Das Beobachtungsgeschehen der vergangenen Tage zeigte sich wechselhaft: Während einige Arten zeitweise gut vertreten waren und andere spürbar abnahmen, bleibt das Zuggeschehen im Herbst weiterhin spannend und lässt auf weitere Überraschungen hoffen.
Auf der Röllingwiese in Schwerte gelang am 08.09. u. a. die Beobachtung einer rastenden Knäkente, zweier weiterhin regelmäßig anwesender Rohrweihen (1,1), eines Baumfalken sowie von mind. 3 Wasserrallen, die wie gewohnt vom Nord- und Südufer zu hören waren. Am 13.09. zeigten sich u. a. 7 Löffelenten, 2 Flussuferläufer, der traditionell überwinternde Weißstorch, eine Bekassine und > 5.000 Stare beim morgendlichen Schlafplatzabflug aus dem Schilf. Am 14.09. folgten an gleicher Stelle 2 Sperber gleichzeitig, eine weitere Rohrweihe und schließlich unser erster persönlich beobachteter durchziehender Fischadler dieser Saison.
Auf einer Offenfläche nordwestlich des Elsebachtals in Schwerte konnte am Morgen des 09.09. ein jagender Baumfalke während der Maisernte sowie ein Gartenrotschwanz beobachtet werden. Im angrenzenden Wald wurden neben rastenden Baumpiepern u. a. ein Grauschnäpper, ein Sperber, > 2 Haubenmeisen, ca. 4 Tannenmeisen und > 3 Kernbeißer notiert.
Rund um das NSG Mühlenstrang in Schwerte gelangen am 12.09. u. a. Nachweise des bekannten Seidensängers, von 5 Braunkehlchen, einem Grauschnäpper, mindestens 10 rastenden Wiesenschafstelzen, ungezählten Baumpiepern (rastend und überfliegend) sowie rund 50 Rauchschwalben.
Ein mittlerweile selten gewordener Rastvogel auf dem Herbstzug: Knäkente im eleganten Vorbeiflug über der Röllingwiese in Schwerte am 08.09.2026. (Foto: Andre Matull)Willkommene Abwechslung zu den gewohnten Krick-, Schnatter- und Stockenten: Die ersten persönlich beobachteten Löffelenten der diesjährigen Herbstsaison im Kreis Unna auf der Röllingwiese in Schwerte am 13.09.2026. (Foto: Klaus Matull)Einer von zwei Sperbern, die sich am 14.09.2026 in Schwerte-Westhofen eine rasante Verfolgungsjagd lieferten – hier nach kurzem Aufbaumen mit aufmerksamem Blick in Richtung seines Kontrahenten. (Foto: Klaus Matull) Bislang hielten wir auf dem diesjährigen Herbstzug entlang von Lenne und Ruhr vergeblich Ausschau: Am 14.09.2026 gelang schließlich die erste persönliche Beobachtung eines durchziehenden Fischadlers über Schwerte-Westhofen mit zielgerichtetem Kurs nach Südwesten. (Foto: Klaus Matull)Braunkehlchen im Feuchtgebiet des NSG Mühlenstrang in Schwerte: Das Flugfoto setzt die charakteristischen weißen Flügelflecken auf dem dunklen Flügel in Szene. Während Braunkehlchen als Durchzügler aktuell noch regelmäßig zu sehen sind… 12.09.2026 (Foto: Andre Matull)…ist der Gartenrotschwanz lokal ein derzeit spürbar rarerer Anblick. Dabei zählt er bundesweit zu den Arten mit leicht positiver Bestandsentwicklung. Hier rastend im Gehölzsaum nordwestlich des Elsebachtals in Schwerte am 09.09.2026. (Foto: Andre Matull)
Aktuelle Beobachtungen belegen die Aktivität von mindestens einem Biber im Schwerter Ruhrtal. In Schwerte selbst war uns bislang vor allem der Totfund eines einzelnen verwesten Tiers Anfang Oktober 2019 gegenüber dem Wellenbad Geisecke bekannt (vgl. → Jahresbericht Biologische Station Kreis Unna/Dortmund- Neues vom Biber und Fischotter 2020 , Seite 5). Umso erfreulicher sind die Nachweise frischer Fraßspuren. Im Rahmen unserer Erfassung dokumentierten wir die schrittweise Bearbeitung und Fällung eines Ufergehölzes fotografisch sowie anhand direkter und indirekter Spuren. Die exakten Fundortdaten wurden der Biologischen Station Unna/Dortmund übermittelt.
Es bleibt offen, ob die Aktivität auf einen durchziehenden Einzelbiber, eine vorübergehende Nutzung oder den Beginn einer Ansiedlung zurückgeht. Bei einer Nachkontrolle war das zuvor dokumentierte Stammmaterial am Fraßplatz verschwunden; eine Verlagerung durch den Biber erscheint plausibel. Der konkrete Verwendungszweck – etwa als Nahrungsdepot, Transport in geschützte Bereiche oder Baumaterial – lässt sich jedoch nicht feststellen.
Nach der dokumentierten Fraßaktivität folgte im unmittelbaren Nahbereich eine mehrtägige Pause. Auf dieser Grundlage wird in der Praxis nicht selten angenommen, dass das Tier weitergezogen ist. Dies kann jedoch auf einen Wechsel zu anderen Fraßplätzen im Aktionsraum, energetische Ressourcenschonung oder ein Durchziehen hindeuten, die genaue Ursache bleibt offen. Die Befunde unterstreichen den Wert fortlaufender Kontrollen im Ruhrtal. Aufschlussreich wären künftig weitere Fraßplätze, Wechselspuren, Materialtransporte, Duftmarken sowie Bau- oder Depotstrukturen.
Methodik und Spurenbild
Zur Zuordnung der Aktivität dienten charakteristische Nagespuren. Um Störungen sowie zusätzliche Geruchs- und Trittspuren im sensiblen Uferbereich – der im Umfeld ohnehin regelmäßig durch Publikumsverkehr genutzt wird – zu vermeiden, erfolgte die fotografische Erfassung mittels Teleobjektiv aus geschützter Distanz. Dokumentiert wurden partielle Entrindungen, frische Nagekanten, Holzspäne sowie eine sanduhrförmige Fällkerbe. Über Frischemerkmale wie den Verfärbungsgrad des Holzes, die Spanfeuchte und die Schärfe der Nagekanten erfolgte eine relative zeitliche Zuordnung. Zudem stellten wir eine ausgeprägte Wechselspur fest. Ein solches Wegenetz erleichtert dem Biber den Zugang zwischen Gewässer und Fraßplatz und ermöglicht bei Störungen ein rasches Abtauchen.
Chronologisch erste Aufnahme (1) unserer Dokumentation eines frischen Fraßplatzes an einem Ufergehölz im Schwerter Ruhrtal. Der Stamm zeigt eine für Bibernagespuren charakteristische, sanduhrförmige Einschnürung im Bereich der Fällkerbe. Die scharfen Zahnkerben der Nagezähne und das feuchte, noch unverfärbte Holz sprechen in Verbindung mit den Beobachtungsdaten für eine sehr rezente Fällaktivität, vermutlich aus der vorausgegangenen Nacht.Vergleichende Nahaufnahme zweier Fraßbilder unterschiedlichen Alters im selben Uferbereich.
(1) (Ältere Fraßspur / Baumkappung): Der gekappte Stumpf wurde bei der Kontrolle am 09.09. festgestellt. Das Holz hat sich durch die mehrstündige Einwirkung von Luft und Licht kräftig orange-braun verfärbt. Das zuvor eingeknickte Kronenmaterial war bei der Nachkontrolle am Fraßplatz nicht mehr auffindbar.
(2) (Neue Fraßspur / Partielle Entrindung): Eine frische, langgestreckte Fraßspur bei der Kontrolle am 10.09. Das Holz ist noch nicht nachgedunkelt, faserig und gelblich-weiß. Im Gegensatz zur vollständigen Kappung bei (1) wurde dieser Stammabschnitt zunächst nur längsseitig entrindet. Dieses Vorgehen ist damit vereinbar, dass das Tier vor allem Rinden- und Bastanteile nutzte. Eine partielle Entrindung kann einer späteren weitergehenden Bearbeitung oder Fällung vorausgehen, führt jedoch nicht zwangsläufig zu einer vollständigen Fällung.Nahaufnahme der fortgesetzten Aktivität. Am stehenden Stammabschnitt war gegenüber der vorherigen Dokumentation eine nach unten fortschreitende, vertiefte Bearbeitung des zuvor partiell entrindeten Bereichs festzustellen(3). Die frischen, tiefen Nagespuren im unteren Stammbereich dokumentieren eine zunehmende, fällungsnahe Bearbeitung des Gehölzes. Bei der darauffolgenden Kontrolle war der Stamm gefällt und nicht mehr am Fraßplatz auffindbar. Das Fehlen des zuvor dokumentierten Stammmaterials ist mit einer Verlagerung durch den Biber vereinbar. Ob das Material der weiteren Nahrungsnutzung im Gewässerbereich oder einer baulichen Verwendung diente, konnte nicht festgestellt werden. Auch die Ursache für das anschließende Ausbleiben weiterer frischer Spuren im unmittelbaren Nahbereich bleibt offen.
Erst heute (19.09.26) auf der Chipkarte in der Kamera entdeckt: diese Klappergrasmücke in unserer Garten-Eibe ….…. vermutlich mein erstes Foto dieses Singvogels, der inzwischen seine Flugreise in die Überwinterungsgebiete in Nordostafrika fortgesetzt haben wird (14.09.26, Fotos: C. Rethschulte).
Am Vormittag des 18.09.2026 hielten sich mindestens 4 Rebhühner auf einem Rapsstoppelacker nördlich vom Radweg bei Lünern auf. Dort brüten sie seit mehreren Jahren erfolgreich. Bereits am 14.09.2026 flogen südlich der B1 in Nähe der Windräder 2 Rebhühner kurz auf.
Belegfoto Rebhühner am 18.09.2026 bei Lünern (Foto: U. Becker)
Elstern belegen oft über viele Jahre hinweg Brutreviere, in denen das alte Nest immer wieder ausgebessert oder auch erneuert wird.So entstehen auch kleine Nestgruppen. Spätestens ab Januar (manchmal auch schon früher) kann man dann Altvögel bei Bauarbeiten am alten Nest beobachten. Neu ist für mich folgende Beobachtung: Heute beginnt ein Elsternpaar bei mir im Garten mit dem Bau eines neuen Nestes. Dieser Standort gehört nicht zu einem solchen traditionellen Nistplatz, sondern scheint wirklich ein neues Revier zu sein. Den Bau eines neuen Nestes um diese Jahreszeit habe ich noch nie gesehen.
Im Kontext zur Meldung einer Gottesanbeterin von Frau Kleiböhmer sind vielleicht die folgenden Beobachtungen interessant. Im Bereich der Ökostation fotografierte ich am 06.09.2026 auf halbem Weg zwischen Aussichtsturm und der Ökostation eine Kleinlibelle. Früher hauptsächlich in wärmeren Zonen wie dem Mittelmeerraum beheimatet: eine weibl. Südliche Binsenjungfer. Freundlicherweise wurde die Bestimmung von Herrn Wolfgang Postler bestätigt.
Am 10.09.2026 fiel mir wiederum an der Ökostation eine Großlibelle an ihrem für hiesige Heidelibellen eher untypischen Verhalten auf, ich vermutete eine SüdlicheHeidelibelle. Die Bestätigung erfolgte umgehend von Herrn Postler.
Der Grund für das Auftreten der beiden eher südlich bzw. kontinental verbreiteten Arten wird die Klimaerwärmung sein, die schon seit einigen Jahren für die Nordwanderung wärmeliebender Tiere verantwortlich ist. Beide Libellenarten sind mittlerweile bei uns häufiger zu sehen.
Südliche Binsenjungfer an der Ökologiestation in Bergkamen-Heil, 06.09.2026 Foto: Horst R. KraftSüdliche Binsenjungfer an der Ökologiestation in Bergkamen-Heil, 06.09.2026 Foto: Horst R. KraftSüdliche Heidelibelle an der Ökologiestation in Bergkamen-Heil, 10.09.2026 Foto: Horst R. KraftSüdliche Heidelibelle an der Ökologiestation in Bergkamen-Heil, 10.09.2026 Foto: Horst R. Kraft
Lebensraum des Wachtelkönigs in der Hellwegbörde – anders als in den Flussauen werden hier Getreidefelder und Brachen besiedelt. Foto: Ralf Joest
Der Wachtelkönig gehört zu den seltenen und schwer zu beobachtenden Vogelarten in NRW. Sein im Frühsommernächten zu hörender charakteristischer „crex-crex“-Gesang ist oft das einzige Merkmal, um die nachtaktiven und versteckt lebenden Vögel nachzuweisen. Wachtelkönige treffen meist erst spät im Mai oder Juni in NRW ein. Jetzt im September sind sie bereits auf dem Rückzug in ihre afrikanischen Winterquartiere. In NRW findet aktuell in 33 Gebieten ein regelmäßiges Monitoring der Wachtelkönigbestände im Rahmen des „Monitorings seltener Brutvögel“, kurz MsB, statt. Diese verteilen sich über die Schwerpunktvorkommen am Niederrhein, der Lippe- und Weseraue und der Hellwegbörde, aber auch das Münsterland und die Mittelgebirge sind vertreten. In diesen Gebieten wurden im Jahr 2026 18 Rufer festgestellt, im Vorjahr waren es 26. Dieser Unterschied bewegt sich aber im Rahmen der jährlich starken Schwankungen, die sich aus dem opportunistischen Ansiedlungsverhalten der Art ergeben. So lassen vorläufige Trendberechnungen für NRW aus den vorliegenden Datenreihen für den Zeitraum 2017 bis 2026 bei arttypischen Schwankungen keine eindeutigen Bestandsveränderungen erkennen. Aus diesem Grund sind längere Datenreihen erforderlich, um verlässliche Aussagen über die Entwicklung der Bestände zu treffen.
Eine beispielhafte Trendberechnung mit TRIM auf Basis vorläufiger Daten aus dem Wachtelkönigmonitoring in NRW (Trendklasse: ‚Uncertain‘, Anzahl Erfassungseinheiten: 24, Anzahl Erfassungseinheiten mit vollständiger Zeitreihe: 6). Quelle: Dachverband Deutscher Avifaunisten
Die meisten Vorkommen des Wachtelkönigs befinden sich in ausgewiesenen Vogelschutzgebieten. Die größte Zahl rufender Wachtelkönige wurde im Jahr 2026 mit vier bzw. sieben Rufern im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde festgestellt. Anders als in anderen Regionen brüten die Vögel hier in der offenen Agrarlandschaft, in Getreidefeldern und Brachen. In den Flussniederungen der Lippeaue mit den Ahsewiesen und am Unteren Niederrhein werden überwiegend feuchte Wiesen und Weiden sowie Röhrichte und Hochstaudenfluren besiedelt. Als Bodenbrüter benötigt der Wachtelkönig eine ausreichend hohe Vegetation als Deckung. Gleichzeitig muss der Bewuchs jedoch locker genug sein, damit sich die Altvögel und Küken am Boden fortbewegen können. Die größte Bedrohung für den Wachtelkönig ist der Verlust von naturnahen Lebensräumen durch Entwässerung sowie die intensivierte Landwirtschaft. Da sich die Mahd- und Ernteperioden mit der langen Brutzeit überschneiden, werden Nester, Jungvögel und brütende Weibchen durch Mähmaschinen getötet. Daher gibt es spezielle Schutzprogramme, bei denen Landwirte zur wachtelkönigfreundlichen Anpassung der Mahdtermine und -techniken angehalten werden. Am Wachtelkönigmonitoring im Rahmen des MsB können sich alle Vogelbeobachter:innen beteiligen, die bereit sind, auch einmal eine ganze Frühsommernacht draußen unterwegs zu sein. Dabei kommen oft faszinierende Landschaftseindrücke und Begegnungen mit anderen nachtaktiven Vogelarten wie Eulen, Wachteln, Rallen, Singvögeln und anderen Wildtieren zu Stande. Die Daten aus dem Wachtelkönigmonitoring und alle bei ornitho.de bzw. NaturaList gemeldeten Feststellungen fließen in das bis 2029 laufende bundesweite Atlasprojekt ADEBAR 2 ein. Dieses soll zum zweiten Mal einen Gesamtüberblick über die Verbreitung und Bestandssituation der Brutvögel in Deutschland und NRW geben. Durch Vergleiche mit dem ersten Brutvogelatlas aus den Jahren 2005 bis 2009 können Veränderungen der Vogelwelt in Zeiten des globalen Wandels dokumentiert und analysiert werden. Es wird daher eine unerlässliche Grundlage für Vogelkunde und Vogelschutz darstellen. Auch hier können alle Vogelkundler:innen in NRW durch zahlreiche Meldungen von Brutzeitbeobachtungen oder die Bearbeitung von Quadranten mithelfen.
Vorkommen des Wachtelkönigs in NRW im Jahr 2026 nach Daten von ornitho.de. Quelle: Dachverband Deutscher Avifaunisten
Machen sie mit! Mein Dank geht an alle, die sich am Vogelmonitoring in NRW beteiligen.
Fragen zum Wachtelkönig-Monitoring und zum Atlasprojekt ADEBAR 2 beantwortet Ralf Joest: joest@nw-ornithologen.de
Die Nordrhein-Westfälischen Ornithologen möchten Sie einladen, bei dem Modul „Brutbestandsmonitoring Eulen“ mitzumachen. Wie alle Module innerhalb des „Monitorings seltener Brutvögel“ (MsB) zielt auch das Eulen-Modul darauf ab, Bestandstrends abzuleiten. Mit dem Modul soll die Bestandsentwicklung von Schleiereule, Steinkauz, Uhu, Waldkauz und Waldohreule beobachtet werden, um eventuelle Veränderungen frühzeitig erkennen zu können. Auch für die Ermittlung von Gesamtbeständen und den nächsten Atlas Deutscher Brutvögel (ADEBAR 2) soll das Modul wertvolle Daten liefern. Das Modul wird auf der DDA-Webseite und der NWO-Webseite vorgestellt, wo ein (1) Merkblatt zum Eulen-Monitoring (6 Seiten) und (2) Hinweise zur Erfassung von Eulen über die App NaturaList (43 Seiten) zu finden sind.
Seit 2025 betreue ich das Brutbestandmonitoring bei der NWO und wir konnten in diesem Jahr schon 70 Erfassungsgebiete für das Eulen-Modul etablieren.
Weil die Brutsaison nun vorbei ist, hoffe ich, dass Sie Zeit finden, sich mit dem Eulen-Modul zu beschäftigen. In der angehängten PDF „Bitte um Gebietseinrichtung für das neue Eulen-Modul“ erkläre ich im Detail, wie Sie zusammen mit mir ein Erfassungsgebiet in Nordrhein-Westfalen einrichten könnten. Wenn Sie Interesse haben, dann melden Sie sich bitte bei mir.
Der lang ersehnte Landregen brachte heute endlich spürbare Wassermengen auf die ausgedörrten Böden. Bis zum Abend fielen im eigenen Garten (Frdbg.-Hohenheide) 18 Liter pro m². In der Vogelwelt kam es zu unterschiedlichen Reaktionen. Bei Frdbg.-Frömern waren 2 rastende Trauerschnäpper wegen der ausbleibenden Fluginsekten vermutlich weniger erfreut. Im Wassergewinnungsgelände bei Frdbg.-Langschede hingegen fiel ein Flussuferläufer auf, der auf nasser Wiese endlos viele flugunfähige Insekten aufpickte.
„Not amused“ – einer von zwei Trauerschnäppern im Dauerregen nahe den Bielenbüschen bei Frdbg.-Frömern…, 13.09.2026 (Foto: Bernhard Glüer)… dieser Flussuferläufer scheint heute einen „Festtag“ zu haben. In emsiger Hektik läuf er ruhelos nahe einem Filterbecken durch angrenzendes Grünland und pickt in endloser Folge immer wieder etwas auf…, 13.09.2026 (Foto: Bernhard Glüer)… erst bei der späteren Bildbearbeitung am PC ist zu erkennen, worauf er es abgesehen hat: Eintagsfliegen, die massenhaft im Gras sitzen…, 13.09.2026 (Foto: Bernhard Glüer)…sie tragen ihren Namen übrigens zurecht, denn alle (117 Arten in Mitteleuropa) leben tatsächlich als Vollinsekt nur 40 Minuten – bis zu wenigen Tagen. Die Larven können zwar eine mehrjährige Entwicklungszeit verbringen (immer im Wasser), synchronisieren ihre letzte Häutung jedoch so, dass die Vollinsekten dann alle gleichzeitig zur Paarung und Fortpflanzung schlüpfen, wofür sie ja nur wenig Zeit haben …, 13.09.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… dieser Flussuferläufer ist jedenfalls aus seiner Sicht „zur rechten Zeit am richtigen Ort“: Zahllose Eintagsfliegen landen in seinem Magen…, 13.09.2026 (Foto: Bernhard Glüer)…. dieses unscharfe Bild lässt noch erkennen, dass sogar eine im Regen hilflose Großlibelle vespeist wird, 13.09.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Im Zuge der Wasservogelzählung auf den Oeseteichen haben wir neben den Teichen auch die angrenzenden Wälder rund um den Haunsberg „abgewandert“. Hierbei konnten wir ab Sonnenaufgang u.a. folgendes beobachten: 1 Baumfalke, der Libellen jagte, 1 Rohrweihe, 1 Rotmilan, 1 Sperber, 1 Turmfalke, 2 Mäusebussarde, 3 Löffelenten, 7 Krickenten, ca. 120 Schnatterenten, 17 Reiherenten, 5 Höckerschwäne, 3 überfliegende Graugänse, mind. 11 Zwergtaucher, 3 Teichrallen, 9 Blässrallen, 4 Graureiher, 3 Kormorane, 1 Gebirgsstelze, 1 Eisvogel, 1 Grauspecht, 1 Schwarzspecht rufend, 1 Kleinspecht rufend, 3 Grünspechte, 7 Buntspechte, ungezählte Baumpieper (ziehend und rastend überall), 4 Haubenmeisen, 3 Tannenmeisen, 1 Sumpfmeise, 2 Schwanzmeisen, 3 Wintergoldhähnchen, 5 Dompfaffe, 2 Kernbeißer, 4 Bluthänflinge, 4 Goldammern, 1 Hausrotschwanz, 8 Eichelhäher sowie 30 Zilpzalpe. Unter den Insekten waren eine Büffelzirpe und eine Nymphe der Mediterranen Fruchtwanze wohl die Besonderheiten.
Baumfalke jagt Libellen über den Oeseteichen…..am 11.09.2026 (Foto: Andre Matull)
Löffelenten-Trio auf dem Unteren Teich…..am 11.09.2026 (Foto: Andre Matull)
Zwergtaucher nahe der Sichtschutzwand auf dem Oberen See…..am 11.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Kormoran mit Rundumblick…..am 11.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Graureiher auf einer Insel aus Ästen…..am 11.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Der Eisvogel hat mich entdeckt und ruckzuck war er verschwunden…..am 11.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Haubenmeise am Hoppenberg…..am 11.09.2026 (Foto: Andre Matull)
Singdrossel im Unterholz des Waldes…..am 11.09.2026 (Foto: Andre Matull)
Mäusebussard in der Mittagssonne…..am 11.09.2026 (Foto: Andre Matull)
Bei Sonnenaufgang wagte sich dieses stattliche Wildschwein an das Ufer des Unteren Teiches…..am 11.09.2026 (Foto: Andre Matull)
Zwei Waschbären im Morgengrauen auf Nahrungssuche…..am 11.09.2026 (Foto: Andre Matull)
Gemeine Weidenjungfer beim Sonnenbad…..am 11.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Und noch ein Sonnenanbeter: eine Große Heidelibelle…..am 11.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Eine kleine Pause nach den Jagdflügen macht die Blaugrüne Mosaikjungfer…..am 11.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Gemeine Becherjunger…..am 11.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Eine Kuriosität im Insektenreich. Diese Büffelzirpe (Stictocephala bisonia) gehört zu der Familie der Buckelzikaden. Sie kam Anfang des 20.Jahrhunderts nach Europa. 1966 dann die erste Entdeckung in Deutschland. Das Ruhrgebiet in NRW ist aktuell die nördliche Verbreitungsgrenze……am 11.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Die Mediterrane Fruchtwanze auch Südliche Fruchtwanze (Carpocoris pudicus) lässt sich nur schwer von der Purpur-Fruchtwanze zu unterscheiden. Die Nymphen (siehe Foto) hingegen sind in der Färbung unterschiedlich. Diese wärmeliebende Art breitet sich durch den Klimawandel langsam aus und wird auch in NRW ab und zu gesichtet…..am 11.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Männchen der Schwarzen Schlupfwespe (Pimpla rufipes)…..am 11.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Kleiner Feuerfalter auf dem Rainfarn…..am 11.09.2026 (Foto: Gregor Zosel)
Im Bereich der Sandbochumer Heide westlich der A1 heute neben einem Mittelspecht, einem Grauschnäpper und einem Gartenbaumläufer ein Kleiner Feuerfalter ….….. und auf einem abgeernteten Acker an der Hansastraße etliche Bachstelzen ….…. vergesellschaftet mit ebenfalls etlichen Wiesenschafstelzen (09.09.26, Fotos: C. Rethschulte).
In den Hemmerder Wiesen mind. fünf Braunkehlchen, zwei Schwarzkehlchen (1m, 1w), ein Sperber (dj m), einige Hänflinge sowie auffallend viele Laubsänger (wohl vorwiegend Zilpzalpe)
Der Klimawandel krabbelt u.a. auf sechs Beinen ins Kreisgebiet: Am Montag, 7.9.2026 hab ich in meinem Garten (werwohntinmeinemgarten.info) meine erste Gottesanbeterin getroffen. Es scheint ein sehr starkes Jahr für die wärmeliebende Art zu sein, aber ich habe noch keine Meldung aus Unna gefunden, daher zeige ich sie- inspiriert von der Meldung des Weinhähnchens – einmal, auch wenn es kein Vogel ist.
Bei der heutigen Exkursion über den ehemaligen Truppenübungsplatz bei Hemer/Apricke konnten wir ab dem Sonnenaufgang u.a. folgendes beobachten: 3 Wespenbussarde, 2 Rohrweihen, 1 Rotmilan, 2 Mäusebussarde, mind. 4 Turmfalken, 3 Sperber, 5 Steinschmätzer, 11 Braunkehlchen, 3 Schwarzkehlchen, 1 Gartenrotschwanz, 1 Hausrotschwanz, 1 Trauerschnäpper, 10 Neuntöter (alle weibchenfarbig, meist dj.), ungezählte Baumpieper im Gelände (größter Trupp von 8 Ex.), 3 Kolkraben, 2 Eichelhäher, ungezählte Rauchschwalben und Mehlschwalben (insgesamt einige Hundert Ex.),ca. 300 Stare, 3 Grünspechte, 2 Goldammern, 4 Bluthänflinge, ca. 10 Distelfinken, 1 Grünfink, 2 Sommergoldhähnchen, 8 Mönchsgrasmücken, 4 Dorngrasmücken, 1 Dompfaff, 4 Schwanzmeisen, 1 Sumpfmeise,17 Zilpzalpe, 1 Graureiher, 2 Nilgänse sowie 30 ziehende Kormorane. Erfreulich war die doch hohe Anzahl an Schmetterlingen. Neben vielen Hauhechelbläulingen und Weißklee-Gelblingen auch u.a. 1 Karstweißling, 5 Kleine Feuerfalter, 3 Mauerfüchse, 1 Taubenschwänzchen.
Einer der drei Wespenbussarde, die wir heute beobachten konnten…..am 07.09.2016 (Foto: Andre Matull)
Sofort zu Beginn unserer Exkursion konnten wir kurz nach Sonnenuntergang 2 Rohrweihen tief im Überflug beobachten. Diese haben wohl in der näheren Umgebung die Nacht verbracht, vielleicht im Schilfgebiet am Riemker See…..am 07.09.2016 (Foto: Andre Matull)
Sperber steuert eine Hecke mit vielen Singvögel an…..am 07.09.2016 (Foto: Andre Matull)
Junger Mäusebussard versucht sein Jagdglück im angrenzenden Steinbruch…..am 07.09.2016 (Foto: Gregor Zosel)
Dj. Neuntöter auf einem Weidezaun…..am 07.09.2016 (Foto: Gregor Zosel)
Teilweise hielten sich die Neuntöter noch in kleinen Familienverbänden auf…..am 07.09.2016 (Foto: Gregor Zosel)
Braunkehlchen in einer Hecke…..am 07.09.2016 (Foto: Andre Matull)
Eines der drei heutigen Schwarzkehlchen …..am 07.09.2016 (Foto: Gregor Zosel)
Steinschmätzer macht seinem Namen alle Ehre…..am 07.09.2016 (Foto: Andre Matull)
Dieser Trauerschnäpper zog mit einer Braunkehlchengruppe durchs Gelände…..am 07.09.2016 (Foto: Andre Matull)
Einer der vielen rastenden Baumpieper auf dem Truppenübungsplatz….am 07.09.2016 (Foto: Andre Matull)
Schwanzmeise am Wegesrand…..am 07.09.2016 (Foto: Gregor Zosel)
Nebenan eine Sumpfmeise…..am 07.09.2016 (Foto: Gregor Zosel)
Kolkrabe im Gegenlicht…..am 07.09.2016 (Foto: Gregor Zosel)
Highlight unter den Schmetterlingen sicherlich heute dieser Karstweißling…..am 07.09.2016 (Foto: Gregor Zosel)
Der Weißklee-Gelbling, auch bekannt unter Goldene Acht, war heute sehr gut vertreten…..am 07.09.2016 (Foto: Gregor Zosel)
Auch einige Kleine Feuerfalter machten durch ihre Farbenpracht auf sich aufmerksam…..am 07.09.2016 (Foto: Gregor Zosel)
Unterseite des farbenprächtigen Mauerfuchses…..am 07.09.2016 (Foto: Gregor Zosel)
Zitronenfalter gut getarnt in der Wiese…..am 07.09.2016 (Foto: Gregor Zosel)
Der Hauhechelbläuling war sicherlicht heute mit der am besten vertretenden Schmetterlingen…..am 07.09.2016 (Foto: Gregor Zosel)
Bei einem Besuch des Elsebachtals in Schwerte am 29.08. präsentierte sich der gleichnamige und für das Gebiet charakteristische Bach weiterhin komplett ausgetrocknet. Beobachten ließen sich hier u. a. 4 nahrungssuchende Grauschnäpper, 2 Kolkraben sowie eine südwestwärts ziehende Rohrweihe.
Tags darauf (30.08.) auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg u.a. 7 Waldwasserläufer und 9 Bekassinen, die durch eine diesjährige Rohrweihe aufgescheucht wurden.
Frühmorgens am 02.09. im Schwerter Ruhrtal westlich vom Gutshof Wellenbad u. a. eine Schlafplatzauflösung von >374 überfliegenden Gänsen, überwiegend Graugänse, sowie 2 dicht aufeinanderfolgende, flussabwärts streichende Flussuferläufer. Ebenda eine südwestwärts ziehende männliche Rohrweihe und 3 in westliche Richtung ziehende Wespenbussarde. Auf der Röllingwiese in Schwerte u. a. 7 Flussuferläufer und eine weitere Rohrweihe.
Südlich der Ruhr im NSG Mühlenstrang wurde nach mehrwöchiger Pause erneut der Seidensänger singend gehört. Das Territorium gilt bislang als reines Gesangsrevier. Hinweise auf eine Verpaarung oder ein Brutgeschäft fehlen, sind aber wegen der heimlichen Lebensweise der Art und des unübersichtlichen Geländes nicht völlig ausgeschlossen. Spannend bleibt, ob der Vogel hier überwintert. Da die Ruhr meist eisfrei bleibt und Seidensänger in Mitteleuropa als standorttreu gelten, wäre eine Grundvoraussetzung gegeben. Ein Verbleib hängt jedoch auch stark vom Erhalt der dichten Ufergehölze ab. Vorschnelle Pflegemaßnahmen der Gewässerunterhaltung könnten diese lebenswichtigen Deckungs- und Nahrungsstrukturen zerstören, worauf die Art äußerst sensibel reagiert.
Anders als im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt gelang im NSG Mühlenstrang (Schwerte) kein Nachweis rastender Braunkehlchen – nahrungsbedingt scheinen sich Rastspitzen auf ganz bestimmte Hotspots zu konzentrieren (wie etwa Rapsstoppelfelder; siehe dazu auch die gestrige Meldung von B. Glüer). Zu beobachten waren im NSG Mühlenstrang bis zu 15 Zilpzalpe, teilweise mit Herbstgesang, sowie immer wieder durchziehende und rufend einfallende Baumpieper.
Interessant war dafür der gestrige Tag (03.09.) auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg: Neben einem rastenden Blaukehlchen, dass heute (am 04.09.) auch noch zugegen gewesen ist, zeigten sich dort immerhin auch mindestens 2 Braunkehlchen, 3 diesjährige Neuntöter sowie ein Sperber mit Beute.
Rastgemeinschaft auf Totholz: Wegen des hohen Wasserstands und fehlender Schlammflächen nutzten am 02.09. gleich mehrere Flussuferläufer auf der Röllingwiese in Schwerte treibende Baumstämme zur Rast und Gefiederpflege. (Foto: Klaus Matull)Wie jedes Jahr im Herbstzug bedienten sich die Braunkehlchen auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg auch an den Beeren des Roten Hartriegels. 03.09.2026 (Foto: Klaus Matull)Gleich 3 diesjährige Neuntöter wählten am 03.09. auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg Weidepfähle und Stauden als Ansitze zur Insektenjagd. (Foto: Andre Matull)Inmitten des unruhigen Gewimmels aus Neuntötern, Braunkehlchen, Grasmücken, Stieglitzen u.a. saß für wenige Augenblicke dieser unscheinbare Vogel an der Uferböschung. Erst bei der anschließenden Durchsicht der Aufnahmen auf dem Display der Kamera vor Ort offenbarte sich die Überraschung: Ein Blaukehlchen von hinten! Im Feld ist die Art aus dieser Perspektive – und für wenige Sekunden sichtbar – nahezu unscheinbar. Erst der geschärfte Blick auf das Foto zeigte hier mit u.a. der kontrastreich abgesetzten, rostroten Schwanzbasis sowie den deutlichen Überaugenstreif entscheidende und typische Merkmale des Blaukehlchens. 03.09.2026 (Foto: Andre Matull)Als besonderer Rastvogel zeigte sich, leider nur kurzfristig und heimlich, das Blaukehlchen später noch einmal in der Frontansicht, in der die Art auch ohne optische Hilfsmittel sofort eindeutig zu erkennen ist. Es nutzte das dichte Krautgestrüpp auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg zur ausgiebigen Nahrungssuche…. 03.09.2026 (Foto: Andre Matull)…genauso wie heute einen erhöhten Pfosten als freie Ansitzwarte. 04.09.2026 (Foto: Klaus Matull)