Am ersten meteorologischen „Eistag“ dieses Winters (24 Stunden
Temperaturen unter Null °C) relativ wenige Vögel im
Wassergewinnungsgelände in Frdbg.-Langschede: unter anderem 2
Waldwasserläufer, 2 Silberreiher, 5 Graureiher, 3 Gänsesäger (2,1), 16
Reiherenten, ~60 Stockenten, 5 Bergpieper, 4 Gebirgsstelzen, 11
Bachstelzen, 5 Bergpieper, 2 Mäusebussarde.
Im Hemmerder Schelk heute und auch gestern artreine Schwärme von
Hunderten Bergfinken. Sie suchten gezielt die wenigen Rotbuchenparzellen
auf, um am Waldboden nach Bucheckern zu suchen. Ebenda nur noch
einzelne Birkenzeisige und Rufe überfliegender Fichtenkreuzschnäbel.
Nahe Vinning ein Kolkrabe.
Am Abend konnte im Norden Fröndenbergs auch das zweite traditionelle Uhupaar mit ausdauernden Balzrufen bestätigt werden. Vorgestern war bereits im Fröndenberger Westen Uhubalz eines Paares gehört worden, das dort mindestens seit 2009 sein Revier hält. Ein fünfter Uhu (m) rief am selben Abend im Buschholt.
Schon bei weit fortgeschrittener Dämmerung – mit 16 000 ISO abgelichtetes Uhumännchen rufend (Fröndenberger Westen), 18.01.2019 Foto: Bernhard GlüerAuch bei den Elstern herrscht trotz winterlicher Kälte schon Frühlingsstimmung – es wird bereits fleißig an den großen Nestern gebaut …, 18.01.2019 Foto: Bernhard Glüer… das Dohlenpaar (UN-Hemmerde) muss noch einen geeigneten Brutplatz finden, 18.01.2019 Foto: Bernhard GlüerPerfekt getarnte Bergfinken – man muss genau hinsehen, um hier 7 Vögel zu finden, die im Laub nach Bucheckern suchen (Hemmerder Schelk), 19.01.2019 Foto: Bernhard GlüerGebirgsstelze als `Eisläufer´ im Wassergewinnungsgelände (Frdbg.-Langschede)…, 20.01.2019 Foto: Bernhard Glüer… der Bergpieper findet trotz Raureif in der Wiese Fressbares …, 20.01.2019 Foto: Bernhard Glüer… während der Silberreiher mit stoischer Ruhe zu verdauen scheint …, 20.01.2019 Foto: Bernhard Glüer… die Waldwasserläufer suchen die letzten eisfreien Flachwasserbereiche auf, 20.01.2019 Foto: Bernhard Glüer
Weiterhin im Hemmerder Schelk ein Massenaufkommen von Hunderten Birkenzeisigen – wenngleich es heute mit ~300 Vögeln bereits ein etwas „kleinerer“ Schwarm war. Allerdings könnte der Trupp sich auch geteilt haben. Ohnehin erweisen sich die Birkenzeisige sowohl beim Beobachten, bei Zählversuchen und erst recht bei Versuchen, die Massenaufkommen im Foto festzuhalten als der sprichwörtliche „Sack Flöhe“, der sich nicht wirklich erfassen lässt. Trotzdem sind diese ungewöhnlichen Mengen die größten Ansammlungen dieser Art, die ich je gesehen habe. Noch im vergangenen Jahr, als wir bereits einen überdurchschnittlichen Einflug aus Nordeuropa hatten, sah man höchstens Truppstärken nahe 100 Vögeln. Dass es nun im H. Schelk zu diesen ungewöhnlichen Massen-Ansammlungen kommen konnte, hängt wohl damit zusammen, dass mehrere seltene Konstellationen gleichzeitig aufeinandertreffen. Zum einen haben wir auch in diesem Winter einen überdurchschnittlichen Einflug (Gesamtzahl der an der Zählstation Falsterbo / Südschweden im Herbst erfassten Birkenzeisige: 10 297 Ex – gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert von 3 650 Ex pro Saison). Zum Vergleich: im Vorjahr (2017) lag die Gesamtzahl in Falsterbo bei 44 343 Ex, im Jahr 2016 immerhin auch schon bei 12 495 Ex, aber im Jahr 2015 noch bei 4 077 Ex. Nun war es im vergangenen Winter (2017) so, dass die Birken bei uns fast keine Samen trugen. Man sah die Birkenzeisige oft an Erlensamen oder in Ruderalflächen. In diesem Winter (2018/19) tragen die Birken extrem viele Samen – während Erlen kaum Samen angesetzt haben. Somit bietet der Hemmerder Schelk mit einem überdurchschnittlich hohen Birkenanteil derzeit offenbar ein geradezu unerschöpfliches Nahrungsangebot.
Außerdem im H. Schelk heute 2 Fichtenkreuzschnäbel, einzelne Bergfinken, ein erster Buchfink mit Gesang(!), – und gestern Flugrufe eines Schwarzspechtes.
Nördlich UN-Westhemmerde auf dem „Rothen Feld“ gestern 13 rastende Kiebitze. Südlich UN-Westhemmerde, nahe der B1, 43 Sturmmöwen und 6 Lachmöwen.
Nördlich Frdbg.-Hohenheide konnte am Abend die erfolgreiche Besetzung eines frischen Waldkauzkastens (am 21.11.18 aufgehängt) bestätigt werden: nach 12minütiger Beobachtung aus sicherer Entfernung verließ um 17.18 Uhr (kalendarischer Sonnenuntergang: 16.43 Uhr) der „Vogel des Jahres 2017“ (hier ein Männchen) den Kasten und ließ unmittelbar anschließend in geringer Entfernung mehrere Revierrufe hören.
Teil eines riesigen Birkenzeisigschwarms über dem Hemmerder Schelk …, 14.01.2019 Foto: Bernhard Glüer… Zwischenlandung auf mehreren Baumkronen …, 14.01.2019 Foto: Bernhard Glüer… danach folgt die `Schlacht am Buffet´, 14.01.2019 Foto: Bernhard GlüerTiefenentspannte Kiebitze bei UN-Westhemmerde, 14.01.2019 Foto: Bernhard GlüerAdulte Sturmmöwe mit den auffallend – für die Art typisch – grünen Beinen, 14.01.2019 Foto: Bernhard Glüer
Im Wassergewinnungsgelände (Frdbg.-Langschede) schien es heute sogar den Wasservögeln „zu nass“ zu sein … – die meisten Filterbecken hatten Wasserhöchststände und waren somit für Limikolen und Kleinvögel unattraktiv. Immerhin 7 Waldwasserläufer zeigten sich in einem Becken. Auf der Ruhr unter anderem 2 Gänsesäger (1,1), ~40 Stockenten, ~20 Reiherenten, 4 Kormorane.
Gestern im Hemmerder Schelk ein ungewöhnlich großer Schwarm Birkenzeisige – über mehrere Birken verteilt bei der Samenernte. Ein Versuch, per Fernglas die Anzahl zu ermitteln, erwies sich als unmöglich. Allerdings wurde deutlich, dass der Schwarm (von einzelnen Distelfinken abgesehen) ausschließlich aus Birkenzeisigen bestand (in letzter Zeit waren Zeisigtrupps meist gemischt und bestanden eher aus überwiegend Erlenzeisigen). – Erst als sie auch einem Sperber aufgefallen waren und dieser den ganzen Trupp in Panik aufscheuchte, war die tatsächliche Größe des Schwarms erkennbar. Es dürften 600 – 800 (!) Vögel gewesen sein. Leider gelangen im Nieselregen von dem beeindruckenden Spektakel keine brauchbaren Fotos, da der Schwarm in hektischem Auf und Ab immer wieder hinter Baumkronen abtauchte, bzw. zunächst zu nah war, um alle Vögel aufs Bild zu bekommen.
Nahe Frdbg.-Bausenhagen gelang der Fund eines weiteren Wespenbussardhorstes, der erst in der vergangenen Saison entstanden ist. Möglicherweise sind zusammen mit den bereits gemeldeten Funden aus dem Fröndenberger Westen damit die vermuteten 2 Brutpaare für das Fröndenberger Stadtgebiet bestätigt.
In den Hemmerder Wiesen gestern unter anderem 1 jagender Habicht (m/ad).
Bei Frdbg.-Ostbüren 2 Silberreiher auf einer Feldgrasfläche.
Birkenzeisige (Hemmerder Schelk) – technisch leider ein schlechtes Bild, das jedoch einen kleinen Teil des `Gewusels´ unzähliger Vögel bei der Samenernte zeigt …, 12.01.2019 Foto: Bernhard Glüer… kleiner Teil des abfliegenden Schwarms …, 12.01.2019 Foto: Bernhard Glüer… in schnellen Wendungen immer wieder die Richtung ändernd, 12.01.2019 Foto: Bernhard Glüer`Frischer´ Wespenbussardhorst (Frdbg.), der in der Saison 2018 entstanden ist, 12.01.2019 Foto: Bernhard GlüerFür diesen Feldhasen (Frdbg.-Warmen) begann das neue Jahr mit besonderem Pech, nachdem er gerade die zurückliegende Jagdzeit (endete für ihn am 31.12.) heil überstanden hatte …, 09.01.2019 Foto: Bernhard Glüer… für die Rabenkrähen allerdings wurde sein Straßentod zum Glücksfall …, 09.01.2019 Foto: Bernhard Glüer… ein `Hasenbraten´ bietet sich ihnen nicht alle Tage, 09.01.2019 Foto: Bernhard Glüer
Über dem Golfplatz „Am Winkelshof“ (Frdbg.) ein Trupp von 11 Fichtenkreuzschnäbeln unschlüssig hin und herfliegend. Dann landeten sie in einem Fichtenaltholz im NSG „Ostholzbachtal“ und widmeten sich den unzähligen Fichtenzapfen – 1 Männchen kurz singend. Auf dem Golfplatz außerdem ein Trupp von 16 Grünfinken an Hagebutten, ~120 Wacholderdrosseln und ~45 Rotdrosseln.
Nahe dem Panthehof (Frdbg.-Frömern) auf einer Ackerbrache 32 Hohltauben.
Bei der heutigen NABU-Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ waren die Ergebnisse eher deprimierend. Den 27 registrierten Arten derselben Aktion vor exakt einem Jahr standen heute mit weniger als der Hälfte lediglich 12 Arten gegenüber (18 Arten im Jahr 2017 / siehe auch Meldungen vom 05.01.2018 und 06.01.2017). Gezählt wurde jeweils in unserem Garten bzw. rings ums Haus (mit Ganzjahresvogelfütterung am Haus). Positiv sind lediglich höhere Zahlen beim Haussperling gegenüber 2018 bzw. das Auftreten des Feldsperlings, der in beiden vergangenen Jahren ganz fehlte. Sehr auffällig auch das fast völlige Verschwinden von Amseln, das Hartmut Peitsch an anderer Stelle für Bönen auch schon erwähnt hat. Habe mal die jeweiligen Zahlen der beiden vergangenen Jahre in Klammern zugefügt (2018, 2017): Amsel 1 (8, 6), Goldammer 2 (1, 0), Feldsperling 4 (0, 0), Haussperling 17 (1, 21), Blaumeise 6 (5, 3), Kohlmeise 3 (6, 2), Heckenbraunelle 2 (1, 3), Rotkehlchen 1 (1, 2), Sumpfmeise 1 (2, 1), Buchfink 1 (4, 2), Rabenkrähe 2 (2, 2), Ringeltaube 21 (2, 4).
Immerhin hatte gestern noch ein einzelner Kernbeißer aus dem Wipfel einer Birke unser Gartengrundstück inspiziert, um dann allerdings weiterzufliegen.
Gestern und heute konnten im Hemmerder Ostfeld 3, bzw. heute sogar – einige Hundert Meter entfernt – 5 Rebhühner ausgemacht werden (vermutlich 2 unterschiedliche Gruppen).
In den Hemmerder Wiesen gestern und heute bis zu 400 Wacholderdrosseln, darunter ~15 Rotdrosseln, ~12 Stare, ~10 Amseln. Gestern ebenda auch 2 Eisvögel an der Amecke und 1 überhinfliegender Sperber.
Nahe Frdbg.-Ostbüren heute 2 Silberreiher in einer Feldflur.
Hoch im Baumwipfel – und derzeit relativ selten zu sehen: Kernbeißer (Frdbg.-Hohenheide), 03.01.2019 Foto: Bernhard GlüerWacholderdrosseln in den Hemmerder Wiesen an Beeren des Weißdorns, die normalerweise im neuen Jahr schon `abgeerntet´ sind, 04.01.2019 Foto: Bernhard GlüerRebhühner im Hemmerder Ostfeld – 2 Hennen (Mitte) zwischen zwei von insgesamt drei Hähnen, 04.01.2019 Foto: Bernhard GlüerGrünspecht (w) in ungewöhnlicher Sitzposition (Frdbg. / Kiebitzwiese), 03.01.2019 Foto: Bernhard Glüer