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Fröndenberg / Unna / Bönen / MK / SO: „Stunde der Wintervögel“ (NABU), Waldschnepfe, Kornweihe, Kleinspecht, Kraniche, Weißstorch u.a., 11.01.2026 (B.Glüer)

Bei eisigem Winterwetter lief an diesem Wochenende ein weiteres Mal die NABU-Aktion „Stunde der Wintervögel“. Bei strahlend blauem Himmel herrschte am heutigen Sonntag für meine Zählung (Frdbg.-Hohenheide) klirrende Kälte mit einem meteorologischen „Eistag“ = 24 Stunden unter null Grad: (-8,8 °C bis – 0,6 °C). Viele Vögel kommen bei solchen Verhältnissen an ihre Grenzen, wenn sie nicht über besondere Winterstrategien verfügen. Im Umfeld unserer Ganzjahresfutterstelle konnten immerhin 21 Vogelarten mit mindestens 102 Individuen erfasst werden:

Amsel (4), Blaumeise (11), Buchfink (3), Buntspecht (2), Elster (1), Erlenzeisig (40), Haussperling (25), Kleiber (2), Kohlmeise (8), Rotkehlchen (1), Wacholderdrossel (5), Mäusebussard (1), Tannenmeise (1), Misteldrossel (2), Gimpel (2), Ringeltaube (5), Rabenkrähe (5), Goldammer (1), Heckenbraunelle (1), Sumpfmeise (1), Kolkrabe (1).

Im Rahmen der hier schon gemeldeten Kälteflucht von Kranichen konnte auch ich gestern (09.01./11.30 h) einen südwärts ziehenden Trupp von ca. 75 Vögeln nördlich von Werl beobachten. Bemerkenswert am vergangenen Mittwoch (06.01.) in den Hemmerder Wiesen direkt neben der Straße zwischen Gehölzen eine noch ausharrende Waldschnepfe vom Boden abfliegend. In Bönen-Lenningsen nach Mitteilung von F. Stemper gestern (10.01.) 2 Weißstörche auf der dortigen Brutplattform.

Dieser männliche Kleinspecht im Bereich der Hönnemündung südlich Fröndenberg gewährt sehr vertraut in geringer Entfernung über einen Zeitraum von 35 Minuten Einblicke in seine winterliche Nahrungsstrategie …, 04.01.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… er bearbeitet mit Hunderten Schnabelhieben meist nur daumendicke, lebende Zweige einer Salweide mit auffälligen Schwellungen in der Rinde. Es wird deutlich, dass seine geringe Größe ihn hier eindeutig etwa gegenüber dem 5mal schwereren Buntspecht bevorteilt …, 04.01.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… denn mit seiner spitzen „Harpunenzunge“ hat er es auf winzige Beute abgesehen, die offenbar massenhaft die Weide besiedelt. 04.01.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… hier „harpuniert“ er mit seiner Zunge, die vorn mit Widerhaken versehen ist, eine gelb-orangefarbene Larve der Weidenholzgallmücke. Diese unter der Rinde lebenden Larven sind auf verschiedene Weidenarten spezialisiert, die der Kleinspecht vorzugsweise aufsucht …, 04.01.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… und wieder ein Fund! 04.01.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… leider werden gerade solche Weiden und andere Weichhölzer oft als „wertlos“ beseitigt oder radikal gestutzt (Hemmerder Ostfeld), 05.01.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
Ein anderer Überlebenskünstler: eine von mindestens 9 Schwanzmeisen an der Amecke (Hemmerder Wiesen). Auch bei diesen ruhelosen, nur ca. 8 Gramm leichten Winzlingen fragt man sich, was sie an den nackten Winterzweigen eigentlich Fressbares finden …, 11.01.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… erst auf dem Foto wird sichtbar, dass bei scheinbar endlosem Picken (man beachte die Partikel am Schnabel) ebenfalls winzige, nicht näher bestimmte Larven, Gallen oder Puppen auf dem Hartriegelzweig „geerntet“ werden (allein bei den schon erwähnten Gallmücken gibt es 836 (!) verschiedene Arten) .., 11.01.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ein Stockwerk tiefer hat eine von 3 Bekassinen das Amecke-Ufer zwischen dichten Gehölzen (für die Art eher untypisch!) als Ausweichhabitat zur Nahrungssuche aufgesucht, nachdem sich die Nasswiesen ringsherum in Eisflächen verwandelt haben…, 11.01.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… ein adulter Mäusebussard hat seinen Überlebenskampf verloren (Hemmerder Wiesen) …, 08.01.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… während diese Kornweihe in Ermangelung von Mäusen in einem Zwischenfruchtfeld mehrfach Beutestöße (vergeblich) auf Bluthänflinge unternimmt (Werl-Sönnern), 07.01.2026 (Foto: Bernhard Glüer)
… auch die Zwergtaucher im Wassergewinnungsgelände (Frdbg.-Langschede) müssen sich bei der Extremwetterlage etwas einfallen lassen. Mit erstaunlichen 16 (!) Artgenossen versammeln sie sich an einem eisfreien Einlauf in einem Ausgleichsbecken, um nach Beute zu tauchen, 11.01.2026 (Foto: Bernhard Glüer)