Wenn Waldohreulen nachts unterwegs sind, um Mäuse zu fangen, fliegen sie meist relativ niedrig. Da kommt es gar nicht so selten vor, dass sie beim Queren einer stark frequentierten Straße von einem PKW erfasst und getötet werden. So erging es wohl auch einer Waldohreule, die am Rande der B1 östlich von Hemmerde auf dem Seitenstreifen lag. Sollte der Vogel verpaart gewesen sein, so dürfte es auch um die Brut schlecht bestellt sein.
In den Hemmerder Wiesen sang heute der für mich erste Gelbspötter in diesem Jahr. Außerdem hielt sich dort erneut ein Rohrweihenmännchen auf.
Waldohreule an der B1; der Vogel wies zahlreiche Knochenbrüche auf. – 09.05.26 (Foto: H. Knüwer)Rohrweihe über den Hemmerder Wiesen am 09.05.26 (Foto: H. Knüwer)
Manchmal passieren unglaubliche Dinge. Beim Fegen des Hinterhofes vom Wohngebäude in Lünern waren urplötzlich Rufe zweier sich nähernder Rebhühner zu hören. Sollten Nachbarn etwa eine Vogelstimmenplatte aufgelegt haben? Eher unwahrscheinlich. Ornithologen mit Klangattrappe waren auch nicht zu entdecken. Eine Nachsuche ergab dann eine neben dem Feuerwehrgerätehaus unter Forsythiensträuchern Schutz suchende Rebhuhnhenne. Auf ihr Rufen hin antwortete der Hahn vom Nachbargrundstück zwischen den Häuserzeilen. Wegen einer kleinen Mauer konnte die Henne nicht zum Hahn gelangen. Animiert durch die Rufe der Henne flog dann der Hahn, ebenfalls rufend, auf die Rasenfläche des Schulgeländes auf der gegenüberliegenden Straßenseite, somit praktisch vor der eigenen Haustür. Die Henne folgte ihm und überwand dabei geschickt den das Gelände umgebenden Metallzaun. Vermutlich war das Paar weiter entfernt aufgescheucht worden und landete in diesem für die Art ungeeigneten Lebensraum in der Dorfmitte von Lünern.
Nach einem Hinweis von B. Glüer ließen sich drei Braunkehlchen am 20.04. nördlich Bentrop lange Zeit bei der Nahrungssuche beobachten. Von erhöhter Warte (Erdhügel, Zaunpfahl) wurden Insekten am Boden im Grünland oder von einem Wirtschaftsweg aufgelesen. Einige Fluginsekten wurden auch im Rüttelflug in der Luft gefangen. Mehrfach waren die Vögel zusammen mit zwei Hausrotschwänzen (w) zu sehen. Hingegen machen sich Steinschmätzer in diesem Jahr relativ rar. Selbst auf einer der beiden Feldvogelschutzflächen in der Strickherdicker Feldflur, ein traditioneller Rastplatz der Art, gelang in diesem Frühjahr bislang nur eine einzige Beobachtung von einem Exemplar. In derselben Feldflur ließen sich heute drei Schwarzkehlchen blicken (2m, 1w).
Über einer frisch gemähten Feldgrasfläche am Prozessionsweg kreisten drei Rotmilane, von denen einer Flügelmarken trug, die aber nicht abgelesen werden konnten (22.04.). Über derselben Fläche heute ein Schwazmilan.
Am Rande der Kiebitzwiese ein rufender Kuckuck (20.04.). Die Überreste des vor Wochen dort umgekommenen Höckerschwanes leisten gute Dienste. Etliche Stare sammelten die herumliegenden Federn ein und „entsorgten“ sie (20.04.). Heute tummelten sich auf den dortigen Grünlandflächen drei Grauganspaare mit ihrem Nachwuchs. Außerdem landeten vor dem alten Aussichtshügel acht Bruchwasserläufer in Begleitung von zwei Kampfläufern.
In der Kernzone der Hemmerder Wiesen, die sich gegenwärtig als Hotspot für Wat- und Wasservögel präsentieren (s. hierzu die Meldung von B. Nikulla), rastete gestern u.a. ein vorjähriger Schwarzstorch, der allerdings von einem Weißstorch vertrieben wurde (Mitbeobachter: B. Glüer, G. Herber-Busch, K. Matull). Aus einer Brache im selben NSG sang am 21.04. der für mich in diesem Jahr erste Feldschwirl.
Braunkehlchen am 20.04.26 nördlich Bentrop (Foto: H. Knüwer)
In Eisvogelmanier wurde diese fette Raupe immer wieder auf den Zaunpfahl geschleudert, wohl um sie in passable Häppchen zu zerteilen; vergeblich – die Raupe fiel auf den Boden und wurde nicht wieder aufgenommen. Es handelt sich vermutlich um die Raupe einer Hausmutter [Noctua pronuba]. (Foto: H. Knüwer)Schwarzkehlchen vor blühendem Rapsfeld in der Strickherdicker Feldflur am 23.04.26 (Foto: H. Knüwer)Kuckuck am Rande der Kiebitzwiese am 20.04.26 (Foto: H. Knüwer)Star sammelt Feder eines Höckerschwanes ein und nutzt sie als Polstermaterial für das eigene Nest. – Kiebitzwiese 20.04.26 (Foto: H. Knüwer)Bruchwasserläufer und Kampfläufer (Pfeile) in der Kiebitzwiese am 23.04.2026 (Foto: H. Knüwer)vorjähriger Schwarzstorch in den Hemmerder Wiesen am 22.04.2026 (Foto: H. Knüwer)
Am frühen Morgen (11.04.) hielt sich in den Hemmerder Wiesen ein Schwarzstorch an der Amecke auf. Von da startete er und landete westlich des Kirchbaches. Im Gebiet u.a. auch ein Grünschenkel sowie fünf Kampfläufer. Am 08.04. vollführte ein Rohrweihenpaar sehr hoch über den Hemmerder Wiesen die Flugbalz. Siehe dazu auch die Meldung von Hartmut Brecher vom selben Tag. Viele Rohrweihen befinden sich noch auf dem Zug; so ein Männchen in der Strickherdicker Feldflur (09.04.). Ebenda auch ein Schwarzkehlchen (m) sowie einige Wiesenpieper auf blankem Acker.
In dieser Feldflur gibt es vergleichsweise viele Fasanen, die sich oft in den Feldvogelschutzflächen aufhalten, wenn ringsum keine höherwüchsigen Strukturen vorhanden sind. Seit einigen Jahren gibt es dort unter den normal gefärbten „Jagdfasanen“ (das sind fast immer Mischformen aus den Unterarten colchicus, mongolicus, torquatus) auch ein paar auffallend dunkel gefärbte Hennen und Hähne, die deutliche Merkmale des auf Mutation zurückzuführenden Tenebrosus-Typs aufweisen.
Jetzt im Frühjahr laufen alle Hähne zur Hochform auf und stellen ihr aufgeblähtes rotes Gesicht, die „Rosen“, zur Schau. Auf dem Foto unten sieht man, dass auch Fasanen von Zecken heimgesucht werden. Damit ist auch die Wahrscheinlichkeit groß, dass Borrellien, wie bei zwei- und vierbeinigen Säugetieren, in die Blutbahn der Vögel gelangen. Normalerweise erkranken Vögel aber oft nicht oder zeigen nur schwache Symptome.
In den letzten Monaten war in den Hemmerder Wiesen immer mal wieder ein weibliches Reh mit einer weißen Gesichtshälfte zu sehen. Die Ursache dieser Weißfleckigkeit ist nicht bekannt. Bekannt ist allerdings, dass es gelegentlich, wenn auch selten, zu Genmutationen kommt, die gänzlich schwarze und noch viel seltener weiße Rehe hervorbringen. Am 09.04. gelang dann auch die Sichtung eines fast weißen Rehes in einer Feldflur bei Sönnern. Dieses Reh ist kein Albino, da ihm die roten Augen fehlen. Auf der Meldeplattform der ABU ist interessanterweise die Beobachtung eines halb weißen, halb braunen Rehes bei Lippstadt unter dem 10.04. (mit Fotos) zu finden [https://abu-naturschutz.beobachtungsplattform.de/sichtungen]. In allen drei Fällen dürfte es sich um vollkommen oder teilweise leuzistische Rehe handeln. Bei Vögeln, etwa Rabenkrähen, Amseln oder Staren, sieht man häufiger teilweise oder ganz weiße leuzistische Exemplare.
Schwarzstorch in den Hemmerder Wiesen am 11.04.26 (Foto: H. Knüwer)Rohrweihe (Männchen) auf dem Zug in der Strickherdicker Feldflur am 09.04.26 (Foto: H. Knüwer)Gegenwärtig sind auch kopfstarke Wiesenpiepertrupps unterwegs. Leider gehört die Art wahrscheinlich nicht mehr zu den Brutvogelarten im Kreis Unna. (Foto: H. Knüwer)Einige dunkel gefärbte Fasanen, wie diese Henne, kommen in der Strickherdicker Feldflur vor. (Foto: H. Knüwer)Hier sieht man den Färbungsunterschied deutlich. (Foto: H. Knüwer)Fasanenhahn mit weit aufgeblähten Schwellkörpern. In den Hautlappen haben sich zwei Zecken (Pfeile) festgesetzt. (Foto: H. Knüwer)eine seltene Begegnung – leuzystisches Reh in Werl-Sönnern (Foto: H. Knüwer)
Zwischen dem Steiner Holz und der ehemaligen Zechenbahntrasse, bereits auf Hammer Gebiet, noch 10 rastende Kraniche. Westlich vom Steiner Holz erneut das bereits gemeldete Schwarzkehlchenpaar. In den Hemmerder Wiesen dann ein kranker und völlig apathischer Graureiher, der wohl nicht mehr lange leben wird.
Sechs von zehn Kranichen, die südlich der Bahntrasse Königsborn-Welver, knapp außerhalb des Kreisgebietes, vom 11. auf den 12.03. übernachtet haben und nach dem Frühstück …… durchstarten, um die Brutgebiete im NO anzusteuern. (Foto: H. Knüwer)Schwarzkehlchenpaar westlich vom Steiner Holz am 12.03.26 (Foto: H. Knüwer)
offensichtlich schwer erkrankter Graureiher in den Hemmerder Wiesen am 12.03.26 (Foto: H. Knüwer)
In den Hemmerder Wiesen heute u.a. ein erster Kampfläufer (m) und noch immer 120 Blässgänse. Ferner zwei Schwarzkehlchen (1:1) zwischen Steinen und Moskau.
Kampfläufer in den Hemmerder Wiesen am 05.03.26 (Foto: H. Knüwer)Es wird sicherlich nicht mehr lange dauern, bis auch diese Blässgänse die Hemmerder Wiesen verlassen. – 05.03.26 (Foto: H. Knüwer)
Ein einzelner Kranich, der sich schon seit mehr als einer Woche in den Hemmerder Wiesen aufhält, war auch heute noch anwesend (03.03.). Er scheint weder krank noch verletzt zu sein. Siehe auch die Meldung von D. Kleiböhmer vom 02.03..
Ebenda ein Hermelin, noch komplett im weißen Winterfell, am 02.03..
Obwohl das Beobachtungsgewässer unterhalb des Hügels bis in den Spätherbst ausgetrocknet war, sich demnach im mittlerweile randvollen Gewässer kaum eine entsprechende Unterwasserfauna entwickeln konnte, hält ein seit ein paar Tagen anwesender Zwergtaucher nach wie vor die Stellung (03.03.). Was er dort an tierischer Nahrung vorfindet, bleibt rätselhaft. Im vergangenen Sommer trocknete das Gewässer bereits in der Brutphase des Zwergtaucherpaares vollständig aus. Die Brut verlief seinerzeit entsprechend erfolglos.
Im NSG heute Morgen 32 rastende und zum Großteil balzende Kiebitze (03.03.). Rund 20 Vögel scheinen das Gebiet als Brutrevier auserkoren zu haben. Die Hemmerder Wiesen beherbergen damit eines der letzten größeren Brutvorkommen der Art im Kreis Unna.
In den vergangenen Jahren zogen die Kiebitzpaare dort allerdings, trotz Gelegemarkierungen auf einer Ackerfläche, so gut wie nie Jungvögel auf. Zum Schutz dieses bedeutenden Brutvorkommens installierten deshalb ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der OAG am 27.02. einen 700 m langen Elektrozaun um die große Blänke herum im nördlichen Teil des NSG.
Der Zaun soll insbesondere vierbeinige, vorwiegend nachtaktive Bodenprädatoren (vor allem Fuchs, Waschbär, Marder) davon abhalten, die Kernzone nach Gelegen und Jungtieren abzusuchen. Davon könnten auch weitere Bodenbrüter wie Blessrallen, Enten, Gänse u.a.m. profitieren. Es bleibt abzuwarten, ob durch die Maßnahme in diesem Jahr ein besseres Ergebnis erzielt werden kann.
rastender Kranich in den Hemmerder Wiesen am 28.02.26 – Der Vogel ist noch immer anwesend, (Foto: H. Knüwer)Die Balz der Kiebitze ist in vollem Gange. – Hemmerder Wiesen, 03.02.26 (Foto: H. Knüwer)Der Zaun steht, jetzt muss nur noch das Stromgerät angeschlossen werden. – 27.02.26 (Foto: H. Knüwer)
Vier im engen Abstand gespannte Litzen stehen unter Strom. Das soll vor allem nächtliche „Besucher“ von der Fläche fernhalten. Tagsüber können sich die Brutpaare relativ gut und in Gemeinschaft gegen gefiederte Fressfeinde wie Graureiher, Weißstörche, Rabenkrähen u.a.m. zur Wehr setzen. (Foto: H. Knüwer)
Nicht lange nach dem Aufbau des Zaunes (gelb markiert: Zaunpfähle, weiß markiert: vier Litzen), kehrten die ortsansässigen Kiebitze in die eingezäunte Kernzone zurück (rot markiert: eines von mehreren Kiebitzpaaren). (Foto: H. Knüwer)
Es kommt nicht so oft vor, dass sich gleich eine Gruppe aus 14 Kormoranen auf dem Beobachtungsgewässer in den Hemmerder Wiesen niederlässt. Da es dort aber keine Fische gibt, dauerte der Aufenthalt dieser Gruppe nicht sehr lange.
Neben den üblichen Verdächtigen hielten sich am Morgen Heerscharen Bläss- und Saatgänse im Bereich der großen Flutmulde auf. Insgesamt dürften es mindestens 500 Gänse beider Arten gewesen sein. Es herrschte ein stetiges Kommen und Gehen. Das Verhältnis zwischen Bläss- und Saatgänsen lag bei etwa 5 : 3. Neben ungezählten Stock-, Krick- und Schnatterenten waren auch ca. 15 Pfeifenten und zwei Spießenten (m) anwesend. Außerdem 24 Kiebitze (zeitweilig rastend), ein Kranich (hinter dem Kirchbach aufsteigend), drei Silberreiher, eine Teichralle an der Amecke sowie acht Pieper (vmtl. Wiesenpieper).
Kormorane in den Hemmerder Wiesen: Ein Teil der Vögel trägt bereits das Brutkleid. (Foto: H. Knüwer)Aufbruch der Kormorane zu neuen Gefilden (Foto: H. Knüwer)Auf dem Foto ist ein buntes Gemenge aus Stockenten, Krickenten, Pfeifenten, Graugänsen, Blässgänsen, Rostgänsen und Kiebitzen zu sehen. (Foto: H. Knüwer)Ausschnitt aus einem großen Trupp einfallender Saatgänse (Foto: H. Knüwer)Die Zahl der im Gebiet anwesenden Saatgänse hat sich in den letzten Tagen und Wochen deutlich erhöht. (Foto: H. Knüwer)Bevor sie sich niederlassen, drehen auch diese Saatgänse noch ein paar Runden. (Foto: H. Knüwer)gemischte Ansammlung mit Bläss- und Saatgänsen (Foto: H. Knüwer)Kiebitztrupp dreht ein paar Runden über den Hemmerder Wiesen, um dort erneut zu landen. – 04.02.26 (Foto: H. Knüwer)
In den verschneiten Hemmerder Wiesen halten sich weiterhin zwei Brachvögel im Bereich der größtenteils nicht zugefrorenen Flutmulde auf. Im Gebiet heute auch eine jagende männliche Kornweihe sowie zwei Sperber.
In den letzten Tagen und Wochen waren immer mal wieder einzelne ziehende Feldlerchen zu hören. Trotz winterlicher Bedingungen mit einer Schneelage von heute etwa 5 cm und Temperaturen um den Gefrierpunkt rasteten bereits 50-60 Feldlerchen im Hemmerder Ostfeld.
Im NSG Kiebitzwiese ließen sich fünf Bekassinen beobachten. Die Gesamtzahl der im Gebiet anwesenden Bekassinen dürfte sicherlich wesentlich höher anzusetzen sein.
zwei Brachvögel in den Hemmerder Wiesen – 29.01.26 (Foto: H. Knüwer)Kurz hintereinander tauchten zwei verschiedene Sperber in den Hemmerder Wiesen auf; links ein vorjähriges Männchen, rechts ein mehrjähriges Weibchen. – 29.01.26 (Foto: H. Knüwer)Auffällig ist bei dem jungen Sperbermännchen eine weiße Oberschwanzdecke. (Foto: H. Knüwer)Im Umfeld der Hemmerder Wiesen und andernorts sind immer wieder Graureiher auf landwirtschaftlich genutzten Flächen zu sehen. Die winterlichen Bedingungen werden sicherlich nicht alle Reiher überstehen, zumal es auch nicht sehr viele Mäuse zu geben scheint. Auch die Zahl der Turmfalken, die sich nahezu ausschließlich von Mäusen ernähren, ist auffallend niedrig. (Foto: H. Knüwer)Auf Grünland und auf Ackerflächen mit Wintersaat kommen Gänse immer noch an die Grashalme als Nahrungsquelle. Gänse leiden deshalb unter den gegenwärtigen winterlichen Bedingungen weit weniger als manch andere Art. Das Foto zeigt Graugänse im Umfeld der Hemmerder Wiesen. (Foto: H. Knüwer)Ausschnitt aus einem größeren Trupp rastender Feldlerchen; Hemmerder Ostfeld – 29.01.2026 (Foto: H. Knüwer)eine von fünf Bekassinen im NSG Kiebitzwiese – 29.01.26 (Foto: H. Knüwer)
Am Vormittag suchte ein beringter Weißstorch auf einer Grünlandfläche am Ortsrand von Lünern nach Regenwürmern. Er trug einen Ring der Vogelwarte Radolfzell. Die Beringungsdaten sind angefragt. Möglicherweise handelt es sich um denselben Storch, den W. Keitel am 11.01. (s. Meldung dort) zwischen Westhemmerde und Hemmerde gesehen hat.
Ob es sich bei diesem Weißstorch um einen ersten Heimkehrer oder um einen Überwinterer handelt, lässt sich nicht beantworten. – 16.01.26 (Foto: H. Knüwer)
Nachtrag:
Dieser in Lünern abgelesene Weißstorch wurde als Nestling, nicht weit von der französischen Grenze entfernt, in Rheinland-Pfalz 2006 beringt. Er ist damit bereits 20 Jahre alt! Die Distanz zwischen dem Geburts- und Ableseort bei Lünern beträgt Luftlinie 256 Kilometer.
In den Hemmerder Wiesen hielt sich am 20.12. längere Zeit eine weibchenfarbige Kornweihe auf, die sich zwischendurch auf den Spitzen einer Hecke niederließ.
Nach dem Temperatursturz vor ein paar Tagen haben die zuvor in großer Zahl in den Hemmerder Wiesen rastenden Gänse und Enten das Gebiet weitestgehend geräumt. Nur sechs Stockenten hielten sich heute auf der nicht zugefrorenen Amecke auf. Die Eisfläche in der Kernzone hat dennoch ein Kranichpaar mit Jungvogel nicht davon abgehalten, hier die Nacht zu verbringen (Mitbeobachter: G. Herber-Busch). Außerdem ca. 45 Lachmöwen mit einzelnen Sturmmöwen gen Osten überhinfliegend sowie ein Schwarzspecht.
Kornweihe in den Hemmerder Wiesen am 20.12.25 (Foto: H. Knüwer)Kornweihe in den Hemmerder Wiesen lässt sich auf einer Hecke nieder. – 20.12.25 (Foto: H. Knüwer)wohl in diesem Herbst/Winter erstmalig in den Hemmerder Wiesen rastende Kraniche am 27.12.25 (Foto: H. Knüwer)Ausschnitt aus einem größeren Möwenschwarm (überwiegend Lachmöwen) über den Hemmerder Wiesen am 27.12.25 (Foto: H. Knüwer)Belegaufnahme: Schwarzspecht in den Hemmerder Wiesen am 27.12.25 (Foto: H. Knüwer)
In den Hemmerder Wiesen nimmt die Zahl der Wasservögel und die Zahl der anzutreffenden Wasservogelarten stetig zu. So reihte sich heute der Singschwane (mit gleich 3 Individuen – 2 Altvögel, 1 Jungvogel) in die Liste der für das Gebiet erstmalig nachgewiesenen Arten ein. Die Anwesenheit dieses Familienverbandes missfiel einem sich bereits mehrere Tage im Gebiet aufhaltenden Höckerschwanenpaar. Mit gesträubtem Gefieder gingen beide Altvögel auf die Singschwäne los. Diese nahmen es gelassen und flogen lediglich ein Stückchen weiter. Damit schienen dann auch die Kräfteverhältnisse geklärt zu sein.
Mittlerweile rasten zunehmend Blässgänse im Gebiet. Heute waren es mindestens 60. Auch die Zahl der Krickenten ist auf mindestens 30 angestiegen. Eine männliche Spießente war auch heute anwesend. Weit über 200 Stockenten tummeln sich gegenwärtig in der Kernzone.
Eine so große Ansammlung scheint auch Anziehungskraft auf u.a. ein junges Habichtweibchen auszuüben. Dieses versuchte am 12.12. dreimal hintereinander, eine Stockente zu erbeuten, erfolglos. Und auch heute schoss vermutlich dasselbe Weibchen flach über die Entenschar hinweg. Aber anstatt das Gebiet zu verlassen, versammelten sich alle Enten flugs auf engstem Raum in der Mitte der Flachwasserzone. Durch diese Strategie hatte der Habicht auch heute erneut das Nachsehen.
Singschwanfamilie in den Hemmerder Wiesen am 18.12.2025 (Foto: H. Knüwer)Das Höckerschwanenpaar mag die Singschwäne nicht …… und geht zur Attacke über.Der Singschwan sucht sein Heil in der Flucht…… und landet – wie auf Wasserskiern – am Rande des Flachgewässers. (Fotos: H. Knüwer)Teil einer größeren Blässgansansammlung; immer wieder verlassen die Gänse die Wasserfläche, um in der Umgebung Nahrung aufzunehmen. (Foto: H. Knüwer)Gegenwärtig dürften sich so viele Stockenten in den Hemmerder Wiesen aufhalten wie in keinem Winter zuvor. Unter den Enten auch eine männliche Spießente (Pfeil). (Foto: H. Knüwer)Fast immer machen Rabenkrähen (oben rechts im Bild) durch lautes, markantes Rufen auf die Anwesenheit eines Habichts aufmerksam. Nur dadurch ließ sich der junge Habicht (links im Bild) frühzeitig entdecken – 12.12.2025. (Foto: H. Knüwer)Dreimal versuchte der Habicht, eine Stockente zu erbeuten. Alle Fangversuche schlugen fehl. Die Ente entzog sich dem Zugriff jeweils durch geschicktes Abtauchen. Der Habicht hatte das Nachsehen. Im Bild drei Szenen der Aktion am 12.12.2025. (Foto: H. Knüwer)
Im Bereich der Kläranlage Hemmerde am 27.11. fünf Kolkraben. Kurz zuvor waren die Rufe einiger ziehender Kraniche südlich der Hemmerder Wiesen zu hören. Gehölze verwehrten allerdings den Blick, so dass ihre Anzahl nicht zu ermitteln war. Gegen Mittag dort eine jagende, dabei aber geradlinig durch die Hemmerder Wiesen nach Süden fliegende Kornweihe (adultes Männchen). Eine weitere Kornweihe (m), vielleicht sogar derselbe Vogel, durchquerte am 07.12. das Gebiet.
Nach langer Trockenheit und weitgehender Abwesenheit von Wat- und Wasservögeln hat sich in den letzten anderthalb Wochen in den Hemmerder Wiesen wieder eine „Seenlandschaft“ mit maximalem Wasserstand entwickelt. Als die ersten Wiesenflächen geflutet waren, rasteten bereits zeitweilig mindestens 10 Bekassinen im Gebiet. Aktuell, bei Einstau auch der Kernzone, steigen die Bestände der Wasservögel sprunghaft an. Heute waren beispielsweise zu sehen: Graureiher 28, Silberreiher 8, Kanadagans ≥ 25, Nilgans ≥ 10, (Rostgans gestern 4), Graugans ≥ 115, Blässgans 18, Stockente ≥ 230, Krickente 7, (Pfeifente gestern 2); außerdem mind. 4 Bachstelzen und mind. 8 Pieper (vmtl. Wiesenpieper). Die Beobachtungen zeigen, wie wichtig Wasser in der Landschaft und insbesondere in feuchten Grünlandgebieten ist.
Aufgereiht in Reih und Glied, Graureiher in den Hemmerder Wiesen – 10.12.2025 (Foto: H. Knüwer)Silberreiher in den Hemmerder Wiesen – 10.12.2025 (Foto: H. Knüwer)Kornweihe in den Hemmerder Wiesen – 27.11.2025 (Foto: H. Knüwer)
Ein längerer Aufenthalt in der Strickherdicker Feldflur führte heute Vormittag u.a. zu folgenden Beobachtungen: eine jagende, diesjährige Kornweihe, zwei Sperber (1 m mj, 1 w), noch ein ziehender Rotmilan, ein sehr großer, nach W ziehender Trupp Kiebitze mit ca. 200 Individuen. Einer der beiden Sperber machte einen großen Feldlerchentrupp hoch mit etwa 150 Vögeln. Mit weiteren Feldlerchentrupps dürften es insgesamt 250-300 gewesen sein. Auch heute waren wieder auffällig viele Blaumeisen gruppenweise unterwegs, geschätzt in drei Stunden etwa 150, die Zugverhalten zeigten. Hingegen scheinen die ca. 50-70 Goldammern weitestgehend stationär zu sein. Im Gebiet weiterhin einige Schwarzkehlchen (mind. drei) und einzelne Bergfinken, von denen einer bei den frühlingshaften Temperaturen sogar kurze Gesangsstrophen von sich gab. Neben sieben Wacholderdrosseln war auch eine Misteldrossel zu sehen.
Nach Mittag dann über Lünern 24 überhinfliegende Kormorane.
Ausschnitt aus einer niedrig über Lünern hinwegfliegenden Kormorankette (Foto: H. Knüwer)diesjährige Kornweihe in der Strickherdicker Feldflur (Foto: H. Knüwer)Als dieses Sperbermännchen niedrig an einer Gehölzreihe entlangflog, gingen unzählige Kleinvögel hoch, die dort zuvor gar nicht wahrzunehmen waren. (Foto: H. Knüwer)Immer wieder schön anzuschauen – Schwarzkehlchen. (Foto: H. Knüwer)Nach eigener Einschätzung scheinen Heckenbraunellen in diesem Herbst gar nicht so häufig zu sein. – Strickherdicker Feldflur, 06.11.25 (Foto: H. Knüwer)
Gestern waren auffällig viele, kopfstarke Blaumeisentrupps in der Strickherdicker Feldflur unterwegs. Sie bewegten sich allesamt entlang einer Gehölzreihe, um an deren Ende auf SW-Kurs die nächsten Gehölze anzusteuern. Es mögen während des einstündigen Aufenthaltes etwa 100 – 200 Blaumeisen gewesen sein. Von ähnlichen Beobachtungen gestern berichtete auch B. Glüer aus den Hemmerder Wiesen. Und Gregor Zosel teilte mit, dass er bereits um den 12.10. auffallend viele Blaumeisen sowohl an den Rändern Hammer Wälder als auch in der Lippeaue feststellen konnte. Vielleicht gibt es ja auch aus anderen Bereichen des Kreisgebietes vergleichbare Feststellungen? In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass unter dem 21.10. für Helgoland mehr als 1000 Blaumeisen angegeben wurden. Auch am Folgetag sollen „viele Meisen“ dort gewesen sein . Zeichnet sich da ein intensiver Einflug nordischer Blaumeisen ab?