Nach den beiden Sturmtiefs, die auch einigen Niederschlag mit sich brachten, präsentieren sich die Hemmerder Wiesen gegenwärtig als kleine Seenlandschaft. Ein erster größerer Kiebitzschwarm mit etwa 180 Individuen hatte heute Vormittag große Mühe, gegen den heftigen Wind anzukommen. Immer wieder drifteten sie ab, drehten etliche Runden, bevor sie schlussendlich doch zur Landung ansetzten. Auch ca. 50 Wacholderdrosseln suchten im Windpark Unna den Windschatten am Rande der A44 auf. Auf einer kleinen Stilllegungsfläche ebenda kämpften auch ca. 30 Bluthänflinge im Schwarm gegen den Wind.
„Seenlandschaft“ in den Hemmerder Wiesen am 19.02.2022. (Foto: H. Knüwer)Teil eines großen Kiebitzschwarmes über den Hemmerder Wiesen am 10.02.2022. (Foto: H. Knüwer)
Endlich haben sie es geschafft, dem Wind zu entgehen [Teilansicht]. (Foto: H. Knüwer)
Während meines Besuchs auf dem Aussichtshügel der Kiebitzwiese von 7:30 bis 9:00 Uhr konnte ich bei immer noch ruppigem Wind und etwa 5°C folgende Beobachtungen notieren: mindestens 50 Kanandagänse, manche hielten sich im neuen Bachlauf der Fischtreppe auf, der nur teilweise einsehbar ist, 10 Graugänse, 10 Nilgänse, 6 stationäre und 12 vom Ententeich nach Osten abfliegende Höckerschwäne, 2 Schnatterenten (1,1), 8 Stockenten, 1 Silberreiher, 2 Graureiher, 2 Amseln, 1 Zaunkönig, 4 Blaumeisen, 2 Kohlmeisen, 6 Rabenkrähen, 4 Ringeltauben und 1 Kormoran.
Im Warmer Löhen 11 Graureiher, 2 Silberreiher und 1 Turmfalke.
Gegen den Wind hatte dieser Höckerschwan ordentlich zu kämpfen die nötige Höhe zu erreichen, um die Hochspannungsleitung zu überfliegen. …. am 19.02.2022 (Foto: A. Hünting)Allzu viel Windbruch war nach dem Sturmtief Zeynep nicht zu verzeichnen. …. am 19.02.2022 (Foto: A. Hünting)Allerdings hat es den Hochsitz sauber zerlegt! …. am 19.02.2022 (Foto: A. Hünting)Dass die Böe ordentlich gewesen sein muss, sieht man an den doch weit verstreuten Trümmern. …. am 19.02.2022 (Foto: A. Hünting)
Auch am Brutplatz in Alstedde sind die Weißstörche eingetroffen . Regina Kesting konnte beobachten, wie zwei Störche über dem Brutplatz kreisten und dann auf dem Horst landeten.
Über dem Strickherdicker Bachtal wurden eben (12.40 Uhr) zwei Weißstörche in nordwestlicher Richtung gesichtet. Bei starkem Wind waren sie trotz niedriger Höhe schnell außer Sichtweite und ließen keinen Fotobeleg zu.
Am Nachmittag über dem eigenen Garten (Frdbg.-Hohenheide) 4 Fichtenkreuzschnäbel südwärts überhinfliegend. Mehrfach auch wieder Rufe von heimziehenden Kranichen – jedoch ohne Sichtkontakt.
Am späten Nachmittag auch auf dem Haarstrang bei Frdbg.-Hohenheide deutlicher Kranichzug. Zwischen 16.40 h und 17.45 h in >4 Zügen mindestens 400 Vögel (1x nur akustisch wahrnehmbar).
Die Wasservogelzählung im Wassergewinnungsgelände bei Frdbg.-Langschede erbrachte erneut die offenbar hier überwinternden 10 Waldwasserläufer (schon wiederholt hier gemeldet). Außerdem erfreulich: 4 Haubentaucher (!) neben 42 Schnatterenten, 28 Reiherenten, 69 Stockenten, 1 Tafelente (m), 2 Höckerschwänen, 4 Rostgänsen, 10 Graugänsen, 6 Nilgänsen, 5 Kormoranen, 2 Silberreihern, 4 Graureihern, 97 Blässhühnern, 2 Gebirgsstelzen, 1 Bergpieper, 1 Eisvogel.
In der Feldflur nördlich der A 44 bei Frdbg.-Ostbüren in zwei rastenden Trupps ~100 Feldlerchen und ein artreiner Trupp von 26 Hohltauben.
Am windgeschützten Einlauf eines Filterbeckens im Wassergewinnungsgelände (Frdbg.-Langschede) „chillen“ 10 Waldwasserläufer in der Februarsonne, 13.02.2022 (Foto: Bernhard Glüer)Eine von zwei Schwanzmeisen (Hemmerder Wiesen), die sich offenbar bereits als Revierpaar zusammengefunden haben und sich mehr als eine Dreiviertelstunde an einem begrenzten Heckenabschnitt aufhalten – möglicherweise schon mit ersten Nestbauaktivitäten, 13.02.2022 (Foto: Bernhard Glüer)Ein mehrjähriges Sperbermännchen neben unserem Garten (Frdbg.-Hohenheide) in einem kleinen, teils abgestorbenen Fichtenbestand ruhend …, 13.02.2022 (Foto: Bernhard Glüer)… scheint offenbar an Menschen gewöhnt zu sein und unterbricht trotz „Paparazzo“ seine Mittagsruhe in keiner Weise …, 13.02.2022 (Foto: Bernhard Glüer)… oder es hält mich als Wintergast aus menschenleeren Gebieten des hohen Nordens für ein uninteressantes und belangloses Weidetier, das man gelangweilt ignorieren kann …, 13.02.2022 (Foto: Bernhard Glüer)
Fröndenberg-Ardey: Nicht nur der Gesang von Amsel und Rotkelchen sowie der Sonnenschein lassen uns den Frühling herbeisehnen. Auch ein kleiner Kranichzug (ca. 80-100) um 17:00 Uhr über dem NSG Strickherdicker Bach zügig in Richtung Norden fliegend und laut rufend weckt Hoffnung auf wärmere Tage.
Heute im Rahmen der Wasservogelzählung von der Hönnemündung bis hin zur Wickeder Ruhrbrücke konnte ich (bei leichtem Ruhr-und Hönnehochwasser, teilweise zugefrorenen Stillgewässern von Kiebitzwiese, Himmelmann Park-Weiher und Filterbecken im Wasserwerk) in den einzelnen Teilgebieten u.a. folgendes beobachten:
Hönnemündung/Himmelmann Park: 1 Gänsesäger (M), 14 Reiherenten, 11 Stockenten + 3 Stockentenbastarde, 6 Blässrallen, 1 Silberreiher, 1 Graureiher sowie 2 Wasseramseln (balzend). Hier Gesang u.a. von Grünfink. Buchfink, Gartenbaumläufer, Heckenbraunelle, Dompfaff und 1 Misteldrossel.
Hindenburg Hain: ca. 40 Schnatterenten, ca. 20 Blässrallen , ca. 30 Stockenten sowie 1 Silberreiher ( alle Vögel am Südufer der Ruhr im nicht zugänglichen Bereich in Richtung Himmelmann Park).
Hammer Wasserwerk: 6 Gänsesäger (4:2 balzend), 20 Pfeifenten, 5 Schnatterenten, 7 Reiherenten, 4 Stockenten, 30 Rostgänse, 12 Nilgänse, 12 Kanadagänse, 43 Höckerschwäne (fliegen später zum Südufer der Ruhr auf ein Feld), 1 Silberreiher, 1 Graureiher, 1 Kormoran sowie ca. 100 Wacholderdrosseln zusammen mit ca. 50 Stare).
Ruhrabschnitt Fröndenberger Stadtgrenze bis Wickeder Ruhrbrücke: 6 Krickenten, 4 Reiherenten, 96 Stockenten+ 1 Stockentenbastard, 6 Zwergtaucher, 32 Kanadagänse, 1 Nilgans, 2 Graugänse, sowie 3 Kormorane. Hier Gesang von 1 Misteldrossel und 1 Grünfink.
Weiterer Gesang heute von Blau- u. Kohlmeise, Zaunkönig, Rotkehlchen, Haussperling und Amsel.
Balzende Schellenten auf der Ruhr…..am 12.02.2022 (Foto: Gregor Zosel)Gänsesäger im NSG Kiebitzwiese oberhalb des Wehres…..am 12.02.2022 (Foto: Gregor Zosel)Die Gänsesäger im Hammer Wasserwerk in Balzstimmung…..am 12.02.2022 (Foto: Gregor Zosel)Höckerschwäne fliegen vom Wasserwerk auf ein benachbartes Feld zum „Frühstücken“…..am 12.02.2022 (Foto: Gregor Zosel)Silberreiher am Ruhrufer…..am 12.02.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Silberreiher auf der Kiebitzwiese…..am 12.02.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Im Überflug am Flößergraben…..am 12.02.2022 (Foto: Gregor Zosel)Wasseramsel im Brutrevier Hönnemündung/Himmelmann Park…..am 12.02.2022 (Foto: Gregor Zosel)Erfreulicherweise habe ich auch im NSG „Obergraben westlich Wickede“ das Wasseramselpaar bei der Balz angetroffen. Ein Ex. flog von der Ruhrseite unten ins Turbinenhaus des Kraftwerks, wo vermutlich jedes Jahr gebrütet wird……am 12.02.2022 (Foto: Gregor Zosel)Gesang des Grünfinks an der Kiebitzwiese…..am 12.02.2022 (Foto: Gregor Zosel)Auch dieser Zaunkönig schmettert in der aufgehenden Sonne sein Lied…..am 12.02.2022 (Foto: Gregor Zosel)Obwohl die Nächte noch eisig sind, fangen die ersten Büsche und Bäume an zu blühen. Da wirkt die Blaumeise zwischen den Blüten doch gleich „freundlicher“ …..am 12.02.2022 (Foto: Gregor Zosel)
Um 15.45 Uhr kreisten über dem Haus Dahl etwa 8o Kraniche und zogen dann nach NO ab. In den Lippewiesen neben etwa 50 Graugänsen auch 26 Blässgänse, die einige Runden flogen und sich dabei gut zählen ließen. Darüber kreiste ein Rotmilan. Am Lippeufer 2 Gebirgstelzen. Auf einem Grasacker an der Grenze zu Vinnum hielten sich 30 Kiebitze zusammen mit etwa 50 Staren auf.
Heute am frühen Vormittag gelangen in den Hemmerder Wiesen (gemeinsam mit Hermann Knüwer) folgende Beobachtungen: zwei Kurzschnabelgänse, ca. 40 Blässganse, etliche Grau-, Kanada-, und Nilgänse, 12 Kiebitze, eine Pfeifente sowie etliche Stockenten, 18 Silberreiher, etliche Graureiher, ein Höckerschwan; dazu zwei Rohrammern, zwei Goldammern und zwei Schwanzmeisen.
Im Bereich des NSG Holzplatz war ein Wanderfalke zu sehen; Im Garten am Nachmittag ein Grünspecht, mehrer Buntspechte, ein Kleiber und eine Sumpfmeise.
Zunächst inmitten der Blässganse ein wenig versteckt, gaben sich die beiden Kurzschnabelgänse dann doch einen Ruck und boten den begeisterten Beobachtern eine kleine Flugeinlage ……… die nach zwei bis drei Runden um die große Wasserfläche mit einer perfekten Landung……. beendet wurde (13.02.22, Fotos: C. Rethschulte).Auch einige der sich dort aufhaltenden Blässgänse fühlten sich inspiriert …… und landeten schließlich im Pulk der anderen Gänse und Enten (13.02.22, Fotos: C. Rethschulte).Männliche Goldammer beim Morgengesang in den H. Wiesen (13.02.22, Foto: C. Rethschulte).Dort auch eine männliche Rohrammer (13.02.22, Foto. C. Rethschulte)Da er sich ca. 20 Minuten den Ameisen in unserem Garten widmete…… sollte diese Gunst auch fotografisch ……. honoriert werden (13.02.22, Fotos: C. Rethschulte).
Nicht allzu viele Beobachtungen gelangen an den vergangenen drei Tagen vom Aussichtshügel der Kiebitzwiese. Bemerkenswert sind allerdings die bereits geborenen Heckrindkälber. Konnte ich am 11.02. drei Kälber zählen, waren es am 12.02. nur noch zwei. Eine Kuh mit prallem Euter streifte rufend über das gesamte Areal, offensichtlich nach ihrem Kalb suchend. Heute, am 13.02. standen die Heckrinder im Gebüsch nahe des Hochsitzes, gut vor dem doch ruppigen Wind geschützt, allerdings auch so, dass weder eine Gesamtzahl, noch die Zahl der Kälber bestimmt werden konnte.
Erwähnenswert ist dann noch der etwa 100 Individuen starke Wacholderdrosselschwarm, der sich sowohl am 12. als auch am 13. auf und an der Kiebitzwiese aufhielt. Mit den Drosseln waren auch rund 30 Stare unterwegs.
Am 13.03. bemerkenswert die mit rd. 180 Individuen doch recht hohe Zahl nach Westen überfliegender Lachmöwen. In Ihrer Begleitung war eine nicht näher bestimmte Großmöwe dabei.
Eines der drei Kälber mit der Mutterkuh 69 923. …. am 12.03.2022 (Foto: A. Hünting)Einer von mehreren Trupps Lachmöwen, die die Kiebitzwiese in Richtung Osten überflogen. Insgesamt konnte ich ca. 180 Lachmöwen zählen. …. am 13.02.2022 (Foto: A. Hünting)Ein kleiner Teil des rund 100 Individuen zählenden Wacholderdrosselschwarms. …. am 13.03.2022 (Foto: A. Hünting)Für eine Weile leistete mir dieser Zaunkönig Gesellschaft. …. am 13.02.2022 (Foto: A. Hünting)Das Eis knackte bedenklich, als sich dieses Nutria aufs Eis traute. Die großen Füße sorgten wohl für eine gute Gewichtsverteilung. …. am 13.02.2022 (Foto: A. Hünting)
Heute konnte man auf den überfluteten Hemmerder Wiesen wieder einmal zahlreiche Wasservögel und entlang der Amecke endlich mal wieder etliche Kleinvögel beobachten. Im Einzelnen waren es : 3 Kraniche, die kurz vor der Landung wieder in Richtung Nordosten weiterzogen, zahlreiche Gänse (siehe Überschrift), 1 Höckerschwan, jeweils ein Silber- und Graureiher, mindestens 13 Kiebitze (stationär) weitere 50 kreisend, 1 Löffelente (M), Krick- und Stockenten (nicht gezählt), ca. 10 Bachstelzen, auf den östlichen Wiesen mindestens 150 Wacholderdrosseln, 2 Misteldrosseln, mindestens 6 Goldammern, 4 Rohrammern, 2 Wiesenpieper, 1 Eichelhäher, 1 Turmfalke, 2 Mäusebussarde, mindestens 50 Ringeltauben, 2 Heckenbraunellen, 3 Rotkehlchen und etliche Amseln, Kohl- und Blaumeisen.
Kranich in den Hemmerder Wiesen am 12.02.2022 (Foto: Hartmut Brecher)Einfliegende Graugänse auf zum Teil noch gefrorenen WasserflächenHöckerschwan und Graugänse auf Eisflächen am 12.02.2022 (Foto: Hartmut Brecher)Kiebitze und Stockenten auf den Hemmerder Wiesen am 12.02.2022 (Foto: Hartmut Brecher)Rohrammer (M) am 12.02.2022 an der Amecke (Foto: Hartmut Brecher)Wacholderdrossel auf den Hemmerder Wiesen am 12.02.2022 (Foto: Hartmut Brecher)Feldhase sorgt für eine kleine Aufregung unter den Blässgänsen (der will doch nur spielen)
Am 8.02.22 wurde im Zweihauser Wäldchen nördlich des Dortmunder Pleckenbrinksees im Kreis Unna ein farbmarkierter Mäusebussard gefunden. Das Tier wurde von Herrn Prof. Krüger, Universität Bielefeld am 22. Juni 2021 als Küken in Bielefeld-Babenhausen, nahe der Universität, beringt und mit 2 blauen Flügelmarken versehen. Es handelt sich um ein Weibchen der hellen Morphe und sie wuchs in einer 2er-Brut auf, mit einem jüngeren Bruder. Das Tier wurde vor seinem Tod bisher nur einmal gemeldet: am 29. September 2021 wurde sie im Osten von Bielefeld gesehen.