Bei einem Spaziergang durch den Bürenbruch und das Elsebachtal in Schwerte ließen sich am 09.04. die ersten Baumpieper in 3 Revieren vernehmen. Des Weiteren waren u.a. neben zwei Fitisse, zwei Hohltauben sowie zwei Misteldrosseln stimmlich präsent. Insgesamt wurden 3 quäkende Mittelspechte, ein Schwarzspecht mit Flugrufen sowie eine ungezählte Menge an Bunt- und Grünspechten erfasst. In den noch intakten Fichtenbeständen ließen sich zudem ungezählte Sommergoldhähnchen, Tannenmeisen sowie Wintergoldhähnchen ausmachen. Wie auch in vergleichbaren Habitaten im regionalen Kontext blieb eine mögliche Haubenmeise jedoch unauffindbar. Ein eher spärliches Bild vermittelten zudem Goldammer und Gimpel mit jeweils nur einem festgestellten Paar. Unter den zahlreichen Buchfinken ließen sich zudem mindestens zwei Bergfinken anhand ihrer Rufe akustisch herausfiltern. Abgerundet wurden die Beobachtungen im nördlichen Elsebachtal durch einen keckernden Habicht, einen Rotmilan sowie einen jagenden Sperber (1,0), der am Elsebach von vielen Kleinvögeln lautstark gehasst wurde.



In den Schwerter Röllingwiesen sank der Wasserspiegel zuletzt kontinuierlich. Grund hierfür sind notwendige Reparaturarbeiten am Stauhaltungsdamm in Westhofen, über die die Wasserwerke Westfalen am 20.04. informierten. Für diese Maßnahmen musste die Ruhr an der Wehranlage um 1,40 m abgestaut werden. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis zum 24.04. abgeschlossen sein, woraufhin der Rückstau beginnt und auch das Wasser in die Röllingwiese zurückkehren wird. Des einen Leid ist hier des anderen Freud: Während Wasservögel, die sich bereits im Brutgeschäft befanden – wie etwa der Haubentaucher –, ihre Gelege durch das Trockenfallen verloren haben, profitierten vor allem durchziehende Limikolen sowie Reiher von den freigelegten Schlammflächen. Es entwickelte sich ein ideales Rast- und Nahrungshabitat, was folgende Höchstzahlen belegen:
Knäkente (4), Löffelente (2), Bruchwasserläufer (13), Waldwasserläufer (5), Flussregenpfeifer (10 !), Bekassine (4), Grünschenkel (2), Kampfläufer (1), Graureiher (16), Silberreiher (2), Wiesenschafstelze (10). Als Besonderheit für das Schwerter Ruhrtal rastete am 21.04. ein Austernfischer in den Röllingwiesen. Hier ergeht an dieser Stelle ein besonderer Dank an Martina Wünsch für die bereitgestellten Fotos. Zudem ist das seit Jahren bekannte Pfeifenten-Männchen mit Flügelhandicap weiterhin ganzjährig präsent. Am 19.04. versuchte ein vorjähriger Habicht vergeblich, unter den rastenden Vögeln Beute zu machen. Am 22.04. konnten zudem entlang der Röllingwiese zwei Schwarzmilane und zwei Mauersegler beobachtet werden. Erneut brüten im Gebiet zwei Weißstorchpaare, wobei zumindest das Männchen auf der Nisthilfe in den Röllingwiesen in diesem Jahr ein neues Individuum ist.






Sobald der Wasserspiegel wie erwartet wieder steigt, wird das kurzzeitig entstandene Habitat für die Flussregenpfeifer in den Röllingwiesen voraussichtlich wieder verloren gehen. Anders stellt sich die Situation im Wassergewinnungsgebiet am Geiseckesee dar: Bei einer Exkursion der Biologische Station Unna/Dortmund wurden am 14.04. zwei Flussregenpfeifer in einem Kiesfilterbecken festgestellt. Um eine erfolgreiche Brut zu ermöglichen, wurden bereits mögliche entsprechende Schutzmaßnahmen besprochen.
Auch unter den Singvögeln gibt es weitere Rückkehrer, die eine persönliche Erstfeststellungen in diesem Jahr darstellten: Am 18.04. sang eine Dorngrasmücke am Mühlenstrang (Schwerte), gefolgt von einer Gartengrasmücke in Schwerte-Westhofen am 22.04.2026.


Abgerundet wird das Geschehen durch die Beobachtungen aus den Hemmerder Wiesen (vgl. Meldung von B.Nikula u. H.Knüwer) vom Morgen des 22.04.2026.


