Bönen/Hamm: Mäusebussard, Sperber, Neuntöter, Rauchschwalbe, Baumpieper, Rohrammer, Heil-Ziest etc. am 07./08.07.2026 (C. Rethschulte)
Am vergangenen Dienstag zeigte sich dieser Mäusebussard über dem HRB Seseke-Bönen. Bei näherem Hinsehen fällt eine Verdickung an seinem Hals auf – ein Geschwür? ….…. dort auch dieser wohl weibliche Sperber ….…. im Kleykamp nebenan ist dieser männliche Neuntöter in seinem Revier zu sehen; dort ebenfalls ein mehrfach rufender Feldschwirl und eine Goldammer (07.07.26, Fotos: C. Rethschulte).Auf meiner gestrigen Radtour durch die Sandbochumer Heide kam es im LSG Kerstheide zu einer schönen und klangvollen Begegnung mit einem männlichen Baumpieper (Anthus triviales), den ich eine ganze Zeit lang (15-20 Minuten) aus einer sich in unmittelbarer Nähe befindenden Eiche lauthals singend hören konnte ….…. nicht nur hören konnte ich ihn, sondern auch erstmalig mehrere einer Singflüge beobachten. Singflüge dienen vornehmlich der Reviermarkierung. In einem vom Zigaretten-Bilderdienst Altona-Bahrenfeld 1936 herausgegebenen Sammelband mit dem Titel Aus Deutschlands Vogelwelt beschreibt der Verfasser den Gesang des Baumpiepers folgendermaßen: “ … Mit Vorliebe sitzt der Vogel auf Baum- und Buschspitzen, um hier seinen lauten, kanarienvogelartigen, pfeifenden und trillernden Gesang vorzutragen. Dabei schwingt er sich gewöhnlich in schräger Richtung in die Luft, verweilt hier eine Zeitlang und schwebt schließlich (…. mit hängenden Beinen und starren Flügeln, meine Anmerkung) in schönem Bogen wieder auf seinen Sitzplatz zurück ….“ (S. 95) – manchmal ist es auch eine neue Singwarte.
Baumpieper sind Weitstreckenzieher, die sich zwischen April und August/September in ihren europäischen Brutgebieten aufhalten. Das Weibchen bebrütet in der Regel ihre fünf Eier allein. Das vom Weibchen allein gebaute Nest befindet sich am Boden unter Grasbüscheln, Farnen oder niedrigem Gebüsch. Die Fütterung der Jungen übernehmen beide Elternteile. Etwa am 25. Lebenstag des Nachwuchses stellen die Eltern die Nahrungsversorgung ein, beginnen evt. mit einer zweiten Brut oder bereiten sich auf den Rückflug in die Überwinterungsgebiete vor. Baumpieper überwintern in den Hochgras-Savannen West- und Ostafrikas.
Etwa haussperlinggroß, jedoch schlanker und graziler als dieser, wiegt ein Baumpieper während der Fortpflanzungszeit um die 23g. Dieses Gewicht kann sich zu Beginn des Herbstzuges auf um die 30g steigern, aber während des Rückfluges nach Afrika bis auf bislang gemessene 16g schmelzen. Laut Wikipedia steht der Baumpieper in Deutschland und in der Schweiz auf der Liste der bedrohten Tierarten und gilt heute als vom Aussterben bedroht (08.07.26, Fotos: C. Rethschulte).Im nahegelegenen HRB Pelkumer Bach II mehrere Rohrammer, ca. zehn Mehlschwalben, etliche Haussperlinge, Stieglitze ….…. und ein nahrungssuchender Mäusebussard (08.07.26, Fotos: C. Rethschulte).Im Bereich eines neu angelegten Hochwasserrückhaltebeckens in der Nähe der Halde Sundern ein weiteres Neuntöter-Revier mit zwei Jungvögeln ….…hier wurde gerade einer der beiden vom männlichen Elternteil mit einer Libelle versorgt…….. vor Ort auch ca. zehn Rauchschwalben, eine Nachtigall, eine Goldammer, mehrere Stieglitze, eine Mönchs- und eine Gartengrasmücke (08.07.26, Fotos: C. Rethschulte).Bereits am vergangenen Dienstag entstand dieses Foto mit Heilziest-Stauden (Betonica officinalis) im NSG Lettenbruch – früher eine bedeutsame Heilpflanze, heute noch immer wichtig für Hummeln und Schmetterlinge, leider im Kreis Unna bzw. in Hamm bereits seltener zu finden – (06.07.26, Foto: C. Rethschulte).