Gesehen - Gehört

Schwerte: Weißstörche und balzende Haubentaucher am 23.02.2026 (K.&A.Matull, P.Krüger)

Vielerorts sind bereits die Weißstörche zurückgekehrt. Aktuell bietet sich uns im Kreisgebiet ein konkretes praktisches Beispiel, welches die biologische Erkenntnis untermauert, dass Weißstörche zwar oft grob standorttreu, aber nicht zwingend partnertreu sind, sondern vielmehr „monogame Saisonehen“ führen.
​Im Schwerter Ortsteil Geisecke beobachteten wir am 23.02. eine Kopulation, bei der das Weibchen rechts beringt ist. Die Analyse des abgelesenen ELSA-Rings ergab, dass dieser im Juni 2020 in Coesfeld (NRW) nestjung beringte Storch in der Vergangenheit bereits mehrfach in der Region an unterschiedlichen Orten in Erscheinung getreten ist: Am 22.03.2022 wurde sie nahrungssuchend auf einem Feld nahe der Kreisgrenze in Menden-Halingen (Märkischer Kreis) nachgewiesen (Beob.: T. Prünte). Ab Ende Februar 2023 folgte eine knapp 14-tägige Liaison mit dem Männchen auf der Kiebitzwiese in Fröndenberg, und in den Jahren 2024 sowie 2025 gehörte sie mit jeweils zwei flüggen Jungvögeln zum Brutpaar am Geiseckesee bei Holzwickede (Wassergewinnungsgebiet/ehemaliges Windrad).
​Dies ergibt innerhalb von 5 Jahren, jeweils nach der Rückkehr aus dem Winterquartier, ein Bewegungsprofil von nur ca. 13 km zwischen drei etablierten Weißstorch-Brutplätzen im südlichen Kreis Unna. In den nächsten Wochen wird das „Weißstorch-Karussell“ weiter an Fahrt aufnehmen, wobei Partnerwechsel erfahrungsgemäß an der Tagesordnung sind. Darüber hinaus wird sich zeigen, ob die Vogelgrippe, von der auch Weißstörche massiv betroffen waren und deren Schwerpunkt in den spanischen Überwinterungsgebieten lag, Auswirkungen auf die Paarzusammensetzungen im Kreisgebiet haben wird.

Was sich in luftiger Höhe auf den Nestern ankündigte, setzte sich auf der Wasserfläche fort: Auf der Röllingwiese in Schwerte zeigte sich am 23.02. ein balzendes Haubentaucher-Paar (Beob.: P. Krüger).

Ein weiblicher Weißstorch zeigt sich über mehrere Jahre im südlichen Kreis Unna arttypisch grob standorttreu. (Fotos: K.&A.Matull)
Synchronisiertes Balzverhalten: Haubentaucher auf der Röllingwiese beim rituellen „Pinguin-Tanz.“ Das gemeinsame Präsentieren von Wasserpflanzen ist ein wesentlicher Bestandteil der Paarungszeremonie und signalisiert die Bereitschaft zum Nestbau. 23.02.2026 (Foto: Peter Krüger)