Anders als bei Hartmut Peitsch in Bönen geben die Fröndenberger Mauersegler Anlass zur Sorge. Die aktuellen Hitzetage führen ja gerade bei Mauerseglern zu auffälligem und regem Treiben, so dass sie an den traditionellen Brutplätzen gut beobachtet werden können. Die genaue Zahl der jeweiligen Brutvögel ist dabei meist schwer zu ermitteln, weil an den pfeilschnellen Flugspielen über den Dächern sich oft auch Mauersegler aus anderen Kolonien beteiligen und unter ihnen alljährlich durchschnittlich 40% – 60% „Nichtbrüter“ sind.
Der Kirchturm der Fröndenberger Stiftskirche bietet seit vielen Jahren die Möglichkeit, vom Turminneren eine große Kolonie über dem Glockenraum mit ihren Brutpaaren und den zustande gebrachten Gelegen zu zählen. Seit mehreren Jahren sind im Turm leider zwei ungünstige Trends zu beobachten. Zum einen nimmt die Gesamtzahl von einst oft mehr als 20 Brutpaaren stetig ab (im vergangenen Jahr `25 gab es nur noch 11 erfolgreiche von 18 begonnenen Bruten). Zum anderen beginnen nur noch wenige Paare direkt nach der Ankunft im Brutgebiet auch mit dem Brutgeschäft. Stattdessen gab es in der Vergangenheit immer wieder Bruten, die erst in der zweiten Juni-Dekade oder sogar noch später begonnen worden sind. Auch in diesem Jahr konnten bei einer ersten Kontrolle im Turm am 06.06. lediglich 11 begonnene Bruten gefunden werden. Eine gestrige Nachkontrolle (27.06.) erfüllte nicht nur nicht die Hoffnung auf zusätzliche, später begonnene Bruten, sondern auch von den zuvor erfassten Bruten waren bis dato nur 5 (!) erfolgreich verlaufen. Über die Gründe für den besorgniserregenden Trend kann man nur spekulieren. Leider ist dabei nicht von einem regionalen Einzelphänomen auszugehen. Auch die alljährlich landesweite Zählung des NABU („Stunde der Gartenvögel“) ergab innerhalb eines Jahres für den Mauersegler einen Rückgang von 24%. Da sich im Falle der Fröndenberger „Kirchturmsegler“ das Nisthöhlenangebot nicht verändert hat, müssen andere Gründe (Insektenmangel, nasskalte Wetterlagen im Mai etc.?) für den Rückgang verantwortlich sein.
Immerhin kann ich wie Hartmut Peitsch von der seit Jahren bestehende Kolonie am eigenen Haus (Frdbg.-Hohenheide) Positives berichten: von 11 angebotenen Nisthöhlen sind 8 mit erfolgreichen Bruten besetzt. Sie werden jedoch frühestens in der zweiten Juli-Hälfte ausfliegen.









