Autor: Andreas Steinweg

Werne/Lünen: Weißstörche! Klappergrasmücke, Gartengrasmücke, Dorngrasmücke, Feldlerche etc. am 04.05.2026 (A. Steinweg)

Auf der Rückfahrt von Werne nach Lünen mit dem Fahrrad konnte ich heute Nachmittag unzählige Weißstörche bei der Nahrungssuche beobachten: Zunächst auf einer Pferdekoppel in Werne-Lenklar 5 Exemplare, dann auf einer weiteren, sehr weit entfernten und schlecht einsehbaren Wiese mit bloßem Auge weitere 6-10 Exemplare sowie auf drei Ackerflächen 5 weitere Störche (1,2,2). Das macht auf einer Fläche von ca. 1 Quadratkilometer fast 20 Weißstörche!
Weiter erwähnenswert: 3 Klappergrasmücken, 1 Gartengrasmücke, 4 Dorngrasmücken, 3 Nachtigallen, 1 Fitis, 3 Feldlerchen über Wintergetreide, 2 Stieglitze, 3 Singdrosseln, 3 Hausrotschwänze (M) sowie diverse Bachstelzen auf Ackerflächen bzw. auf Hofstellen.

Sandforter Forst: Pirol, Waldlaubsänger, Trauerschnäpper, Fitis, Sommergoldhähnchen, Wintergoldhähnchen etc. am 01.05.2026 (A. Steinweg)

Bei einem kurzen Spaziergang durch ein Teilgebiet des Sandforter Forstes in der Nähe von Olfen (also knapp außerhalb des Kreises) gelangen zur eigentlich ungünstigen Mittagszeit beachtliche Beobachtungen: Als Highlight am Waldrand ein ausdauernd singender Pirol, insgesamt 4 besetzte Trauerschnäpperreviere, 1 singender Waldlaubsänger, 2 Sommergoldhähnchen, 1 Wintergoldhähnchen, 1 Tannenmeise, 1 Schwarzspecht, 4 Buntspechte, > 10 Fitisse, > 5 Zilpzalpe, > 5 Singdrosseln, 1 Misteldrossel, > 10 Mönchsgrasmücken, 1 Gartenbaumläufer, diverse Rotkehlchen, Heckenbraunellen, Stieglitze, Blau- und Kohlmeisen, Amseln sowie Eichelhäher. Leider ist das Gebiet als Bruthabitat für den Baumpieper zunehmend ungeeignet, da die ehemaligen Kahlschlagflächen inzwischen wieder stark mit Birken und Tannen verbuschen. Das freut wiederum den Fitis, dessen Bestand in diesem Waldgebiet eindeutig vor dem Zilpzalp liegt.
Bei den Tagfaltern dominierten Aurora- und Zitronenfalter neben vereinzelten Grünader- und Großem Kohlweißling. Außerdem flogen die ersten Kaisermäntel sowie ein C-Falter.

Lünen/Werne/Bergkamen-Heil: Weißstorch, Kiebitz, Höckerschwan, Braunkehlchen, Kuckuck, Wiesenschafstelze, Bachstelze, Feldlerche, Grünschenkel, Gartenrotschwanz, Fitis, Dorngrasmücke,Wiesenpieper etc. 15. – 23.04.2026 (A. Steinweg)

Im Folgenden gebe ich Beobachtungen der letzen 10 Tage im Raum Lünen/Werne/Bergkamen-Heil wieder:
1. Zur Situation des Weißstorches:
In diesem Jahr scheint eine regelrechte Expansion stattzufinden. Alle mir bekannten Brutplätze sind besetzt, hinzu kommen Plätze, die seit Jahren nicht mehr besetzt waren. Dies ist einmal der Storchenmast in den Lippewiesen in der Nähe des Friedhofes Bergkamen-Heil sowie der Turm des denkmalgeschützten alten Spritzenhauses auf einer Hofanlage in Bergkamen-Heil. Neu ist ein Brutplatz am Ortsrand von Lünen-Wethmar. Dort wurde im letzten Jahr in einem Privatgarten (!) auf der ehemaligen Schützenstange eine Brutplattform errichtet, die in diesem Jahr direkt besetzt wurde. Außerdem habe ich in Selm-Bork (Altenbork) in einer Baumreihe einen Naturhorst auf einer abgestorbenen Pappel entdeckt.
2. Zur Situation des Kiebitzes in Bergkamen-Heil:
In der letzten Woche war ich sehr erfreut darüber, auf einer Brachfläche direkt neben dem Friedhof Bergkamen-Heil mehrere Kiebitzpaare anzutreffen, die Männchen mit deutlichen Revierflügen. Allerdings wunderte ich mich darüber, dass keine Gelege markiert waren. Ich bin davon ausgegangen, dass es mit dem Landwirt eine Absprache über einen spätere Bewirtschaftung der Fläche gibt.
Gestern dann der Schock: Als ich die Fläche erneut aufsuchte, war der gesamte Acker gegrubbert. Doch, welch Wunder, sämtliche Kiebitze waren noch auf der Fläche und ein Weibchen führte 4 Küken! Bei den anderen war dies nicht eindeutig zu erkennen, da sie sehr weit entfernt saßen. Andere verhielten sich so, als ob neue Nistmulden für ein Nachgelege angelegt würden. Ich werde die Angelegenheit mal mit der biologischen Station besprechen.
Auf der Ackerfläche waren außerdem noch mind. 30 Bachstelzen und 5 Wiesenschafstelzen bei der Nahrungssuche zu beobachten. In den westlich des Friedhofes gelegenen Wiesenflächen war gestern ein starker Braunkehlchen-Zug zu beobachten: Wie an einer Perlenschnur saßen die Braunkehlchen auf den Wiesenpfosten, es waren mind. 10. In den Hecken außerdem 2 Fitisse, 2 Dorngrasmücken und aus dem Weidengebüsch an der Lippe ein singender Gartenrotschwanz. In und über den Wintergetreideflächen 2 singende Feldlerchen, mehrere Wiesenschafstelzen, aufliegende Wiesenpieper und ein Kibitzpaar, das offenbar dort eine Brut versucht.
3. Beobachtungen Rieselfelder Werne:
In den Rieselfeldern waren letzte Woche 5 Weißstörche gleichzeitig zu beobachten, 3 hielten sich auf Nahrungssuche an der großen Blänke auf, ein Paar dagegen für mind. eine halbe Stunde auf dem Dach eines Hochsitzes, es kam zu Kopulationen, aber nicht zu Nestbauaktivitäten. Auf dem großen Flachwasserteich hat ein Höckerschwanpaar einen Bruthügel errichtet. Dort auch ein Grünschenkel. Außerdem im Gebiet: Kuckuck, Rohrammer (1/1), Wiesenpieper (10), Singdrossel (2), Wacholderdrossel (1).

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Cappenberger Wald: Turmfalke, Mäusebussard, Garten- und Hausrotschwanz am 12.04.26 (A. Steinweg)

Bei einer kurzen Wanderung mit Start- und Zielpunkt SGV-Heim in Cappenberg konnte an einem Gehöft ein Turmfalkenmännchen beobachtet werden, welches die Giebelöffnung einer Scheune anflog und bei Annäherung mit lautem Kickern wieder abflog, offensichtlich ein Brutplatz. Etwas weiter am Waldrand ein besetzter Mäusebussardhorst (Altvogel auf dem Horst). Am SGV-Heim selbst ist das langjährige Traditionsrevier des Gartenrotschwanzes offensichtlich bereits wieder besetzt: ein Männchen konnte beobachtet und mit erstem zaghaften Gesang gehört werden. Der Gartenrotschwanz teilt sich dort den Lebensraum mit dem Hausrotschwanz: von dieser Art waren Weibchen und Männchen anwesend, letzteres mit Reviergesang.

Werne/Rieselfelder: Heringsmöwe, Blässgans, Löffelente, Rohrammer, Schwarzkehlchen etc. am 19.03.2026 (A. Steinweg)

Bei einem kurzen Besuch der Rieselfelder in Werne konnte ich auf der großen Blänke neben Stockenten, Reiherenten, Krickenten, zahlreichen Schnatterenten, einer männlichen Löffelente auch eine ad. Heringsmöwe beobachten. Außerdem noch im Gebiet: Kanadagans, Graugans, Nilgans, Blässhuhn, Rohrammer (1/1), Schwarzkehlchen (m), ein Trupp Stieglitze, Zilpzalp, Singdrossel, Weißstorch, Graureiher, Jagdfasan (m), Turmfalke (w), Rabenkrähen. Kurz bevor ich gehen wollte, flog lautstark ein großer Trupp Blässgänse ein. Es ist immer wieder faszinierend, wie viele „Ehrenrunden“ Blässgänse fliegen, bevor sie landen. Als dann der ganze Trupp endlich gelandet war, ergab eine überschlägige Zählung mindestens 300 Exemplare! Das ist für die Werner Rieselfelder eine erstaunlich hohe Zahl.

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Lünen: Mauerbienen am 08.03.2026 (A. Steinweg)

Bedingt durch die frühlingshaften Temperaturen herrscht schon reges Treiben an unseren Insektennisthilfen. Auf den Fotos ist sehr schön die Paarung bei der Gehörnten Mauerbiene (Osmia cornuta) zu sehen. Mittlerweile sind die ersten Weibchen beim Säubern und Befüllen der Brutröhren zu beobachten.

Foto: A. Steinweg
Foto: A. Steinweg

Werne: Singdrossel am 25.02.2026 (A. Steinweg)

Heute Vormittag war in der Innenstadt von Werne die erste Singdrossel mit Vollgesang zu hören.
Nachtrag von Freitag, 20.02.26: Auf dem Rückweg von Werne nach Lünen konnte ich aus dem Auto ein überfliegendes Habichtmännchen (auf den ersten Blick vorjährig) und kurz hintereinander zwei Rotmilane beobachten.

Werne/Rieselfelder: Bruterfolg Schwarzkehlchen, Rohrammer, Kiebitz am 17.06.2025 (A. Steinweg)

In den Rieselfeldern Werne konnte ich heute Morgen endlich den Nachwuchs des dort ansässigen Schwarzkehlchenpaares sehen: 4 Jungvögel flogen dort unter ständiger Bewachung durch das Männchen an einer Zaunreihe hin und her. Im Gebiet außerdem zahlreiche singende Rohrammmern, teilweise Futter tragend. Das immer noch im Gebiet anwesende Kiebitzpaar dürfte mindestens ein flügges Jungtier haben, denn beim Überflug eines Weißstorches, flogen drei Kiebitze auf, von denen ich zwei sicher als Altvögel ansprechen konnte, der dritte Vogel war wohl ein flügger Jungvogel.
Nachtrag von vorherigen Beobachtungen: Am westlichen Rand des kleines Waldgebietes „Vogelsang“ in Werne-Ehringhausen habe ich ein weiteres Neuntöter-Revier gefunden. Am SGV-Heim in Cappenberg konnte ich einen Futter tragenden Grauschnäpper beobachten, der in einem der zahlreichen Nistkästen brütet, dort auf weiterhin ein Gartenrotschwanzmännchen. Außerdem in der Feldflur nördlich der Südkirchener Straße in Werne-Ehringhausen sowie westlich der Ökologiestation in Bergkamen-Rünthe zahlreiche, warnende Wiesenschafstelzen, teilweise bereits mit Nachwuchs.

Werne-Langern: Späte Kiebitzbrut am 28.05.2025 (A. Steinweg)

Auf einem Maisacker direkt an der B 54, unterhalb vom Jagdhaus Langern haben sich zwei Kiebitzpaare noch zu einer späten Brut entschlossen; beide Weibchen sitzen seit ein paar Tagen fest auf dem Gelege. Ich habe dies der Biologischen Station gemeldet, die sich um alles Weitere kümmern wird. Hoffen wir, dass diese Bruten erfolgreich verlaufen werden.

Bergkamen-Heil: Bruterfolg beim Kiebitz am 23.05.2025 (A. Steinweg)

Auf einem Maisacker mit großer integrierter Brachfläche/Blühfläche (ähnlich Lerchenfenster) direkt am Westenhellweg in Bergkamen-Heil konnte ich heute 4 Brutpaare mit mindestens 3 flüggen Jungen feststellen. Möglicherweise befanden sich in der Brachfläche noch weitere Jungvögel versteckt in der Vegetation. Angesichts der lang anhaltenden Trockenheit ist das ein sehr respektabler Bruterfolg. In der Blühfläche hielten sich zudem noch mindestens 2 Feldlerchen auf. An einer angrenzenden Hoffläche verursachte eine große Strarenschar mit vielen Jungstaren ein ziemliches Spektakel. Dort in einem Blühstreifen auch ein Stieglitztrupp von ca. 20 Exemplaren.

Werne/Stadtsee/Feldflur: Graureiherkolonie, Neuntöter, Gelbspötter etc. am 22.05.2025 (A. Steinweg)

Auf der Insel des Stadtsees in Werne hat sich eine kleine Graureiherkolonie etabliert. In 5 Nestern konnte ich insgesamt mindestens 8 Jungvögel in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, von Pullus bis fast flügge, zählen. Es ist allerdings fraglich, ob diese Kolonie noch lange bestehen wird, da sich die Nester auf den Ästen einer immer mehr auseinanderbrechenden Trauerweide befinden. Es bleibt abzuwarten, ob die restlichen Äste die nächsten Stürme überstehen werden.
In der Hecken- und Wiesenlandschaft südlich des Waldgebietes „Pferdekämpe“ im Grenzgebiet Werne/Südkirchen ist das Neuntöterrevier wie in den Jahren zuvor wieder besetzt. Ich konnte ein Männchen sehen und auch mit Vollgesang hören. Erwähnenswert noch ein aus einer Weide singender Gelbspötter, 2 Stieglitze, 1 Nachtigall und mindestens eine Wiesenschafstelze. Über dem Gebiet kreisten noch 3 Mäusebussarde.

Werne/Rieselfelder/Feldflur: Wachtelkönig (!), Wachtel (!), Neuntöter, Rohrweihe etc. am 20.05.2025 (A. Steinweg)

Heute Vormittag konnte ich aus einer Wiese in den Rieselfeldern Werne mehrfach den Ruf des Wachtelkönigs hören. Außerdem im Gebiet ein jagendes Rohrweihenmännchen und ein Sperbermännchen. Die Schwarzkehlchen sind noch nicht so weit wie im Südkreis, ich konnte zwar beide Altvögel beim Futtertragen beobachten, einen Familienverband gibt es aber noch nicht. Auch die Wiesenschafstelzen sind noch mit dem Nestbau beschäftigt. Der See im Nordwesten des Gebietes ist komplett trocken gefallen. Dort hält sich immer noch ein Kiebitzpaar auf, welches vehement sein Revier verteidigt, also offenbar Jungvögel führt. 4 weitere Kiebitze hielten sich an der großen, noch wasserführenden Blänke auf. Zu erwähnen noch Rohrammer (4/1), Dorngrasmücke und ein rufender Kuckuck.
In der Feldflur westlich der Ökologiestation konnte ich zur Mittagszeit (!) aus einem Getreidefeld von zwei verschiedenen Positionen aus jeweils den Wachtelschlag hören. Dort auf einer geschnittenen Kleewiese 5 nahrungssuchende Weißstörche und 2 Graureiher. In der Feldflur außerdem mindestens 4 Wiesenschafstelzen und eine Feldlerche. In den angrenzenden Hecken zeigte sich ein Neuntöter (m), eine Goldammer und ein fliegendes Kuckucksweibchen (braune Morphe), welches von einer Gartengrasmücke verfolgt wurde. Erwähnenswert noch 1 Sumpfrohrsänger und 1 Nachtigall.

Schlosspark Cappenberg/Cappenberger Wald: Sumpfrohrsänger, Hohltaube, Trauerschnäpper, Gartenrotschwanz etc. am 11.05.25 (A. Steinweg)

In dem Schilfstreifen hinter dem Schlosspark Cappenberg war heute Morgen ein erster zaghaft singender Sumpfrohrsänger zu hören. Dort auf einer Ackerfläche auch 5 Hohltauben mit intensiver Balz sowie in der Hecke 2 Stieglitze und 2 Gartengrasmücken sowie eine Dorngrasmücke. Ein interessantes Detail: Eine in unmittelbarer Nadhbarschaft zum Sumpfrohrsänger singende Mönchsgrasmücke hatte eindeutig die typischen gepressten Rohrsängertöne in ihre Strophe miteingebaut.
Die eigentliche Wanderung führte vom Parkplatz des GS Cappenberg in den Wald rund um das SGV-Heim. Auf dem Weg zum Wald eine singende Goldammer, eine Klappergrasmücke sowie 2 weitere Gartengrasmücken. Im Wald selbst an fast derselben Stelle wie im Vorjahr ein singender Trauerschnäpper und rufende Hohltauben. Auf dem heckenumsäumten Weg raus aus dem Wald Richtung Bork-Hassel 2 weiter Gartengrasmücken, eine Klappergrasmücke, ein Trupp Stieglitze und eine Goldammer. In der Nähe der Andachtsstelle „Zum Wegebild“ an exakt derselben Stelle wie im letzten Jahr ein singender Gartenrotschwanz.
Im dritten Jahr in Folge konnte ich auch direkt an der SGV-Hütte einen Gartenrotschwanz in der angrenzenden Streuobstwiese bei der Insektenjagd beobachten. Danach zeigte er auch Reviergesang. Nur wenige Hundert Meter weiter im benachbarten Wald ein dritter Gartenrotschwanz mit etwas atypischem Gesang.
Hierzu meine Frage in die Runde: Seit etwa drei Jahren nehmen meine Beobachtungen von Gartenrotschwänzen – sei es auf dem Zug oder als Brutvögel – im Vergleich zu früheren Jahren deutlich zu. Ist dies eine Einzelbeobachtung oder kann das im Kreis der OAG bestätigt werden?