Fröndenberg / Unna / Bönen: Mauersegler im Aufbruch, Rebhühner und Grauschnäpper mit wenig Nachwuchs, Schwarzkehlchen, Teichrohrsänger, Nachtigallen und Flussregenpfeifer mit späten Bruten u.a., 11.07.2025 (B.Glüer)
Am Ende der ersten Julidekade war es um die Mauersegler infolge des kühlen Regenwetters still geworden. Auch in der „hauseigenen“ Kolonie schien der Wegzug bereits begonnen zu haben. Bei ungünstiger Witterung können jedoch Versorgungsflüge sehr lange unterbrochen bzw. ausgesetzt werden. Am Abend des 09.07. ergab eine längere Kontrollbeobachtung der noch einfliegenden Segler (ab 22.00 Uhr / Sonnenuntergang: 21.44 Uhr), dass alle 8 besetzten Bruthöhlen noch angeflogen wurden. Interessant dabei, dass ein spät einfliegender Vogel um 22.15 h nochmals rausflog und 6 Minuten später (22.21 h) zurückkehrte. Ein noch späterer Heimkehrer flog erst um 22.24 h (40 Min. nach SU!) zur letzten Fütterung der Jungvögel ein. Der kürzlich verstorbene „Mauerseglerpapst“ Erich Kaiser hatte erstmals dieses Phänomen später Fütterungen in Schlechtwetterphasen untersucht und nachgewiesen, dass dabei vor allem Nachtfalter erbeutet werden. Am folgenden wieder sehr sonnigen Vormittag kam es nochmals zu intensivem, jedoch nur kurzem Fluggeschehen vieler noch anwesender „Banger“ um die Kolonie. Eine Kontrolle im Turm der Fröndenberger Stiftskirche ergab noch 11 besetzte Brutnischen, wobei eine frisch begonnene (!) Brut mit einem Ei bebrütet wurde. Wenn diese Brut noch erfolgreich verläuft, wird der Jungvogel vermutlich erst im September ausfliegen. Die insgesamt 18 begonnenen Bruten waren offensichtlich nur teilweise erfolgreich.
Im Hemmerder Ostfeld heute 1 Rebhuhn mit Nachwuchs (wohl nur ein einziger Jungvogel!). Erfreulicher hier die Situation der Schwarzkehlchen: > drei besetzte Reviere in unmittelbarer Nachbarschaft – ein Weibchen mit Nistmaterial für die (mindestens) zweite Brut des Jahres. Mindestens ein weiteres Revier auch auf der Ackerbrache SW von UN-Siddinghausen. Im H. Ostfeld noch bemerkenswert ein seit Tagen nahe dem Sesekedurchfluss/Bahndamm singender Teichrohrsänger.
In den Hemmerder Wiesen entlang der Amecke 2 singende, teils einander verfolgende Gelbspötter. Auf dem Wirtschaftsweg Nachwuchs fütternde (späte) Nachtigallen (1x ad, 2x juv).
Gestern in Bönen-Nordbögge eine Grauschnäpperfamilie – bestehend aus dem Elternpaar und nur einem einzigen Jungvogel. Möglicherweise eine für diese rückläufige und stark von Fluginsekten abhängige Art eine typische Konstellation (Mitbeobachter: Clemens Rethschulte).
Im Wassergewinnungsgelände bei Frdbg.-Langschede noch eine späte (Ersatz-)Brut von Flussregenpfeifern.
In der „Brutbatterie“ mit hier insgesamt 6 Mauerseglerhöhlen und 10 Mehlschwalbennestern scheint kaum noch Leben zu sein. Aus dem vorletzten Einflugloch schaut ein junger Mauersegler heraus …, 10.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… mit aufsteigender Sonne veranstalten schließlich noch etliche nichtbrütende „Banger“ kurze und heftige Flugspiele um die Kolonie…, 10.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… jede potenzielle Bruthöhle wird „abgeklopft“ und von außen inspiziert …, 10.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… bei diesem oft aggressiven Treiben sitzen die Höhleneigentümer meist innen und geben rufend zu verstehen, dass Besuch unerwünscht ist …, 10.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… auch die für Mauersegler viel zu kleinen Mehlschwalbennester werden unter die Lupe genommen …, 10.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… dieser am hellen „Gesicht“ als Jungvogel kenntliche Segler vefolgt das Geschehen angespannt. Einen Tag nach dieser Aufnahme hat er die Bruthöhle für immer verlassen. Junge Mauersegler sind mit dem Flüggewerden sofort selbstständig und verlassen gewöhnlich noch am Tag des Ausfliegens auch ihre Brutheimat – Richtung Süden …, 10.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… eine ähnliche Situation bietet sich im Turm der Fröndenberger Stiftskirche. Zum Teil unter den Fußbodendielen befinden sich die Bruthöhlen der Mauersegler auf dem Mauersims über dem Glockenraum. Das linke Nest ist unbesetzt. Im mittleren Nest sind 3 und ganz rechts 2 fast flügge Jungvögel. Am oberen Bildrand erkennt man den Einflugspalt, durch den es von innen betrachtet hinaus in die Tiefe geht …, 10.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… das rausgeworfene Ei in der linken Ecke ist ein indirekter Hinweis, dass dieser Brut mit inzwischen zwei fast flüggen Jungvögeln Rivalenkämpfe vorausgegangen sind…, 10.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… dieser adulte „Unglücksvogel“ hatte durch mein Erscheinen Glück im Unglück. Er war vermutlich infolge von Rivalenkämpfen ins Turminnere gedrängt worden und ist nach unten gestürzt. Hier verharrt er regungslos an einem Balken im Glockenraum hängend und konnte von mir wieder nach draußen befördert werden. Trotz der nachträglich nach innen abgedichteten Brutnischen sind in der Vergangenheit immer wieder mal Segler ins Turminnere geraten, wo sie selbstständig nicht mehr nach oben ins Freie aufsteigen können und dann umkommen. 10.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)Im Sommer derzeit kaum je zu sehen: Rebhuhn (w) im Hemmerder Ostfeld…, 11.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… sehr bescheidenes Elternglück mit wohl nur einem einzigen Jungvogel…, 11.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… mit mindestens drei Revieren sind die Schwarzkehlchen ebenda scheinbar erfolgreicher…, 11.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… das Weibchen arbeitet an der nächsten Brut, 11.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)Diese späte Nachtigall versorgt mindestens zwei Jungvögel (Hemmerder Wiesen), 11.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)Auch hier kommt es zu einer sehr späten Brut – zudem an einem sehr ungewöhnlichen Ort (mitten auf dem Fahrweg / Wassergewinnungsgelände!)…, 06.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… zumindest besteht hier nicht die Gefahr – wie bei vorausgegangenen Brutversuchen innerhalb von Filterbecken, dass dieses Gelege durch steigende Wasserpegel geflutet wird …, 06.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)… allerdings hat die Energie für nur noch ein kleines Gelege gereicht, 06.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)Ein noch sehr frischer Schwalbenschwanz in Frdbg.-Ostbüren, 08.07.2025 (Foto: Bernhard Glüer)