15.06.2026 (Tonaufnahme: Andre Matull)Kurz darauf konnten alle jungen Waldohreulen entdeckt werden. 15.06.2026 (Fotos: K.&A.Matull)Gut getarnt kletterten die Ästlinge bereits selbstständig im Geäst herum und erkundeten aufmerksam ihre Umgebung. 15.06.2026, (Foto: Klaus Matull)Kleine Kletterpanne und dabei kann man im dichten Geäst auch mal abrutschen. Dieser Ästling konnte sich jedoch geschickt am Stamm abfangen und seinen Weg anschließend problemlos fortsetzen. 15.06.2026 (Foto: Klaus Matull)Bei der spielerischen Erkundung ihrer Umgebung untersuchen die neugierigen Jungvögel auch verschiedene Texturen wie die Rinde kleiner Äste ganz genau. 15.06.2026, (Foto: Klaus Matull)Einer der beiden Altvögel ruht in unmittelbarer Nähe des Geschehens. Das entspannt aufgeplusterte Gefieder und die angelegten Federohren des Altvogels zeigen deutlich den ungestörten Ruhemodus in sicherer Distanz zum Beobachtungsort. (15.06.2026, Foto: Klaus Matull)
Im Bereich des LSG Kerstheide/Hamm am 17.06.26 neben diesem männlichen Neuntöter ….…. und dieser männlichen Goldammer auch zwei Bluthänflinge, mehrere Stieglitze, eine Mönchs- und eine Gartengrasmücke (17.06.26, Fotos: C. Rethschulte).Zwei Tage später im Raum Bergkamen/Hansastraße ebenfalls eine Neuntöter-Sichtung, hier das Weibchen ….….. und hier das Männchen ….…. dort auch neben Fitis, Zilpzalp, Zaunkönig, Sumpfrohrsänger, Teichrohrsänger, Mönchs- und Dorngrasmücke, Singdrossel, Kleiber, Stieglitz, Heckenbraunelle, Kuckuck und Mäusebussard zusammen mit mehreren Wiesenschafstelzen diese Bachstelze (19.06.26, Fotos: C. Rethschulte).In den Wäldern bei Hilbeck dieser Grauschnäpper in der Mitte seines Nachwuchses (21.06.26, Foto: C. Rethschulte).Apropos Grauschnäpper: Bereits am 30. Mai fand ich diesen brütenden Grauschnäpper in der Hauswand meines Bruders in Hannover/Nordstadt vor. Stare hatten wohl mehrere Löcher in die Wand geschlagen, sodass auch dieses Grauschnäpper-Paar dort einen Brutplatz (Halbhöhle) fand (30.05.26, Foto: C. Rethschulte).Kommen wir jetzt zu den beobachteten Greifen: Bei Rottum/Kamen zeigt sich am 21.06.26 dieser Wanderfalke aus etwas größerer Entfernung ……. am 19.06.26 ist dieser ungewöhnlich aussehende Greif auf der Kamener Straße zu sehen: kopfmäßig könnte er zur Gruppe der Mini-Geier gehören, entpuppt sich aber als gewöhnlicher Turmfalke mit kahlem Schädel. Wie es dazu kam, bleibt wohl sein Geheimnis ….Nach der Kuriosität nun zu einem traurigen Fund am 21.06.26: In seinem Traditionsrevier bei Hilbeck dieser Totfund eines Schwarzmilans auf einem Buchenhorst. Die Ursache seines Ablebens wird wohl auch ungeklärt bleiben, es sein denn, der Kadaver wird aus dem Nest geholt und untersucht (Fotos: C. Rethschulte).Last but not least however: Eine für mich sehr schöne Beobachtung im Raum Bergkamen: Sperber-Nachwuchs, zunächst ist nur ein Nestling zu sehen ….…. kurz darauf wird klar, es sind zwei gesund wirkende Jungsperber. Freue mich insb. über diesen Fund, da drei weitere Brutplätze dieser Saison nicht zum Erfolg führten (21.06.26, Fotos: C. Rethschulte).