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Unna / Bönen: Kiebitzschutz und „Eiersuchen“, Ostern `26 (Melder: B.Glüer)

Nach der ersten Zwischenbilanz bei der kreisweiten Synchronzählung unserer Kiebitze, am 28.03.26, geht es inzwischen in den unterschiedlichen Bruthabitaten darum, den Kiebitzen überall auch zum dringend nötigen Bruterfolg zu verhelfen. In den 10 Kommunen des Kreises hatten mehr als 30 Helfer insgesamt 70 Kiebitzpaare erfasst. Wenn man bedenkt, dass zu Beginn der fast alljährlich wiederholten Zählung im Jahre 1999 noch 380 Kiebitzpaare gefunden worden waren, so haben wir inzwischen fast nur noch 2 Kiebitzpaare pro Zähler.

Die meisten Kiebitze haben bereits ein Gelege, das bebrütet wird – bzw. die ersten Gelegeverluste sind ebenfalls schon zu beklagen. Je nach Standort gibt es unterschiedliche Anstrengungen, die Kiebitzgelege zu schützen, bzw. möglichst am Ende der Brutsaison auch flüggen Nachwuchs hervorzubringen. Unterstützt und koordiniert werden alle Bemühungen von der Biologischen Station und der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises UN – sowohl durch Beschaffung von Material oder Finanzhilfen für Ernteentschädigungen oder andere Aufwendungen von Landwirten, als auch durch tatkräftige Hilfe beim Auffinden und Markieren von Kiebitzgelegen auf Ackerflächen oder Kontaktherstellung und Gesprächen zu/mit Grundeigentümern und Flächennutzern. Inzwischen wird im Gelände auch eine Drohne mit Wärmebildkamera eingesetzt, die nicht nur das Auffinden erleichtert, sondern gleichzeitig auch jedes Nest metergenau durch GPS-Daten registriert. Wenn dann die Gelege zu ihrem Schutz bei anstehenden Feldarbeiten markiert werden müssen, sind sie dank der digitalen Hilfsmittel auf den oft riesigen Feldern schnell zu finden.

Weil in der kommenden Woche auf einem Kiebitzbrutfeld in Bönen-Bramey vom Landwirt Feldarbeiten angekündigt worden sind, sollen zuvor die Kiebitzgelege markiert werden. Der Drohneneinsatz verspricht ein schnelles Auffinden der Nester …, 04.04.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
… schon bei einem früheren Einsatz am selben Feld hatte Bastian Meyer von der Biostation sich als exzellenter Drohnenpilot gezeigt …, 25.03.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
… heute soll alles perfekt laufen – deshalb wird schon vor Sonnenaufgang um 6.30 Uhr gestartet. Um diese Zeit ist die Ackerfläche noch kühl und die Nester sind dann per Wärmebildtechnik am besten zu orten …, 04.04.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
… bei allmählich einsetzendem Tageslicht wird auch mit analoger Optik das Feld abgesucht…, 4.04.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
… obwohl noch vor zwei Wochen bis zu 16 (!) Kiebitze auf dieser Feldfläche gebalzt hatten und wir mit mindestens 5 Gelegen gerechnet haben, finden wir nur ein einziges. Auch Kiebitze sind nur mit lediglich 4 Exemplaren vor Ort …, 04.04.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
… das Nest (gelber Pfeil) wird nun in ausreichender Entfernung mit einem kleinen Fähnchen vor und einem weiteren hinter dem Brutplatz für den Landwirt erkennbar markiert. Er wird es dann bei der Feldarbeit umfahren …, 04.04.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
… wir finden auch indirekte Hinweise, warum die meisten Kiebitze dieses Feld verlassen haben: hier ist ein Gelege von Prädatoren geplündert worden, 04.04.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
Um zumindest Bodenprädatoren wie Waschbär, Fuchs & Co von den Bodennestern fernzuhalten, wird im NSG Hemmerder Wiesen besonderer Aufwand betrieben. Der einen Monat zuvor (27.02.) aufgestellte Elektrozaun wird zum ersten Mal freigemäht, um ein Überbrücken der Stromlizen durch Pflanzenaufwuchs zu verhindern…, 27.03.2026, (Foto: Bernhard Glüer)
… da hinter dem E-Zaun bereits Kiebitznester sind, sollen die Arbeiten besonders schnell und trotzdem gründlich gehen. Deshalb wird geradezu „stabsplanmäßig“ vorgegangen…, 27.03.2026, (Foto: Bernhard Glüer)
… zeitgleich mit einer ersten Mahd werden die Zaunpfähle herausgezogen, in die frische Spur gesteckt und anschließend nach einer zweiten Mahdspur wieder an die alte Position gesetzt. So steht dann jeder Pfosten sauber freigeschnitten…, 27.03.2026, (Foto: Bernhard Glüer)
… an schwierigen Stellen wird ein Freischneider eingesetzt …, 27.03.2026, (Foto: Bernhard Glüer)
… denn die Eckpfosten aus stabilem Stahl lassen sich nicht „mal schnell“ herausziehen …, 27.03.2026, (Foto: Bernhard Glüer)
… nach der schweißtreibenden Arbeit gibt es eine Stärkung …, 27.03.2026, (Foto: Hermann Knüwer)
… das Arbeitsgerät wird bis zum nächsten Einsatz verstaut und abtransportiert. Für die gesamte Brutzeit muss der E-Zaun regelmäßig kontrolliert und freigehalten werden, 27.03.2026, (Foto: Hermann Knüwer)