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Fröndenberg: Schilfrohrsänger, Wespenbussard, Trauerschnäpper, Grünschenkel, Rohrweihe, Wasserrallen, Mauersegler, Rauchschwalben, Bekassinen, Sperber und Weißstörche am 23.08.2026 (K. & A. Matull)

Heute auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg (teilweise zusammen mit B. Nikula u. A. Hünting) u. a. ein rastender Schilfrohrsänger sowie ein rastender Trauerschnäpper, ungezählte Schafstelzen, eine Rohrweihe, ein Sperber, 3 überfliegende Grünschenkel, 4 Weißstörche (beide Brutpaare), mind. 3 Wasserrallen mit Konterrufen, 4 Bekassinen, eine Teichrallenfamilie (>4), 2 Silberreiher, 6 Graureiher, 2 Mäusebussarde, 18 Kanadagänse, >80 Graugänse und >80 Stockenten.

Morgens in der Sichlerbucht ein artreiner Trupp von >500 Rauchschwalben sowie vereinzelnt Mehl- und Uferschwalben. Nachdem sich letzte Woche ein weiblicher Wespenbussard in der Sichlerbucht aufhielt, verweilte heute ein männlicher am Neimener Bach, der von einem Mäusebussard vertrieben wurde. Vormittags noch ein überfliegender Mauersegler.

Eine Rückmeldung der Vogelwarte Helgoland zu den Mai-Beobachtungen im Wassergewinnungsgebiet Hengsen (Holzwickede) – wo über Wochen Dutzende Weißstörche anwesend waren – bestätigt durch 2 abgelesene ELSA-Ringe vorjährige Weißstörche (Nichtbrüter im 2. Kalenderjahr), die aus der Region Darmstadt in Hessen stammen. Die Vögel legten auf ihrem Weg vom Geburts- bis zum Ableseort Distanzen von 187 km bzw. 169 km zurück.

Rastender Schilfrohrsänger auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg am 23.08.2026. Seit der Erstbeobachtung im NSG Kiebitzwiese vom 21.09.2022 (Beob. B.Nikula-Mitteilung durch G.Zosel) bieten die Kopfweiden stets im „Herbst“ jedes Jahr ein wertvolles Rasthabitat im Gebiet.
Während der Schilfrohrsänger laut Gerlach et al. (2025):
Vögel in Deutschland – Bestandssituation 2025 bundesweit einen erfreulich positiven, stabilen Trend zeigt (Rote Liste D: * / ungefährdet), sieht es bezogen auf Nordrhein-Westfalen ganz anders aus: Laut dem LANUK NRW gilt die Art hier als vom Aussterben bedrohter Brutvogel (RL 1) mit einem landesweiten Gesamtbestand von gerade einmal 10–15 Paaren (2020), deren einzige regelmäßige Brutvorkommen in den Rieselfeldern Münster liegen. Der kritische Status unterstreicht den Wert unserer Kiebitzwiese als Trittsteinbiotop für Durchzügler (RL wandernde Arten NRW: 3). In den Kopfweiden nutzen sie das reiche Blattlausangebot zur essenziellen Fettdeposition für den bevorstehenden Wegzug. (Foto: Andre Matull)
Erneut sorgte die junge Rohrweihe für Aufsehen, als sie im niedrigen Gaukelflug die rastenden Wasser- und Singvögel vor sich her schob. 23.08.2026 (Foto: Andre Matull)
Ein wachsamer und angespannter männlicher Wespenbussard fixiert einen potenziellen Kontrahenten oder eine Störung und nimmt im Geäst bereits eine unmissverständliche Drohhaltung ein. 23.08.2026 (Foto: Andre Matull)
Direkt im Anschluss fliegt der männliche Wespenbussard den Neimener Bach entlang und zeigt dabei seine markante Flügelzeichnung. 23.08.2026 (Foto: Andre Matull)
Der angreifende Mäusebussard (unten) schlug den Wespenbussard (oben) erfolgreich in die Flucht und liefert dem Betrachter eine perfekte Bestimmungshilfe, da die typische Dreier-Bänderung auf der Schwanzunterseite des Wespenbussards hier wunderbar zur Geltung kommt. 23.08.2026 (Fotos: Klaus Matull/Andre Matull)
Nach der Ablesung im Frühjahr liegt nun die offizielle Rückmeldung mit den Lebensdaten durch die zuständige Vogelwarte Helgoland für zwei vorjährige Weißstörche vor, die im Wassergewinnungsgebiet Holzwickede-Hengsen gesichtet wurden. Die beiden Vögel stammen aus der hessischen Region Darmstadt. Die zeitweise Anwesenheit von über 50 Weißstörchen im Frühsommer ist aufgrund des störungsarmen Areals mit feuchtem Grünland und reichlich Nahrung vollkommen schlüssig, wobei viele dieser Vögel im nächsten Jahr als potenzielle Brutvögel in Frage kommen. 16.05.2026 (Fotos: Klaus Matull)