Gesehen - Gehört

Fröndenberg / Unna: Wespenbussarde, Wiesenweihe, E-Zaunabbau u.a., 02.07.2026 (B.Glüer)

Über dem Bausenhagener Schelk heute ein Wespenbussardpaar kreisend. Leider ist diese Beobachtung nur bedingt erfreulich. Einerseits sind im Kr. UN Wespenbussardbeobachtungen äußerst rar geworden, andererseits ist in diesen Tagen das gemeinsame Kreisen eines Paares eher besorgniserregend, weil gewöhnlich in den ersten Julitagen die Brut (falls vorhanden) aus den Eiern schlüpft und das Weibchen dann kaum den Horst verlässt. Es ist daher zu befürchten, dass die Brut entweder verloren ist, oder es hat gar keine gegeben. Auf Fotos ist zu erkennen, dass es sich bei dem Männchen möglicherweise um einen schon mehrfach zwischen Unna und Fröndenberg (auch im Vorjahr `25) gesehenen Vogel handelt. Siehe hierzu auch vom 05.06.26: https://www.oagkreisunna.de/2026/06/05/froendenberg-waldschnepfenbalz-wespenbussarde-baumpieperbrut-u-a-05-06-2026-b-glueer/).

Südlich des Hemmerder Schelks gestern (01.07.) eine männliche Wiesenweihe jagend.

In den Hemmerder Wiesen wurde Anfang der Woche nach dem Abfahren der Heuernte der E-Zaun um das Kerngebiet des NSG abgebaut. Zum Schutz der Brutvögel vor Bodenprädatoren (hauptsächlich der Kiebitze) hatte dieser dort für 4 Monate gestanden. Um der Tageshitze zuvorzukommen, trafen sich 5 Helfer bereits um 05.30 Uhr. Sehr erfreulich: aus einer sehr späten Kiebitz(nach-)brut war noch mindestens 1 fast flügger Jungvogel in der Kernzone zu sehen. Insgesamt kann die arbeitsintensive Schutzmaßnahme als ausgesprochen erfolgreich gewertet werden. Auch wenn über die Wochen der Brutsaison aus der Ferne die oft in der Deckung „unsichtbaren“ Kiebitzküken nicht restlos durchgezählt werden konnten, ist in der Summe aller Beobachtungen doch davon auszugehen, dass mehr als 20(!) Küken aus mindestens 8 Bruten flügge geworden sind. Der Zaun war insgesamt vom 27. Februar bis zum 29. Juni aufgebaut und ist zwischenzeitlich 4mal freigemäht worden, um den Stromfluss ungehindert zu gewährleisten.

Ein Wespenbussardpaar über dem Bausenhagener Schelk kreisend (links: w, rechts: m). Zunächst freut man sich über die seltene Begegnung, doch das Weibchen sitzt in diesen Tagen normalerweise fest im Horst bei den genau jetzt aus den Eiern schlüpfenden Jungvögeln …, 02.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… in einer Bildmontage des Paares ist erneut zu erkennen, dass es sich bei dem Männchen um einen „alten Bekannten“ handeln könnte (vgl. Text oben). Das Weibchen weist im Großgefieder des linken Flügels Lücken und Schäden auf, die nicht durch Mauser zu erklären sind, weil gewöhnlich parallel die entsprechenden Federn beider Flügel gleichzeitig gemausert werden. So könnte dies ein Hinweis auf den vielfach dokumentierten illegalen Beschuss der Zugvögel – vor allem über Ländern des Mittelmeerraumes sein. An sogenannten „Flaschenhalssituationen“, wo Zugvögel wie Wespenbussarde sich an Meerengen oder Gebirgszügen bei ihren Langstreckenflügen konzentrieren, werden alljährlich noch immer viele von ihnen durch Wilderer abgeschossen, 02.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Jagendes Wieseweihenmännchen über einem Gerstenstoppelfeld südlich des Hemmerder Schelks, 01.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Heuernte mit vier Traktoren im Einsatz vor der angekündigten Gewitterfront bei fast 40 °C in den Hemmerder Wiesen…, 27.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… entlang der anschließend eingeleiteten „Flutung“ der Nassbereiche über das Stauwehr an der Amecke tummelt sich vielfältiges Vogelleben (heute unter anderem >34 Graureiher, im Bild auch diesj. Weißstörche, Lachmöwen, Kiebitze, Graugänse, Waldwasserläufer etc.), 02.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
An der Pfütze in einer Fahrspur im Getreide (Hemmerder Ostfeld) stillt dieser Fuchs seinen Durst, 29.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Weißkleegelbling über Kleeblüten südlich Frdbg.-Ostbüren, 01.07.2026 (Foto: Bernhard Glüer)