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Beginnender Limikolenzug, Rückblick auf Gänsebruten der Kiebitzwiese 2026 in Fröndenberg, Ringelnatter-Paarung und Brutnachweis bei der Waldohreule in Schwerte, 22.06.2026 (K.&A.Matull)

Viele Vögel sind aktuell vollauf mit der Versorgung ihres Nachwuchses beschäftigt, dennoch hat bereits klammheimlich der Limikolenzug in Richtung Süden begonnen. Das zeigte sich auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg am Sonntag (21.06.26) durch 3 rastende Waldwasserläufer. Zu den nächsten Abreisenden gehört der Kuckuck, welcher allerdings nach wie vor im westlichen Teil des Gebiets mit 3 Individuen (darunter 1 Weibchen der braunen Morphe) sehr aktiv ist. Diese vermeintlich ruhige Phase der Sommersonnenwende ist der ideale Zeitpunkt für einen Rückblick auf die letzten Wochen im westlichen Ruhrtal. Auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg lässt sich eine Gänse Nachwuchs-Bilanz ziehen: 2 Kanadaganspaare führen aktuell 20 (12+8) noch nicht flugfähige Nachkommen. Bei dieser ungleichen Verteilung dürfte es sich um eine sogenannte „Crèche“ (eine biologische Kinderstube) handeln, bei der Gänseeltern den Nachwuchs anderer Paare adoptieren oder gemeinsam betreuen. Bei den Graugänsen sind es 4 Paare mit 17 (5+5+4+3) größtenteils bereits flugfähigen Jungvögeln, wobei lediglich die 3 jüngsten Nachzügler einer späten Familie noch flugunfähig sind. Hinzu kommt 1 Nilganspaar mit 7 flüggen Jungvögeln, die aber schon länger flugfähig sind. Ein neuer Brutrekord zeichnet sich zudem für das Gebiet bei den Weißstörchen ab, sofern die 7 (3+4) aktuell vital wirkenden Jungstörche aus den 2 Nestern plangemäß in den kommenden 2 bis 3 Wochen flügge werden.

Am Rande der Röllingwiese in Schwerte dokumentierte Martina Wünsch am 30. Mai eine Verpaarung von Ringelnattern. Bei mildem, wechselhaftem Wetter um 20 °C zeigte sich ein typisches „Paarungsknäuel.“ Da Ende Mai den biologischen Höhepunkt markiert, handelte es sich hierbei um eines der letzten Paarungsereignisse des Jahres – die sensible Phase ist damit für dieses Jahr abgeschlossen. Die Beobachtung unterstreicht zudem die Bedeutung von Ökotonen (strukturreichen Übergangszonen). Die Röllingwiese bietet mit ihren fließenden Übergängen von offenen Gewässern zu dichten Röhrichten, Hochstauden, Buschwerk und Waldrändern genau dieses lebenswichtige Strukturmosaik. Es bietet den Reptilien optimale Bedingungen zur Thermoregulation (Sonnensuche) und sichert warme, geschützte Eiablageplätze in organischem Material.

Im Schwerter Ruhrtal machten am 15. Juni zudem die charakteristischen Bettelrufe junger Waldohreulen auf sich aufmerksam. Insgesamt konnten 4 Ästlinge festgestellt werden. Die Jungvögel haben das Nest bereits verlassen und sind nun im dicht zugewachsenen Wald völlig unsichtbar auf weitläufiger Wanderschaft. Diese Entdeckung liefert einen wertvollen Bruterfolg für das großflächige Wald-Kulturland dieser Region. Das Gebiet bietet den Eulen wichtige, großflächige Brut- und Ruheplätze sowie ideale Jagdgründe in den angrenzenden offenen Wiesenstrukturen.

Auf der Röllingwiese in Schwerte zeigten sich diese Ringelnattern. Was hier noch ganz langsam begann … (30.05.2026, Foto: Martina Wünsch)
…. entwickelte sich zu einem dynamischen Paarungsknäuel aus mehreren Individien. 30.05.2026 (Foto: Martina Wünsch)
Bei der Paarung sind die Schlangen derart auf sich fokussiert, dass potenzielle Beute temporär keine Rolle spielt. Grünfrösche gelten als das Hauptnahrungsspektrum bei Ringelnattern. 30.05.2026 (Foto: Martina Wünsch)
Am 15.06.2026 erregte frühmorgens der Bettelruf einer Waldohreule in Schwerte die Aufmerksamkeit. 15.06.2026 (Tonaufnahme: Andre Matull)
Kurz darauf konnten alle jungen Waldohreulen entdeckt werden. 15.06.2026 (Fotos: K.&A.Matull)
Gut getarnt kletterten die Ästlinge bereits selbstständig im Geäst herum und erkundeten aufmerksam ihre Umgebung. 15.06.2026, (Foto: Klaus Matull)
Kleine Kletterpanne und dabei kann man im dichten Geäst auch mal abrutschen. Dieser Ästling konnte sich jedoch geschickt am Stamm abfangen und seinen Weg anschließend problemlos fortsetzen. 15.06.2026 (Foto: Klaus Matull)
Bei der spielerischen Erkundung ihrer Umgebung untersuchen die neugierigen Jungvögel auch verschiedene Texturen wie die Rinde kleiner Äste ganz genau. 15.06.2026, (Foto: Klaus Matull)
Einer der beiden Altvögel ruht in unmittelbarer Nähe des Geschehens. Das entspannt aufgeplusterte Gefieder und die angelegten Federohren des Altvogels zeigen deutlich den ungestörten Ruhemodus in sicherer Distanz zum Beobachtungsort. (15.06.2026, Foto: Klaus Matull)