Heute konnte ich das von gestern entdeckte Neuntöterrevier bestätigen. Ein Männchen wieder in der Hecke an der Straße „Hellkammer “ bei Bausenhagen.
Im Ostteil der Kiebitzwiese singt wieder der Feldschwirl am Flößergraben. Außerdem hier an diesem frühen Morgen: 1 Waldwasserläufer, 1 Weißstorch mit den 2 Jungvögel, 1 Kranich, 2 Rostgänse mit 2 Juv., 3 Neuntötermännchen, 1 singender Gelbspötter, 1 Eisvogel sowie 1 Schwarzmilan. Zwei Kiebitze warnen und fliegen Flugattacken sowohl über dem Maisfeld als auch am Gewässer an der alten Eiche. Wo sich wohl die Jungvögel aufhalten?
Neuntöter im Ostteil der Kiebitzwiese…..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel)Ein weiterer Neuntöter wechselt immer zwischen Kiebitzwiese und dem Eingangsbereich am Hammer Wasserwerk …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Weißstorch im Flug knapp über die Wasseroberfläche …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Kranich fängt Fluginsekten, die aus der Wiese auffliegen …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Die Zwergtaucherjungen sind schon so groß wie die Eltern …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Rostgans im Morgenlicht …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Rostgansnachwuchs auf der Ruhr …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Tafelerpel im flimmernden Gegenlicht …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Bevor die große Hitze kommt, zeigen einige Vögeln mit ihrem Gesang, wie hier ein Sumpfrohrsänger, wer Herr in diesem Revier ist …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Auch die Heckenbraunelle vom Aussichtshügel schmettert ihr Lied …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Von zuviel Aktivitäten in der Hitze hält dieser Buntspecht nichts. Er döst lieber in den Tag hinein …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Reh mit 2 Kitzen in der Sichlerbucht …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Schönbär am Ruhrufer …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Eine Raupe vom Braunen Bär kreuzt mein Weg. Rechts hat Vorfahrt …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Der räuberische Kurzflügelkäfer (platydracus stercorarius) lebt vorwiegend von Fliegenlarven, erbeutet aber auch kleine Insekten …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Die Balancierstabmotte (Stathmopoda pedella) ist nachtaktiv und nur selten zu beobachten. Ihre Larven leben in den unreifen Früchten der Schwarz- und Grauerle …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Bei dieser Kugelspinne handelt es sich entweder um die Enoplognatha latimana oder um die Enoplognatha ovata . Bestimmbar nur durch die Untersuchung der Geschlechtsorgane …..am 24.06.2019 (Foto: Gregor Zosel)
Am Freitag konnten wir im „Altenbögger Bauerndorf“, westlich der Hammer Str., eine singende Feldlerche, 2 Schafstelzen und > 20 Ringeltauben in der sonst trostlosen Agrarwüste beobachten.
Am Samstag war aus Richtung Bramey (Gut Brüggen) ein Kuckuck hören.
Am eigenen Haus drehen die Mauersegler z. Zt. völlig durch. Ständig kreisen sie laut schreiend um unser Haus und inspizieren die Mauerseglerkästen von denen >2 Höhlen von Seglern belegt sind. Aber es scheinen sich noch >6 Ex. für die Kästen oder andere Öffnungen, z.B. unter den Dachpfannen, zu interessieren. Immer wieder klatschen sie vor die Kästen oder vor die Klinkerwand im Spitzgiebel um zu testen wer dort wohnt.
Hier haben sich schon wieder Haussperlinge eingenistet. In der Mittelhöhle sind Mauersegler und rechts wäre noch frei… 23.06.19 Foto: Hartmut PeitschDieser clevere Buntspecht macht leichte Beute. 21.06.19 Foto: Hartmut PeitschAdultes Hausrotschwanz-Männchen auf dem Hausdach in der Nachbarschaft. 21.6.19 Foto: Hartmut PeitschDieses unausgefärbte Männchen singt im nahen Nachbarrevier. 21.06.19 Foto: Hartmut PeitschSperbermännchen mit Beute über unserem Garten. 21.06.19 Foto: Hartmut PeitschGraureiher schwitzt auf der gemähten Fläche. 22.06.19 Foto: Hartmut PeitschGoldammer am HRB der Seseke. 22.06.19 Foto: Hartmut Peitsch
Am Samstagabend fand ich am Waldrand des Steiner Holzes (in der Nähe von Unna-Hemmerde) etliche frische Wespenbussardfedern. Nach Rücksprache und Sichtung durch H. Knüwer stellte sich heraus, dass es Federn eines Wespenbussardweibchens waren.
In den Hemmerder Wiesen heute 2 männliche Kuckucke gleichzeitig rufend. Gestern gemeinsam mit einem ebenfalls rufenden Männchen ebenda auch ein Kuckuck-Weibchen der braunen Morphe, das Hecken und Büsche nach Wirtsnestern abzusuchen schien. Außerdem heute 13 (!) Graureiher, 7 Kiebitze, 3 Neuntöter (2,1), > 6 Nachtigallen – davon mindestens 2x diesj., 2 Sumpfrohrsänger, 1 Grünspecht, 1 Rotmilan, 1 Mäusebussard, 1 Sperber im Gebiet. An der Amecke ein Teichhuhn mit 4 Jungen.
Die Störche im Baumhorst versorgen weiterhin ihre beiden Jungen.
Ein Honigbienenschwarm hat sich nahe UN-Dreihausenin einer Spechthöhle einquartiert und gründet hier ein neues Volk – Für jeden Imker ist ein entflogener Schwarm ein herber Verlust …, 21.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer)
… der Mitsommertag gilt als Ende der Schwarmzeit – die Bienen werden danach ruhiger und verlieren an Volksstärke, was mit dem abnehmendem Blütenangebot zusammenhägt – lediglich die Lindenblüte hat jetzt noch ein nenneswertes Nektar-Massenangebot, 21.06.2019 (Foto: Bernhard GlüerStorchenpaar am Baumhorst (Hemmerder Wiesen) …, 22.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer … die beiden Nestgeschwister haben schon merklich an Größe gewonnen, 22.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer Ein Sperberweibchen (vermutlich vorjährig) mit erkennbarer Handschwingenmauser fliegt vorbei (Hemmerder Wiesen) …, 22.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer … am Wegrand ein Großes Ochsenauge (Maniola jurtina) 22.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer … ein Kuckuckweibchen (hier der braunen Morphe) hat unter Kleinvögeln keine Freunde …, 21.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer … die Goldammern möchten diesen „Nachbarn“ nicht in der Nähe ihres Nestens dulden, 21.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer
20.06.2019 15:30 Uhr Kiebitzwiese Fröndenberg: Zu unserer Erleichterung die beiden Jungvögel munter im Horst erspäht. Wir drücken alle verfügbaren Daumen, dass es dieses Jahr endlich bis zum Flügge werden klappt.
Weißstorch mit Jungvögeln, Kiebitzwiese Fröndenberg, 20.06.2019 Foto: Christian TaegerWeißstorch mit Jungvögeln, Kiebitzwiese Fröndenberg, 20.06.2019 Foto: Christian Taeger
Bei einer nächtlichen Exkursion am 19.06. zwischen 23:00-0:00 Uhr ins Voßacker Bachtal, wollte ich erneut nach Feuersalamander suchen, da es bei den letzten Terminen anscheinend zu trocken war und nur wenige Exemplare zu sehen waren. Nach dem abendlichen Gewitter war es deutlich feuchter und ich konnte insgesamt ca. 25 Feuersalamander finden. Erfreulich war auch, das auch einige junge bzw. kleinere Exemplare dabei waren, da es bei diesen Amphibien in einigen Gebieten, durch einen, vermutlich aus Asien stammenden eingeschleppten Hautpilz, zu einem starken Bestandseinbruch gekommen ist.
Erdkröte am 19.06.19 (Foto: Harald Maas)Feuersalamander am 19.06.19 (Foto: Harald Maas)
Bei der dritten und letzten
systematischen Suche nach Wachteln und Wachtelkönigen an 37 Kontrollpunkten der
Hellwegbörde in der vergangenen Nacht konnten Falko Prünte und ich auch dieses
Mal nicht fündig werden. Von 22.30 h – 2.50 h hatten wir hervorragendes Wetter
(windstill, sehr warm, trocken – teils zeigte sich der Vollmond), doch die
gesuchten Arten waren nirgends zu finden. Immerhin riefen nahe UN-Kessebüren mindestens
2 junge Waldohreulen, Bei UN-Stockum war eine Schleiereule zu hören, südlich
des „Babywaldes“ ein Steinkauz und südöstlich der Hemmerder Wiesen ein Waldkauz.
Außerdem >6 Sumpfrohrsänger (Gesang) und mehrmals Jungfüchse.
Bei einem Besuch des Brutplatzes der Fröndenberger Uhus (17.06.) ließen sich, zwar schon weit vom Nistplatz entfernt, doch noch immer zu Fuß, 3 Junguhus finden. Etliche Rupfplätze erlaubten interessante Rückschlüsse auf eingetragenen Beutetiere: mindestens 3x Mäusebussard, >2x Rabenkrähe, >3x Ringeltaube, 2x Igel und 1x Waldkauz. Erfahrungsgemäß erbeuten Uhus natürlich auch sehr viele Wanderratten und andere Säuger, von denen man aber meist keine Überbleibsel findet – es sei denn, in Gewöllen.
In den Hemmerder Wiesen konnten im
Baumhorst der Weißstörche heute sicher mindestens 2 Jungvögel ausgemacht
werden. Außerdem im Gebiet mindestens 5 Kolkraben, eine überfliegende
Wiesenweihe (m), 2 Rotmilane, 2 Rohrammern (Gesang), >4 Sumpfrohrsänger, 1
Gelbspötter (gestern, 18.06., 1 weiterer Gelbspötter im Hemmerder Ostfeld), ein
Neuntöterpaar, 4 Kiebitze, >5 Nachtigallen (2x diesj. und 1x mit verhaltenem
Gesang).
Eine erfreuliche Überraschung gab es am heutigen Abend noch bei der obligatorischen „Hunderunde“ nahe dem Buschholt (Frdbg.- Frömern): ein Großer Schillerfalter saß auf einer feuchten Wegstelle und tupfte Mineralien auf. – Die Hunderunde fand hier ein vorläufiges Ende, denn jetzt musste schnell von zu Hause der Fotoapparat her … – Der stolze Falter war auch tatsächlich noch vor Ort – inzwischen auch Hermann Knüwer, der das Prachtexemplar auch noch bestaunen konnte.
Weit weg – doch das Wichtigste ist gut zu sehen: neben dem Schatten spendenden Altstorch im Baumhorst mindestens 2 Jungstörche (Hemmerder Wiesen) …, 19.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … sehr viel kleiner und nur selten so frei zu sehen: eine diesjährige Nachtigall (Hemmerder Wiesen), 19.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) Nochmal Nachwuchs – diesmal wieder aus der „Fraktion der Großen“: fast flügge Junguhus (Frdbg.) …, 17.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … mit wachem Blick verfolgen die Elternvögel die Szenerie aus der Nähe …, 17.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … Reste vom „Buffet“ zeigen erstaunliche Beute: Mäusebussarde, Ringeltauben …, 17.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … neben einem weiteren Mäusebussard finden sich hier auch Federn einer adulten Rabenkrähe …, 17.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … oder die eines adulten Waldkauzes …,17.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … sowie auch Reste von erbeuteten Igeln, 17.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) Eine seltene und imposante Schönheit unter den Schmetterlingen der Wälder: Großer Schillerfalter (Apatura iris) / Frdbg. …, 19.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … nur die Männchen zeigen bei richtigem Lichteinfall das Namen gebende stahlblaue Schillern – sie halten sich gern mal am Boden auf, wo sie mineralhaltige Flüssigkeiten auftupfen, während die Weibchen meist hoch in den Baumwipfeln bleiben, 19.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer)
Bei meinem morgentlichen Spaziergang durch das NSG Riemke konnte ich u.a. folgendes beobachten: 4 Kolkraben (Familie?), 1 rufender Schwarzspecht, 2 Grünspechte dj., mind. 1 singender Teichrohrsänger im Schilf, mind. 31 Graugänse, nur noch 1 Graureiher (Kolonie hat sich nach der Brut wie gewohnt aufgelöst), 1 Rotmilan sowie rufende junge Mäusebussarde. Bei den Orchideen am Wegesrand blühen die Knabenkräuter, während das Zweiblatt schon verblüht ist.
Kolkrabe bei Riemke….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel)Stille im Wald! Nur der Gesang der Vögel und entfernte Geräusche aus dem Steinbruch waren zu hören ….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Er steht in NRW auf der Roten Liste unter den gefährdeten Arten! Desto erfreuter war ich, als ich auf einer Blumenwiese ca. 30 Schwarzspanner „herumflattern“ sah. Dieser tagaktive Nachtfalter ist wegen seiner Färbung auch als „Kaminfegerle“ bekannt. ….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Neben den Schwarzspannern entdeckte ich auch in diesem Lebensraum das Sechsfleck-Widderchen ….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Wie schon die letzten Tage überall auffallend viele Distelfalter ….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Die Zeit der Orchideenblüte geht langsam zu Ende ….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Knabenkraut am Wegesrand ….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) An einem Hang im Wald entdeckte ich die Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia) mit ihren auffallend großen Blüten ….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Dieses Prachtexemplar bestimmte ich für mich als einen Hexenröhrling ….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Sieht man auch nicht mehr oft. Blindschleiche sonnt sich in der Morgensonne auf dem Weg ….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Erst von Nahen sieht man die schöne Gesichtsfärbung der Blindschleiche ….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Erst gegen Mittag zeigen sich die ersten interessanten Insekten auf den Blumen im Gebiet. Hier ein Gefleckter Schmalbock ….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Gefleckte Blütenböcke bei der Paarung ….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Waldmaus im Unterholz ….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Dieses Eichhörnchen zieht aber ein grimmiges Gesicht ….am 19.06.2019 (Foto: Gregor Zosel)
Am 19.06.19 war ich bei diesen Temperaturen schon sehr früh am Beversee, dort ist es schattig, man wird auch nicht durch Truppen von Radfahrern gestört wie im Naturschutzgebiet Tibaum, und … wie im letzten Jahr um diese Zeit … Libellen, so auch heute wieder, als ich u.a. ein Großes Granatauge mit Beute in Serienfotos fotografieren konnte.
Tags zuvor konnte ich die Paarung von Großen Blaupfeilen fotografieren, leider „nur“ auf dem Betonsockel der einstigen Aussichtsplattform am Beversee.
Großes Granatauge mit Beute, Beversee Bergkamen, 19.06.2019 Foto: Horst R. Kraft . . . weiterhin Fressen der Beute, noch viele Flügelreste erkennbar, Großes Granatauge , Beversee Bergkamen, 19.06.2019 Foto: Horst R. KraftEin Flügel blieb nach ca. 8 Minuten Fressen übrig, Beversee Bergkamen, 19.06.2019 Foto: Horst R. KraftPaarung von Großen Blaupfeilen, Betonsockel der einstigen Aussichtsplattform am Beversee Bergkamen, 18.06.19 Foto: Horst R. Kraft Sonnenuntergang auf Teichrosenblatt – Großes Granatauge, Beversee Bergkamen, 19.06.2019 Foto: Horst R. Kraft
Heute Morgen zeigte sich einer der beiden ansässigen Weißstörche direkt am Aussichtshügel der Kiebitzwiese. Er war vor allem damit beschäftigt Wasser für die Jungtiere zu organisieren. Ich persönlich konnte hier zum ersten Mal die komplette Familie Weißstorch zusammen sehen.
Bei der Ankunft am Horst verteilte der Altvogel zunächst eine gehörige Portion Wasser an die Jungstörche um danach unter anderem einen Fisch von beträchtlicher Größe hervorvorzuwürgen. Weil der Nachwuchs damit nichts anzufangen schien, verschluckte der Altvogel den Fisch nach einiger Zeit einfach wieder selber.
Weißstorch an der Kiebitzwiese, 18.06.2019, Foto: Klaus Matull
Immer wieder nahm der Storch Wasser am Aussichtshügel auf , 18.06.2019, Foto: Klaus MatullWie groß der Tank wohl ist? Weißstorch lässt eine beachtliche Portion Wasser sowohl als Dusche als auch zum Trinken auf die Jungvögel herab, 18.06.2019, Screenshot aus einem Video: Klaus MatullDieser Anblick war für mich persönlich heute der krönende Abschluss: Die komplette Familie Weißstorch von der Kiebitzwiese, 18.06.2019, Foto: Klaus Matull
Für die Habichtbrut im Mendener
Stadtgebiet (siehe Meldung vom Vortag) fügte sich am frühen Morgen – wie erhofft
– alles zu einem „Happy End“: am
sicherheitshalber nochmal aufgesuchten „Tatort“ stand der Harvester nahe dem
Habichthorst still und in einem kurzen Handytelefonat mit dem zweiten Chef der
für die Fällarbeiten verantwortlichen Firma bestätigte dieser, dass die
geplanten Arbeiten ausgesetzt sind und der Harvester vorläufig zu einem anderen
Einsatzort kommt. Auch der später hinzugezogene Förster, der das Gebiet forstlich
betreut, sicherte zu, dass der Horstbaum mit einigen Nachbarbäumen auch nach
Beendigung der Brut als „Totholz“ stehen bleibt.
Im Hemmerder Schelk werden derweil ganz ähnliche Forstarbeiten durchgeführt – viele abgestorbene „Käferbäume“ sind schon gefällt – teilweise zeigt sich bereits ein völlig neues und ungewohntes Bild. In einem noch relativ intakten Fichtenbestand tauchte – beinahe wie zur Mahnung – ein einsamer Fichtenkreuzschnabel (w) auf.
In den Hemmerder Wiesen heute zwei Kuckucke – einer später noch anhaltend rufend. Außerdem unter anderem vor Ort: 5 Kolkraben (2x ad. und 3x juv.), 1 Gelbspötter, noch 2 singende Sumpfrohrsänger und 1 ausdauernd singende Rohrammer an einer mit Schilf bewachsenen Blänke.
Im eigenen Garten sind in diesen Tagen – wie schon vor zwei Jahren (vgl. Meldung vom 11.06.2017) – seltene Blattschneiderbienen zu sehen (Weidenröschen-Blattschneiderbiene, Megachile lapponica). Es ist faszinierend zu sehen, in welcher Geschwindigkeit Blattstücke aus den Blättern von Waldweidenröschen herausgeschnitten und für die Brutkammern abtransportiert werden.
Weiblicher Fichtenkreuzschnabel im Hemmerder Schelk, 17.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) Männliche Rohrammer im Röhricht (Hemmerder Wiesen), 17.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) Weidenröschen-Blattschneiderbiene sucht sich ein passendes Weidenröschenblatt …, 14.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … und fängt mit ihren scharfen Mandibeln sofort an zu arbeiten …, 14.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … sie braucht weniger als 20 Sekunden …, 14.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … um ein fingernagelgroßes Blattstück für den Abtransport herauszutrennen …, 14.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer)
So wie in jeden Jahr habe ich heute den Bestand der Mehlschwalbe im Hammer Waserwerk erfasst. So zählte ich, da nun alle Nester fast fertiggebaut sind, insgesamt 40 Brutpaare im gesamten Werksgelände. Erfreulich, dass von den 12 Kunstnestern insgesamt 10 beflogen sind. Somit ist der Bestand nach 2017 mit 36 Paaren und 2018 mit 33 Paaren deutlich angestiegen. Ansonsten waren heute im Werksgelände 1 Kiebitzwiesen-Weißstorch auf Nahrungssuche, 10 rastende Kiebitze, 2 Rostgänse, 14 Graureiher sowie 2 Haubenmeisen. Nahe des Eingangtores 1 Neuntötermännchen, neben den 2 Neuntöterpaaren auf der Kiebitzwiese. Den Weißstorchjungen auf der Kiebitzwiese geht es weiterhin so gut, dass sie ab und zu kurz alleine gelassen werden können, wenn beide Elternteile auf Nahrungssuche sind.
Mehlschwalben in ihrem trauten Heim im Hammer Wasserwerk. Interessant die verschiedenen Lehmschichten im Nest. Hier wurden wahrscheinlich verschiedene Erden verbaut……am 17.06.2019 (Foto: Gregor Zosel)Wahre Baumeister waren hier am Werk. Jede Nische wird für die Nester genutzt ……am 17.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Selbst hoch oben auf dem Turm des Wasserwerkes wird an einem Eisenträger gebaut ……am 17.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Da ist der Bezug der Kunstnester doch einfacher ……am 17.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Die gemähten Wiesen im Wasserwerk locken nicht nur diesen Weißstorch an ……am 17.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Ein Altvogel kommt nach der Nahrungssuche zum Horst zurück. Selbstverständlich wieder mit einigen Zweigen zum Ausbessern des Nestes im Schnabel ……am 17.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Bevor gefüttert wird, werden erst die mitgebrachten Zweige fachmännisch verbaut ……am 17.06.2019 (Foto: Gregor Zosel) Frühstückszeit bei den Störchen ……am 17.06.2019 (Foto: Gregor Zosel)
Am Siebenpfennigsknapp kreisten heute 2 Kolkraben über dem Waldgebiet. In der Feldflur bei Schulze-Altcappenberg waren noch erfreulich viele Arten der Kulturlandschaft zu sehen: u.a. 1 Gelbspötter, 3 Feldsperlinge, 2 singende Feldlerchen, 2 Wiesenschafstelzen, 1 Bachstelze, sowie einige Stieglitze und Bluthänflinge.
Eine weite Grünlandniederung, vier riesige Mähmaschinen fahren nebeneinander mit rasanter Geschwindigkeit über ein Areal von einigen hundert Hektar Wiesen. Wo gestern noch zahlreiche Feldvögel sangen und ihre Jungen fütterten, Wiesen- und Rohrweihen jagten, ein Sumpfohreulenpaar balzte und offensichtlich einen Brutplatz hatte, bietet sich heute ein Bild der Zerstörung. Kiebitze und Brachvögel rufen verzweifelt und haben ihre Gelege verloren. Schafstelzen, Wiesenpieper und Feldlerchen hüpfen mit Würmern im Schnabel auf der Suche nach ihren längst zerstückelten Jungvögeln verzweifelt über den Boden. Alles nichts Neues. Das kennen wir ja. Das BNatSchG §44 erlaubt es ja schließlich gemäß der „guten fachliche Praxisâ“, streng geschützte Vogelarten zu töten – denn verboten ist es ja nur „ohne sinnvollen Grund“. Aber was ist an dieser uns allen bekannten Situation anders als noch vor 10, 20 Jahren?
Die Mähmaschinen sind größer und stärker denn je, schneller denn je, mähen tiefer denn je, mähen in immer kürzeren Intervallen, mähen die Gräben bis tief in jede Grabenböschung mit ab. Wie zum Hohn kommt nun noch ein weiterer Trecker und mäht alle Stauden der Wegesränder ab, scheinbar um das letzte verbliebene Wiesenpieper- oder Blaukehlchennnest dann auch noch zu erwischen. 23.00h: Es wird dunkel, es wird weiter gemäht. Ich denke an die Wiesenweihen, den gerade erschienenen Artikel aus der Zeitschrift dem Falken: “ bei nächtlicher Mahd bleiben die adulten Weihen auf dem Nest sitzen und werden mit getötet“. Wo ist unsere Landwirtschaft hingekommen, dass jetzt hier 4 Maschinen der neusten Generation parallel nebeneinander in rasendem Tempo mähen, dahinter wird schon gewendet und das Gras abtransportiert. Nicht ein junger Vogel, nicht ein junger Hase hat hier die geringste Chance, noch zu entkommen. Früher habe ich nach der Mahd noch junge Kiebitze und junge Hasen gesehen, die überlebt haben. Früher hat ein Bauer noch das Mähwerk angehoben, wenn er von oben ein Kiebitznest gesehen hat. Hier ist nun nichts mehr, nur hunderte von Krähen und Möwen, die sich über das „fastfood“ freuen (und nebenbei bemerkt damit einen äußerst wichtigen Beitrag zur Beseitigung von Clostridien leisten, welche die Silage verunreinigen und damit den Rinderbestand gefährden könnten – gedankt wird es den Krähen aber natürlich nicht)
Diese Entwicklung der Grünlandbewirtschaftung ist sehr besorgniserregend, nicht nur für den Vogel des Jahres, die Feldlerche. Das Wettrüsten der Landwirte ist verständlich aus deren wirtschaftlicher Sicht, aber eine ökologische Vollkatastrophe und das Ergebnis einer verfehlten Agrarpolitik. Was ist denn der „sinnvolle Grund“, der diese Entwicklung überhaupt zulässt? Dass die Milch und das Fleisch immer noch billiger werden, und dafür das letzte Stück Natur geschreddert wird? Ist das wirklich im Sinne der Allgemeinheit, denn es sind doch nicht nur wir Naturschützer*innen und Vogelkundler*innen, die sich über blühende Wiesen und singende Lerchen freuen. Dieser massenhafte Vogelmord auf unserem Grünland (und natürlich Amphibien, Reptilien, Säugetiere, Insekten) wird immer aggressiver und ist vielen Menschen gar nicht bewusst. Es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, wie z.B. gesetzlich vorgeschriebene Randstreifen zu Gräben und Wegesrändern, Verbot nächtlicher Mahd, Begrenzung der Mahdhöhe- und Mahdgeschwindigkeit usw. Ansonsten brauchen wir uns auch nicht über vogeljagende Mittelmeerländer aufzuregen – denn das was hier statt findet ist letztendlich genau so zerstörerisch wie zum Spaß zur Flinte zu greifen.
Im Wassergewinnungsgelände heute
unter anderem 1 Waldwasserläufer, 21 Rostgänse – als Highlight: 1 rufender
Kleinspecht in den Weichholzauen entlang der Ruhr. Hier wie auch anderswo waren
heute wieder zahlreiche Distelfalter unterwegs. Auf Wirtschaftswegen nahe
Frdbg.-Bausenhagen kamen schon nach wenigen Hundert Metern Fußmarsch
zweistellige Summen vorbeifliegender Falter zusammen. Nach einem in der
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren veröffentlichten Bericht (https://blogs.helmholtz.de/falter-blog/2019/06/invasion-der-distelfalter/)
hat die ungewöhnlich starke Falterinvasion bereits im März ihren Anfang in
Saudi-Arabien genommen. – Nahe den Windrädern auch wieder das schon gemeldete
Rebhuhnpaar.
In den Hemmerder Wiesen hat auch das dortige Storchenpaar inzwischen Nachwuchs. Auf den jetzt gemähten Wiesenflächen findet sich nicht nur für die Störche ein „reich gedeckter Tisch“. Mehrere Hundert Stare, 6 Graureiher, 2 Rotmilane, 2 Mäusebussarde, 2 Turmfalken suchten die geschorenen Flächen ab. Ebenda auch warnende Altkiebitze (mit Nachwuchs?) und 2 männliche Neuntöter. – Vorgestern (14.06.) rief auch noch ausdauernd 1 Kuckuck.
Nahe der Wilhelmshöhe (Frdbg.)
eine erfolgreich jagende männliche Wiesenweihe mit weißem Farbring. Nach der
Farbringablesung des Vogels ist das Männchen 7 Jahre alt. Es ist im Jahre 2012
nestjung von Hubertus Illner bei Ostönnerlinde beringt worden und ist jetzt mit
einem ebenfalls farbberingten Weibchen (vorjährig) verpaart. – Auch dieser
Vogel ist von Hubertus Illner als
nestjunger Vogel bei Geseke (2018) beringt worden. Mit diesem Paar hat der Kr.
Unna in seinem Südteil nach zwei Jahren Unterbrechung wieder eine Wiesenweihenbrut.
Der Ort des Brutplatzes wird aus Schutzgründen nicht veröffentlicht.
Jenseits der Kreisgrenze konnte heute nahe der Schlammteiche „Am Wälkesberg“ ein Habichtbrutplatz mit 4 (!) fast flüggen Jungvögeln entdeckt werden. Es handelt sich um den Brutplatz, zu dem noch am vergangenen Sonntag ein hier gemeldetes Habichtmännchen Beute getragen hat (vgl. Meldung mit Foto vom 09.06.). Leider gab es bei dem Fund gleich auch einen dicken Wermutstropfen: der Horst befindet sich auf einer abgestorbenen Fichte in einem kleinen – komplett abgestorbenen Fichtenbestand. Solche infolge von Trockenheit und Borkenkäferbefall toten Fichten werden derzeit mit Hochdruck aus den Wäldern entfernt, um das geschädigte Holz noch verkaufen zu können und noch gesunde Bäume in der Nachbarschaft vor einem erneuten Befall durch Borkenkäfer zu schützen. – Tatsächlich führte eine breite und frische Fahrgasse zu einem Harvester, der bereits für die Fällung der Bäume bereitsteht. Auf dem Führerhaus des Harvesters fanden sich Name und Telefonnummer der ausführenden Firma und es kam glücklicherweise (trotz Wochenende!) zu einem Telefongespräch mit dem Firmenchef, der sich morgen früh mit dem Fahrer des Harvesters kurzschließen will, um den Horstbaum zu retten. – Auch die Untere Naturschutzbehörde des Märkischen Kreises wurde über eine Mailboxnachricht informiert.
Seit mindestens Freitag stehen die Hemmerder Störche meist aufrecht im Horst und bemühen sich um Schattenfür den noch winzigen Nachwuchs …,16.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … ein Partner nutzt die Gunst der Stunde auf den gemähten Wiesen zur bequemen Nahrungssuche …, 16.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … gleiche Interessen haben auch Hunderte Stare …, 16.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … auch dieser Jungfuchs …, 16.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … sucht im Mahdgut seine Chance auf leichte Beute, 16.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) Die einfliegenden Distelfalter scheinen noch täglich zuzunehmen – dieser zeigt deutliche Spuren zahlloser Flugkilometer, 16.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) Wiesenweihenmännchen nach erfolgreicher Jagd (Frdbg.), 16.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … der weiße Farbring identifiziert es als „alten Bekannten“, 16.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) Vier fast flügge Junghabichte am Brutplatz auf inzwischen völlig kahlen „Käferbäumen“ (MK) …, 16.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … keine Hundert Meter vom Horstbaum entfernt steht bereits der „Vollernter“ für die Fällung der abgestorbenen Bäume bereit …, 16.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … die Geschwister ahnen nichts von dem drohenden Unheil …, 16.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) … in wenigen Tagen können sie fliegen, 16.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) Männlicher Kleinspecht im Wassergewinnungsgelände (Frdbg.-Langschede), 16.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer) Rebhuhnpaar nahe den Windrädern bei Frdbg.-Bausenhagen, 16.06.2019 (Foto: Bernhard Glüer)