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Selm/Olfen: Rebhühner am 07.09.2020 (Uwe Norra)

Die dritte Radtour in das Bauland zum Gewerbegebiet am Rande von Olfen war erfolgreich. Heute konnte ich dort 3 Familienverbände mit jeweils mind. 10 Individuen entdecken. Also insgesamt mehr als 30 Rebhühner bei der Nahrungssuche auf Flächen, die längere Zeit brach lagen und entsprechend Nahrung und Deckung bieten.

die Bedingungen zum Fotografieren waren nicht optimal, aber wenigstens gelang die Dokumentation am 07.09.2020 Foto: Uwe Norra

Selm/Olfen: keine Rebhühner am 05. und 06.09.2020 (Uwe Norra)

Im Baugebiet zum Industriegebiet Olfen Ost II soll nach einem Zeitungsartikel die Situation dieses Jahr so günstig gewesen sein, dass mehrere Pärchen Rebhühner erfolgreich gebrütet haben und sich insgesamt bis 60 Ex. im Gebiet aufhalten, Bei Kontrollen gestern und heute konnte kein Rebhuhn festgestellt werden. Denkbar ist dieser Fortpflanzungserfolg allerdings, da die Situation in den Jahren 2012 und 2013 dort ähnlich war, als das Gewerbegebiet Olfen Ost I entstand. Bei den Radtouren der beiden letzten Tage konnte auch an anderen Stellen kein Rebhuhn festgestellt werden. Also weder am Dortmund-Ems-Kanal. Noch in Selm an der Funne, wo das Rebhuhn 2019 erfolgreich gebrütet hatte.

Selm/Brasilien: Brandrodung im Pantanal, Stand August 2020 (Abbie Martin, Uwe Norra)

Das Pantanal ist bekanntlich das größte Binnenfeuchtgebiet der Erde und beherbergt eine Vielzahl seltener Pflanzen- und Tierarten. Durch drei Aufenthalte im Gebiet habe ich engen Kontakt zu dortigen Freunden und Forschern. Tragischerweise begünstigt die brasilianische Politik seit der letzten Wahl die Brandrodung, um landwirtschaftliche Produkte für den Weltmarkt zu erzeugen. Von solchen Feuern im Amazonas-Gebiet wird gelegentlich berichtet. Weitgehend unerwähnt und unbekannt bleibt hingegen die Bedrohung des Pantanal durch Brandstiftung. Wie mir durch meine Quellen bekannt ist gab es in diesem Jahr bereits über 7000 Feuer, die sich vor allem jetzt im August durch sehr geringe Niederschläge der letzten Regenzeit schnell ausbreiten. Damit ist im Jahr 2020 mit 10,3 % der Fläche des Pantanal bereits ein so großes Gebiet Opfer der Flammen geworden, wie es dem Bundesland Hessen entspricht. Zu allem Unglück hat die Regierung der Nationalparkverwaltung und anderen Stellen noch die Mittel gekürzt, wie um das Löschen der Waldbrände und das Bekämpfen der Brandstiftung zu erschweren. Jaguare, Tapire und viele andere Tiere mit Brandwunden werden von freiwilligen Helfern geborgen und einer tierärztlichen Behandlung zugeführt. Wie so vieles Gutes auf der Welt nur durch ehrenamtliche Unterstützung bewirkt wird, sind es namentlich die Jaguarforscherin Abbie Martin und ihre Kollegin, die Biologin April Kelly, die in ihrem Engagement mit ihrem Pantanal Relief Fund einen Spendenaufruf gestartet haben, um wenigstens die nötigste Hilfe finanzieren zu können. Hier findet man den Link zum Pantanal Relief Fund, mit verschiedenen Hintergrundinformationen zum Spendenaufruf.

Jaguar im Pantanal am 08.10.2014 Foto: Uwe Norra
die fünf Eisvogelarten des Pantanal, nebst Brasilien-Sperlingskauz und Schneckenweihe in einer Collage, Reise Sept./Okt. 2018 Fotos: Uwe Norra

Selm/Werne: verkehrstoter Baummarder am 01.bis 03.08.2020 (Udet Retzlaff, Michael Dorenkamp, Uwe Norra u.a.)

Am Morgen des genannten Tages lag ein überfahrener Baummarder am Rand der Selmer Landstraße, knapp einen Kilometer östlich der Gaststätte „Mutter Stuff“. An den beiden nächsten Tagen ist dieses Exemplar von weiteren OAG-Mitgliedern gesehen und auch fotografiert worden. Der Fund wurde für den Säugetieratlas NRW gemeldet, da es sich nach unserem Wissensstand um den Erstnachweis dieser Art im Bereich der Cappenberger Wälder handelt.

Dokumentation einer Seltenheit: Baummarder bestimmt und fotografieert am 02.08.2020 von Michael Dorenkamp

Bergkamen: Eisvogel am 03.08.2020 (Uwe Norra)

Am Teich neben der Ökostation war gegen Mittag ein Eisvogel zu hören. An den Blüten rund um die Ökostation waren nur wenige Weißlinge zu entdecken und keine anderen Schmetterlingsarten. Wie ich durch Freunde aus Nord-, Süd- und Ostdeutschland erfuhr ist es ein sehr schlechtes Jahr für Schmetterlinge; wie auch für Libellen. Wie Experten mitteilten gibt es ein Vordringen der Südlichen Mosaikjungfer bis nach Norddeutschland. Was aber eben wiederum auch kein erfreuliches Zeichen ist, denn diese Art profitiert von den trockenen Sommern, mit so entstehenden Verlandungszonen durch zurückgehende Wasserstände, wie es für andere Arten von Nachteil ist.

Selm: Steinkauz, Hohltaube, Grünspecht, Weißstorch am 26.07.2020 (Uwe Norra)

Abends nach 20 Uhr ist immer wieder ein Steinkauz im Brutgebiet des Vorjahres zu beobachten. Aber anders als 2019 sind da im Gebiet nordwestlich des Friedhofes (noch) keine flügge Jungvögel dabei. Wie mir aus anderen Quellen bekannt wurde hat es dieses Jahr vermutlich eine überdurchschnittlich lange Zeitspanne zwischen früh und später mit der Brut beginnenden Steinkäuzen gegeben. Beim Bauern Westermann waren dieses Jahr noch keine Steinkäuze zu entdecken, was verwunderlich ist. Da erhärtet sich allerdings der Verdacht der Brut von Hohltauben unter den Solarzellen auf einem Scheunendach. Weiter erwähnenswert drei unberingte adulte Weißstörche nahrungssuchend in Wiesen nahe der Funne. Sowie Rufe eines Grünspechtes im Wald am Ternscher See.

Selm: Schleiereule und Schafstelze am 27.07.2020 (Uwe Norra)

Zum Sonnenuntergang waren zwei Schleiereulen durch die Uhlenflucht zu sehen, die sich aber direkt nach Entdecken ins Gebäudeinnere zurückzogen. Vermutlich ein Brutpaar im dortigen Nistkasten. In der Nähe auch eine weibliche Schafstelze, die futtertragend und warnend vermuten ließ, dass sie im Getreidefeld ein Nest hat.

Selm: Weißstorch am 01.06.2020 (Udet Retzlaff, Uwe Norra)

Heute schauten wir am Weißstorch-Horstmast am Ternscher See vorbei. Nachdem sich dort ein Paar Ende April bis Anfang Mai so verhielt, als würde es brüten, waren die Störche dann ab Mitte Mai überwiegend abwesend. Heute stand dann wieder ein Storch auf dem Nest. Meiner Meinung nach könnte es sich um ein junges Pärchen handeln, das erst im nächsten Jahr brutreif wird und aber schon dieses Jahr nach einem geeigneten Nistplatz gesucht hat. Abgeleitet habe ich das von Beobachtungen an jungen Wanderfalken, bei denen solch eine Feststellung durch individuelle Beringung möglich war.

Weißstorch auf dem Nest am Ternscher See am 01.06.2020 Foto_ Uwe Norra

Selm: Gebänderter Pinselkäfer ab 22.05.2020 (Uwe Norra)

Seit 22.05.2020 erfreuen mich täglich bis zu drei der recht seltenen Gebänderten Pinselkäfer (Trichius fasciatus) an den Margeriten an meiner Terrasse. Zweimal ist es dabei schon zu einer Übernachtung eines Exemplars auf einer Margerite gekommen. Erstaunlicherweise suchen sie schon früh am Nachmittag vor 17 Uhr ihren Schlafplatz auf und ich habe sie dann jedesmal bis nach Mitternacht beobachtet. Heute am 01.06.2020 waren es mal wieder zwei Exemplare gleichzeitig. Mein Einsatz mit einem Tütchen Blumensamen war dabei minimal. Und dann damit gleich so attraktivem Besuch zu dienen. Es wirkt stimmungsaufhellend auf mich, dass sie sich bei mir wohlfühlen.

Gebänderter Pinselkäfer auf Margerite am 22.05.2020 Foto: UweNorra

Selm: Flußregenpfeifer am 02.05.2020 (Uwe Norra, Thorsten Prall)

Ein Flußregenpfeifer im neu errichteten naturnahen Auenpark am Selmer Bach war mein Highlight beim birdrace 2020. Wegen der Corona-Pandemie galten diesmal Sonderregeln. Es konnten nur Einzelpersonen unterwegs sein, die sich jedoch zu virtuellen Teams zusammenschließen durften. So kamen Thorsten Prall und ich als Team „Lippegeier“ trotz Starkwind und heftigen Hagelschauern auf 77 beobachtete Vogelarten, was dem langjährigen Mittel entspricht.

Selm: Nilgans und Rostgans am 20.05.2020 (Uwe Norra)

Zum Spätnachmittag waren im neu errichteten naturnahen Auenpark des Selmer Bachs je ein Pärchen Rostgänse und Nilgänse zu beobachten. Interessanterweise zeigte die männliche Rostgans aggressives Revierverhalten und vertrieb die Nilgänse an den Rand der Feuchtfläche.

Rostganspärchen kurz vor Sonnenuntergang am 20.05.2020 Foto: Uwe Norra