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Selm: Teichhuhn , Rohrammer, Girlitz etc. am 06.07.2021 (Uwe Norra)

Der neue Selmer Auenpark wurde von der Vogelwelt recht gut angenommen. Das Teichhuhn, das lange nicht mehr so verbreitet ist wie früher, hat hier einen Bestand von mehreren Brutpaaren aufgebaut. Die heute mit ihren Küken teils zu hören, aber auch zu sehen waren. Neben Mönchsgrasmücke, Dorngrasmücke und Zilpzalp war heute sogar Gesang von Rohrammer und Girlitz zu hören. Bei dem allgemeinen Abwärtstrend mit Insekten und Vögeln erfreulich. Bleibt zu hoffen, dass die Hunde, die ihre Menschen hierhin ausführen, wenig Störungen verursachen.

Mein Gedenken an Oswald Schwarz, 25.06.2021 (Uwe Norra)

Bekanntlich ist Oswald Schwarz am 07.03.2021 im Alter von 88 Jahren von uns gegangen. Das läßt sich nüchtern dahersagen. Aber seitdem drängt es mich, ihm zu Ehren aus meinem Nähkästchen zu plaudern.

Nun, es sind nur Facetten aus einem reichhhaltigen Leben, von denen ich hier berichten kann. Aber Oswald war mehr, als einfach nur soundsoviel Jahre hier und da aktiv. Für mich so sehr ein Leitbild, mehr aus meinem Leben zu machen, als der in Job, TV und Konsum verstrickte Alltag vieler Zeitgenossen.

Bevor ich 1956 geboren wurde ist Oswald aus kulturellem Interesse schon mit dem Fahrrad in Richtung Bulgarien, Griechenland und Türkei unterwegs gewesen. Lebhaft habe ich seine Erzählungen in meiner Erinnerung. Nichts zu essen in Bulgarien und das Glück, ein von einem Bauern, der zum Markt fuhr, ein vom Pferdewagen verlorenes Brot auf der Straße zu finden. Die Unfreundlichkeit mancher Grenzer damals. Wo nur der türkische Grenzer sie wegen ihrer ungewöhnlichen Herkunft zum Tee einlud. Geschichten, die sich auf Radtouren bis Afghanistan und Indien fortsetzten. Wie gesagt, mit dem Fahrrad, vor ca. 60 Jahren.

Wenn Oswald erzählte wurde man still und hat andächtig zugehört. Ich habe ihn mal eingeladen, mit zu kommen, zum Uhu-Brutplatz an der Stadthalle Hagen. Unterwegs entdeckten wir einen Roten Holunder vom fahrenden Auto aus. An der B 236 nahe Freischütz. Und Oswald erzählte, wie die Schwarzwälder Kirschtorte vor Jahrzehnten hier bekannt und eingeführt wurde. Wie er Bäckermeister bei der Firma Kanne war. Wie es zur Auseinandersetzung mit dem Chef kam, wegen der Rezeptur, wo er sich durchsetzte. Wo sie mit seiner Idee grad die erforderliche Nasenlänge der Konkurrenz voraus waren, um im Freischütz Fuß zu fassen. Was damals als beliebtes Ausflugsziel mit der wichtigste Absatzmarkt war. Bei all seinen Erzählungen blieb Oswald herzerfrischend, human, war nie überheblich. So ein außergewöhnlicher, liebenswerter Charakter.

Seine besondere Hingabe galt den Pflanzen. Standorte von Orchideen, Glockenblumen, einem besonders altem und großwüchsigem Pfaffenhütchen. Und vor allem vom Dornigen Hauhechel hat er mir gezeigt. Davon lebt in mir sein Bemühen weiter, diese in unserer Kulturlandschaft selten gewordene Pflanze wieder zu vermehren.

Wie gesagt, ich kann nur einzelne Facetten aus seinem Leben schildern, keinen umfassenden Bericht erstatten. Erwähnen möchte ich abschließend noch, wie Oswald zu seinem 80. Geburtstag auf Geschenke verzichtete; und stattdessen zu Spenden für die NAJU des Kreises Unna aufrief. Ich durfte mit organisieren und ihn fahren, als es zum Treffen mit der NAJU kam, zur Spendenübergabe.. Es war mir immer eine Ehre, mit Oswald zusammen zu sein. Und um es nochmal zu erwähnen, war er mir ein Vorbild, in seiner Bescheidenheit und Menschenfreundlichkeit, mehr aus dem eigenen Leben zu machen, als die breite Masse um uns herum.

Spendenübergabe an die NAJU im Feb. 2013, Foto: Uwe Norra

Selm: Waldohreule, Rebhuhn, Grünspecht am 10.06.2021 (Udet Retzlaff, Uwe Norra)

Einem glaubwürdigen Hinweis auf flügge junge Waldohreulen vom 01.06.2021 konnten wir erst Tage später folgen. Statt der erhofften Waldohreulen entdeckten wir einen Grünspecht und zwei rufende Rebhühner in der Feldflur unmittelbar nördlich des Selmer Stadtrandes.

Kammbläßhuhn im Naturpark s´Albufera (Mallorca) am 01.06.2021, Foto: Uwe Norra
Korallenmöwe hautnah am Strand von Port de Pollença (Mallorca) am 02.06.2021, Foto: Uwe Norra
Zwergschnäpper Männchen im Urwald von Bialowieza (Polen) am 15.06.2021, Foto: Uwe Norra

Selm: Teichhuhn am 13.04.2021 (Uwe Norra)

Am neuen Selmer Auenpark waren abends kurz vor 20 Uhr 5 adulte Teichhühner zu sehen und ein weiteres zu hören. Es ist erfreulich, dass diese Art das Gebiet so gut angenommen hat, zumal das Teichhuhn ja auch nicht mehr wie früher zu den gewöhnlicheren Vogelarten zählt sondern deutlich seltener geworden ist..

Selm: starker Kranichzug am 08.11.2020 (Uwe Norra)

Zwischen 12 und 14 Uhr fast durchgehend starker Kranichzug über Selm. Immer wieder kamen neue Wellen mit kleineren und größeren Trupps, die zwischen 50 und mehreren hundert Vögeln zählte. Insgesamt muß in der genannten zeit von mehreren tausend Kranichen ausgegangen werden.

Selm/Olfen: Rebhühner am 07.09.2020 (Uwe Norra)

Die dritte Radtour in das Bauland zum Gewerbegebiet am Rande von Olfen war erfolgreich. Heute konnte ich dort 3 Familienverbände mit jeweils mind. 10 Individuen entdecken. Also insgesamt mehr als 30 Rebhühner bei der Nahrungssuche auf Flächen, die längere Zeit brach lagen und entsprechend Nahrung und Deckung bieten.

die Bedingungen zum Fotografieren waren nicht optimal, aber wenigstens gelang die Dokumentation am 07.09.2020 Foto: Uwe Norra

Selm/Olfen: keine Rebhühner am 05. und 06.09.2020 (Uwe Norra)

Im Baugebiet zum Industriegebiet Olfen Ost II soll nach einem Zeitungsartikel die Situation dieses Jahr so günstig gewesen sein, dass mehrere Pärchen Rebhühner erfolgreich gebrütet haben und sich insgesamt bis 60 Ex. im Gebiet aufhalten, Bei Kontrollen gestern und heute konnte kein Rebhuhn festgestellt werden. Denkbar ist dieser Fortpflanzungserfolg allerdings, da die Situation in den Jahren 2012 und 2013 dort ähnlich war, als das Gewerbegebiet Olfen Ost I entstand. Bei den Radtouren der beiden letzten Tage konnte auch an anderen Stellen kein Rebhuhn festgestellt werden. Also weder am Dortmund-Ems-Kanal. Noch in Selm an der Funne, wo das Rebhuhn 2019 erfolgreich gebrütet hatte.

Selm/Brasilien: Brandrodung im Pantanal, Stand August 2020 (Abbie Martin, Uwe Norra)

Das Pantanal ist bekanntlich das größte Binnenfeuchtgebiet der Erde und beherbergt eine Vielzahl seltener Pflanzen- und Tierarten. Durch drei Aufenthalte im Gebiet habe ich engen Kontakt zu dortigen Freunden und Forschern. Tragischerweise begünstigt die brasilianische Politik seit der letzten Wahl die Brandrodung, um landwirtschaftliche Produkte für den Weltmarkt zu erzeugen. Von solchen Feuern im Amazonas-Gebiet wird gelegentlich berichtet. Weitgehend unerwähnt und unbekannt bleibt hingegen die Bedrohung des Pantanal durch Brandstiftung. Wie mir durch meine Quellen bekannt ist gab es in diesem Jahr bereits über 7000 Feuer, die sich vor allem jetzt im August durch sehr geringe Niederschläge der letzten Regenzeit schnell ausbreiten. Damit ist im Jahr 2020 mit 10,3 % der Fläche des Pantanal bereits ein so großes Gebiet Opfer der Flammen geworden, wie es dem Bundesland Hessen entspricht. Zu allem Unglück hat die Regierung der Nationalparkverwaltung und anderen Stellen noch die Mittel gekürzt, wie um das Löschen der Waldbrände und das Bekämpfen der Brandstiftung zu erschweren. Jaguare, Tapire und viele andere Tiere mit Brandwunden werden von freiwilligen Helfern geborgen und einer tierärztlichen Behandlung zugeführt. Wie so vieles Gutes auf der Welt nur durch ehrenamtliche Unterstützung bewirkt wird, sind es namentlich die Jaguarforscherin Abbie Martin und ihre Kollegin, die Biologin April Kelly, die in ihrem Engagement mit ihrem Pantanal Relief Fund einen Spendenaufruf gestartet haben, um wenigstens die nötigste Hilfe finanzieren zu können. Hier findet man den Link zum Pantanal Relief Fund, mit verschiedenen Hintergrundinformationen zum Spendenaufruf.

Jaguar im Pantanal am 08.10.2014 Foto: Uwe Norra
die fünf Eisvogelarten des Pantanal, nebst Brasilien-Sperlingskauz und Schneckenweihe in einer Collage, Reise Sept./Okt. 2018 Fotos: Uwe Norra