Derzeit stellen Rapsstoppelfelder besondere Hotspots des Vogelzuges dar. Offenbar bieten sie vor allem Insekten fressenden Arten ein Nahrungsangebot. Bei einer systematischen Suche auf solchen Flächen konnten am 01.09. zwischen Frdbg.-Ostbüren und der Strickherdicker Feldflur allein 71 Braunkehlchen gezählt werden – mit maximal 23(!) Individuen auf einem einzigen Feld (zwischen UN-Stockum und Frdbg.-Ostbüren). Auf demselben Feld gleichzeitig >150 Rauchschwalben, >15 Wiesenschafstelzen, >5 Steinschmätzer, ~2000 Stare, >60 Bluthänflinge. Wenige Hundert Meter westlich konnte Ute Becker Tage zuvor (30.08.) sogar 2 Brachpieper entdecken.
Vor der eigenen Haustür (Frdbg.-Hohenheide) macht sich zurzeit nach Einbruch der Dunkelheit aus der Insektenwelt immer wieder ein ungewöhnlicher „Neubürger“ akustisch bemerkbar. Zunächst ließ sich der (für meine Ohren unbekannte) Rufer nicht exakt lokalisieren – erzeugte jedoch so etwas wie „Mittelmeer-Flair“. Inzwischen gelangen per Handy einige Aufnahmen und mit dem Spürsinn von Hermann Knüwer auch eine Artbestimmung: Weinhähnchen (Oecanthus pellucens). Die gedankliche Assoziation mit dem Mittelmeer leitet dabei zu einem bemerkenswerten Tatbestand über. Denn tatsächlich war das Weinhähnchen ursprünglich in mediterranen und deutlich wärmeren Gefilden beheimatet. Vor allem über die Oberrheinische Tiefebene und später entlang traditioneller Weinanbaugebiete mit sonnenexponierten, warmen Hängen breitete sich diese Grille schließlich kontinuierlich Richtung Norden aus. Vermutlich gelang jetzt für diesen „Klima-Gewinner“ der erste Nachweis für den Kreis Unna.









