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Unna / Fröndenberg / Sönnern (SO): Schwarzstorch, Rohrweihe, Kampfläufer, Grünschenkel, Schwarzkehlchen, Wiesenpieper, Fasan, Rehe mit Farbanomalien – 08./09. und 11.04.2026 (H. Knüwer)

Am frühen Morgen (11.04.) hielt sich in den Hemmerder Wiesen ein Schwarzstorch an der Amecke auf. Von da startete er und landete westlich des Kirchbaches. Im Gebiet u.a. auch ein Grünschenkel sowie fünf Kampfläufer. Am 08.04. vollführte ein Rohrweihenpaar sehr hoch über den Hemmerder Wiesen die Flugbalz. Siehe dazu auch die Meldung von Hartmut Brecher vom selben Tag. Viele Rohrweihen befinden sich noch auf dem Zug; so ein Männchen in der Strickherdicker Feldflur (09.04.). Ebenda auch ein Schwarzkehlchen (m) sowie einige Wiesenpieper auf blankem Acker.

In dieser Feldflur gibt es vergleichsweise viele Fasanen, die sich oft in den Feldvogelschutzflächen aufhalten, wenn ringsum keine höherwüchsigen Strukturen vorhanden sind. Seit einigen Jahren gibt es dort unter den normal gefärbten „Jagdfasanen“ (das sind fast immer Mischformen aus den Unterarten colchicus, mongolicus, torquatus) auch ein paar auffallend dunkel gefärbte Hennen und Hähne, die deutliche Merkmale des auf Mutation zurückzuführenden Tenebrosus-Typs aufweisen.

Jetzt im Frühjahr laufen alle Hähne zur Hochform auf und stellen ihr aufgeblähtes rotes Gesicht, die „Rosen“, zur Schau. Auf dem Foto unten sieht man, dass auch Fasanen von Zecken heimgesucht werden. Damit ist auch die Wahrscheinlichkeit groß, dass Borrellien, wie bei zwei- und vierbeinigen Säugetieren, in die Blutbahn der Vögel gelangen. Normalerweise erkranken Vögel aber oft nicht oder zeigen nur schwache Symptome.

In den letzten Monaten war in den Hemmerder Wiesen immer mal wieder ein weibliches Reh mit einer weißen Gesichtshälfte zu sehen. Die Ursache dieser Weißfleckigkeit ist nicht bekannt. Bekannt ist allerdings, dass es gelegentlich, wenn auch selten, zu Genmutationen kommt, die gänzlich schwarze und noch viel seltener weiße Rehe hervorbringen. Am 09.04. gelang dann auch die Sichtung eines fast weißen Rehes in einer Feldflur bei Sönnern. Dieses Reh ist kein Albino, da ihm die roten Augen fehlen. Auf der Meldeplattform der ABU ist interessanterweise die Beobachtung eines halb weißen, halb braunen Rehes bei Lippstadt unter dem 10.04. (mit Fotos) zu finden [https://abu-naturschutz.beobachtungsplattform.de/sichtungen]. In allen drei Fällen dürfte es sich um vollkommen oder teilweise leuzistische Rehe handeln. Bei Vögeln, etwa Rabenkrähen, Amseln oder Staren, sieht man häufiger teilweise oder ganz weiße leuzistische Exemplare.

Schwarzstorch in den Hemmerder Wiesen am 11.04.26
Schwarzstorch in den Hemmerder Wiesen am 11.04.26 (Foto: H. Knüwer)
Rohrweihe (Männchen) auf dem Zug in der Strickherdicker Feldflur am 09.04.26
Rohrweihe (Männchen) auf dem Zug in der Strickherdicker Feldflur am 09.04.26 (Foto: H. Knüwer)
Gegenwärtig sind auch kopfstarke Wiesenpiepertrupps unterwegs. Leider gehört die Art wahrscheinlich nicht mehr zu den Brutvogelarten im Kreis Unna.
Gegenwärtig sind auch kopfstarke Wiesenpiepertrupps unterwegs. Leider gehört die Art wahrscheinlich nicht mehr zu den Brutvogelarten im Kreis Unna. (Foto: H. Knüwer)
Einige dunkel gefärbte Fasanen, wie diese Henne, kommen in der Strickherdicker Feldflur vor.
Einige dunkel gefärbte Fasanen, wie diese Henne, kommen in der Strickherdicker Feldflur vor. (Foto: H. Knüwer)
Hier sieht man den Färbungsunterschied deutlich.
Hier sieht man den Färbungsunterschied deutlich. (Foto: H. Knüwer)
Fasanenhahn mit weit aufgeblähten Schwellkörpern. In den Hautlappen haben sich zwei Zecken (Pfeile) festgesetzt.
Fasanenhahn mit weit aufgeblähten Schwellkörpern. In den Hautlappen haben sich zwei Zecken (Pfeile) festgesetzt. (Foto: H. Knüwer)
eine seltene Begegnung – leuzystisches Reh in Werl-Sönnern
eine seltene Begegnung – leuzystisches Reh in Werl-Sönnern (Foto: H. Knüwer)