Gesehen - Gehört

Fröndenberg/Schwerte/Holzwickede: Weißstorch-Rekord mit 18 flüggen Jungvögeln im westlichen Ruhrtal, Waldohreulen, Wanderfalke, Grauschnäpper und Brutnachweise bei Schnatterente, Rohrammer und Neuntöter u.a. am 05.07.2026 (K. & A. Matull)

Im westlichen Ruhrtal des Kreises Unna gibt es mit 18 (teilweise) flüggen Jungstörchen, die aus insgesamt 8 Brutpaaren stammen, einen neuen Rekord. Alleine zwei Drittel davon – nämlich 12 Jungvögel – sind auf die Kiebitzwiese in Fröndenberg (7 Jungvögel aus 2 Brutpaaren) und die Röllingwiese in Schwerte (5 Jungvögel aus 2 Brutpaaren) zurückzuführen. Die verbleibenden Jungvögel verteilen sich auf den Mühlenstrang Schwerte (2), das Wellenbad Schwerte (2) sowie die Wasserwerke Westfalen „Geiseckesee“ (2), wo jeweils ein weiteres Paar erfolgreich war. Einzig die angefangene Baumbrut im Ortsteil Schwerte-Geisecke blieb erfolglos. Der Zusatz „teilweise flügge“ beschreibt die Situation passend, da die Mehrheit der Jungvögel nach wie vor an die Nester gebunden ist, regelmäßig dorthin zurückkehrt, dort verweilt und noch sporadisch gefüttert wird.

Auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg konnte ein weiterer Brutnachweis der Schnatterente erbracht werden: Hier führte ein Weibchen 7 Pulli. Da bei Gregor Zosel am 02.07. ein Weibchen auf der Ruhr 6 Pulli führte, handelt es sich hierbei um eine andere Familie. Unterhalb des neuen Aussichtshügels zeigte sich zudem ein Nachwuchs fütterndes Rohrammer-Paar.

Im Schwerter Ruhrtal konnten recht unverhofft die Waldohreulen vom 15.06.2026 wiedergefunden werden – allerdings gut 500 Meter vom ursprünglichen Brutplatz entfernt. Möglicherweise jagten die Eltern sogar vormittags bei vollem Tageslicht. In der Nähe hielten sich ein Neuntöter-Paar mit zwei frisch flüggen, bettelnden Jungvögeln sowie ein bis jetzt völlig unbemerkt gebliebener, jagender Grauschnäpper auf.

Als erstes flog dieser diesjährige Weißstorch von der Nisthilfe und drehte, unter den staunenden Blicken seiner Geschwister, seine ersten Runden über der Kiebitzwiese in Fröndenberg am 05.07.2026. Alle weiteren Jungvögel, auch die vom Hochsitz, folgten kurz darauf. (Foto: Andre Matull)
Ebenso sind bereits alle Jungstörche auf der Röllingwiese in Schwerte flügge geworden. 05.07.2026 (Foto: Klaus Matull)
…hier wird das Geschehen von den noch zurückhaltenden Jungstörchen auf dem Wasserwerksgelände an der Röllingwiese intensiv beobachtet. 05.07.2026 (Foto: Klaus Matull)
Ein Wanderfalke kreist am Vormittag über dem neuen Aussichtshügel der Kiebitzwiese am 05.07.2026. (Foto: Andre Matull)
Eine eher zufällige, aber freudige Beobachtung zeigte sich im Schwerter Ruhrtal: Die Waldohreulen-Familie ist mittlerweile gut 500 Meter vom Brutplatz entfernt. Das Bild zeigt eine von insgesamt vier Jungeulen, die derzeit etwa 6 Wochen alt sind. Der bereits flugfähige Jungvogel bettelte leise in einer Weide (Abb. 1). Aktuell ist der Nachwuchs noch auf die Eltern angewiesen, wird aber voraussichtlich ab Ende August selbstständig jagen können. Ein Altvogel (Abb. 2) landete kurz darauf am Rand der Weide mit Blickrichtung zur gemähten Wiese. Zeitgleich flog ca. 200 Meter entfernt ein weiterer Altvogel (Abb. 3) schlagartig in einen noch nicht gemähten Teil. Für den Betrachter erweckte sich der Eindruck, dass die Eltern hier gerade auch am Tag auf der Jagd gewesen sind. 05.07.2026 (Fotos: Andre Matull)
Fast in der nächsten Hecke wurde eine Neuntöter-Familie mit 2 flüggen Jungvögeln beobachtet. Die perfekt getarnte Beute, ein auf den Dornen aufgespießtes Heupferd (siehe Pfeil), dient hier als Vorratskammer. 05.07.2026 (Foto: Andre Matull)
Ein bisher unbemerkt gebliebener Grauschnäpper jagte am Rande eines Parkplatzes. 05.07.2026 (Foto: Klaus Matull)
Die junge Amsel präsentiert hier mit einem kleinen Frosch eine sicherlich nicht alltägliche Beute am 05.07.2026. (Foto: Andre Matull)