Autor: Matull

Fröndenberg/Schwerte: Schwarzstorch, Seidensänger, Baumfalke, Rotschenkel, Flussuferläufer, balzende Flussregenpfeifer, Rohrammern, Silberreiher, Teichrohrsänger, Weißstörche u.a. 14.-17.05.2026 (K.&A.Matull)

Am Donnerstag (14.05.) in den Schwerter Röllingwiesen bei sehr hohem Wasserstand und Wetterbedingungen mit allen Facetten u.a.: 1 Teichrohrsänger, 1 Schwarzkehlchen (1,0), 1 Neuntöter (1,0), 1 rastender Flussuferläufer, 1 Silberreiher, 2 brütende Haubentaucher, > 3 Rohrammern, > 4 Zwergtaucher und 36 Reiherenten (21,15). Zudem > 200 stationäre Rauchschwalben (artrein) sowie später > 50 Mauersegler, die von einer heranziehenden Schlechtwetterfront vor sich hergeschoben wurden. Auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg u.a. 2 balzende Flussregenpfeifer, 2 Flussuferläufer und ein Rotschenkel.

Am Freitag (15.05.) bei einem Rundgang entlang „NSG Mühlenstrang“ in Schwerte u.a.: 8 Dorngrasmücken, 7 Gartengrasmücken, 5 Sumpfrohrsänger, 4 Rohrammern (inkl. ein Paar), > 2 Neuntöter (2,0), 1 Teichrohrsänger, 1 Kuckuck sowie 1 Rotmilan. Bei den Weißstörchen bestätigten sich (wie von Familie Schulte bereits hier am 09.05. gemeldet) 2 Pulli im Nest – der erste Nachwuchs in dieser seit April 2024 bestehenden Nisthilfe.

Der an dieser Stelle bereits gemeldete Seidensänger konnte bei einer Nachkontrolle fast drei Wochen später erneut am südlichen Ruhrufer des Gebiets registriert werden. Der wiederholte Gesang spricht mittlerweile für ein fest etabliertes Revier. Da Seidensänger oft polygam leben, stiegen dadurch theoretisch die Chancen, mehr als ein Individuum zu erfassen. Angesichts der noch nicht vorhandenen Dichte dieser Art im Verbreitungsgrad und einer möglichen beginnenden Erstbesiedlung des Ruhrtals im südlichen Kreis Unna ist vorerst jedoch bestenfalls von einer Einzelrevier-Besiedlung oder einer monogamen Zweckverpaarung auszugehen. Ein exakter Nachweis ist wegen der dichten, unzugänglichen und allgemeinen Gegebenheiten vor Ort methodisch wahrscheinlich kaum zu erbringen.

Hörbeleg des Seidensängers am südlichen Ruhrufer des NSG Mühlenstrang in Schwerte. Die regelmäßigen, wenn auch heute selteneren Gesänge bestätigen mittlerweile ein fest etabliertes Revier (15.05.2026, Tonaufnahme: Andre Matull).

Auf gleicher Höhe ein überfliegender Schwarzstorch, der nach kurzem Kreisen in westliche Richtung abzog. Im Wassergewinnungsgebiet Geisecke hielten sich 18 nahrungssuchende Weißstörche auf überschwemmtem Grünland auf. Es ist davon auszugehen, dass sich im gesamten Gebiet des Wassergewinnungsgeländes seit Tagen mindestens 30 Individuen aufhalten. Bereits im Vorjahr war das Gebiet zeitweise ein Hotspot für vagabundierende Trupps, bei denen es sich vermutlich um Nichtbrüter handelt. Im Gelände nördlich der Schoofs-Brücke ein ruhender und später nach Osten abziehender Baumfalke sowie 7 Graureiher in einem trockenen Filterbecken. Allgemein ist zu beobachten, dass praktisch überall derzeit flügge Bachstelzen der diesjährigen Erstbrut gefüttert werden.

Dieser Flussuferläufer nutzte am 14.05.2026 mit einem umgestürzten Baumstamm in den Röllingwiesen (Schwerte) bei einem hohen Wasserstand eine der wenigen Rastmöglichkeiten für Limikolen. (Foto: Klaus Matull).
Bei einsetzendem Regen suchten Teile des großen Rauchschwalben-Schwarms Schutz und besetzten jeden verfügbaren Ansitz. (14.05.2026, Foto: Klaus Matull).
Parallel zum Einzelvogel in den Röllingwiesen nutzten am 14.05.2026 gleich zwei Flussuferläufer die Fröndenberger Kiebitzwiese zur Rast (Foto: Klaus Matull)
Ebenda zeigt der direkte Vergleich zwischen einem Flussuferläufer (hinten links) und dem Rotschenkel (vorne rechts) den eklatanten Größenunterschied dieser beiden Arten. 14.05.2026 (Foto: Andre Matull)
Erstmalig gibt es Nachwuchs bei den Weißstörchen im NSG Mühlenstrang in Schwerte. Dieses stellt sicher eine Bereicherung für den Ruhrtalradweg dar. 15.05.2026 (Foto: Andre Matull)
Auf gleicher Höhe mit dem Seidensänger-Revier am Mühlenstrang überflog dieser adulte Schwarzstorch am 15.05.2026 das Gebiet und zog nach kurzem Kreisen weiter nach Westen (Foto: Andre Matull).
Nördlich der Schoofs-Brücke weicht dieser ruhende Baumfalke kurz darauf noch den Angriffen einer Rabenkrähe aus und verlässt seine exponierte Warte. Am Himmel jedoch wendet sich das Blatt: In seinem wahren Element – der Luft – macht dem windschnittigen und pfeilschnellen Jäger niemand etwas vor. (15.05.2026, Foto: Andre Matull)

Fröndenberg: 6-facher Weißstorch-Nachwuchs, Schwarzstorch, Sumpfrohrsänger, Girlitz, Rotschenkel, Gelbspötter, Flussregenpfeifer, Bruchwasserläufer, Silberreiher u. a. vom 08.–10.05.2026 (K. & A. Matull)

Am Freitag (08.05.) konnte Andreas Hünting auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg 3 Pulli im Nest der Weißstörche auf der Nisthilfe entdecken, was sich heute bestätigen ließ. Auch im Nest auf dem Hochsitz im südlichen Teil des Gebiets befinden sich nach heutiger genauerer Betrachtung ebenfalls 3 Pulli.

​Im östlichen Teil des Gebiets zeigten sich am Samstag (09.05.) neben diversen Gänsefamilien u. a. 3 singende Dorngrasmücken, zwei Gartengrasmücken, ein Rohrammer-Paar, 2-3 Kuckucke, ein erster singender Sumpfrohrsänger, 3 Neuntöter (2,1), ein Schwarzmilan und ein Rotschenkel. Je ein Gebirgsstelzen-Paar befand sich am Schwittener Wehr sowie am Einlass der Umgehungsrinne bei der Ruhr im Osten. Am Hindenburg-Hain sang ein Girlitz, an der Kuhbrücke ein Gelbspötter. Zudem wurden hier mehrere futtertragende Wacholderdrosseln sowie ein Haubentaucher-Paar mit drei Pulli gesichtet. Auf einem Acker südlich der Schoofs Brücke suchten sieben Weißstörche gemeinsam nach Nahrung.

​Heute (10.05.) konnten wir vom alten Aussichtshügel der Kiebitzwiese zusammen mit Andreas Hünting neben dem üblichen „Inventar“ am Morgen u. a. einen adulten Schwarzstorch und einen Silberreiher im Vorbeiflug beobachten. Darüber hinaus suchten ein Flussregenpfeifer und ein Bruchwasserläufer in der Vernässungsfläche nach Nahrung. Am alten Aussichtshügel heute ebenfalls ein erster singender Sumpfrohrsänger. Der Nachwuchs bei den Gänsen war mit drei Graugans-Familien (5, 5 und 4 Pulli) sowie zwei Kanadagans-Familien mit 4 und stolzen 11 (!) Pulli vertreten.

Im östlichen Teil der Kiebitzwiese balzten gestern zwei männliche Neuntöter um die Gunst eines Weibchen. 09.05.2026 (Andre Matull)
Ebenfalls im östlichen Teil, auf Höhe der alten Eiche, zeigte sich pünktlich zum Weltzugvogeltag (World Migratory Bird Day) dieser rastende Rotschenkel sehr entspannt. 09.05.2026 (Foto: Andre Matull)
Der von Andreas Hünting entdeckte adulte Schwarzstorch flog heute Morgen entlang der Kiebitzwiese. 10.05.2026 (Foto: Andre Matull)
Flussregenpfeifer in der Vernässungsfläche der Kiebitzwiese. Mit seinen hektischen Beinbewegungen versucht dieser Beute aufzuscheuchen. 10.05.2026 (Foto: Klaus Matull)
In der Nähe verweilte ein Bruchwasserläufer am 10.05.2026 (Foto: Andre Matull)
Bei der direkten Begegnung dieser beiden zogen sie, nachdem man sich kurz kritisch gegenseitig gemustert hatte, teilweise zusammen auf Nahrungssuche. 10.05.2026 (Foto: Klaus Matull)
Nachweis des 6-fachen Nachwuchses: Während die 3 Pulli auf der Nisthilfe (unten) gut zu sehen sind, lässt auch die Situation auf dem Hochsitz (oben) keine Zweifel offen. Auch wenn der Screenshot hier nur eine Momentaufnahme zeigt, bestätigt das zugrunde liegende Video eindeutig auch dort 3 Jungstörche. Damit sieht die Zwischenbilanz deutlich besser aus als im trockenen Frühjahr des Vorjahres. 10.05.2026 (Bildmaterial: Klaus Matull)

Fröndenberg/Schwerte: Baumfalke, Neuntöter, Schwarzmilane, Bruchwasserläufer, Weißstörche u.a. 03.05.2026 (K.&A.Matull)

Vorgestern (01.05.) zeigte sich kurz ein Baumfalke in den Schwerter Röllingwiesen. Heute konnten wir auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg den ersten Neuntöter entdecken. Darüber hinaus kreisten zwei Schwarzmilane gleichzeitig über der Kiebitzwiese. In der Vernässungsfläche des Gebiets erweisen sich die derzeitigen Schlammflächen in vielerlei Hinsicht als wertvoll – beispielsweise zur Nahrungssuche (z.B.Flussregenpfeifer, Bruchwasserläufer) oder zur Aufnahme von Material für den Nestbau (Rauchschwalbe).

Bei den meisten Weißstörchen in Fröndenberg und Schwerte ist nun von Nachwuchs auszugehen. Aufgrund der Nesthöhe und der noch sehr kleinen Pulli ist die genaue Anzahl derzeit jedoch kaum einzuschätzen. Des weiteren heute an der Schoofs Brücke im Wasserwerksgelände (Fröndenberg/Holzwickede) 12 Weißstörche.

Mittlerweile ist auch auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg der erste Neuntöter zurückgekehrt. 03.05.2026 (Foto: Klaus Matull)
Schon gut zwei Wochen früher als der Neuntöter sind die Dorngrasmücken auf die Kiebitzwiese zurückgekehrt. Mittlerweile beschäftigt sich diese bereits intensiv im ‚Brennnessel-Dschungel‘ mit dem Nestbau. 03.05.2026 (Foto: Klaus Matull)
Die aktuell entstandenen Schlammflächen bieten diesem äußerst entspannten Flussregenpfeifer einerseits reichlich Nahrung… 03.05.2026 (Foto: Klaus Matull)
…und dienen andererseits den Rauchschwalben zur Aufnahme von Baumaterial. Um auf dem schlüpfrigen Untergrund die Balance zu halten und das Gefieder sauber zu halten, werden die Flügel charakteristisch hochgehalten – ein Beleg für die Wichtigkeit offener Schlammufer. 03.05.2026 (Foto: Andre Matull)

Fröndenberg/Schwerte: Seidensänger, Austernfischer, Braunkehlchen, Steinschmätzer, Schwarzstörche, Kuckuck, Teichrohrsänger, Rohrweihe, Flussuferläufer, Bekassinen, Baumpieper u.a. am 26./27.04.2026 (K.&A.Matull)

Gestern Morgen konnten auf der Kiebitzwiese zwei Schwarzstörche beobachtet werden (Beobachter: B. Nikula). Zudem rastete dort vormittags – ähnlich wie bereits einige Tage zuvor in den Schwerter Röllingwiesen – ein Austernfischer unterhalb des alten Aussichtshügels. Nach einem kurzen Bad und zwischenzeitlichem Abstreichen kehrte er zur Nahrungssuche auf die Grünflächen zurück, bis ihn das Erscheinen einer Rohrweihe schließlich zur Flucht in Richtung Westen veranlasste. Die Rohrweihe erbeutete in der Sichlerbucht Nahrung und brachte dabei 3 Bekassinen zum Auffliegen. Am alten Aussichtshügel ließ zudem kurzzeitig ein Teichrohrsänger seinen Gesang vernehmen – bei diesem Individuum dürfte es sich um einen klassischen Durchzügler handeln. Darüber hinaus führen 3 Graugans Familien insgesamt 13 Pulli (5,4,4).

Im NSG Mühlenstrang (Schwerte) herrschte reges Zuggeschehen: Neben diversen Grasmücken und rastenden Baumpiepern konnten dort 10 Braunkehlchen, etwa 3 Rohrammern, ein Steinschmätzer und ein Kuckuck beobachtet werden. Zudem brütet im Gebiet das Weißstorch-Paar. An der Ruhr ließen sich ein Flussuferläufer sowie ein rastender Teichrohrsänger feststellen, wobei Letzterer am Ufer sogar kurzzeitig seinen Gesang vortrug.

Das ornithologische Highlight bildete jedoch ein Seidensänger, der südlich der Ruhr ausdauernd sang.

Kurzes Gastspiel: Dieser Austernfischer nutzte die Flachwasserzone der Kiebitzwiese für ein ausgiebiges Bad am 26.04.2026. (Foto: Klaus Matull)
Nach dem ausgiebigen Bad strich der Austernfischer zunächst mit seinen markanten Flugrufen ab…. 26.04.2026 (Foto: Klaus Matull)
…um nur wenig später erneut im NSG zu landen und die Grünflächen nach Nahrung abzusuchen. Hier wird das Erscheinen einer Rohrweihe bereits aufmerksam registriert. 26.04.2026 (Foto: Klaus Matull)
Die herannahende Weihe veranlasste den Gast schließlich dazu, die Kiebitzwiese in westliche Richtung zu verlassen.. 26.04.2026 (Foto: Andre Matull)
Eben jene Rohrweihe zeigt sich besonders scharfsinnig im Gaukelflug…. 26.04.2026 (Foto: Klaus Matull)
…und erfolgreich jagend auf der Kiebitzwiese am 26.04.2026. (Foto: Klaus Matull)
In Schwerte ist das Brutgeschäft in vollem Gange: Eine Wacholderdrossel mit reichlich Nistmaterial am Ruhrufer. 27.04.2026 (Foto: Andre Matull)
Ein eher seltener Anblick: Dieser Steinschmätzer wählte zur Rast im NSG Mühlenstrang eine Baumkrone – der Vogelzug macht solche Ausnahmen möglich. 27.04.2026 (Foto: Andre Matull)
Erneut erweist sich das Gebiet als ideales Rasthabitat für die Durchzügler – heute konnten insgesamt 10 Braunkehlchen gezählt werden. Ob am Ufer des Ruhrfeldgrabens in der natürlichen Vegetation…27.04.2026 (Foto: Andre Matull)
…oder ganz klassisch auf einem exponierten Weidezaunpfosten: Von diesen Warten aus gehen die Braunkehlchen auf Insektenjagd, um sich für den Weiterzug zu stärken. 27.04.2026 (Foto: Andre Matull)
Auch wenn die Qualität dieser Aufnahme primär Dokumentationszwecken dient, belegt sie doch das heutige Highlight: Ein singender Seidensänger südlich der Ruhr. Ob es sich hierbei um einen kurzen Zwischenstopp handelt oder um die Etablierung eines festen Reviers – womöglich das zweite im Kreis Unna neben der Lippeaue – werden die Beobachtungen der kommenden Wochen zeigen. 27.04.2026 (Tonaufnahme: Andre Matull)
Bilderbuchhabitat an der Ruhr: Die ufernahen Strukturen des Gewässers mit dicht verwachsenen Abschnitten (roter Kreis) und Schilfrohrbeständen (Pfeil) bieten dem Seidensänger ideale Bedingungen. Vergleiche mit Luftbildern dieser Uferzonen bestätigen die artcharakteristischen Verlandungsbereiche, die das heutige Highlight erst möglich machten. 27.04.2026 (Foto: Andre Matull)

Schwerte/Unna: Rückblick mit Säbelschnäbler, Austernfischer, Schwarzstorch, Schwarzmilane, Mauersegler, Dorngrasmücke, Gartengrasmücke, Baumpiepern, Bergfinken, Mittelspechte, Schwarzspecht, Knäkenten, Pfeifente, Löffelenten, Bruchwasserläufer, Kampfläufer, Bekassinen, Grünschenkel, Waldwasserläufer, Flussregenpfeifer, Habichte, Silberreiher u.v.m vom 09.04 – 23.04.2026 (K.&A.Matull)

Bei einem Spaziergang durch den Bürenbruch und das Elsebachtal in Schwerte ließen sich am 09.04. die ersten Baumpieper in 3 Revieren vernehmen. Des Weiteren waren u.a. neben zwei Fitisse, zwei Hohltauben sowie zwei Misteldrosseln stimmlich präsent. Insgesamt wurden 3 quäkende Mittelspechte, ein Schwarzspecht mit Flugrufen sowie eine ungezählte Menge an Bunt- und Grünspechten erfasst. In den noch intakten Fichtenbeständen ließen sich zudem ungezählte Sommergoldhähnchen, Tannenmeisen sowie Wintergoldhähnchen ausmachen. Wie auch in vergleichbaren Habitaten im regionalen Kontext blieb eine mögliche Haubenmeise jedoch unauffindbar. Ein eher spärliches Bild vermittelten zudem Goldammer und Gimpel mit jeweils nur einem festgestellten Paar. Unter den zahlreichen Buchfinken ließen sich zudem mindestens zwei Bergfinken anhand ihrer Rufe akustisch herausfiltern. Abgerundet wurden die Beobachtungen im nördlichen Elsebachtal durch einen keckernden Habicht, einen Rotmilan sowie einen jagenden Sperber (1,0), der am Elsebach von vielen Kleinvögeln lautstark gehasst wurde.

Einer von 3 Baumpiepern, die am 09.04.2026 im Schwerter Bürenbruch mit ihrem markanten Gesang für erste Revierbesetzungen sorgten.(Foto: Andre Matull)
Einer der Mittelspechte zwischen Bürenbruch und Elsebachtal am 09.04.2026. (Foto: andre Matull)
Akustisch unter Buchfinken bereits herausgefiltert, bot dieser Bergfink im Elsebachtal auch visuell einen tollen Anblick. Ein Beleg für den zu diesen Zeitpunkt anhaltenden Heimzug. 09.04.2026 (Foto: Andre Matull)

In den Schwerter Röllingwiesen sank der Wasserspiegel zuletzt kontinuierlich. Grund hierfür sind notwendige Reparaturarbeiten am Stauhaltungsdamm in Westhofen, über die die Wasserwerke Westfalen am 20.04. informierten. Für diese Maßnahmen musste die Ruhr an der Wehranlage um 1,40 m abgestaut werden. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis zum 24.04. abgeschlossen sein, woraufhin der Rückstau beginnt und auch das Wasser in die Röllingwiese zurückkehren wird. ​Des einen Leid ist hier des anderen Freud: Während Wasservögel, die sich bereits im Brutgeschäft befanden – wie etwa der Haubentaucher –, ihre Gelege durch das Trockenfallen verloren haben, profitierten vor allem durchziehende Limikolen sowie Reiher von den freigelegten Schlammflächen. Es entwickelte sich ein ideales Rast- und Nahrungshabitat, was folgende Höchstzahlen belegen:
​Knäkente (4), Löffelente (2), Bruchwasserläufer (13), Waldwasserläufer (5), Flussregenpfeifer (10 !), Bekassine (4), Grünschenkel (2), Kampfläufer (1), Graureiher (16), Silberreiher (2), Wiesenschafstelze (10). Als Besonderheit für das Schwerter Ruhrtal rastete am 21.04. ein Austernfischer in den Röllingwiesen. Hier ergeht an dieser Stelle ein besonderer Dank an Martina Wünsch für die bereitgestellten Fotos. Zudem ist das seit Jahren bekannte Pfeifenten-Männchen mit Flügelhandicap weiterhin ganzjährig präsent. Am 19.04. versuchte ein vorjähriger Habicht vergeblich, unter den rastenden Vögeln Beute zu machen. Am 22.04. konnten zudem entlang der Röllingwiese zwei Schwarzmilane und zwei Mauersegler beobachtet werden. Erneut brüten im Gebiet zwei Weißstorchpaare, wobei zumindest das Männchen auf der Nisthilfe in den Röllingwiesen in diesem Jahr ein neues Individuum ist.

Die Aufnahme vom 23.04.2026 zeigt die weitflächig freigelegten Bereiche und die hohe Dichte an fischenden Reihern in den Röllingwiesen. (Foto: Klaus Matull)
Dieser Austernfischer sorgte am 21.04.2026 für eine echte Überraschung in den Röllingwiesen. Das Foto fängt nicht nur die Seltenheit des Gastes ein, sondern auch die besondere Lichtstimmung auf den schlammigen Uferflächen, die durch den niedrigen Wasserstand entstanden sind. (Foto: Martina Wünsch)
Ein seltener Anblick in den Röllingwiesen – ein Austernfischer in direkter Nachbarschaft zu zwei schlafenden Grünschenkeln. 21.04.2026 (Foto: Martina Wünsch)
Die durch den niedrigen Wasserstand entstandenen Flachwasserzonen lockten am 22.04.2026 u.a. diese Bruchwasserläufer an. Aufgrund der veränderten Uferlinie ließen sich die scheuen Limikolen teilweise auf ungewöhnlich kurze Distanz beobachten. 22.04.2026. (Foto: Klaus Matull)
Gleiches gilt für die Bekassinen. Hier im Sonnenaufgang am 23.04.2026. (Foto: Klaus Matull)
Diese beiden Grünschenkel zeigen sich am 22.04.2026 von ihrer entspannten Seite. Die Kombination aus ruhender Pose auf einem Bein und dem Flügelschütteln verdeutlicht die hohe Aufenthaltsqualität, welche die Schlammflächen den durchziehenden Limikolen aktuell bieten. (Foto: Klaus Matull)

Sobald der Wasserspiegel wie erwartet wieder steigt, wird das kurzzeitig entstandene Habitat für die Flussregenpfeifer in den Röllingwiesen voraussichtlich wieder verloren gehen. Anders stellt sich die Situation im Wassergewinnungsgebiet am Geiseckesee dar: Bei einer Exkursion der Biologische Station Unna/Dortmund wurden am 14.04. zwei Flussregenpfeifer in einem Kiesfilterbecken festgestellt. Um eine erfolgreiche Brut zu ermöglichen, wurden bereits mögliche entsprechende Schutzmaßnahmen besprochen.

Auch unter den Singvögeln gibt es weitere Rückkehrer, die eine persönliche Erstfeststellungen in diesem Jahr darstellten: Am 18.04. sang eine Dorngrasmücke am Mühlenstrang (Schwerte), gefolgt von einer Gartengrasmücke in Schwerte-Westhofen am 22.04.2026.

Singende Dorngrasmücke im NSG Mühlenstrang/Schwerte am 18.04.2026. (Foto: Andre Matull)
Während man die Gartengrasmücke meist nur an ihrem unermüdlichen, sprudelnden Gesang aus dem dichten Unterholz erkennt, präsentierte sich dieses Individuum am 22.04. in Schwerte-Westhofen ungewohnt offen auf einer Singwarte. (Foto: Andre Matull)

Abgerundet wird das Geschehen durch die Beobachtungen aus den Hemmerder Wiesen (vgl. Meldung von B.Nikula u. H.Knüwer) vom Morgen des 22.04.2026.

Säbelschnäbler in den Hemmerder Wiesen am 22.04.2026. (Foto: Klaus Matull)
Leider weit entfernt aber sicher handelt es sich bei diesen Anblick um einen absoluten Seltenheitswert: Ein Säbelschnäbler, welcher direkt im Hintergrund „bei der Arbeit“ etwas links versetzt neben dem Schwarzstorch in den Hemmerder Wiesen wie ein Winzling erscheint. 22.04.2026. (Foto: Klaus Matull)



Fröndenberg/Schwerte: Schwarzmilan, Girlitze, Flussregenpfeifer, Schwarzkehlchen, Rohrweihen, Kleinspecht, Waldwasserläufer, Bekassinen, Löffelente, Rohrammern und keine Goldammern vom 30.03.-06.04.2026 (K.&A.Matull)

In Schwerte und Fröndenberg brüten derzeit alle bekannten Weißstorch-Brutpaare. Die regelmäßige Anwesenheit von 3–5 Fremdstörchen auf der Kiebitzwiese erweckt zudem den Eindruck, dass in der Region weiterhin nach geeigneten Brutplätzen gesucht wird. In Schwerte („In der Lake“/“Röllingwiese“) lassen sich zudem regelmäßig bis zu zwei Rohrweihen (1,1) beobachten.

​Die aktuelle Situation für das NSG Kiebitzwiese in Fröndenberg ergibt neben 3 sicheren Revieren der Rohrammer das bereits von M.Stahl am 27./28.03.26 genannte Schwarzkehlchen-Revier (Transport von Nistmaterial am 13.03.26). Die Vermutung eines weiteren Schwarzkehlchen-Reviers (singendes Männchen am Flößergraben vom 08.03.26) konnte nach mehrfachen Nachkontrollen hingegen nicht bestätigt werden. Für Besorgnis sorgt indes der Bestand der Goldammer, die es offensichtlich überhaupt nicht mehr im Gebiet gibt?!

Dem entgegen stehen zwei überraschende Girlitz-Sichtungen vom heutigen Tage: Zum einen im Siedlungsbereich nördlich der Kiebitzwiese sowie am alten Aussichtshügel (jeweils singend) und ein weiterer Überflieger am Aussichtshügel. Ob es sich dabei um ein temporäres Ereignis handelt, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend geklärt werden. Im regionalen Kontext der Nachbarstadt Iserlohn (Kreis MK) werden Girlitze persönlichen Beobachtungen zufolge fast ausschließlich nur noch auf Friedhöfen angetroffen.

Bezüglich möglicher Bruten der Schnatterente bleibt festzuhalten, dass die Art im vergangenen Winter deutlich seltener anzutreffen war. Ein plausibler Grund hierfür dürften die häufig zugefrorenen Vernässungsflächen sein. Heute (am 06.04.26) war zumindest mit 10 Individuen (5 Paare) dieser Art eine entsprechende Ausgangslage vorhanden.

Außerdem konnten wir heute zwei Flussregenpfeifer bei Verfolgungsflügen beobachten sowie am Rande der Kiebitzwiese einen Schwarzmilan und einen Kleinspecht. Morgens strich eine männliche Rohrweihe flach über den Flößergraben. Des Weiteren rasteten heute 5 Waldwasserläufer in der Nähe des neuen sowie 4 Bekassinen am alten Aussichtshügel. Erwähnenswert ist zudem eine rastende männliche Löffelente, die am Freitag (03.04.26) zwischen den üblichen Enten zu sehen war.

Eine Rohrweihe vertreibt energisch diesen Mäusebussard in Schwerte am 30.03.2026. (Foto: Klaus Matull)
Unter den üblichen Entenarten rastete am Freitag eine männliche Löffelente. 03.04.2026 (Foto: Klaus Matull)
Gut getarnt: Bekassinen rasten derzeit in unterschiedlicher Kopfzahl im NSG Kiebitzwiese. Aufnahme vom 06.04.2026. (Foto: Klaus Matull)
Eisvogel mit Beute, die anschließend zielgerichtet weggeflogen wurde – ein regelmäßiges Schauspiel in diesen Tagen. 03.04.2026 (Foto: Klaus Matull)
Freude herrscht bei dem Anblick unserer kleinsten Finkenart, die im Bestand regional starken Schwankungen unterliegt: Girlitzgesang auf der Kiebitzwiese am 06.04.2026. (Foto: Andre Matull)
Der nächste Heimkehrer: Schwarzmilan auf exponierter Warte am Rande der Kiebitzwiese am 06.04.2026. Die offiziell gemeldete Erstbeobachtung in diesem Jahr gelang hier bereits am 27.03. gemeinsam mit Gregor Zosel. (Foto: Andre Matull)
Emsiger Kleinspecht am Ruhrufer. 06.04.2026. (Foto: Andre Matull)
Am frühen Morgen überflog diese männliche Rohrweihe flach den Flößergraben. 06.04.2026. (Foto: Andre Matull)

Fröndenberg/Schwerte: Rückblick mit Rohrweihen, Waldwasserläufer, Flussregenpfeifern, Schwarzkehlchen (Nestbau), Weißwangengans, Rohrammern, Wasserralle, Bekassinen, Hausrotschwanz, Kolkraben, Weißstörchen, Gänse‑Mischehen sowie intersexuelle Stockente – Ein Blick auf die Variabilität, 07.–24.03.2026 (K. & A. Matull)

Auf der Röllingwiese in Schwerte beobachteten wir gestern eine männliche Rohrweihe. Ebenda bereits am 12.03. als persönliche Jahreserstbeobachtung eine weibliche Rohrweihe.

​Am 19.03. nachmittags auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg ein Waldwasserläufer, > 50 rastende Bachstelzen und eine Nilgans Familie mit 7 Pulli. Ebenfalls dort dokumentierten wir am 22.03. vormittags ein Schwarzkehlchen-Paar beim Nestbau. Am gleichen Tag zwischen den beiden Aussichtshügeln bis zur Sichlerbucht sind u. a. eine Weißwangengans, 6 Rohrammern (3 Paare), eine Wasserralle, 7 Bekassinen sowie 3 Kolkraben zu erwähnen (Mitbeob. zeitweise: A. Hünting u. B. Nikula). Im angrenzenden Industriegebiet erstmalig dieses Jahr für uns ein singender Hausrotschwanz. Ergänzend sind unregelmäßige Nachweise von Flussregenpfeifern zu nennen, die immer wieder im Gebiet Station machen. Gregor Zosel konnte bereits am 07.03. insgesamt 3 Individuen gleichzeitig vor Ort sichten.

​Abseits der auffälligen Artenzugänge lohnt ein genauerer Blick auf die Wasservögel der Vernässungsfläche. Hier lassen sich Phänomene dokumentieren, die oft nur als Randnotiz wahrgenommen werden, jedoch eine biologische Variabilität offenbaren. Einerseits hält sich seit über einem Jahr zwischen Stockenten ein intersexuelles Individuum auf, das Mischmerkmale von Männchen und Weibchen aufweist, was bei Stockenten beispielsweise durch hormonelle Störungen oder genetische Faktoren entstehen kann (vgl. AVES Braunschweig 2 (2011), Abb. 21-22, S. 27–28: https://www.club300.de/publications/014_hybrids/AVES_Wasservogel-Hybriden_von_J_Lehmhus.pdf ). Andererseits hielten sich seit dem gesamten Winter regelmäßig bis zu 3 Höckergänse (domestizierte Form der Schwanengans) mit einer weißen Hausgans auf. Am Sonntag kopulierte eine Höckergans ♂ mit der Hausgans ♀. Sollten beide Individuen – wie aufgrund ihrer phänotypischen Merkmale zu vermuten ist – der Gattung Anser angehören, wäre aus dieser Verbindung gemäß der einschlägigen Literatur (u. a. AVES Braunschweig 1 (2010), ca. S. 25: https://www.club300.de/publications/014_hybrids/AVES_Wasservogel-Hybriden_von_J_Lehmhus.pdf) üblicherweise von voll fruchtbaren Hybriden auszugehen. Dieses Beispiel zeigt, wie Domestikation in einem Naturschutzgebiet eine ganz eigene Dynamik aufbauen kann.

​Bei einem Blick auf insgesamt 8 Weißstorch-Brutpaare in Fröndenberg und Schwerte (inkl. Geiseckesee) zeichnen sich nach jüngstem Kenntnisstand mindestens zwei Veränderungen ab. So besetzt ein neues Männchen (unberingt) die Nisthilfe an der Röllingwiese in Schwerte und ein neues Weibchen (beringt) in Schwerte-Geisecke bei der Baumbrut, dessen Ringablesung der zuständigen Vogelwarte gemeldet wurde.

Die Rohrweihe ist zurück. Hier eine männliche am 24.03.2026 in Schwerte. (Foto: Klaus Matull)
Ein weiterer Rückkehrer: Flussregenpfeifer auf der Kiebitzwiese am 13.03.2025. (Foto: Klaus Matull)
Schwarzkehlchen mit Nistmaterial auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg. Der Nestbau ist bei dieser Art einzig dem Weibchen vorbehalten. 22.03.2026 (Foto: Andre Matull)
Hier wurde das männliche Schwarzkehlchen bei einer Art Singflug beobachtet. Dieser wird allerdings seltener als der typische Gesang von erhöten Warten aus durchgeführt. (vgl. LANUK: https://artenschutz.naturschutzinformationen.nrw.de/artenschutz/de/arten/gruppe/voegel/kartiermethoden/103106)



Morgens bei absoluter Ruhe lässt sich die Kneippkur auf der Kiebitzwiese am Besten genießen. 22.03.2026, (Foto: Andre Matull)
Standorttreue Weißwangengans auf den Weideflächen der Kiebitzwiese. Das Individuum ist bereits aus den Vorjahren als regelmäßiger Gast bekannt. 22.03.2026 (Foto: Andre Matull)
Domestizierte Gänse auf der Vernässungsfläche: Hausgans und Höckergänse (untere Reihe) zeigen eine enge soziale Bindung, die im März schließlich zur Dokumentation einer Kopulation führte. 14.12.2025. (Foto: Andre Matull)
Stockente mit Mischmerkmale von Männchen und Weibchen am 15.03.2026, (Foto: Andre Matull)
Nilgänse mit Nachwuchs auf der Kiebitzwiese am 19.03.2026. Als nächsten werden Graugänse folgen, die teilweise bereits auf ihren Gelegen im NSG sitzen. (Foto: Klaus Matull)
Besetzung der Brutplätze: Das Storchenpaar am Wasserwerk an der Röllingwiese in Schwerte ist zurück. Die begehrten Nester sind oft hart umkämpft, doch die angestammten Besitzer (im Nest das beringte Weibchen) konnten sich am 13.03.2025 erfolgreich behaupten. (Foto: Klaus Matull)

Fröndenberg/Holzwickede/Schwerte: Seidenreiher, Rohrammern, Schwarzkehlchen, Bekassinen, ziehende Feldlerchen, balzende Mäusebussarde, Mittelspecht, erste Weißstorch-Übersicht, Rotmilane, Gebirgsstelze, Kolkrabe, Singdrosseln, Zilpzalpe u.a. vom 26.02.–08.03.2026 (K. & A. Matull, P.Krüger)

Der auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg am 25.02. von Andreas Hünting gemeldete Seidenreiher hielt sich auch noch am nächsten Morgen im Gebiet auf. Im Schwerter „NSG Mühlenstrang“ gestern u. a. zwei singende Rohrammern, zwei singende Zilpzalpe und sechs singende Singdrosseln sowie am Freitag ein Weißstorch-Paar auf dem Nest. Gestern ebenda am Waldrand Dutzende rastende Wacholder- und Rotdrosseln sowie ein revieranzeigendes Mäusebussard-Paar (Balzflüge).

Das seit 2020 ansässige, rechts beringte Weißstorch-Weibchen der Kiebitzwiese in Fröndenberg ist seit mind. dem 1. März zurück. Gemeinsam mit ihrem unberingten Partner bildet sie traditionell das Brutpaar auf der Nisthilfe. Wie schon im Vorjahr ist auch der Horst auf dem Hochsitz wieder durch ein weiteres, unberingtes Paar besetzt.

Jenseits der typischen Standvögel fielen heute von der Rammbachmündung bis zum alten Aussichtshügel der Kiebitzwiese im Gebiet insgesamt vier Schwarzkehlchen (3,1; darunter ein Paar), und mind. 5 Rohrammern (Sichtbeobachtungen) auf, wobei deren starke akustische Präsenz aus der ufernahen Deckung heraus auf eine deutlich höhere Individuenzahl schließen ließ. Zudem konnte ein steter Heimzug von Feldlerchen in nordöstliche Richtung registriert werden. Diese Beobachtungen dürften gut mit der derzeitigen Durchzugszeit korrespondieren. Des Weiteren fallen auch hier die schlagartig zunehmenden Reviergesänge des Zilpzalps und der Singdrossel auf. Darüber hinaus sind eine nahrungssuchende Gebirgsstelze und ein rufend überfliegender Kolkrabe zu erwähnen. Ansonsten blieb es im Gebiet eher ruhig und bei den „üblichen Verdächtigen.“ Generell scheinen auch die meisten Rotmilane zurückgekehrt zu sein.

Außerdem liegen erste Meldungen über die Rückkehr der Weißstörche in Fröndenberg und Schwerte vor.

Beeindruckender Größenvergleich auf der Kiebitzwiese am 27.02.2026: Der deutlich kleinere Seidenreiher (vorne) wirkt neben dem stattlichen Silberreiher fast zierlich. (Foto: Klaus Matull)
Rotmilane sind mittlerweile fast überall in den üblichen Gebieten zurückgekehrt. Schwerte, 05.03.2026 (Foto: Klaus Matull)
Ebenfalls sind die meisten Weißstörche an ihren Brutplätzen zurück. (Fotos: Klaus Matull)
Ein ganz früher und bereits sehr aktiver Mittelspecht in Schwerte am 04.03.2026 (Foto: Klaus Matull)
Ebenda ein flinker Mauswiesel am Waldrand. 04.03.2026 (Foto: Peter Krüger)
Bekassinen nutzen die Vernässungsfläche der Kiebitzwiese am 08.03.2026. (Foto: Klaus Matull)
Das Ufer wird von der emsigen Gebirgsstelze zur Nahrungssuche frequentiert. 08.03.2026. (Foto: Andre Matull)
Im ersten Morgenlicht ertönte der Gesang dieses männlichen Schwarzkehlchens am Flößergraben der Kiebitzwiese. 08.03.2026 (Foto: Andre Matull)
Unweit davon entfernt: Eine von mehreren Rohrammern im Gebiet. 08.03.2026 (Foto: Andre Matull)

Schwerte: Weißstörche und balzende Haubentaucher am 23.02.2026 (K.&A.Matull, P.Krüger)

Vielerorts sind bereits die Weißstörche zurückgekehrt. Aktuell bietet sich uns im Kreisgebiet ein konkretes praktisches Beispiel, welches die biologische Erkenntnis untermauert, dass Weißstörche zwar oft grob standorttreu, aber nicht zwingend partnertreu sind, sondern vielmehr „monogame Saisonehen“ führen.
​Im Schwerter Ortsteil Geisecke beobachteten wir am 23.02. eine Kopulation, bei der das Weibchen rechts beringt ist. Die Analyse des abgelesenen ELSA-Rings ergab, dass dieser im Juni 2020 in Coesfeld (NRW) nestjung beringte Storch in der Vergangenheit bereits mehrfach in der Region an unterschiedlichen Orten in Erscheinung getreten ist: Am 22.03.2022 wurde sie nahrungssuchend auf einem Feld nahe der Kreisgrenze in Menden-Halingen (Märkischer Kreis) nachgewiesen (Beob.: T. Prünte). Ab Ende Februar 2023 folgte eine knapp 14-tägige Liaison mit dem Männchen auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg, und in den Jahren 2024 sowie 2025 gehörte sie mit jeweils zwei flüggen Jungvögeln zum Brutpaar am Geiseckesee bei Holzwickede (Wassergewinnungsgebiet/ehemaliges Windrad).
​Dies ergibt innerhalb von 5 Jahren, jeweils nach der Rückkehr aus dem Winterquartier, ein Bewegungsprofil von nur ca. 13 km zwischen drei etablierten Weißstorch-Brutplätzen im südlichen Kreis Unna. In den nächsten Wochen wird das „Weißstorch-Karussell“ weiter an Fahrt aufnehmen, wobei Partnerwechsel erfahrungsgemäß an der Tagesordnung sind. Darüber hinaus wird sich zeigen, ob die Vogelgrippe, von der auch Weißstörche massiv betroffen waren und deren Schwerpunkt in den spanischen Überwinterungsgebieten lag, Auswirkungen auf die Paarzusammensetzungen im Kreisgebiet haben wird.

Was sich in luftiger Höhe auf den Nestern ankündigte, setzte sich auf der Wasserfläche fort: Auf der Röllingwiese in Schwerte zeigte sich am 23.02. ein balzendes Haubentaucher-Paar (Beob.: P. Krüger).

Ein weiblicher Weißstorch zeigt sich über mehrere Jahre im südlichen Kreis Unna arttypisch grob standorttreu. (Fotos: K.&A.Matull)
Synchronisiertes Balzverhalten: Haubentaucher auf der Röllingwiese beim rituellen „Pinguin-Tanz.“ Das gemeinsame Präsentieren von Wasserpflanzen ist ein wesentlicher Bestandteil der Paarungszeremonie und signalisiert die Bereitschaft zum Nestbau. 23.02.2026 (Foto: Peter Krüger)

Fröndenberg/Holzwickede/Schwerte/Menden&Iserlohn: Weißstörche, Schellenten, Gänsesäger, Kiebitze,Wasserralle, Habicht, Bekassine, Wacholderdrosseln sowie NWO Wasservogelzählung im MK mit u.a. Graureiher-Kolonie, Schnatterenten und ohne Seidensänger, 9.-14.02.2026 (K.&A.Matull)

Am Montag (09.02.) auf der Ruhr in Schwerte „Am Mühlenstrang“ 3 Schellenten (1,2). Auf Höhe des Geiseckesees 134 nach Osten überfliegende Kiebitze. Des weiteren 2 artreine Trupps nahrungssuchender Wacholderdrosseln in der Nähe der Schoofs-Brücke (> 100) sowie weitere > 70 auf einem Feld in der Nähe des Gutshofs „Wellenbad.“ Ebenda seit mind. gestern ein Weißstorch auf dem Nest.

Gestern auf der Kiebitzwiese zwischen beiden Aussichtshügeln u.a.:

88 Kanadagänse, 50 Schnatterenten (27,23), 5 Krickenten (3,2), 112 Stockenten, eine Wasserralle, ein Weißstorch (seit mind. Di., 10.02., zurückkehrt, Beob.: B.Nikula), ein Silberreiher, ein Graureiher, ein Habicht (0,1), eine Bekassine, mind. 32 überfliegende Lachmöwen, ein Gänsesäger sowie ungezählte Wiesenpieper.

Im Kreis UN offenbar nur noch ein seltener Wintergast: Schellenten im Gegenlicht auf der Ruhr bei Schwerte am 09.02.2026. (Foto: Andre Matull)
Seit mind. gestern verweilt ein Weißstorch auf dem Nest am „Gutshof Wellenbad.“ Hier heute Morgen bei der Suche nach Maulwürfen. 14.02.2026 (Foto: Klaus Matull)
Der Weißstorch ist seit Anfang dieser Woche auf die Nisthilfe der Kiebitzwiese zurückgekehrt. Dieser Horst ist seit 2019 der beständigste Brutplatz im Raum Fröndenberg und Schwerte und der einzige Standort der Region, der seither jährlich durchgehend erfolgreiche Bruten mit flüggen Jungvögeln verzeichnete. Um diesen Spitzenplatz frühzeitig zu sichern, ist das Männchen bereits Anfang der Woche eingetroffen. Damit ist er – wie gewohnt – der erste Rückkehrer unter den hiesigen Brutpaaren aus den Überwinterungsgebieten im gesamten Raum Fröndenberg/Schwerte (ausgenommen lediglich das Weibchen an der Röllingwiese in Schwerte, welches dort bekanntlich traditionell überwintert). 13.02.2026 (Foto: Klaus Matull)
Gänsesäger auf der Vernässungsfläche der Kiebitzwiese in Fröndenberg am 13.02.2026. Ein seltener Anblick in diesem Bereich. (Foto: Andre Matull)
Wasserralle auf der Kiebitzwiese am 13.02.2026. Ungeschützt außerhalb der Deckung wirkt sie im offenen Gelände sichtlich unruhig. Dabei bleibt diese mit dem zuckenden Schwanz stets wachsam und reagiert auf Bewegungen schreckhaft. (Foto: Andre Matull)
Hier streckt sie den Kopf mit dem langen roten Schnabel unter Wasser. 13.02.2026 (Foto: Andre Matull)
Der leicht gebogene Schnabel fungiert wie eine Präzisionszange. Wiederholt gelang der Nachweis, wie sie erfolgreich Beute macht. Es fällt auf, dass die Beuteobjekte eine sehr spezifische Form haben: Sie sind meist oval bis rundlich, haben eine glatte, dunkle Oberfläche und scheinen eine gewisse Festigkeit zu besitzen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Wasserralle hier gezielt den Boden nach Schnecken absucht.
​Posthornschnecken oder Schlammschnecken
könnten hier gut in Frage kommen. Schnecken sind eine leicht verfügbare Proteinquelle, die nicht schnell flüchten können. 13.02.2026 (Foto: Andre Matull)
Hier sieht man, wie die Ralle ein Objekt hochzieht, an dem noch ein Pflanzenfaden oder Schleimspuren haften- ein charakteristisches Indiz für Schnecken. 13.02.2026 (Foto: Andre Matull)

Mit einem erweiterten regionalen Fokus ergaben sich in der unmittelbaren Nachbarschaft heute durch die NWO-Wasservogelzählung folgende Beobachtungen:

Oeseteiche Menden: (0 Grad, Schneeregen)

2 Höckerschwäne, eine Graugans, 118 Schnatterenten, 4 Krickenten (2,2), 65 Stockenten+2 Bastard/fehlfarben, eine Tafelente (1,0), 49 Reiherenten (viele!) (29,20), 5 Kormorane, ein Silberreiher, ein Graureiher und 4 Blässrallen.

Am Iserlohner Seilersee war die Graureiher Kolonie heute bei -1 Grad und Schneeregen erst mit 8 Nestern belegt.

Darüber hinaus wurden ebenda für die Wasservogelzählung heute folgende Arten notiert:

2 Höckerschwäne, 22 Kanadagänse, 4 Nilgänse, 36 Stockenten+4 Bastard/fehlfarben, 3 Tafelenten (1,2), 18 Reiherenten (11,7), ein Gänsesäger (1,0), 15 Kormorane, 7 Teichrallen und 28 Blässrallen.

Zu guter Letzt noch ein Update zu den Seidensängern vom Seilersee in Iserlohn. Die letztmalige eigene Beobachtung eines Individuums gelang hier am 15.12.25. Seidensänger neigen grundsätzlich dazu ganzjährig in ihren auserwählten Gebieten zu bleiben. Es ist davon auszugehen, dass die Frost- und Schneeperiode am Rande des Süderberglands doch etwas zu intensiv wurde und die Art (vorerst?) abgezogen ist. Bedauerlicherweise hat sich aber auch das Gesicht des Habitats nun grundlegend verändert.

Trotz der wertvollen fachlichen Unterstützung durch die Abteilung Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Iserlohn, die sich engagiert für den Erhalt dieser Strukturen eingesetzt hat, kam es im Zuge der regulären Gewässerunterhaltung zu weitreichenden Rückschnitten. Wo letztendlich genau das Problem lag, bleibt rein spekulativ. Dabei war der Erfolg dieses historischen Brutnachweises ursprünglich zweifelsfrei eng mit einer spezifischen Managemententscheidung verknüpft: Um die Verschmutzung der ufernahen Gehwege durch Gänseexkremente im Sommer zu reduzieren, wurden die Uferzonen seit 2022 auf Empfehlung der zuständigen Fachbehörden als eine von mehreren Maßnahmen zur Bestandsregulierung der Kanada- und Nilgans bewusst der Sukzession überlassen. Ziel war es, durch dichte Vegetationsriegel den direkten Zugang der Gänsefamilien vom Wasser zu den Kurzgrasflächen zu unterbinden. Diese ursprünglich rein pragmatische Maßnahme zur Konfliktvermeidung entwickelte sich zu einem wertvollen ökologischen Synergieeffekt, der erst die notwendige Deckung für die Ansiedlung des Seidensängers schuf. Dies belegt eindrucksvoll, welches Potenzial bereits in der kleinräumigen Förderung natürlicher Dynamik in semi-urbanen Räumen steckt und wie diese zu bemerkenswerten Ansiedlungserfolgen führen kann. Eine ökologisch orientierte Pflegepraxis bietet die Chance, Sukzessionsflächen verstärkt als funktionale Bestandteile des Ökosystems zu begreifen, statt sie lediglich als Defizit in der Gewässerunterhaltung einzustufen. Bedauerlicherweise zeigt die aktuelle Situation am Seilersee ein anderes Bild. Wer so viel Zeit und Leidenschaft investiert, um diese flüchtigen Momente der Natur zu dokumentieren, erkennt oft schmerzlich, wie fragil solche Erfolge sind, wenn fachliche Weitsicht an behördeninternen Schnittstellen oder festgefahrenen Pflegeroutinen scheitert.

Als Fazit bleibt festzuhalten: Eine Rückkehr des Seidensängers an seine alte Wirkungsstätte ist zwar nicht ausgeschlossen, doch haben die jüngsten Maßnahmen die Habitatqualität zweifellos massiv verschlechtert. Es drängt sich die Erkenntnis auf, dass dauerhafte Ansiedlungserfolge dieser Art wohl erst dann gesichert sind, wenn solche Strukturen auch außerhalb von Naturschutzgebieten eine echte Chance erhalten. Grundsätzlich darf man jedoch angesichts der letztjährigen Ergebnisse in den Niederlanden und Deutschland (vgl. König et al. 2025, S. 36–38: https://www.dda-web.de/downloads/publications/falke/72/koenig_et_al_2025_sommer25.pdf ) trotz der winterlichen Witterung in den letzten Monaten zuversichtlich bleiben: Weitere Ansiedlungen des Seidensängers im Kreis Unna und Umgebung sind auch in Zukunft fest zu erwarten.

Vorher: Habitat des Seidensängers mit bruchwaldartigen Schwarzerlenbestand, der landseitig in ein dichtes Gebüschmosaik aus u.a. Schwarzem Holunder, Rotem Hartriegel und Gewöhnlicher Schneebeere überging. In der Krautschicht dominierten neben ausgedehnten Beständen von Schilfrohr und Binsen vor allem Brennnesseln, Brombeeren sowie der Gewöhnliche Wasserdost. Wo vorher im Frühjahr/Sommer 2025 noch Leben herrschte,
regiert heute (nachher; Februar 2026) leider die Ordnung der Kahlschlag-Bürokratie.
(Fotos: Andre Matull)
Die beschriebenen wichtigen Strukturen halfen dem Seidensänger 2025 bei der Nahrungssuche und boten diesem darüber hinaus die Deckung, welche letztendlich sogar zum Nachweis einer erfolgreichen Reproduktion führte. (Fotos: Andre Matull)

Fröndenberg/Unna: Rastende Kraniche, Blässgänse (ziehend u. Stationär), Kiebitz und Feldlerchenzug, große Brachvögel, Wasserralle,Tundrasaatgänse, Schwarzkehlchen, Goldammern, Sperber, Gebirgsstelze u.a. am 08.02.2026 (K.&A.Matull)

Heute Morgen rasteten in den Hemmerder Wiesen neben dem bewährten und vielfältigen Arteninventar der letzten Tage – darunter Kiebitz, Tundrasaatgans, Blässgans, Krick-, Pfeif-, Schnatter- und Spießente – weiterhin die beiden Großen Brachvögel sowie 36 Kraniche. Letztere flogen nach einer Störung im Gebiet am späten Morgen in nordöstliche Richtung ab (Mitbeob.: G. Herber-Busch u. B. Nikula).

​Auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg (teilweise Mitbeob.: A. Hünting) wurden zeitgleich im Bereich zwischen den beiden Aussichtshügeln u. a. folgende stationäre Vogelarten beobachtet:

62 Kanadagänse, 88 Blässgänse (davon 9 im 2. KJ), 14 Graugänse, 19 Nilgänse, 28 Schnatterenten, 2 Krickenten, 95 Stockenten, ein Kormoran, je 2 Silber- und Graureiher, ein Sperber, eine Wasserralle, eine Gebirgsstelze, 2 Schwarzkehlchen (1,1), 2 Goldammern sowie ungezählte Wacholderdrosseln. Zudem hielten sich dort 4 Höckerschwäne sowie der Kadaver des verunfallten Tieres auf (vgl. Meldung A. Hünting vom 06.02.26), welcher vom Frost konserviert und unberührt an gleicher Stelle verblieben ist.

Darüber hinaus konnte bis 11:00 Uhr ein kontinuierlicher Feldlerchenzug am strahlend blauen Himmel erfasst werden. Ergänzend zu den stationären Blässgänsen sind zudem weitere 224 Individuen anzuführen, die am Vormittag gleichzeitig als mehrere V-Formationen in östliche Richtung über die Kiebitzwiese hinwegzogen. Des weiteren überflogen 12 Kiebitze das Gebiet flach in westliche Richtung.

An beiden Standorten (Hemmerder Wiesen & Kiebitzwiese) waren bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Weißstörche anzutreffen.

Teilausschnitt der rastenden Kraniche am Morgen bei den ersten Sonnenstrahlen. 08.02.2026 (Foto: Klaus Matull)
Rastende Kraniche kurz vor dem Abflug aus den Hemmerder Wiesen am 08.02.2026. (Foto: Klaus Matull)
Blässgans-Studien: Einfliegend in den Hemmerder Wiesen am 08.02.2026. (Foto: Klaus Matull)
Blässgänse im Vogelzug: Formation in östlicher Richtung über der Kiebitzwiese am 08.02.2026. (Foto: Andre Matull)
Blässgänse vergesellschaftet mit Tundrasaatgänsen in den Hemmerder Wiesen am 08.02.2026. (Foto: Klaus Matull)
Kiebitze im Landeanflug auf die Hemmerder Wiesen am 08.02.2026. (Foto: Klaus Matull)
Heimlich und bei Eis kreativ: Wasserralle am Rande der Kiebitzwiese am 08.02.2026. (Foto: Andre Matull)
Männliches Schwarzkehlchen auf der Kiebitzwiese am 08.02.2026. In der Nähe hielt sich auch das Weibchen auf. (Foto: Andre Matull)
Auf der Röllingwiese in Schwerte hat das Weibchen des hiesigen Paares bis jetzt erneut überwintert. Sie klappert schon regelmäßig und erwartet wohl ihren Partner. 07.02.2026 (Foto: Klaus Matull)

Schwerte: Rohrdommel am 02.02.2026 (P.Krüger; Melder: A.Matull)

An der Röllingwiese in Schwerte gelang Peter Krüger heute die kurze Sichtung einer Rohrdommel. Passend zum heutigen „Welttag der Feuchtgebiete“ unterstreicht diese Sichtung die enorme ökologische Bedeutung der Röllingwiese als wertvoller Lebensraum für spezialisierte und seltene Arten wie die Rohrdommel.

Vorsichtig schleicht die Rohrdommel (links unten) am Schilfrand auf der Röllingwiese in Schwerte entlang… 02.02.2026 Foto: Peter Krüger)
…und nutzt in geduckter Pirschhaltung die natürliche Deckung. 02.02.2026 (Foto: Peter Krüger)
Mimese (Nachahmung von Umgebungsstrukturen) im Kontrast“: Hier hebt sich die Rohrdommel einmal ausnahmsweise farblich deutlich von der Ufervegetation ab. 02.02.2026 (Foto: Peter Krüger)

Schwerte: Der fischende Zaunkönig (18.12.2025, P.Krüger; Melder: A.Matull)

Peter Krüger gelang heute eine wahrhaft nicht alltägliche Naturbeobachtung: Er konnte einen Zaunkönig dokumentieren, der einen kleinen Fisch erbeutet hatte.

Was zunächst verblüfft, lässt sich wahrscheinlich durch die enorme Anpassungsfähigkeit dieser Vögel erklären: Obwohl Zaunkönige primär Insekten fressen, suchen sie ihre Nahrung oft in Bodennähe oder an feuchten Uferzonen. Entdecken sie dort im flachen Wasser eine energiereiche Proteinquelle wie winzige Fische oder Kaulquappen, nutzen sie diese Gelegenheit geschickt aus. Ähnliche Sichtungen lassen sich bei gezielter Recherche auch international finden und unterstreichen das opportunistische Jagdverhalten der kleinen Vögel.

In der heutigen Zeit ist es wohl zudem wichtig zu betonen, dass es sich bei den nachfolgend gezeigten Aufnahmen um absolut authentische Dokumente handelt, die garantiert nicht durch künstliche Intelligenz oder andere Mittel manipuliert wurden, sondern das reale Naturgeschehen zeigen.

Zaunkönig mit erbeuteten Fisch in Schwerte am 18.12.2025. (Foto: Peter Krüger)
Zaunkönig mit erbeuteten Fisch in Schwerte am 18.12.2025. (Foto: Peter Krüger)
Zaunkönig mit erbeuteten Fisch in Schwerte am 18.12.2025. (Foto: Peter Krüger)
Zaunkönig mit erbeuteten Fisch in Schwerte am 18.12.2025. (Foto: Peter Krüger)
Zaunkönig mit erbeuteten Fisch in Schwerte am 18.12.2025. (Foto: Peter Krüger)
Zaunkönig mit erbeuteten Fisch in Schwerte am 18.12.2025. (Foto: Peter Krüger)

Holzwickede/Schwerte/Fröndenberg/Menden&Iserlohn (Kreis MK): Schwarzkehlchen, Blässgänse, balzende Gänsesäger, Schnatterenten, Wanderfalke, Bekassinen, Sperber, Pfeif-, Krick und Löffelente, Höckergänse, Wiesenpieper, Gebirgsstelzen, überwinternder Weißstorch, Mauswiesel u.a. sowie NWO Wasservogelzählung im MK mit u.a. Seidensänger, Schnatterenten, Pfeifenten sowie Misteldrossel Gesang (13.-15.12.2025, K.&A.Matull)

Am Samstag (12.12) konnten wir auf dem Geiseckesee insgesamt 26 Gänsesäger (14,12) beobachten. Die milden Temperaturen begünstigten die beeindruckende Balzstimmung.

Gestern, am 13. Dezember, stach auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg besonders die erheblich angestiegene Zahl der lange vermissten Schnatterenten ins Auge, die sich zwischen den beiden Aussichtshügeln aufhielten. Ein weiterer interessanter Aspekt: Auch in diesem Winter unternimmt mindestens ein Paar Schwarzkehlchen einen Überwinterungsversuch vor Ort.

Des weiteren konnten wir unter anderem (zeitweise mit B.Nikula) zusammen folgendes beobachten:

6 Höckerschwäne, 12 Kanadagänse, 3 Höckergänse stets zusammen mit einer Hausgans, 26 Blässgänse (darunter 5 diesjährige), > 279 Graugänse, 4 Nilgänse, 82 Schnatterenten, 2 Pfeifenten (1,1), eine Krickente (0,1), eine Löffelente (0,1), 238 Stockenten+4 Bastard/fehlfarben, ein Kormoran, 3 Silberreiher, 3 Graureiher, ein Sperber, 2 Bekassinen, ein Wanderfalke (kurzer Durchflug zum Ententeich), ein Eisvogel, 24 Wacholderdrosseln, 2 Gebirgsstelzen und ungezählte Wiesenpieper, möglicherweise auch Bergpieper.

In Schwerte-Westhofen überwintert das Weißstorch-Weibchen von der Röllingwiese das 4.Jahr in Folge. Hier schaut an einer Futterstelle auch regelmäßig ein Mauswiesel vorbei.(Beobachter: P.Krüger)

Mit einem erweiterten regionalen Fokus ergaben sich in der unmittelbaren Nachbarschaft durch die NWO Wasservogelzählung folgende Beobachtungen:

Der in Iserlohn überwinternde Seidensänger hat die erste Frost- und Schneeperiode bereits erfolgreich überstanden. Dies liefert einen ersten eindrücklichen Beweis dafür, dass die Art die anspruchsvollen klimatischen Bedingungen der höheren Lagen Nordrhein-Westfalens auch im Winter erfolgreich meistern kann.

Für die Wasservogelzählung wurden am Seilersee folgende Arten notiert:

2 Höckerschwäne, 11 Nilgänse, 58 Stockenten+ 2 Stockenten Bastard/fehlfarben, eine Tafelente, 13 Reiherenten, 2 Zwergtaucher, 10 Kormorane, 7 Graureiher, 4 Teichhühner, 13 Blässhühner und ein Eisvogel. 

An den Oeseteichen in Menden beeindrucken vor allem 258 Schnatterenten in Balzstimmung. Ebenda eine Misteldrossel mit Vollgesang.

Ansonsten wurden hier für die Wasservogelzählung folgende Arten erfasst:

2 Höckerschwäne, 24 Pfeifenten, 89 Stockenten+ 3 Bastard/fehlfarben, 23 Reiherenten, 7 Zwergtaucher, ein Kormoran, ein Silberreiher, ein Graureiher, 4 Teichhühner, 3 Blässhühner und ein Eisvogel.

Ein Teil der Gänsesäger auf dem Geiseckesee. Die milden Temperaturen forcierten die Balzstimmung. 13.12.2025 (Foto: Andre Matull)
Auch in diesem Jahr unternehmen die Schwarzkehlchen (hier männlich) auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg einen Überwinterungsversuch. 14.12.2025 (Foto: Andre Matull)
Nie weit entfernt das Weibchen auf der Kiebitzwiese am 14.12.2025. (Foto: Andre Matull)
Bekassinen sind auf der Vernässungsfläche der Kiebitzwiese in ihrem Element. 14.12.2025 (Foto: Klaus Matull)
Der beringte Graureiher „TAM“ gehört schon zum Inventar der Kiebitzwiese und befindet sich ab Neujahr im 18.Kalenderjahr. 14.12.2025 (Foto: Klaus Matull)
Die Weißstörchin von der Röllingwiese (Ringablesung) überwintert in Schwerte bereits zum vierten Mal. Trotz eines schwierigen Brutjahres 2025, in dem sie und ihr Partner aufgrund des trockenen Frühjahrs und daraus resultierendem Nahrungsmangel vier von fünf Jungvögeln verloren (der letzte Jungstorch wurde flügge), sichert sie durch ihr Bleiben einen hervorragenden Brutplatz. Zudem entgeht sie durch die Überwinterung in Deutschland ( unbewusst ) der grassierenden Vogelgrippe, die derzeit vor allem Weißstörche in Spanien stark dezimiert. 07.12.2025 (Foto: Klaus Matull)
Auch Eisvögel profitieren mit einen bis jetzt mild verlaufenden Winter. Im Ruhrtal sieht man sie sehr häufig. 13.12.2025 (Foto: Klaus Matull)
Futterstellen, deren Reste Mäuse anlocken, sind ideale Jagdgründe für den Mauswiesel. Als kleinstes Raubtier der Welt und hocheffizienter, spezialisierter Prädator ist er perfekt an diese Jagdbedingungen angepasst. 08.12.2025 (Foto: Peter Krüger)

Holzwickede/Menden&Iserlohn (Kreis MK) : Blässgänse, Höckerschwäne, Kleinspecht, Mittelspecht, Kolkrabe und NWO Wasservogelzählung (im MK) mit u.a. Seidensänger, vielen Schnatterenten, Pfeifenten, Löffelenten, Krickenten, Gänsesägern und Wasserrallen 10. & 14.11.2025 (K.&A.Matull)

Am Montag (10.11.) starteten nach Sonnenaufgang mindestens 206 Blässgänse vom Geiseckesee in den Tag. Da der Abzug bereits im Gange war, könnte die Gesamtzahl sogar noch höher gelegen haben. Ebenfalls beeindruckend war die Anwesenheit von 107 Höckerschwänen. Während sich die Kleinvögel im angrenzenden Wald rar machten, gab es neben einem weiblichen Kleinspecht, einen Mittelspecht und einen Kolkraben doch noch erfreuliche nennenswerte Beobachtungen.

Neben dem Fokus auf die lokalen Beobachtungen ergeht an dieser Stelle ein „Blick über den Tellerrand.“ Im Märkischen Kreis konnten bei der NWO Wasservogelzählung in Menden an den Oeseteichen mit 225 Schnatterenten beinahe doppelt so viele Individuen als alle andere relevanten Arten zusammen beobachtet werden. Mit 6 Krickenten, 5 Pfeifenten und 2 Löffelenten ist jedoch eine gewisse Vielfalt bei den Enten vertreten. Zur Vervollständigung sind hier noch 2 Höckerschwäne, 85 Stockenten+4 Bastard/Fehlfarben, 17 Reiherenten, 4 Zwergtaucher, 3 Kormorane, 3 Graureiher, eine Wasserralle, 6 Teichrallen, 5 Blässrallen (sehr wenig!), ein Eisvogel und eine Gebirgsstelze zu nennen.

Am Seilersee in Iserlohn verweilt nach wie vor ein Seidensänger. Erfreulicherweise hat die Stadt Iserlohn bereits positiv auf die Anregung zur exakten Definition der Habitaterhaltung reagiert. Es wurde die Bereitschaft signalisiert bei der nächsten Grünpflege die Maßnahmen zum Schutz dieser Art zu berücksichtigen. Der Erhalt von dichter Ufervegetation ist dabei (auch bzw. gerade im Winter) von hoher Bedeutung. Das Überwinterungspotential ist bei dieser Art immer gegeben. Die aktuellen Beobachtungen dieses Seidensängers und eines weiteren im 30 km nordöstlich entfernten Hamm eröffnet eine interessante Perspektive für die Region. Vor dem Hintergrund der zentralen Lage des Kreises Unna ( mit diesjährigen Seidensänger Beobachtungen in der Lippeaue) sind diese erkennbaren Überwinterungsversuche in den direkten Nachbarkreisen ein spannendes Zeichen für die fortschreitende Arealexpansion der Art.

Ergänzend wurden bei der NWO Wasservogelzählung am Seilersee folgende Arten beobachtet: eine Kanadagans, 17 Nilgänse, 72 Stockenten+4 Bastard/Fehlfarben, 7 Tafelenten, 17 Reiherenten, 2 Gänsesäger, 4 Zwergtaucher, ein Haubentaucher, 13 Kormorane, 3 Graureiher, eine Wasserralle, 6 Teichrallen, 16 Blässrallen, ein Eisvogel und eine Gebirgsstelze.

Weiblicher Kleinspecht in herbstlicher Atmosphäre am angrenzenden Wald des Geiseckesees.10.11.2025 (Foto: Andre Matull)
Nicht weit entfernt hielt sich dieser Mittelspecht auf. Im Herbst steigt dieser alternativ bzw. ergänzend auch auf pflanzliche Nahrung wie z.B. auf Eicheln (siehe Foto) um. 10.11.2025 (Foto: Andre Matull)
Viele balzende Schnatterenten auf den Oeseteichen in Menden am 14.11.2025. (Foto: Andre Matull)