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Fröndenberg / Unna: Rapsstoppelfelder als bedeutendes Nahrungshabitat für Braunkehlchen, Steinschmätzer, Wiesenschafstelzen, Rauchschwalben, Stare, Brachpieper (u.a.), weiterer Baumfalken-Brutnachweis, Weinhähnchen (Erstnachweis für den Kr. UN?), 03.09.2026 (B.Glüer)

Derzeit stellen Rapsstoppelfelder besondere Hotspots des Vogelzuges dar. Offenbar bieten sie vor allem Insekten fressenden Arten ein Nahrungsangebot. Bei einer systematischen Suche auf solchen Flächen konnten am 01.09. zwischen Frdbg.-Ostbüren und der Strickherdicker Feldflur allein 71 Braunkehlchen gezählt werden – mit maximal 23(!) Individuen auf einem einzigen Feld (zwischen UN-Stockum und Frdbg.-Ostbüren). Auf demselben Feld gleichzeitig >150 Rauchschwalben, >15 Wiesenschafstelzen, >5 Steinschmätzer, ~2000 Stare, >60 Bluthänflinge. Wenige Hundert Meter westlich konnte Ute Becker Tage zuvor (30.08.) sogar 2 Brachpieper entdecken.

Vor der eigenen Haustür (Frdbg.-Hohenheide) macht sich zurzeit nach Einbruch der Dunkelheit aus der Insektenwelt immer wieder ein ungewöhnlicher „Neubürger“ akustisch bemerkbar. Zunächst ließ sich der (für meine Ohren unbekannte) Rufer nicht exakt lokalisieren – erzeugte jedoch so etwas wie „Mittelmeer-Flair“. Inzwischen gelangen per Handy einige Aufnahmen und mit dem Spürsinn von Hermann Knüwer auch eine Artbestimmung: Weinhähnchen (Oecanthus pellucens). Die gedankliche Assoziation mit dem Mittelmeer leitet dabei zu einem bemerkenswerten Tatbestand über. Denn tatsächlich war das Weinhähnchen ursprünglich in mediterranen und deutlich wärmeren Gefilden beheimatet. Vor allem über die Oberrheinische Tiefebene und später entlang traditioneller Weinanbaugebiete mit sonnenexponierten, warmen Hängen breitete sich diese Grille schließlich kontinuierlich Richtung Norden aus. Vermutlich gelang jetzt für diesen „Klima-Gewinner“ der erste Nachweis für den Kreis Unna.

Vier von insgesamt 23 Braunkehlchen auf Rapsstoppeln zwischen der B1 und der A 44 bei Frdbg.-Ostbüren, 01.09.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… eines von heute 13 Braunkehlchen ebenda …, 03.09.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ebenda mindestens 5 Steinschmätzer…, 03.09.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… Wiesenschafstelzen sind zwar meist am Boden und deshalb schwieriger zu zählen, bilden jedoch lediglich kleine Trupps von selten zweistelliger Kopfstärke…, 03.09.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… Rauchschwalben nutzen die Emsigkeit von Staren, die am Boden offenbar zahlreiche Fluginsekten aufstöbern und folgen ihnen deshalb immer wieder…, 01.09.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
…nur aus großer Entfernung für ein Belegfoto erwischt und trotzdem sehr erfreulich: zwei Brachpieper südlich der B1 bei UN-Lünern …, 30.08.2026 (Foto: Ute Becker)
… sogar das Grubbern von Rapsstoppelfeldern fördert nutzbare Nahrung zu Tage…, 03.09.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… Teil eines riesigen Starenschwarmes mit (geschätzt) > 4500 Individuen suchen den aufgewühlten Untergrund ab, 03.09.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Wie schon im Vorjahr haben zwischen UN-Kessebüren und Frdbg.-Ostbüren wieder Baumfalken auf einem Hochspannungsmast erfolgreich gebrütet. Hier hat ein Jungvogel gerade eine Beute in der Luft übergeben bekommen, 02.09.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
In unseren „Breiten“ eine ungewöhnliche Geräuschkulisse: Gesang des Weinhähnchens, der bei Einbruch der Dunkelheit ertönt – Dank an Andre Matull für die technische Aufbereitung! 02.09.2026 (Handy-Aufnahme: Bernhard Glüer)