Gesehen - Gehört

Fröndenberg/Schwerte: Schwarzstorch, Seidensänger, Baumfalke, Rotschenkel, Flussuferläufer, balzende Flussregenpfeifer, Rohrammern, Silberreiher, Teichrohrsänger, Weißstörche u.a. 14.-17.05.2026 (K.&A.Matull)

Am Donnerstag (14.05.) in den Schwerter Röllingwiesen bei sehr hohem Wasserstand und Wetterbedingungen mit allen Facetten u.a.: 1 Teichrohrsänger, 1 Schwarzkehlchen (1,0), 1 Neuntöter (1,0), 1 rastender Flussuferläufer, 1 Silberreiher, 2 brütende Haubentaucher, > 3 Rohrammern, > 4 Zwergtaucher und 36 Reiherenten (21,15). Zudem > 200 stationäre Rauchschwalben (artrein) sowie später > 50 Mauersegler, die von einer heranziehenden Schlechtwetterfront vor sich hergeschoben wurden. Auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg u.a. 2 balzende Flussregenpfeifer, 2 Flussuferläufer und ein Rotschenkel.

Am Freitag (15.05.) bei einem Rundgang entlang „NSG Mühlenstrang“ in Schwerte u.a.: 8 Dorngrasmücken, 7 Gartengrasmücken, 5 Sumpfrohrsänger, 4 Rohrammern (inkl. ein Paar), > 2 Neuntöter (2,0), 1 Teichrohrsänger, 1 Kuckuck sowie 1 Rotmilan. Bei den Weißstörchen bestätigten sich (wie von Familie Schulte bereits hier am 09.05. gemeldet) 2 Pulli im Nest – der erste Nachwuchs in dieser seit April 2024 bestehenden Nisthilfe.

Der an dieser Stelle bereits gemeldete Seidensänger konnte bei einer Nachkontrolle fast drei Wochen später erneut am südlichen Ruhrufer des Gebiets registriert werden. Der wiederholte Gesang spricht mittlerweile für ein fest etabliertes Revier. Da Seidensänger oft polygam leben, stiegen dadurch theoretisch die Chancen, mehr als ein Individuum zu erfassen. Angesichts der noch nicht vorhandenen Dichte dieser Art im Verbreitungsgrad und einer möglichen beginnenden Erstbesiedlung des Ruhrtals im südlichen Kreis Unna ist vorerst jedoch bestenfalls von einer Einzelrevier-Besiedlung oder einer monogamen Zweckverpaarung auszugehen. Ein exakter Nachweis ist wegen der dichten, unzugänglichen und allgemeinen Gegebenheiten vor Ort methodisch wahrscheinlich kaum zu erbringen.

Hörbeleg des Seidensängers am südlichen Ruhrufer des NSG Mühlenstrang in Schwerte. Die regelmäßigen, wenn auch heute selteneren Gesänge bestätigen mittlerweile ein fest etabliertes Revier (15.05.2026, Tonaufnahme: Andre Matull).

Auf gleicher Höhe ein überfliegender Schwarzstorch, der nach kurzem Kreisen in westliche Richtung abzog. Im Wassergewinnungsgebiet Geisecke hielten sich 18 nahrungssuchende Weißstörche auf überschwemmtem Grünland auf. Es ist davon auszugehen, dass sich im gesamten Gebiet des Wassergewinnungsgeländes seit Tagen mindestens 30 Individuen aufhalten. Bereits im Vorjahr war das Gebiet zeitweise ein Hotspot für vagabundierende Trupps, bei denen es sich vermutlich um Nichtbrüter handelt. Im Gelände nördlich der Schoofs-Brücke ein ruhender und später nach Osten abziehender Baumfalke sowie 7 Graureiher in einem trockenen Filterbecken. Allgemein ist zu beobachten, dass praktisch überall derzeit flügge Bachstelzen der diesjährigen Erstbrut gefüttert werden.

Dieser Flussuferläufer nutzte am 14.05.2026 mit einem umgestürzten Baumstamm in den Röllingwiesen (Schwerte) bei einem hohen Wasserstand eine der wenigen Rastmöglichkeiten für Limikolen. (Foto: Klaus Matull).
Bei einsetzendem Regen suchten Teile des großen Rauchschwalben-Schwarms Schutz und besetzten jeden verfügbaren Ansitz. (14.05.2026, Foto: Klaus Matull).
Parallel zum Einzelvogel in den Röllingwiesen nutzten am 14.05.2026 gleich zwei Flussuferläufer die Fröndenberger Kiebitzwiese zur Rast (Foto: Klaus Matull)
Ebenda zeigt der direkte Vergleich zwischen einem Flussuferläufer (hinten links) und dem Rotschenkel (vorne rechts) den eklatanten Größenunterschied dieser beiden Arten. 14.05.2026 (Foto: Andre Matull)
Erstmalig gibt es Nachwuchs bei den Weißstörchen im NSG Mühlenstrang in Schwerte. Dieses stellt sicher eine Bereicherung für den Ruhrtalradweg dar. 15.05.2026 (Foto: Andre Matull)
Auf gleicher Höhe mit dem Seidensänger-Revier am Mühlenstrang überflog dieser adulte Schwarzstorch am 15.05.2026 das Gebiet und zog nach kurzem Kreisen weiter nach Westen (Foto: Andre Matull).
Nördlich der Schoofs-Brücke weicht dieser ruhende Baumfalke kurz darauf noch den Angriffen einer Rabenkrähe aus und verlässt seine exponierte Warte. Am Himmel jedoch wendet sich das Blatt: In seinem wahren Element – der Luft – macht dem windschnittigen und pfeilschnellen Jäger niemand etwas vor. (15.05.2026, Foto: Andre Matull)