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Fröndenberg: Waldschnepfenbalz, Wespenbussarde, Baumpieperbrut u.a., 05.06.2026 (B.Glüer)

In diesen Tagen gelangen mehrfach Beobachtungen von balzenden Waldschnepfen. In der heimischen Vogelwelt gehören Waldschnepfen wegen der sehr heimlichen, oft dämmerungs- und nachtaktiven Lebensweise sicherlich zu den am schwierigsten zu beobachtenden oder quantitativ zu erfassenden Arten. Vor allem zur Brutzeit gibt es kaum Nachweise, obwohl sie in der Balz sogar vergleichsweise auffällig sind, wenn die Männchen auf der Suche nach Weibchen nach Sonnenuntergang potentielle Bruthabitate mit deutlich vernehmbarem „Quorren“ und „Puitzen“ überfliegen. Die meisten Nachweise erbringen bei uns überwinternde Exemplare aus dem Baltikum oder Skandinavien, wenn diese mal zufällig bei Waldspaziergängen vom Boden aufgescheucht werden. So konnten in Wäldern des Fröndenberger Nordens im vergangenen Winter bis zum 20. Februar 28-mal Waldschnepfen festgestellt werden. Danach gab es keine Beobachtungen mehr – insbesondere auch keine Balz, die einen Brutverdacht begründet hätte. Ähnlich verhielt es sich auch in zurückliegenden Jahren.

Am 26. und 27. Mai gelang nun Lukas Bischoff die Beobachtung von balzenden Waldschnepfen in der Nähe des alten Golfplatzes „Am Winkelshof“. Nach seinen Berichten ließen sich in einem kleinen Zeitfenster, knapp eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang bis zu 16 (!) Überflüge balzender Männchen zählen. Am 28.05. konnte ich dann erstmals ebenfalls an beschriebenem Ort ab 22.04 Uhr (Sonnenuntergang: 21.32 Uhr) 7-mal eine überfliegende Schnepfe teils aus kurzer Distanz beobachten – und es gelangen auch Fotos. Am 30.05. ab 21.53 Uhr (gemeinsam mit Lukas Bischoff und Mechthild Strathoff) nochmal 14 Überflüge und am 01.06. ab 21.56 Uhr 12 Überflüge ebenda. Diesmal ließen sich aufgrund der Flugrichtungen und Zeitabläufe zweifelsfrei 3 Individuen (2,1) unterscheiden. Gemeinsam mit Mechthild Strathoff wurde am 03.06. ein 1880 m entferntes Habitat überprüft, in dem es vergleichsweise viele Winterbeobachtungen gegeben hatte. Bei jetzt schlechterem Wetter (leichter Regen, Wind, gesunkene Temperaturen) konnten auch hier 2 Überflüge (ab 22.07 Uhr) beobachtet werden. Laut Brutvogelatlas / NRW überfliegen balzende Männchen Flächen von 45-50 Hektar, so dass hier von anderen Individuen ausgegangen werden kann. Am gestrigen Abend (04.06.) waren am ersten Standort – gemeinsame mit Ute Becker und Hermann Knüwer – keine Balzaktivitäten mehr festzustellen. Jedoch zeigte sich bodennah 3-mal eine nah vorbeifliegende und wieder landende, möglicherweise weiblich Waldschnepfe, die sogar in ca. 25 m Entfernung minutenlang auf einem Waldweg verharrte, was evtl. gegenüber unserer Anwesenheit als „Verleiten“ – und damit als Hinweis auf Nachwuchs gedeutet werden könnte. Das veranlasste uns dann auch zum „Rückzug“.

Mehr „Frust als Lust“ bereitet dieser Tage die Suche nach Wespenbussarden. Am 25.05. fiel immerhin über Frdbg.-Hohenheide ein Männchen auf, das sehr einem schon vorjährig im Raum Frdbg.-Bausenhagen mehrfach gesehenen (und fotografierten) Männchen ähnelte. Ein anschließend kontrollierter „Verdachtshorst“, der diesem Männchen zugeordnet werden könnte, wies tatsächlich minimale Begrünung auf. (Siehe hierzu auch folgende Meldung: https://www.oagkreisunna.de/2025/12/22/froendenberg-hausrotschwanz-waldschnepfen-wespenbussardhorst-biber-insekt-des-jahres-24-u-a-21-12-2025-b-glueer/). Am 28.05. zeigte sich niedrig fliegend ein Paar bei UN-Vinning und eine Beobachtung auf ornitho.de von Malte Busch am 31.05. eines Beute tragenden (eventuellen) Männchens lässt in diesem Raum ebenfalls hoffen.

Balzfliegendes Waldschnepfenmännchen nahe dem Fröndenberger Golfplatz „Am Winkelshof“. – Bei schon fortgeschrittener Dämmerung eine charismatische Erscheinung …, 30.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… in einem knappen Zeitfenster von ca. 20 Minuten werden bei fortschreitender Dunkelheit in Baumkronenhöhe Waldschneisen und Lichtungen auf der Suche nach den am Boden verharrenden Weibchen abgeflogen …, 01.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… dabei werden in ständiger Folge „quorrende“ und „puitzende“ Laute abgegeben, 01.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Ein Futter tragender Baumpieper nahe einer Aufforstungsfläche im Süden des Bausenhagener Schelks weist auf eine bis dato erfolgreiche Brut hin. Ebenda vermutlich zwei weitere Reviere, 02.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Eine vor Jahren von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises UN angelegte Schmetterlingswiese am Hemmerder Schelk macht ihrem Namen alle Ehre: neben diesem Schwalbenschwanz viele weitere Arten auf dem „Blütenteppich“, 1.06.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Möglicherweise zweimal derselbe Vogel: männlicher Wespenbussard (aktuell über Frdbg.-Hohenheide)…, 26.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ein im vergangenen Winter nahe Frdbg.-Frömern entdeckter, eventuell diesem Männchen zuzuordnender Horst weist zwei Tage später frische Begrünungen auf. Leider inzwischen keine weitere Bautätigkeit, 28.05.2026 (Foto: Bernhard Glüer)