Alle sechs Jahre organisiert die International Wader Study Group eine Synchronzählung rastender Goldregenpfeifer. Ziel ist die Bewertung der Gesamtpopulation in Europa und abgeleiteter Parameter wie das 1 % Kriterium der Ramsar-Konvention. In Deutschland werden bei diesem Termin auch Kiebitze und Brachvögel erfasst, die in ähnlichen Habitaten vorkommen. In NRW geht es dabei vor allem um den Kiebitz, der auch abseits der Zählkulissen der Wasservogelzählung vorkommt. Gerade die Rastbestände in den Agrargebieten wie der Hellwegbörde zu erfassen ist für den Schutz dieser Flächen sehr wichtig. Die Ergebnisse dienen auch dazu, die Bedeutung der offenen Feldfluren für Rastvögel zu dokumentieren. Dieser Aspekt bleibt mit weiter zunehmendem Druck auf die Fläche für (Energie-) Infrastruktur weiter relevant.
Bei den letzten Vogelschutzberichten waren die Ergebnisse der Zählung im Herbst 2020 die einzige gute Datenbasis für NRW. Dabei wurden in NRW 10 Goldregenpfeifer, 7.987 Kiebitze und 281 Brachvögel gezählt. Goldregenpfeifer kommen also in NRW selten vor, bzw. ziehen bei uns etwas später, im November, durch. Bei Kiebitz und Brachvogel liegen die Bestände für das Binnenland im mittleren Bereich. Es ist auch zu vermuten, dass die Zählung 2020 beim Kiebitz noch erhebliche Lücken hatte.
Wie kann ich mitmachen?
Der Termin der Limikolen-Zählung ist der 17./18. Oktober, am regulären Zähltermin für die Wasservögel. Dabei reicht die eigentliche Zählperiode von Freitag bis Montag, d.h. von 16. – 19. Oktober. Bei der Wasservogelzählung werden Goldregenpfeifer, Kiebitz und Brachvogel miterfasst. Außerhalb der Zählgebietskulisse, vor allem in der Hellwegbörde, sollten rastende Trupps gezielt gesucht werden. Beobachtungen können hier einfach per NaturaList oder über ornitho.de eingegeben werden. Für solche Meldungen wird ein spezieller Projektkode zugeschaltet: GRP/KI2026. (in NaturaList unter „Erf.projekt“, im gleichen Fenster, indem man auch Details zu Altersangabe oder Zugverhalten eingibt).
Falls in einem kontrollierten Gebiet keine Limikolen vorgefunden wurde, genügt eine Null- Meldung. Abgesehen von Art und Anzahl ist es sinnvoll, auch Angaben zur Habitatwahl zu bekommen. Hierzu kann man sowohl bei NaturaList als auch in ornitho.de unter „Weitere Details“ bei „(Rast)Habitat“ Angaben zum Habitat oder Feldfrucht und Bearbeitungsstand eintragen (in NaturaList im gleichen Fenster wie oben bei dem Projektkode).
Die Limikolenzählung wird in NRW von der NWO organisiert. Ansprechpartner für die Hellwegbörde ist Ralf Joest. Wenn sie sich daran beteiligen können, melden sie sich bitte, um Hinweise auf lohnende Gebiete zu erhalten und doppelte Arbeit zu vermeiden.

