Autor: bg

Fröndenberg / Unna: Vogelzug mit Trauerschnäppern, Grauschnäppern, Gartenrotschwänzen, Braunkehlchen, Steinschmätzern, Baumpiepern, Wespenbussard u.a., 28.08.2026 (B.Glüer)

Der Vogelzug verläuft bis dato weitgehend unspektakulär, doch unter den Kleinvögeln treten einige Arten jetzt vermehrt in Erscheinung. Beim Trauerschnäpper könnte es in Nord- und Osteuropa vielleicht sogar eine besonders erfolgreiche Brutsaison gegeben haben, denn derzeit sind rastende Vögel beim Insektenfang an geeigneten Stellen (Obstwiesen, sonnige Gehölzsäume, windgeschützte Lichtungen / Gärten etc.) fast zuverlässig anzutreffen. Nach eigenen Zufallsbeobachtungen an regelmäßig aufgesuchten Stellen kam es ab dem 09.08. zu 33 Sichtungen mit bis zu 4 Individuen gleichzeitig an einem Ort. Auch Grauschnäpper fielen an denselben Orten verstärkt auf. – Innerhalb von 4 Wochen (28.07. – 28.08.) kam es zu 96 Sichtungen mit bis zu 8 Individuen gleichzeitig. Daneben tauchen auch Gartenrotschwänze derzeit als Durchzügler bei uns auf. Eher verhalten ist das Erscheinen von Braunkehlchen oder Steinschmätzern (heute >13 Braunkehlchen und 11 Steinschmätzer um UN-Kessebüren /Strickherdicker Feldflur). Wiesenschafstelzen fehlen weitgehend (heute lediglich 3 Individuen in der Strickherdicker Feldflur).

Der Bausenhagener Sportplatz erweist sich immer wieder für rastende Kleinvögel als ein bevorzugter Sammelplatz. Die Bandenwerbetafeln und andere Sitzwarten rings um zwei Rasenplätze mit Gehölzsäumen werden gern aufgesucht. Hier sind 4 von insgesamt 8 Grauschnäppern mit 1 Trauerschnäpper (an zweiter Position von rechts) und einer Bachstelze (unscharf im Hintergrund) zu sehen…, 25.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… auch Gartenrotschwänze erscheinen mit bis zu 3 Exemplaren …, 28.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… dieser Trauerschnäpper im Tornetz konkurriert (bei genauem Hinsehen!) an gleicher Stelle mit einem weiteren Insektenjäger (Spinnenetz rechts oben)…, 28.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… direkte Nachbarschaft zu einem Artgenossen wie hier auf dem Ballfangzaun ist allerdings eher selten zu sehen…, 28.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… denn um die besten Ansitzplätze wird immer wieder gestritten, 28.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… auch bis zu drei Grünspechte suchen die Sportplätze auf. Hier ein ins Alterskleid wechselnder Jungvogel (diesj.) mit einem Grauschnäpper (unscharf im Hintergrund) auf dem Dach eines Unterstandes…, 28.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… Ballfangzaun als Ruheplatz für insgesamt 32 Bachstelzen, 28.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Ein weiterer Kleinvogel-Hotspot ist eine NABU-Obstwiese im NSG Mühlhauser Mark mit bis zu 8 Grauschnäppern …, 22.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… teilweise mit Jungvögeln „im Schlepp“, die zwar schon weitgehend selbstständig sind, jedoch immer wieder etwas „zugesteckt“ bekommen (hier eine Beere eines Hartriegelbusches)…,22.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ebenda einer von zwei Baumpiepern – eher als Ausnahmegast …, 24.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Dieser weibliche Wespenbussard über der Mühlhauser Mark zeigte sich im NSG zweimal und ist möglicherweise der weibliche Part des dortigen Brutpaares, 25.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Ein spätes Landkärtchen nahe dem Mühlhauser Storksbachbruch – offenbar einer dritten Generation zugehörig. Die jetzt schon verkürzten Tage bewirken, dass der Braunanteil in den schwarzen Flügelfeldern der jetzt noch fliegenden, späteren Sommergeneration wieder zunimmt, 24.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Unna / Fröndenberg: Zweiter(!) Wespenbussard-Brutnachweis, leuzistische Rauchschwalbe, Gartenrotschwänze, 17.08.2026 (B.Glüer)

Der erst gestern begründete Verdacht auf eine zweite Wespenbussardbrut im Unnaer Osten konnte heute bestätigt werden: an selber Stelle in der Mühlhauser Mark zeigte sich nicht nur erneut der wieder äußerst nervöse Wespenbussard-Mann, sondern auch ein frisch flügger Jungvogel, der schon recht sicher über den Baumkronen kleine Runden drehte.  Außerdem ebenda unter ca. 25 Rauschschwalben ein leuzistischer Jungvogel sowie zwei Gartenrotschwänze. Auch auf dem Bausenhagener Sportplatz heute unter anderem zwei Gartenrotschwänze.

Erneut zeigt sich das Wespenbussard-Männchen wie schon am Vortag über der Mühlhauser Mark…, 17.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… nur sehr kurz über Baumkronen erscheint dieser junge Wespenbussard. Es gelingen eher zufällig aus größerer Entfernung lediglich zwei Aufnahmen, die hier als Montage zusammengefügt sind. Erst zu Hause am PC kommt die erfreuliche Gewissheit, dass es sich um einen jungen Wespenbussard (!) handelt, 17.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)










… ebenda auch diese ungewöhnliche „Erscheinung“ – eine fast völlig weiße, junge Rauchschwalbe…, 17.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… auch hier gelingen nur zwei brauchbare Fotos. Da die Augen erkennbar dunkel und auch um den Schnabel ein für Rauchschwalben typisches Zeichnungsmuster gerade noch zu erkennen ist, spricht man von Leuzismus (nicht von Albinismus), 17.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg / Unna: Wespenbussarde, Gartenrotschwänze, Trauerschnäpper u.a., 16.08.2026 (B.Glüer)

Jetzt in der zweiten Augustwoche lässt sich – wie im Falle des Baumfalkenbrutnachweises von Clemens Rethschulte (s.u.) – noch der eine oder andere heimliche Spätbrüter nachweisen. So konnte von H. Knüwer und H. Maas bei den Routinezählungen südlich des Hemmerder Schelks offenbar auch das Weibchen zum dortigen Wespenbussard-Brutpaar am heutigen Vormittag dokumentiert werden. Rückblickend klärt sich möglicherweise eine irritierende Beobachtung eines Wespenbussardpaares bei Bausenhagen vom 02.07.26. Das damals fotografierte Weibchen, wurde fälschlicherweise als Indiz für eine fehlgeschlagene Brut des angetroffenen Paares gewertet, da in den ersten Julitagen die Weibchen eigentlich immer fest auf dem Horst sitzen. Mit dem Kenntnisstand von heute kann man annehmen, dass das damalige Weibchen gar nicht der Partner „unseres“ Männchens gewesen ist. Nach Fotoabgleich mit den Bildern von Andre Matull könnte es sich allerdings bei dem heute von ihm auf der Kiebitzwiese fotografierten Weibchen um das Tier vom 02.07. über dem Bausenhagenr Schelk handeln. Neben Übereinstimmungen im Farbmuster des Gefieders fällt auch ein übereinstimmender Handschwingenschaden bei H6 linksseitig auf. Die Bildbeispiele zeigen einmal mehr, dass Fotos in beinahe dedetivischer Spurenarbeit erhellende Details zur individuellen Einordnung und Brutpaarsuche ermöglichen.

Eine weitere unerwartete Wespenbussardbeobachtungen () in der Mühlhauser Mark vom heutigen Vormittag gibt Anlass zur Hoffnung auf ein zweites Brutpaar im Unnaer Osten. Ebenda auch ein männlicher Gartenrotschwanz und eine Klappergrasmücke rastend. Ebenso zeigte sich ein Durchzügler-Gartenrotschwanz auf dem Bausenhagener Sportplatz sowie unter anderem auch ein Trauerschnäpper.

Dieses von H. Knüwer und H. Maas östlich von Bausenhagen ausgemachte Wespenbussardweibchen könnte der weibliche Part des Brutpaares im Hemmerder Schelk sein…, 16.08.2026 (Foto: Hermann Knüwer)
… in der Bildmontage wird deutlich, dass das heutige Weibchen (links) nicht mit dem Weibchen vom 02.07. identisch ist, das damals mit dem Bp. vom Hemmerder Schelk in Verbindung gebracht worden war – das jedoch auffällige Übereinstimmungen mit dem heutigen Wespenbussardweibchen von A. Matull zeigt (siehe unten)…, 16.08.2026 (Fotos: Hermann Knüwer, Bernhard Glüer)
Mit diesem bisher unbekannten Wespenbussardmännchen im NSG Mühlhauser Mark nimmt die Spannung bezüglich möglicher Brutvögel nochmal zu, denn dieser Vogel zeigt deutliche Verhaltensmuster eines Reviervogels …, 16.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… nach einzelnen gepfiffenen Rufimitationen antwortet er sehr intensiv und kreist lange immer wieder rufend über diversen Gehölzkomplexen. Ein solches Verhalten wird oft in der Phase des Selbstständigwerdens möglicher Jungvögel und aufkommender Zugunruhe gezeigt. Die Jungvögel verlassen unmittelbar nach dem Flüggewerden, in der zweiten Augusthälfte die Brutheimat direkt Richtung Zentralafrika …, 16.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Trauerschnäpper auf dem Bausenhagener Sportplatz …, 16.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… die Fußballgerätschaften bieten vielseitige Ansitzmöglichkeiten für die Insektenjagd – hier im Ballfangzaun eines Tores …, 16.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… auch dieser Gartenrotschwanz weiß den Sportplatz zu nutzen, 16.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg: Braunkehlchen, Steinschmätzer, Trauerschnäpper, Grauschnäpper, Schwalbenschwanz, 14.08.2026 (B.Glüer)

Heute oberhalb Priorsheide (Frdbg.-Bausenhagen) in sengender Hitze ein erster Steinschmätzer auf dem Wegzug rastend. Ein ebenda ruhelos vorbeifliegender Schwalbenschwanz „wollte“ nicht fotografiert werden. Gestern nur wenige Hundert Meter davon entfernt auf Rapsstoppeln 5 erste Braunkehlchen.

Auf dem Golfplatz „Am Winkelshof“ abends (13.08.) 2 Trauerschnäpper und eine Grauschnäpper-Familie mit mindestens 2 flüggen Jungvögeln, die jedoch noch gefüttert wurde.

Unter sengender Sonne mit flirrender Mittagshitze, die einem heißen Ofen zu entströmen scheint, ist kaum ein scharfes Foto machbar …, 14.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ein erster rastender Steinschmätzer scheint die Bedingungen seines Wegzuges bei 35,5 °C auch nicht unbedingt zu mögen. Mit geöffnetem Schnabel versucht er sich durch Speichelverdunstung Kühlung zu verschaffen, 14.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Eins von 5 ersten Braunkehlchen auf Rapsstoppeln westlich von Frdbg.-Bausenhagen, 13.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Unna / Fröndenberg / MK / Bönen / HAM: Wespenbussard (später Brutnachweis), Baumfalken, Trauerschnäpper, Grauschnäpper, Turteltauben, Mauersegler, Schmetterlinge u.a, 10.08.2025 (B.Glüer)

Was lange währt … – allen Unkenrufen zum Trotz ließ sich heute (endlich!) doch noch ein sicherer Brutnachweis für Wespenbussarde im Unnaer Osten mit Fröndenberg erbringen. Im Rahmen der von Hermann Knüwer in alter Tradition am 05.08. gestarteten Zugvogelzählung im Osten von Frdbg.-Bausenhagen war bereits mehrfach ein Wespenbussard-Männchen aufgefallen, das sich allein heute Morgen 4 x zeigte. Ein fünfter Wb konnte heute nicht eindeutig individuell angesprochen werden – es könnte der weibliche Partner gewesen sein. Zunächst stimmte bei allen Beobachtungen das regelmäßig erkennbare Muster im Erscheinen und Verschwinden optimistisch: die Start-Ziel-Betrachtung ergab den Hemmerder Schelk als „Dreh-und-Angelpunkt“. Somit schien sich eine bereits zu Beginn des Sommers aufgestellte Prognose (möglicher Brutversuch im Schelk?) zu bestätigen. Die heutigen Flugaktivitäten des Wb.-Männchens über mehrfach hin- und zurückgeflogene identische Strecken ließen Wabentransport vermuten, der schließlich zweimal bestätigt werden konnte. Auch die stark beschädigten Schwanzfedern des Männchens deuten daraufhin, dass in den zurückliegenden Wochen viele „Erdarbeiten“ gemacht worden sind und etliche Wespennester ausgegraben wurden. Gerade unmittelbar vor dem jetzt anstehenden Ausfliegen der oder des Jungen ist damit „kurz vor knapp“ doch noch ein Brutnachweis gelungen!

Gestern auf dem Golfplatz „Am Winkelshof“ (Frdbg.) ein erster rastender Trauerschnäpper auf dem Wegzug. Ebenda auch mehrfach an zwei konstanten Stellen jeweils Grauschnäpper mit Brutverdacht. Ein weiterer Revierfund an der „Bausenhagener Alm“ mit mindestens 2 flüggen Jungvögeln und mindestens ein Revier in den Hemmerder Wiesen. Im eigenen Garten (Frdbg.-Hohenheide) am 08.08. ein rufender Kleinspecht. Unsicher sind noch Brutnachweise für Baumfalken – jedoch lässt eine Reihe von Einzelbeobachtungen auf 1 Bp im Grenzbereich von Bönen/Hamm/Unna, 1 Bp im Raum Hemmerde/Holtum, 1Bp im Raum Wickede/Menden und 1Bp im Fröndenberger Westen schließen. Erfreulich ist der mehrfache Nachweis von Turteltauben knapp südlich der Kreisgrenze mit bis zu 5 Individuen in 3 Revieren.

Auch miserable Fotos können Freude auslösen, wenn damit ein lang erhoffter Brutnachweis gelingt: dieses Wespenbussardmännchen trägt eine Wespenwabe oder einen anderen Futterhappen, dessen Abtransport nur Sinn macht, wenn Jungvögel darauf warten. Somit kann hier von einer erfolgreichen Brut in Flugrichtung ausgangen werden …, 10.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… dasselbe Männchen bei seinem ersten Erscheinen auf der dann mehrfach geflogenen Route. Wespenbussarde haben derzeit mit einer Brut viel Arbeit, denn bereits in 8-10 Tagen verlassen Jung- und Altvögel als Langstrecken- und Transsaharazieher unsere Region auf einem gefahrvollen Zugweg Richtung Afrika, 10.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… in derselben Situation befinden sich Baumfalken, die ebenfalls sehr spät ihre Brut zum Ausfliegen bringen und uns schon Anfang September südwärts verlassen. Dieser Altvogel hat einen Ansitz nahe Steinen-Moskau bezogen, um mehrfach (vergeblich) an nahen Gehöften nach Schwalben zu jagen…, 31.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… hier hat die Brut von Turmfalken, die schon im Juni beendet worden war, einen tragischen Verlauf genommen. – Der auserkorene Brutplatz (Krähennest auf einem Hochspannungsmast / Strickherdicker Feldflur) wurde für einen Jungvogel zur Todesfalle. Er hat sich in verbauten Bindfäden verfangen und war leider längst tot, als ich das Unglück entdeckt habe, 02.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Hoffnung auf eine leichte Erholung bei den dramtisch zusammengebrochenen Beständen unserer Turteltauben kommt hier und da südlich der Ruhr und in den Mittelgebirgen auf. In den großflächig abgestorbenen Fichtenbeständen, denen nun vielfach sich natürlich ansiedelnde Jungwälder folgen, scheinen die Turteltauben günstige Bedingungen zu finden. Doch auch sie sind Zugvögel, die schon bald rings um das Mittellmeer einem intensiven (vielfach illegalen) Jagddruck ausgesetzt sind…, 30.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… da Turteltauben gern exponierte Singplätze aufsuchen, nutzen sie abgestorbene Fichten und trockene Äste hoher Baumkronen oft auch als Ruheplatz mit optimaler Rundumsicht…, 01.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… die Mauersegler haben uns bereits verlassen und ihre große Reise angetreten. Ein letzter Altvogel verlässt hier noch einmal die Bruthöhle, in der tags zuvor noch Junge gefüttert worden waren. Acht Brutpaare haben erfolgreich unter unserem Dach (Frdbg.-Hohenheide) Nachwuchs aufgezogen, 31.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… auch seine (ihre?) Tage sind gezählt – weiblicher Kaisermantel im eigenen Garten auf Schmetterlingsflieder. Die Flugzeit der einzigen Jahresgeneration nähert sich dem Ende. – Hoffentlich gibt es genug abgelegte Eier, die im nächsten Jahr eine neue Generation hervorbringen…, 08.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… für diesen einst häufigen Falter (Kleiner Fuchs), der sich auf demselben Strauch eingefunden hat, sieht es weiterhin schlecht aus. Eventuell an Brennnesselsäumen abgelegte Eier oder schon kleine Jungraupen, die noch im Spätsommer neue Falter hervorbringen müssten, fallen gerade in diesen Tagen den überall im Einsatz befindlichen Mulchmähern zum Opfer, 24.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… dieses kurz vor der Kopula befindliche Paar Weißkleegelblinge hat evtl. bessere Chancen. Vor allem auf ausgedehnten Grünlandflächen können sich mit Glück die zu erwartenden Raupen zu neuen Schmetterlingen entwickeln (Ruhrwiesen bei Wickede), 08.08.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg / Unna: Flussregenpfeifer (Bruterfolg), Weißstörche, Grauschnäpper (Bestandszusammenbruch?!), Kiebitz (Spätbrut), Schmetterlinge u.a., 10.07.2026 (B.Glüer)

In den Hemmerder Wiesen noch immer (flugunfähiger) Kiebitznachwuchs. Drei > 3 Wochen alte Küken, die vermutlich aus einem Nachgelege stammen, das auf einem benachbarten Maisfeld am 20.05. markiert und anschließend vom Landwirt bei der Feldarbeit umfahren worden war. Derzeit werden sie noch auf der südlichen NSG-Fläche nahe dem Aussichtshügel von den Elternvögeln betreut. Dass sogar dieses Gelege erfolgreich war und nach dem Schlupf und Umzug ins Kerngebiet wohl noch vom Schutz des E-Zaunes profitiert haben dürfte, ist ein schöner Erfolg.

Nur bedingt erfreulich ein für mich erster (sicherer!) Brutnachweis von Grauschnäppern (Wassergewinnungsgelände bei Frdbg.-Langschede). Diese Art hat offensichtlich in zurückliegenden Jahren dramatisch abgenommen. Vor ca. zwei Jahrzehnten wurden zum Beispiel von W. Prünte allein in Frdbg.-Bausenhagen bis zu 6 (!) Brutreviere per Klangattrappe nachgewiesen. Auch im eigenen Garten war der Grauschnäpper einst fast regelmäßig Brutvogel mit teils kuriosen Neststandorten (z. B. in einer für Winterfütterung ausgehöhlten Kokosnuss oder 2x in einer zersplitterten Schweglerbruthöhle). Bei erfolgreichen Bruten der letzten Jahre kam es meist auch nur zum Ausfliegen von lediglich 2-3 Jungvögeln.

In der Schmetterlingswelt erfreuen hier und da die Sommergenerationen einzelner Arten: teils zahlreiche Distelfalter als Nachkommen des Einflugs im Frühsommer, nahe Frdbg.-Ostbüren bis zu fünf Kl. Füchse an Feldwegen. Im eigenen Garten bis zu 3 Taubenschwänzchen an größeren Beständen blühenden Seifenkrauts, wo nach Sonnenuntergang auch größere Schwärmer auftauchen (Kiefernschwärmer, Ligusterschwärmer, Windenschwärmer, Mittlerer Weinschwärmer). In den Hemmerder Wiesen heute unter anderem ein Kl. Perlmuttfalter.

Grauschnäpper mit erbeuteter Schwebfliege auf einem Dreinagerohr/Filterbecken (Wassergewinnungsgelände / Frdbg.-Langschede) ansitzend. Als hochspezialiserte Fluginsekten-Jäger scheinen diese geschickten Flieger unter dem globalen Insektenschwund ganz besonders zu leiden. Nur noch sehr verstreut mit wenigen Einzelpaaren sind Grauschnäpper zu finden …, 05.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… der Ansitz vor blütenreicher Kulisse im Wassergewinnungsgelände, wo auch keinerlei Agro-Chemie zum Einsatz kommt, scheint noch ein gewisses Potenzial an Insekten-Beute zu bieten …, 05.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… diesmal ist es ein Tagpfauenauge, das im Flug ergriffen und zur nahen Brut gebracht wird, 05.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… in einem benachbarten Filterbecken hatten auch Flussregenpfeifer Bruterfolg. Einer von drei Jungvögeln zeigt sich hier schon relativ selbstständig …, 05.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… trotzdem behalten die Elternvögel von erhöhten „Wachposten“ alles aufmerksam im Blick…, 05.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… auch ein relativ spätes Rehkitz erblickte hier das Licht der Welt …, 05.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… sehr erfreulich ist auch dieses späte Elternglück in den Hemmerder Wiesen: zwei von drei Kiebitzküken (rechts im Bild mit der wachsamen „Mama“ links außen) können zwar noch nicht fliegen – sind aber „aus dem Gröbsten `raus“ …, 09.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ebenda werden auch diese fünf „Halbstarken“ noch regelmäßig mit Futter durch die Altvögel versorgt, auch wenn sie längst fliegen können…, 08.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… hier hat die neunjährige „Mama“ (kenntlich an dem Alu-Ring / links) einen ungewöhnlichen Fang gemacht. Ein Maulwurf wurde mit Schnabelhieben minutenlang bearbeitet, bevor er dann im Schlund verschwand, 03.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Einige Schmetterlinge aus der ersten Juli-Dekade (Fröndenberg/Unna), 10.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Im eigenen Garten ein bemerkenswerter Spezialist aus der unüberschaubaren Artenfülle heimischer Wildbienen, von denen vielleicht einige Arten bald verschwunden sind, bevor man sie überhaupt kennengelernt hat: Glänzende Natternkopf-Mauerbiene (Hoplitis adunca). Diese solitär lebende Wildbiene besucht tatsächlich ausschließlich die Blüten des Natternkopfes, um sich und ihre Brut zu ernähren, 06.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg / Unna: Wespenbussarde, Wiesenweihe, E-Zaunabbau u.a., 02.07.2026 (B.Glüer)

Über dem Bausenhagener Schelk heute ein Wespenbussardpaar kreisend. Leider ist diese Beobachtung nur bedingt erfreulich. Einerseits sind im Kr. UN Wespenbussardbeobachtungen äußerst rar geworden, andererseits ist in diesen Tagen das gemeinsame Kreisen eines Paares eher besorgniserregend, weil gewöhnlich in den ersten Julitagen die Brut (falls vorhanden) aus den Eiern schlüpft und das Weibchen dann kaum den Horst verlässt. Es ist daher zu befürchten, dass die Brut entweder verloren ist, oder es hat gar keine gegeben. Auf Fotos ist zu erkennen, dass es sich bei dem Männchen möglicherweise um einen schon mehrfach zwischen Unna und Fröndenberg (auch im Vorjahr `25) gesehenen Vogel handelt. Siehe hierzu auch vom 05.06.26: https://www.oagkreisunna.de/2026/06/05/froendenberg-waldschnepfenbalz-wespenbussarde-baumpieperbrut-u-a-05-06-2026-b-glueer/).

Südlich des Hemmerder Schelks gestern (01.07.) eine männliche Wiesenweihe jagend.

In den Hemmerder Wiesen wurde Anfang der Woche nach dem Abfahren der Heuernte der E-Zaun um das Kerngebiet des NSG abgebaut. Zum Schutz der Brutvögel vor Bodenprädatoren (hauptsächlich der Kiebitze) hatte dieser dort für 4 Monate gestanden. Um der Tageshitze zuvorzukommen, trafen sich 5 Helfer bereits um 05.30 Uhr. Sehr erfreulich: aus einer sehr späten Kiebitz(nach-)brut war noch mindestens 1 fast flügger Jungvogel in der Kernzone zu sehen. Insgesamt kann die arbeitsintensive Schutzmaßnahme als ausgesprochen erfolgreich gewertet werden. Auch wenn über die Wochen der Brutsaison aus der Ferne die oft in der Deckung „unsichtbaren“ Kiebitzküken nicht restlos durchgezählt werden konnten, ist in der Summe aller Beobachtungen doch davon auszugehen, dass mehr als 20(!) Küken aus mindestens 8 Bruten flügge geworden sind. Der Zaun war insgesamt vom 27. Februar bis zum 29. Juni aufgebaut und ist zwischenzeitlich 4mal freigemäht worden, um den Stromfluss ungehindert zu gewährleisten.

Ein Wespenbussardpaar über dem Bausenhagener Schelk kreisend (links: w, rechts: m). Zunächst freut man sich über die seltene Begegnung, doch das Weibchen sitzt in diesen Tagen normalerweise fest im Horst bei den genau jetzt aus den Eiern schlüpfenden Jungvögeln …, 02.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… in einer Bildmontage des Paares ist erneut zu erkennen, dass es sich bei dem Männchen um einen „alten Bekannten“ handeln könnte (vgl. Text oben). Das Weibchen weist im Großgefieder des linken Flügels Lücken und Schäden auf, die nicht durch Mauser zu erklären sind, weil gewöhnlich parallel die entsprechenden Federn beider Flügel gleichzeitig gemausert werden. So könnte dies ein Hinweis auf den vielfach dokumentierten illegalen Beschuss der Zugvögel – vor allem über Ländern des Mittelmeerraumes sein. An sogenannten „Flaschenhalssituationen“, wo Zugvögel wie Wespenbussarde sich an Meerengen oder Gebirgszügen bei ihren Langstreckenflügen konzentrieren, werden alljährlich noch immer viele von ihnen durch Wilderer abgeschossen, 02.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Jagendes Wieseweihenmännchen über einem Gerstenstoppelfeld südlich des Hemmerder Schelks, 01.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Heuernte mit vier Traktoren im Einsatz vor der angekündigten Gewitterfront bei fast 40 °C in den Hemmerder Wiesen…, 27.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… entlang der anschließend eingeleiteten „Flutung“ der Nassbereiche über das Stauwehr an der Amecke tummelt sich vielfältiges Vogelleben (heute unter anderem >34 Graureiher, im Bild auch diesj. Weißstörche, Lachmöwen, Kiebitze, Graugänse, Waldwasserläufer etc.), 02.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
An der Pfütze in einer Fahrspur im Getreide (Hemmerder Ostfeld) stillt dieser Fuchs seinen Durst, 29.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Weißkleegelbling über Kleeblüten südlich Frdbg.-Ostbüren, 01.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg: Mauersegler rückläufig, Turteltauben, Schmetterlinge u.a., 28.06.2026 (B.Glüer)

Anders als bei Hartmut Peitsch in Bönen geben die Fröndenberger Mauersegler Anlass zur Sorge. Die aktuellen Hitzetage führen ja gerade bei Mauerseglern zu auffälligem und regem Treiben, so dass sie an den traditionellen Brutplätzen gut beobachtet werden können. Die genaue Zahl der jeweiligen Brutvögel ist dabei meist schwer zu ermitteln, weil an den pfeilschnellen Flugspielen über den Dächern sich oft auch Mauersegler aus anderen Kolonien beteiligen und unter ihnen alljährlich durchschnittlich 40% – 60% „Nichtbrüter“ sind.

Der Kirchturm der Fröndenberger Stiftskirche bietet seit vielen Jahren die Möglichkeit, vom Turminneren eine große Kolonie über dem Glockenraum mit ihren Brutpaaren und den zustande gebrachten Gelegen zu zählen. Seit mehreren Jahren sind im Turm leider zwei ungünstige Trends zu beobachten. Zum einen nimmt die Gesamtzahl von einst oft mehr als 20 Brutpaaren stetig ab (im vergangenen Jahr `25 gab es nur noch 11 erfolgreiche von 18 begonnenen Bruten). Zum anderen beginnen nur noch wenige Paare direkt nach der Ankunft im Brutgebiet auch mit dem Brutgeschäft. Stattdessen gab es in der Vergangenheit immer wieder Bruten, die erst in der zweiten Juni-Dekade oder sogar noch später begonnen worden sind. Auch in diesem Jahr konnten bei einer ersten Kontrolle im Turm am 06.06. lediglich 11 begonnene Bruten gefunden werden. Eine gestrige Nachkontrolle (27.06.) erfüllte nicht nur nicht die Hoffnung auf zusätzliche, später begonnene Bruten, sondern auch von den zuvor erfassten Bruten waren bis dato nur 5 (!) erfolgreich verlaufen. Über die Gründe für den besorgniserregenden Trend kann man nur spekulieren. Leider ist dabei nicht von einem regionalen Einzelphänomen auszugehen. Auch die alljährlich landesweite Zählung des NABU („Stunde der Gartenvögel“) ergab innerhalb eines Jahres für den Mauersegler einen Rückgang von 24%. Da sich im Falle der Fröndenberger „Kirchturmsegler“ das Nisthöhlenangebot nicht verändert hat, müssen andere Gründe (Insektenmangel, nasskalte Wetterlagen im Mai etc.?) für den Rückgang verantwortlich sein.

Immerhin kann ich wie Hartmut Peitsch von der seit Jahren bestehende Kolonie am eigenen Haus (Frdbg.-Hohenheide) Positives berichten: von 11 angebotenen Nisthöhlen sind 8 mit erfolgreichen Bruten besetzt. Sie werden jedoch frühestens in der zweiten Juli-Hälfte ausfliegen.

Vordergründig betrachtet vermitteln die von schrillen Rufen begleiteten Flugspiele der Mauersegler bei dem anhaltend sommerlichen Wetter den Eindruck, dass – wie in anderen Jahren – viele Brutpaare den Kirchturm der Fröndenberger Stiftskirche besiedeln …, 28.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… die akrobatischen Flugmanöver lassen sich in der Regel problemlos aus nächster Nähe beobachten, denn als traditionelle Gebäudebrüter zeigen Mauersegler wenig Scheu vor Menschen …, 28.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… im Nachgang zeigt sich bei der Fotobearbeitung auch schonmal Kurioses: eine Seglerlausfliege nutzt offenbar bei freiem Sitz am äußeren Gefieder in der Hitze den Hochgeschwindigkeitsflug zur Abkühlung …, 27.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… die extreme Hitze der letzten Tage scheint auch den Seglern selbst einiges abzuverlangen. Anders als normalerweise fliegen sie oft mit hängenden Beinen und mehr oder wenig geöffnetem Schnabel…, 27.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… hier kommt es offenbar zu einem „Wettflug“ mit einer Wespe (links oben im Bild), 27.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Die Nachtigallen der Hemmerder Wiesen haben nach erfolgreichen Bruten (hier ein Altvogel mit Nachwuchs) das NSG größtenteils schon verlassen, 15.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Vorsichtigen Optimismus gibt es weiterhin in zwei Turteltauben-Revieren südlich der Ruhr (MK). Insgesamt konnten 5 Exmpl ausgemacht werden, 20.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Ebenfalls in „Nachbars Garten“ (HSK) dieser seltene Baumweißling (für mich Erstbeobachtung in NRW)…, 24.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… diese Schönheit zeigt sich immerhin in heimischen Gefilden (Bausenhagener Schelk): ein frischer Großer Fuchs. Mit dem nötigen Glück könnte er es bis ins kommende Jahr (2027) schaffen, 23.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg: Waldschnepfenbalz, Wespenbussarde, Baumpieperbrut u.a., 05.06.2026 (B.Glüer)

In diesen Tagen gelangen mehrfach Beobachtungen von balzenden Waldschnepfen. In der heimischen Vogelwelt gehören Waldschnepfen wegen der sehr heimlichen, oft dämmerungs- und nachtaktiven Lebensweise sicherlich zu den am schwierigsten zu beobachtenden oder quantitativ zu erfassenden Arten. Vor allem zur Brutzeit gibt es kaum Nachweise, obwohl sie in der Balz sogar vergleichsweise auffällig sind, wenn die Männchen auf der Suche nach Weibchen nach Sonnenuntergang potentielle Bruthabitate mit deutlich vernehmbarem „Quorren“ und „Puitzen“ überfliegen. Die meisten Nachweise erbringen bei uns überwinternde Exemplare aus dem Baltikum oder Skandinavien, wenn diese mal zufällig bei Waldspaziergängen vom Boden aufgescheucht werden. So konnten in Wäldern des Fröndenberger Nordens im vergangenen Winter bis zum 20. Februar 28-mal Waldschnepfen festgestellt werden. Danach gab es keine Beobachtungen mehr – insbesondere auch keine Balz, die einen Brutverdacht begründet hätte. Ähnlich verhielt es sich auch in zurückliegenden Jahren.

Am 26. und 27. Mai gelang nun Lukas Bischoff die Beobachtung von balzenden Waldschnepfen in der Nähe des alten Golfplatzes „Am Winkelshof“. Nach seinen Berichten ließen sich in einem kleinen Zeitfenster, knapp eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang bis zu 16 (!) Überflüge balzender Männchen zählen. Am 28.05. konnte ich dann erstmals ebenfalls an beschriebenem Ort ab 22.04 Uhr (Sonnenuntergang: 21.32 Uhr) 7-mal eine überfliegende Schnepfe teils aus kurzer Distanz beobachten – und es gelangen auch Fotos. Am 30.05. ab 21.53 Uhr (gemeinsam mit Lukas Bischoff und Mechthild Strathoff) nochmal 14 Überflüge und am 01.06. ab 21.56 Uhr 12 Überflüge ebenda. Diesmal ließen sich aufgrund der Flugrichtungen und Zeitabläufe zweifelsfrei 3 Individuen (2,1) unterscheiden. Gemeinsam mit Mechthild Strathoff wurde am 03.06. ein 1880 m entferntes Habitat überprüft, in dem es vergleichsweise viele Winterbeobachtungen gegeben hatte. Bei jetzt schlechterem Wetter (leichter Regen, Wind, gesunkene Temperaturen) konnten auch hier 2 Überflüge (ab 22.07 Uhr) beobachtet werden. Laut Brutvogelatlas / NRW überfliegen balzende Männchen Flächen von 45-50 Hektar, so dass hier von anderen Individuen ausgegangen werden kann. Am gestrigen Abend (04.06.) waren am ersten Standort – gemeinsame mit Ute Becker und Hermann Knüwer – keine Balzaktivitäten mehr festzustellen. Jedoch zeigte sich bodennah 3-mal eine nah vorbeifliegende und wieder landende, möglicherweise weiblich Waldschnepfe, die sogar in ca. 25 m Entfernung minutenlang auf einem Waldweg verharrte, was evtl. gegenüber unserer Anwesenheit als „Verleiten“ – und damit als Hinweis auf Nachwuchs gedeutet werden könnte. Das veranlasste uns dann auch zum „Rückzug“.

Mehr „Frust als Lust“ bereitet dieser Tage die Suche nach Wespenbussarden. Am 25.05. fiel immerhin über Frdbg.-Hohenheide ein Männchen auf, das sehr einem schon vorjährig im Raum Frdbg.-Bausenhagen mehrfach gesehenen (und fotografierten) Männchen ähnelte. Ein anschließend kontrollierter „Verdachtshorst“, der diesem Männchen zugeordnet werden könnte, wies tatsächlich minimale Begrünung auf. (Siehe hierzu auch folgende Meldung: https://www.oagkreisunna.de/2025/12/22/froendenberg-hausrotschwanz-waldschnepfen-wespenbussardhorst-biber-insekt-des-jahres-24-u-a-21-12-2025-b-glueer/). Am 28.05. zeigte sich niedrig fliegend ein Paar bei UN-Vinning und eine Beobachtung auf ornitho.de von Malte Busch am 31.05. eines Beute tragenden (eventuellen) Männchens lässt in diesem Raum ebenfalls hoffen.

Balzfliegendes Waldschnepfenmännchen nahe dem Fröndenberger Golfplatz „Am Winkelshof“. – Bei schon fortgeschrittener Dämmerung eine charismatische Erscheinung …, 30.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… in einem knappen Zeitfenster von ca. 20 Minuten werden bei fortschreitender Dunkelheit in Baumkronenhöhe Waldschneisen und Lichtungen auf der Suche nach den am Boden verharrenden Weibchen abgeflogen …, 01.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… dabei werden in ständiger Folge „quorrende“ und „puitzende“ Laute abgegeben, 01.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Ein Futter tragender Baumpieper nahe einer Aufforstungsfläche im Süden des Bausenhagener Schelks weist auf eine bis dato erfolgreiche Brut hin. Ebenda vermutlich zwei weitere Reviere, 02.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Eine vor Jahren von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises UN angelegte Schmetterlingswiese am Hemmerder Schelk macht ihrem Namen alle Ehre: neben diesem Schwalbenschwanz viele weitere Arten auf dem „Blütenteppich“, 1.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Möglicherweise zweimal derselbe Vogel: männlicher Wespenbussard (aktuell über Frdbg.-Hohenheide)…, 26.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ein im vergangenen Winter nahe Frdbg.-Frömern entdeckter, eventuell diesem Männchen zuzuordnender Horst weist zwei Tage später frische Begrünungen auf. Leider inzwischen keine weitere Bautätigkeit, 28.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg / Unna / MK: Bienenfresser, Turteltauben, Wespenbussard, Mauersegler, Kiebitznachwuchs (flügge!), Wiesenweihe, Schmetterlinge u.a., 25.05.2026 (B.Glüer)

Bei redensartlichem „Kaiserwetter“ waren nicht nur alle Pfingstwochenendler in Bestlaune – auch in Flora und Fauna scheinen die sommerlichen Temperaturen einiges in Bewegung zu bringen. So zeigte sich für mich heute (endlich!) der erste Wespenbussard (Hemmerder Wiesen) und beim Beobachten der zurzeit sehr aktiven Mauersegler, die sich abschließend auch unter unserem Dach noch freie Nisthöhlen aussuchen, zogen unerwartet zwei Bienenfresser ostwärts überhin. Bei den Schmetterlingen zeichnet sich mit der heißen Südwestströmung offenbar ein deutlicher Einflug von Distelfaltern ab. Knapp jenseits der Kreisgrenze, südlich der Ruhr (MK), konnten zwei Turteltaubenreviere ausgemacht werden (4 Rufer). Sehr erfreulich ergänzt diesen Fund eine Meldung von Marvin Stahl, der auf ornitho.de Turteltaubenbalz für den Fröndenberger Norden gemeldet hat.

In den Hemmerder Wiesen geht die Kiebitzsaison in die Schlussphase. Seit mindestens dem Ende letzter Woche fliegen erste Jungvögel bereits! Damit hat sich das Aufstellen des Elektrozaunes um die nasse Kernzone des NSG zum Schutz vor Bodenprädatoren schon jetzt gelohnt. Weitere Kiebitzküken aus späteren Bruten dürften noch folgen. Auf einem benachbarten Maisfeld wurde sogar noch ein spätes Nachgelege auf den Weg gebracht (20.05.). Das Gelege wurde markiert und wird bei landwirtschaftlichen Arbeiten umfahren. Die Chancen für den Nachwuchs, der erst Ende Juni schlüpfen wird, sind schon wegen der hohen Temperaturen und eventueller Trockenheit (weniger Regenwürmer verfügbar) ungünstig. Bleibt zu hoffen, dass der Maisaufwuchs bald Schatten und Deckung bietet.

Mauersegler sind bei dem derzeit sommerlichen Wetter sehr aktiv …, 25.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… wenn in allen beflogenen Nisthöhlen unter unserem Dach schließlich auch gebrütet wird, zeichnet sich ein neuer Höchstwert von >9 Brutpaaren ab…, 25.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… am Himmel unter den vorbeisausenden Mauerseglern plötzlich diese ungewöhnlichen Gäste Richtung Ost ziehend …, 25.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… Bienenfresser! – Stumm überhinfliegend sind sie nur wegen der Mauerseglerbeobachtung und rein zufällig aufgefallen, 25.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ein weiterer „Wandergesell“, dem eine weite, zurückgelegte Flugdistanz an den zerschlissenen Flügeln trotz der großen Aufnahmeentfernung anzusehen ist: Distelfalter (Hemmerder Wiesen), 24.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ein anderer seltener Gast in den Hemmerder Wiesen (auf Zaunpfosten links – männliche Wiesenweihe) scheint sich für die Solarpanele des Kiebitz-Elektrozaunes (rechts) zu interessieren …, 25.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
…ebenda – leider mit unbeirrbarem Nordkurs nur auf der Durchreise – von Mäusebussard (links) begleitet …, 25.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ein männlicher Wespenbussard, 25.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Außerhalb der geschützten Kernzone (Hemmerder Wiesen) versuchen Kiebitze auf einem Maisfeld noch eine späte Brut auf den Weg zu bringen. Erstaunlich, dass trotz des späten Termins mit 4 Eiern noch ein „vollständiges“ Gelege zustandekam, was sonst meist nur bei frühen Erstgelegen passsiert, 22.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Südlich der Kreisgrenze – in arttypischer Manier – eine rufende Turteltaube sehr exponiert auf einer freistehenden Lärche. Als Langstreckenzieher sind Turteltauben rings um das Mittelmeer starker Verfolgung ausgesetzt. Sogar jetzt – auf dem Heimzug in die europäischen Brutgebiete werden sie in vielen Mittelmeerstaaten abgeschossen. Das ist nicht nur illegal, sondern widerspricht zu Beginn der Brutzeit auch jeder Logik einer nachhaltigen Jagd, weil dadurch eine ausreichende Erholung der Bestände unmöglich wird, .., 23.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Ein für mich erster Kleiner Fuchs `26 ebenda. Inzwichen auch mit >2 weiteren Exempl. am Hemmerder Schelk nachgewiesen, 22.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ebenfalls südlich der Ruhr als „Paarungstandem“ zwei Mauerfüchse (mit Einzelexemplaren auch in Fröndenberg bereits wieder aufgetaucht), 22.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg / Unna: Baumfalken, Grauschnäpper, Sumpfrohrsänger, Gelbspötter, Gartenrotschwanz, Regenbrachvogel, Schwarzkehlchen-Nachwuchs, Kiebitz-Nachwuchs u.a., 17.05.2026 (B.Glüer)

Der Vogelzug mit den späten Heimkehrern und Rastvögeln geht inzwischen dem Ende entgegen. So hatte auch ich heute (meine ersten) Sumpfrohrsänger mit je einem Sänger in der Strickherdicker Feldflur und einer SO von UN-Hemmerde. Außerdem ein (für mich erster) Gelbspötter in den Hemmerder Wiesen, ein (für mich) erster (und einziger!) Grauschnäpper gestern u. heute in Frdbg.-Warmen. In der Strickherdicker Feldflur heute noch 4 rastende Steinschmätzer (der erste ebenda am 06.04. von B. Nikula). In den Hemmerder Wiesen heute noch >2 Grünschenkel und 1 Rotschenkel. Vorgestern (15.05.) ebenda sogar ein rastender Regenbrachvogel.

Alles Suchen nach Wespenbussarden auf dem Haarstrang und im Ruhrtal war bisher leider vergebens. Hingegen heute erfreulich – das Erscheinen von 2 Baumfalken in der Strickherdicker Feldflur mit Revier- und Balzverhalten (Beuteübergabe).

Das Brutgeschehen zeigt hier und da bereits erfreuliche Ergebnisse: in den Hemmerder Wiesen konnten innerhalb des E-Zaunes gestern aus der Ferne 14 (!) Kiebitzküken gezählt werden. Da einige schon recht groß und gleichzeitig vorsichtig – andere ohnehin versteckt gar nicht zu sehen sind, kann man insgesamt von noch mehr Küken ausgehen (am 03.05. waren einmal 18 Küken gleichzeitig zu sehen!). Schwarzkehlchen haben teils ihre erste Brut flügge – im Hemmerder Ostfeld füttern >2 Paare flüggen Nachwuchs. An 3 Stellen gibt es im Südkreis Brutverdacht für Gartenrotschwänze (Frdbg.-Bentrop, Hemmerder Schelk, Westhemmerde).

Grauschnäpper mit Reviergesang in einem Hausgarten einer Wohnsiedlung in Frdbg.-Warmen, 17.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Einer von ca. 50 Mauerseglern im Wassergewinnungsgelände bei Frdbg.-Langschede. Die nasskalte Witterung macht den Mauerseglern zu schaffen. Aber auch insgesamt sieht es mit der Art nicht gut aus. So ermittelte der NABU bei der diesjährigen Zählaktion „Stunde der Gartenvögel“ sogar einen Rückgang von 25%, 17.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Ein besonderer Gast in den Hemmerder Wiesen: Regenbrachvogel. Der helle Scheitelstrich – gesäumt von je einem dunklen Seitenstrich mit dem deutlich kürzeren Schnabel und der insgesamt geringeren Größe unterscheiden ihn vom Großen Brachvogel, 15.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Vermutlich als Paar hielten sich diese beiden Nonnengänse mindestens 4 Tage im Umfeld der Hemmerder Wiesen auf, 07.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Am Rande eines Rapsfeldes noch ein männliches Braunkehlchen nahe Steinen-Moskau, 16.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Drei Thunbergschafstelzen im Hemmerder Ostfeld auf einem Kartoffelacker Nahrung suchend. Am Folgetag (09.05.) konnte Hartmut Brecher ebenda 9 (!) Exemplare beobachten …, 08.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… bisher bleibt es bei nur zwei Nachweisen rastender Thunbergschafstelzen, 08.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Gartenrotschwanzpaar nördlich von Frdbg.-Bentrop mit Revierverhalten, 08.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Weibliches Schwarzkehlchen mit erbeuteter Schnake und einem flüggen Jungvogel folgend (Hemmerder Ostfeld) …,16.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ein weiteres Nestgeschwister verfolgt die Szene von seiner Sitzwarte im Kerbel des Wegesrandes. Leider werden blühende Wegsäume derzeit bereits wieder an vielen Stellen rigoros abgemäht, 16.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Als echte Erfolgsgeschichte erweisen sich bisher alle Arbeiten um das Brutgeschäft der Kiebitze in den Hemmerder Wiesen. Innerhalb des schützenden Elektro-Zaunes (Hintergrund) sind aus der Ferne 3 fast erwachsene Kiebitzküken zu sehen (gelbe Pfeile), 16.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg / Unna / Bönen / MK: Ringdrossel, Mauersegler, Baumfalke, Baumpieper, Kiebitze u.a., 01.05.2026 (B.Glüer)

Mit den ersten Maitagen können nun die letzten Heimkehrer unserer Zugvögel erwartet werden. Hartmut Peitsch hat heute mit Grauschnäpper und Neuntöter bereits 2 späte Arten melden können. In den nächsten Tagen hoffen wir unter anderem auch noch auf Wespenbussarde. Südlich der Ruhr (MK) hatte ich heute meinen ersten Baumfalken und unter dem eigenen Dach sind bis gestern 6 Mauersegler als „Vorhut“ zurück und haben direkt die vertrauten Bruthöhlen in Besitz genommen. Der Vogelzug gehört sicher zu den spannendsten Naturphänomenen und gerade die Mauersegler demonstrieren alljährlich trotz ihres relativ kleinen Gehirns enorme Gedächtnis- und Orientierungsleistungen. Während sie sich bei Erstbesiedlungen einer potentiellen Bruthöhle misstrauisch sehr schwertun und Wochen brauchen, bevor sie ein erstes Mal hineinfliegen, steuern die meist gegen Abend an der alten Brutkolonie erscheinenden „Afrika-Heimkehrer“ die vertrauten Bruthöhlen mit hoher Geschwindigkeit an und verschwinden mit einer Sicherheit darin, als wären sie überhaupt nicht weg gewesen.

Derweil haben wir etwa bei den Kiebitzen fast schon „Halbzeit“ der diesjährigen Brutperiode und es zeichnet sich eine erste Bilanz ab. In dem besonders optimierten Hotspot „Hemmerder Wiesen“ sind teilweise bis zu 11 Küken zu beobachten. Nach dort mindestens 6 begonnenen Bruten mit durchschnittlich 4 Eiern pro Nest müssten es rechnerisch 24 Küken sein. Auch im Bönener Industriegebiet begann die Saison auf der Ausgleichsfläche zunächst erfreulich. Mit insgesamt ebenfalls 6 Gelegen waren auch hier bis zu 11 Küken zu beobachten – jedoch gestern (30.04.) fand sich dort nur noch ein einziges.

Jenseits der Ruhr zeigt sich auf Mendener Seite (MK) ein für mich erster Baumfalke des Jahres, 01.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Als durchreisender Rastvogel eine Nahrung suchende Ringdrossel (m) auf dem kurz geschorenen Bolzplatz südlich Frdbg.-Ostbüren…, 23.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… mit üppiger Beute – einem stattliche Regenwurm, 23.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ein solcher Happen wäre dem Kiebitzküken dringend auch zu wünschen. Doch bei der anhaltenden Trockenheit und dem fortlaufend „schönen Wetter“, das für Kiebitze gar nicht schön ist, sieht es für den Kiebitznachwuchs hier schlecht aus…, 25.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… „Quo vadis?“ könnte man einem alten Bibelzitat folgend das Küken fragen. Die Situation lässt erahnen, dass ein Vogel, der in die Verwandschaft der REGENPFEIFER gehört, gerade keine gute Prognose hat. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme lebten hier noch >7 Küken, 25.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… beinahe paradiesische Verhältnisse herrschen im NSG Hemmerder Wiesen für die hier erkennbaren „Kiebitzsprösslinge“. Auch hier sind zwar Verluste zu verzeichnen, doch die Nahrungssituatin ist deutlich besser und der unscharf im Vordergrund zu erkennenende Elektrozaun hält außerdem bisher sehr erfolgreich Bodenprädatoren vom Nachwuchs fern. Der Unterhaltungsaufwand ist allerdings hoch: gestern wurde die 700 m lange Zauntrasse ein drittes Mal freigemäht, um die elektrische Spannung aufrecht zu halten…, 29.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… möglicherweise profitieren von der Ungestörtheit innerhalb der Einzäunung auch die teils zu Hunderten vor allem nachts hier zur Rast einfallenden Watvögel. Schon Marvin Stahl hatte zurecht auf die erstaunlich hohen Rastbestände hingewiesen. Hier im Bild und in der Restfläche zum Zeitpunkt der Aufnahme >150 Bruchwasserläufer, 5 Kampfläufer, 1 Dunkelwasserläufer, 6 Grünschenkel, 2 Flussregenpfeifer u.a., 28.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Leider im Kr. UN weiterhin eine eher seltene Erscheinung: auf hoher Singwarte im Bausenhagener Schelk einer von hier 3 Revier haltenden Baumpiepern …, 01.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… dicht daneben in einer Aufforstungsfläche ein rivalisierender Reviernachbar, 01.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Unna / Fröndenberg / Bönen / Kr. SO: Kiebitze, Rebhühner, Nachtigall, Kuckuck, Dorngrasmücke, Grünschenkel, Kampfläufer, Temminckstrandläufer, Bruchwasserläufer, Uferschwalben u.a., 19.04.2026 (B.Glüer)

Inzwischen gibt es erste „Teilerfolge“ beim Einsatz um die Kiebitze – jedoch auch erneute Rückschläge und im „Hotspot Hemmerder Wiesen“ musste am Freitag, 17.04., ein zweites Mal der E-Zaun freigemäht werden. Derzeit werden innerhalb der Einzäunung 6 Gelege bebrütet. Auf der Bönener Ausgleichsfläche im Industriegebiet sind aus 3 Gelegen inzwischen Küken geschlüpft, während 2 weitere noch bebrütet werden. Das Brutfeld bei Bönen-Bramey wurde zwischenzeitlich bestellt – die Kiebitze sind verschwunden.

Gleichzeitig bringt der Heimzug vieler Zugvögel beinahe täglich interessante Rastvögel und Heimkehrer. Erste Nachtigall 10.04. (Hemmerder Ostfeld), erster Kuckuck 16.04. (Hemmerder Wiesen), erste Dorngrasmücke 17.04. (Bönen/Am Mersch) – weiter bemerkenswert: 1 Dunkelwasserläufer 14.04. (Hemmerder Wiesen), 12 (!) Löffelenten, 2 Temminckstrandläufer, 10 (!) Grünschenkel, 2 Flussuferläufer, 2 Waldwasserläufer, 1 Bruchwasserläufer jeweils am 19.04. und 12 Kampfläufer am 16.04. ebenda. Nahe Schlückingen 2 Rebhühner und 1 Ringdrossel am 18.04., mindestens eine weitere Ringdrossel in der Strickherdicker Feldflur am 14.04. und im Wassergewinnungsgelände Frdbg-Langschede heute u. a. >25 Uferschwalben.

Eines von drei Kiebitzweibchen mit Bruterfolg auf dem Bönener Ausgleichsfeld mit wenige Tage alten Jungen. Insgesamt sind 11 Küken wohlauf! 18.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Die scheinbare Familienidylle mit „Papa“ rechts im Hintergrund trügt, denn die „Mama“ hält das Männchen auf Abstand vom Nachwuchs …, 18.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… die stets sehr wachsamen Männchen sind in der Tat um keinen Streit verlegen – vor allem bei der Abwehr von potentiellen „Feinden“, die dem Nachwuchs gefährlich werden können …, 18.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… hier geht es mit vereinten Kräften gegen einen Beute suchenden Habicht (links) über den Hemmerder Wiesen …, 13.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… das von vorn kommende Kiebitzmännchen wirkt fast wie ein Kamikaze-Flieger. Doch diese Unerschrockenheit zeigt fast immer Wirkung. Wenn sie auch nicht aus Furcht das Kiebitzrevier verlassen, so sind anfliegende Luft-Prädatoren doch stets durch die Flugattacken derart verwirrt, dass es ihnen nicht mehr gelingt, sich auf Beute zu fokussieren…, 13.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… im vorliegenden Fall profitiert sogar diese Krickentenschar vom Einsatz der Kiebitze, denn sie waren das eigentliche Ziel des Habichts, 13.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… am Boden wurde inzwischen ein zweites Mal der E-Zaun freigemäht, der Bodenprädatoren von den Gelegen abhält. 17.04.2026 (Foto: Hermann Knüwer)
… hier waren alle Bemühungen um die Kiebitze leider vergeblich. Das kleine Bild zeigt die Nestsuche vergangener Tage. Auf dem zwischenzeitlich mit Kartoffeln bestellten Feld haben sich die Kiebitze bis auf ein einzelnes Männchen inzwischen zurückgezogen, 11.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer/Hermann Knüwer)
Der dem Kiebitz verwandte Flussregenpfeifer hat ähnliche Lebensraumprobleme. Er ist ebenfalls auf vom Menschen geschaffene „Sekundärlebensräume“ angewiesen. Auch wenn diese Kiesinsel genau dem Ideal entspricht … – sie befindet sich im Wassergewinnungsgelände (Frdbg.-Langschede) in einem Filterbecken, das im Zuge der Trinkwassergewinnung einer Bewirtschaftung unterliegt, 19.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Fröndenberg / Bönen / MK: Trauerschnäpper, Birkenzeisig, Steinschmätzer, Kiebitze, Graureiheransiedlung, (erneuter?) Seuchenzug bei Waschbären u.a., 09.04.2026 (B.Glüer)

Unter den teils hier schon gemeldeten Heimziehern haben weitere Arten den Kr. UN, bzw. Nachbarregionen erreicht: gestern in der Strickherdicker Feldflur mindestens 3 Steinschmätzer, südlich der Ruhr (Waldemey/Menden) ein erster Trauerschnäpper, vereinzelt durchziehende Gartenrotschwänze. Im eigenen Garten (völlig unerwartet) heute ein männlicher Birkenzeisig.

Bei den Kiebitzen werden in den Hemmerder Wiesen inzwischen mindestens 7 Gelege innerhalb des E-Zaunes bebrütet und auf der Ausgleichsfläche des Bönener Industriegebietes sind es weiterhin 4 erfolgreiche Gelege, obwohl zwischenzeitlich zwei prädiert worden waren. Es sind jedoch zwei neue durch weitere Paare hinzugekommen. Die eher dramatische Entwicklung bei den Kiebitzen um Bönen-Bramey hält leider weiter an. Ein Feld, das nach Gelegeverlusten von >7 Kiebitzen ersatzweise mit Balzaktivitäten aufgesucht worden war, wurde vor zwei Tagen bearbeitet, so dass auch hier die Kiebitze den Rückzug antraten.  

In Bönen-Flierich gab es überraschenderweise eine Ansiedlung von mindestens 2 Graureiherpaaren.

Kaum zurück im heimischen Revier, wird schon mit dem Nestbau begonnen: männliche Rauchschwalbe in Frdbg.-Strickherdicke, 08.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
In der Strickherdicker Feldflur einer von mindestens 3 Steinschmätzern, 08.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Leider außerhalb des Kr. UN: ein erster Trauerschnäppr (Menden), 09.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Als unerwarteter Gast taucht plötzlich dieser männliche Birkenzeisig am eigenen Gartenteich auf – um zu trinken/baden …? – 09.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… hier scheint es fast so, als sammelte er Nistmaterial (!?) …, 09.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… tatsächlich aber stillt er nur seinen Appetit an Vorjahressamen von Weidenröschen, 09.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Zwei neue Kiebitznester (rechts im Bild) auf der Bönener Ausgleichsfläche. Hinten links ein wachendes Kiebitzmännchen, 08.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Neuansiedlung in Bönen-Flierich: eines von mindestens 2 Graureihernestern, 08.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Ein vermutlich an Staupe erkrankter Waschbär im Wassergewinnungsgelände bei Frdbg.-Langschede. Er zeigt bei Annäherung keinerlei Reaktion oder Flucht. Sicher ein trauriger Anblick eines so leidenden Tieres, doch zeigt dieses Einzelschicksal neben den hinlänglich bekannten Problemen, die der invasive Waschbär für die heimische Fauna bereitet, dass gerade auch die in hohen Waschbärdichten weitergetragenen Seuchen noch ein zusätzliches Gefahrenpotential für heimsiche Wildtiere darstellen, die sich ebenfallls etwa an Staupe infizieren können, 05.04.2026 (Foto: Bernhard Glüer)

Unna / Bönen: Kiebitzschutz und „Eiersuchen“, Ostern `26 (Melder: B.Glüer)

Nach der ersten Zwischenbilanz bei der kreisweiten Synchronzählung unserer Kiebitze, am 28.03.26, geht es inzwischen in den unterschiedlichen Bruthabitaten darum, den Kiebitzen überall auch zum dringend nötigen Bruterfolg zu verhelfen. In den 10 Kommunen des Kreises hatten mehr als 30 Helfer insgesamt 70 Kiebitzpaare erfasst. Wenn man bedenkt, dass zu Beginn der fast alljährlich wiederholten Zählung im Jahre 1999 noch 380 Kiebitzpaare gefunden worden waren, so haben wir inzwischen fast nur noch 2 Kiebitzpaare pro Zähler.

Die meisten Kiebitze haben bereits ein Gelege, das bebrütet wird – bzw. die ersten Gelegeverluste sind ebenfalls schon zu beklagen. Je nach Standort gibt es unterschiedliche Anstrengungen, die Kiebitzgelege zu schützen, bzw. möglichst am Ende der Brutsaison auch flüggen Nachwuchs hervorzubringen. Unterstützt und koordiniert werden alle Bemühungen von der Biologischen Station und der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises UN – sowohl durch Beschaffung von Material oder Finanzhilfen für Ernteentschädigungen oder andere Aufwendungen von Landwirten, als auch durch tatkräftige Hilfe beim Auffinden und Markieren von Kiebitzgelegen auf Ackerflächen oder Kontaktherstellung und Gesprächen zu/mit Grundeigentümern und Flächennutzern. Inzwischen wird im Gelände auch eine Drohne mit Wärmebildkamera eingesetzt, die nicht nur das Auffinden erleichtert, sondern gleichzeitig auch jedes Nest metergenau durch GPS-Daten registriert. Wenn dann die Gelege zu ihrem Schutz bei anstehenden Feldarbeiten markiert werden müssen, sind sie dank der digitalen Hilfsmittel auf den oft riesigen Feldern schnell zu finden.

Weil in der kommenden Woche auf einem Kiebitzbrutfeld in Bönen-Bramey vom Landwirt Feldarbeiten angekündigt worden sind, sollen zuvor die Kiebitzgelege markiert werden. Der Drohneneinsatz verspricht ein schnelles Auffinden der Nester …, 04.04.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
… schon bei einem früheren Einsatz am selben Feld hatte Bastian Meyer von der Biostation sich als exzellenter Drohnenpilot gezeigt …, 25.03.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
… heute soll alles perfekt laufen – deshalb wird schon vor Sonnenaufgang um 6.30 Uhr gestartet. Um diese Zeit ist die Ackerfläche noch kühl und die Nester sind dann per Wärmebildtechnik am besten zu orten …, 04.04.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
… bei allmählich einsetzendem Tageslicht wird auch mit analoger Optik das Feld abgesucht…, 4.04.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
… obwohl noch vor zwei Wochen bis zu 16 (!) Kiebitze auf dieser Feldfläche gebalzt hatten und wir mit mindestens 5 Gelegen gerechnet haben, finden wir nur ein einziges. Auch Kiebitze sind nur mit lediglich 4 Exemplaren vor Ort …, 04.04.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
… das Nest (gelber Pfeil) wird nun in ausreichender Entfernung mit einem kleinen Fähnchen vor und einem weiteren hinter dem Brutplatz für den Landwirt erkennbar markiert. Er wird es dann bei der Feldarbeit umfahren …, 04.04.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
… wir finden auch indirekte Hinweise, warum die meisten Kiebitze dieses Feld verlassen haben: hier ist ein Gelege von Prädatoren geplündert worden, 04.04.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
Um zumindest Bodenprädatoren wie Waschbär, Fuchs & Co von den Bodennestern fernzuhalten, wird im NSG Hemmerder Wiesen besonderer Aufwand betrieben. Der einen Monat zuvor (27.02.) aufgestellte Elektrozaun wird zum ersten Mal freigemäht, um ein Überbrücken der Stromlizen durch Pflanzenaufwuchs zu verhindern…, 27.03.2026, (Foto: Bernhard Glüer)
… da hinter dem E-Zaun bereits Kiebitznester sind, sollen die Arbeiten besonders schnell und trotzdem gründlich gehen. Deshalb wird geradezu „stabsplanmäßig“ vorgegangen…, 27.03.2026, (Foto: Bernhard Glüer)
… zeitgleich mit einer ersten Mahd werden die Zaunpfähle herausgezogen, in die frische Spur gesteckt und anschließend nach einer zweiten Mahdspur wieder an die alte Position gesetzt. So steht dann jeder Pfosten sauber freigeschnitten…, 27.03.2026, (Foto: Bernhard Glüer)
… an schwierigen Stellen wird ein Freischneider eingesetzt …, 27.03.2026, (Foto: Bernhard Glüer)
… denn die Eckpfosten aus stabilem Stahl lassen sich nicht „mal schnell“ herausziehen …, 27.03.2026, (Foto: Bernhard Glüer)
… nach der schweißtreibenden Arbeit gibt es eine Stärkung …, 27.03.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
… das Arbeitsgerät wird bis zum nächsten Einsatz verstaut und abtransportiert. Für die gesamte Brutzeit muss der E-Zaun regelmäßig kontrolliert und freigehalten werden, 27.03.2026, (Foto: Hermann Knüwer)