Gesehen - Gehört

Schwerte/Unna: Rückblick mit Säbelschnäbler, Austernfischer, Schwarzstorch, Schwarzmilane, Mauersegler, Dorngrasmücke, Gartengrasmücke, Baumpiepern, Bergfinken, Mittelspechte, Schwarzspecht, Knäkenten, Pfeifente, Löffelenten, Bruchwasserläufer, Kampfläufer, Bekassinen, Grünschenkel, Waldwasserläufer, Flussregenpfeifer, Habichte, Silberreiher u.v.m vom 09.04 – 23.04.2026 (K.&A.Matull)

Bei einem Spaziergang durch den Bürenbruch und das Elsebachtal in Schwerte ließen sich am 09.04. die ersten Baumpieper in 3 Revieren vernehmen. Des Weiteren waren u.a. neben zwei Fitisse, zwei Hohltauben sowie zwei Misteldrosseln stimmlich präsent. Insgesamt wurden 3 quäkende Mittelspechte, ein Schwarzspecht mit Flugrufen sowie eine ungezählte Menge an Bunt- und Grünspechten erfasst. In den noch intakten Fichtenbeständen ließen sich zudem ungezählte Sommergoldhähnchen, Tannenmeisen sowie Wintergoldhähnchen ausmachen. Wie auch in vergleichbaren Habitaten im regionalen Kontext blieb eine mögliche Haubenmeise jedoch unauffindbar. Ein eher spärliches Bild vermittelten zudem Goldammer und Gimpel mit jeweils nur einem festgestellten Paar. Unter den zahlreichen Buchfinken ließen sich zudem mindestens zwei Bergfinken anhand ihrer Rufe akustisch herausfiltern. Abgerundet wurden die Beobachtungen im nördlichen Elsebachtal durch einen keckernden Habicht, einen Rotmilan sowie einen jagenden Sperber (1,0), der am Elsebach von vielen Kleinvögeln lautstark gehasst wurde.

Einer von 3 Baumpiepern, die am 09.04.2026 im Schwerter Bürenbruch mit ihrem markanten Gesang für erste Revierbesetzungen sorgten.(Foto: Andre Matull)
Einer der Mittelspechte zwischen Bürenbruch und Elsebachtal am 09.04.2026. (Foto: andre Matull)
Akustisch unter Buchfinken bereits herausgefiltert, bot dieser Bergfink im Elsebachtal auch visuell einen tollen Anblick. Ein Beleg für den zu diesen Zeitpunkt anhaltenden Heimzug. 09.04.2026 (Foto: Andre Matull)

In den Schwerter Röllingwiesen sank der Wasserspiegel zuletzt kontinuierlich. Grund hierfür sind notwendige Reparaturarbeiten am Stauhaltungsdamm in Westhofen, über die die Wasserwerke Westfalen am 20.04. informierten. Für diese Maßnahmen musste die Ruhr an der Wehranlage um 1,40 m abgestaut werden. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis zum 24.04. abgeschlossen sein, woraufhin der Rückstau beginnt und auch das Wasser in die Röllingwiese zurückkehren wird. ​Des einen Leid ist hier des anderen Freud: Während Wasservögel, die sich bereits im Brutgeschäft befanden – wie etwa der Haubentaucher –, ihre Gelege durch das Trockenfallen verloren haben, profitierten vor allem durchziehende Limikolen sowie Reiher von den freigelegten Schlammflächen. Es entwickelte sich ein ideales Rast- und Nahrungshabitat, was folgende Höchstzahlen belegen:
​Knäkente (4), Löffelente (2), Bruchwasserläufer (13), Waldwasserläufer (5), Flussregenpfeifer (10 !), Bekassine (4), Grünschenkel (2), Kampfläufer (1), Graureiher (16), Silberreiher (2), Wiesenschafstelze (10). Als Besonderheit für das Schwerter Ruhrtal rastete am 21.04. ein Austernfischer in den Röllingwiesen. Hier ergeht an dieser Stelle ein besonderer Dank an Martina Wünsch für die bereitgestellten Fotos. Zudem ist das seit Jahren bekannte Pfeifenten-Männchen mit Flügelhandicap weiterhin ganzjährig präsent. Am 19.04. versuchte ein vorjähriger Habicht vergeblich, unter den rastenden Vögeln Beute zu machen. Am 22.04. konnten zudem entlang der Röllingwiese zwei Schwarzmilane und zwei Mauersegler beobachtet werden. Erneut brüten im Gebiet zwei Weißstorchpaare, wobei zumindest das Männchen auf der Nisthilfe in den Röllingwiesen in diesem Jahr ein neues Individuum ist.

Die Aufnahme vom 23.04.2026 zeigt die weitflächig freigelegten Bereiche und die hohe Dichte an fischenden Reihern in den Röllingwiesen. (Foto: Klaus Matull)
Dieser Austernfischer sorgte am 21.04.2026 für eine echte Überraschung in den Röllingwiesen. Das Foto fängt nicht nur die Seltenheit des Gastes ein, sondern auch die besondere Lichtstimmung auf den schlammigen Uferflächen, die durch den niedrigen Wasserstand entstanden sind. (Foto: Martina Wünsch)
Ein seltener Anblick in den Röllingwiesen – ein Austernfischer in direkter Nachbarschaft zu zwei schlafenden Grünschenkeln. 21.04.2026 (Foto: Martina Wünsch)
Die durch den niedrigen Wasserstand entstandenen Flachwasserzonen lockten am 22.04.2026 u.a. diese Bruchwasserläufer an. Aufgrund der veränderten Uferlinie ließen sich die scheuen Limikolen teilweise auf ungewöhnlich kurze Distanz beobachten. 22.04.2026. (Foto: Klaus Matull)
Gleiches gilt für die Bekassinen. Hier im Sonnenaufgang am 23.04.2026. (Foto: Klaus Matull)
Diese beiden Grünschenkel zeigen sich am 22.04.2026 von ihrer entspannten Seite. Die Kombination aus ruhender Pose auf einem Bein und dem Flügelschütteln verdeutlicht die hohe Aufenthaltsqualität, welche die Schlammflächen den durchziehenden Limikolen aktuell bieten. (Foto: Klaus Matull)

Sobald der Wasserspiegel wie erwartet wieder steigt, wird das kurzzeitig entstandene Habitat für die Flussregenpfeifer in den Röllingwiesen voraussichtlich wieder verloren gehen. Anders stellt sich die Situation im Wassergewinnungsgebiet am Geiseckesee dar: Bei einer Exkursion der Biologische Station Unna/Dortmund wurden am 14.04. zwei Flussregenpfeifer in einem Kiesfilterbecken festgestellt. Um eine erfolgreiche Brut zu ermöglichen, wurden bereits mögliche entsprechende Schutzmaßnahmen besprochen.

Auch unter den Singvögeln gibt es weitere Rückkehrer, die eine persönliche Erstfeststellungen in diesem Jahr darstellten: Am 18.04. sang eine Dorngrasmücke am Mühlenstrang (Schwerte), gefolgt von einer Gartengrasmücke in Schwerte-Westhofen am 22.04.2026.

Singende Dorngrasmücke im NSG Mühlenstrang/Schwerte am 18.04.2026. (Foto: Andre Matull)
Während man die Gartengrasmücke meist nur an ihrem unermüdlichen, sprudelnden Gesang aus dem dichten Unterholz erkennt, präsentierte sich dieses Individuum am 22.04. in Schwerte-Westhofen ungewohnt offen auf einer Singwarte. (Foto: Andre Matull)

Abgerundet wird das Geschehen durch die Beobachtungen aus den Hemmerder Wiesen (vgl. Meldung von B.Nikula u. H.Knüwer) vom Morgen des 22.04.2026.

Säbelschnäbler in den Hemmerder Wiesen am 22.04.2026. (Foto: Klaus Matull)
Leider weit entfernt aber sicher handelt es sich bei diesen Anblick um einen absoluten Seltenheitswert: Ein Säbelschnäbler, welcher direkt im Hintergrund „bei der Arbeit“ etwas links versetzt neben dem Schwarzstorch in den Hemmerder Wiesen wie ein Winzling erscheint. 22.04.2026. (Foto: Klaus Matull)