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Fröndenberg / Unna: Synchronzählung rastender Kiebitze, Vogelzug mit Merlin, Sumpfohreule, Kornweihe, Kranich-Massenzug, Heidelerchen, Felderchen, Blässgänsen u.a. 18.10.2026 (B.Glüer)

Im Rahmen einer europaweiten Erfassung von Goldregenpfeifern der „International Wader Study Group“ wurden an diesem Wochenende in NRW schwerpunktmäßig auch Kiebitze gezählt. Die NWO ermittelt die Rastbestände nach 2008, 2014 und 2020 nun zum vierten Mal, um in der Agrarlandschaft gleichzeitig den Wert der bevorzugten Rasthabitate in ihrer Bedeutung hervorzuheben. Traditionell gibt es im südlichen Kr. UN nach meinen Beobachtungen 4 Schwerpunkträume, in denen in zurückliegenden Jahren teils Hunderte Kiebitze (manchmal mit Goldregenpfeifern vergesellschaftet) teils über Wochen gerastet haben. Die Karte unten zeigt diese vier Schwerpunkträume mit Rastbeständen der ersten Oktoberhälfte 2026. Das NSG Hemmerder Wiesen wird traditionell meist erst in der zweiten Winterhälfte bei hohen Wasserständen zur Rast aufgesucht. Die „Tücke der Technik“ erbrachte leider am jetzigen Wochenende in der verabredeten Synchronzählung in allen vier Gebieten heute nur noch einen einzigen Kiebitz.

Nebenher ergaben sich in der ersten Oktoberhälfte auch andere bemerkenswerte Zugbeobachtungen: am 03.10 in der Strickherdicker Feldflur u.a. 8 Schwarzkehlchen, ein letztes Braunkehlchen und ein letzter Gartenrotschwanz, ein erster Bergfink, erste Rotdrosseln und sich verstärkender Einflug von Feldlerchen und Wiesenpiepern. Am 13.10. eine erste Kornweihe (weibchenfarben, Hemmerder Wiesen), ein erster Merlin (Hemmerder Ostfeld), starker Einflug von Ringeltauben in dreistelliger Truppstärke. Am 15.10. ein artreiner Trupp von 15 rastenden Heidelerchen auf Stoppelbrache östl. Frdbg.-Frömern und ein zweiter Merlin nördl. UN-Westhemmerde. Am 17.10. der von vielen Beobachtern gemeldete erste Massenzug von nachmittags Tausenden Kranichen mit einem sehr frühen Trupp von 26 Exmpl. um 10.25 Uhr bei noch sehr schlechter Sicht im Nieselregen. 45 (erste) Blässgänse über den Hemmerder Wiesen. Absolutes Highlight des Tages eine Sumpfohreule um 9.25 Uhr im Hemmerder Ostfeld, die aus NW kommend zielstrebig aus größerer Höhe eine Feldvogelschutzfläche (Ackerbrache/Dörgänger) zur Landung ansteuerte.

Traditionelle Rastgebiete durchziehender Kiebitze mit Beständen der ersten Oktoberhälfte. Strickherdicker Feldflur (1), Feldflur südl. UN-Stockum (2), Rothes Feld nördl. UN-Westhemmerde (3), Hemmerder Ostfeld mit Feldflur östl. UN-Steinen (4), 18.10.2026 (Bernhard Glüer)
Zur Rast einfallende Kiebitze auf der Haar-Höhe bei UN-Stockum…, 15.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… 118 Kiebitze suchen gemeinsam mit Hunderten Staren ein gegrubbertes Rapsstoppelfeld auf …, 15.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… in direkter Nachbarschaft immer wieder auch größere Rastbestände an Feldlerchen (hier insgesamt in dreistelliger Truppstärke), 17.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Am Tag des ersten Massenzuges relativ früh am Morgen um 10.26 Uhr 26 Kraniche bei Nieselregen und schlechter Sicht Richtung NW. Die größten Trupps erreichen uns gewöhnlich nachmittags, 17.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Auch ein „Migrant“ mit noch zu klärender Herkunft: diesj. Mäusebussard mit Flügelmarke bei UN-Westhemmerde / Rothes Feld (Anfrage an O. Krüger / Uni Bielefeld ist raus), 14.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Als weiterer Durchzügler im Kr. UN eine erste Kornweihe (Hemmerder Wiesen). Mitbeobachter: Hartmut Brecher, 13.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Ganz besondere Freude löst dieser seltene Gast aus: eine Sumpfohreule, die hoch aus NW einfliegend bei Nieselregen um 9.25 Uhr die Feldvogelschutzfläche im Hemmerder Ostfeld /“Zum Dörgänger“ anfliegt…, 17.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… dieses Ereignis bleibt auch Rabenkrähen nicht verborgen, die bekanntermaßen mit Eulen kein gutes Verhältnis haben …, 17.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… mehrmals wechselt die Sumpfohreule ihren Standort…, 17.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… bevor sie am Schluss auf derselben Fläche zur Ruhe kommt, 17.10.2026 (Foto: Bernhard Glüer)