Gesehen - Gehört

Fröndenberg/Schwerte: Blaukehlchen, Seidensänger, Wespenbussarde, Neuntöter, Braunkehlchen, Rohrweihen, Flussuferläufer, Waldwasserläufer, Bekassinen, Baumpieper, Grauschnäpper, Sperber Kolkraben, Zilpzalpe u.a. vom 29.08- 03.09.2026 (K. & A.Matull)

Bei einem Besuch des Elsebachtals in Schwerte am 29.08. präsentierte sich der gleichnamige und für das Gebiet charakteristische Bach weiterhin komplett ausgetrocknet. Beobachten ließen sich hier u. a. 4 nahrungssuchende Grauschnäpper, 2 Kolkraben sowie eine südwestwärts ziehende Rohrweihe.

Tags darauf (30.08.) auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg u.a. 7 Waldwasserläufer und 9 Bekassinen, die durch eine diesjährige Rohrweihe aufgescheucht wurden.

​Frühmorgens am 02.09. im Schwerter Ruhrtal westlich vom Gutshof Wellenbad u. a. eine Schlafplatzauflösung von >374 überfliegenden Gänsen, überwiegend Graugänse, sowie 2 dicht aufeinanderfolgende, flussabwärts streichende Flussuferläufer. Ebenda eine südwestwärts ziehende männliche Rohrweihe und 3 in westliche Richtung ziehende Wespenbussarde. Auf der Röllingwiese in Schwerte u. a. 7 Flussuferläufer und eine weitere Rohrweihe.

Südlich der Ruhr im NSG Mühlenstrang wurde nach mehrwöchiger Pause erneut der Seidensänger singend gehört. Das Territorium gilt bislang als reines Gesangsrevier. Hinweise auf eine Verpaarung oder ein Brutgeschäft fehlen, sind aber wegen der heimlichen Lebensweise der Art und des unübersichtlichen Geländes nicht völlig ausgeschlossen. Spannend bleibt, ob der Vogel hier überwintert. Da die Ruhr meist eisfrei bleibt und Seidensänger in Mitteleuropa als standorttreu gelten, wäre eine Grundvoraussetzung gegeben. Ein Verbleib hängt jedoch auch stark vom Erhalt der dichten Ufergehölze ab. Vorschnelle Pflegemaßnahmen der Gewässerunterhaltung könnten diese lebenswichtigen Deckungs- und Nahrungsstrukturen zerstören, worauf die Art äußerst sensibel reagiert.

Anders als im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt gelang im NSG Mühlenstrang (Schwerte) kein Nachweis rastender Braunkehlchen – nahrungsbedingt scheinen sich Rastspitzen auf ganz bestimmte Hotspots zu konzentrieren (wie etwa Rapsstoppelfelder; siehe dazu auch die gestrige Meldung von B. Glüer). Zu beobachten waren im NSG Mühlenstrang bis zu 15 Zilpzalpe, teilweise mit Herbstgesang, sowie immer wieder durchziehende und rufend einfallende Baumpieper.

​Interessant war dafür der gestrige Tag (03.09.) auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg: Neben einem rastenden Blaukehlchen zeigten sich dort immerhin auch mindestens 2 Braunkehlchen, 3 diesjährige Neuntöter sowie ein Sperber mit Beute.

Rastgemeinschaft auf Totholz: Wegen des hohen Wasserstands und fehlender Schlammflächen nutzten am 02.09. gleich mehrere Flussuferläufer auf der Röllingwiese in Schwerte treibende Baumstämme zur Rast und Gefiederpflege. (Foto: Klaus Matull)
Wie jedes Jahr im Herbstzug bedienten sich die Braunkehlchen auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg auch an den Beeren des Roten Hartriegels. 03.09.2026 (Foto: Klaus Matull)
Gleich 3 diesjährige Neuntöter wählten am 03.09. auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg Weidepfähle und Stauden als Ansitze zur Insektenjagd. (Foto: Andre Matull)
Inmitten des unruhigen Gewimmels aus Neuntötern, Braunkehlchen, Grasmücken, Stieglitzen u.a. saß für wenige Augenblicke dieser unscheinbare Vogel an der Uferböschung. Erst bei der anschließenden Durchsicht der Aufnahmen auf dem Display der Kamera vor Ort offenbarte sich die Überraschung: Ein Blaukehlchen von hinten! Im Feld ist die Art aus dieser Perspektive – und für wenige Sekunden sichtbar – nahezu unscheinbar. Erst der geschärfte Blick auf das Foto zeigte hier mit u.a. der kontrastreich abgesetzten, rostroten Schwanzbasis sowie den deutlichen Überaugenstreif entscheidende und typische Merkmale des Blaukehlchens. 03.09.2026 (Foto: Andre Matull)
​Als besonderer Rastvogel zeigte sich, leider nur kurzfristig und heimlich, das Blaukehlchen später noch einmal in der Frontansicht, in der die Art auch ohne optische Hilfsmittel sofort eindeutig zu erkennen ist. Es nutzte das dichte Krautgestrüpp auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg zur ausgiebigen Nahrungssuche…. 03.09.2026 (Foto: Andre Matull)
…genauso wie einen erhöhten Pfosten als freie Ansitzwarte. 03.09.2026 (Foto: Klaus Matull)