Fröndenberg / Unna / Bönen: Trauerschnäpper, Steinschmätzer, Braunkehlchen, Gartenrotschwanz, Wanderfalke, „filmreife“ Jagdszene mit einem trickreichen Sperber, 04.-07.09.2018 (B.Glüer)

07.September 2018

Südöstlich von Bönen-Flierich, in Gehölzen entlang des Radweges auf der alten Bahntrasse, heute und gestern je ein Trauerschnäpper.

Im Hemmerder Ostfeld 3 Steinschmätzer.

Über dem alten Golfplatz „Am Winkelshof“ gemeinsam mit 4 Mäusebussarden auch ein Wanderfalke kreisend.

Gestern (06.09.) und vorgestern nördlich der A44, in Höhe von Frdbg.-Ostbüren, auf einem abgeernteten Maisfeld ~25 Schafstelzen, ~30 Bachstelzen, >7 Steinschmätzer und >1 Braunkehlchen. Am Dienstag (04.09.) ebenda 1 adultes Rohrweihenmännchen.

Am selben Tag in den Hemmerder Wiesen 1 Gartenrotschwanz (m) – bis heute nach wie vor ein einzelner Kiebitz.

Vom heutigen Nachmittag sei noch eine spektakuläre und sicher ungewöhnliche Jagdszene eines Sperbers in der Kiebitzwiese (Frdbg.) kurz erzählt: bei meiner Ankunft am Aussichtshügel fielen zunächst ein paar Hundert Stare auf, die zu einem ballähnlichen Klumpen zusammengedrängt hin und herwogend in größere Höhen aufstiegen. – Eine typische Feindstrategie bei drohenden Angriffen aus der Luft. – Deshalb suchte ich den Himmel nach dem Urheber der Aufregung ab und fand einen relativ entspannt und schnurgerade daherfliegenden Sperber (w), der sehr hoch, von der Ruhr kommend, nach Norden Richtung Gewerbegebiet flog.

Die Stare schätzten die Situation inzwischen wohl ähnlich unaufgeregt ein wie ich, so dass der zusammengeballte Schwarm in alle Richtungen langsam zerfloss und sich abwärts schwebend aufzulösen schien. Offenbar war dies genau das Verhalten, auf das der Sperber in der Höhe gewartet hatte. Er drehte bei, kam zurück und beschleunigte in senkrechtem Sturzflug auf eine geschossartige Geschwindigkeit. Die Stare brauchten jetzt einen „Plan B“, denn weit unterhalb des angreifenden Sperbers und nahe dem Boden war die zuvor angewandte Taktik des Zusammenklumpens weniger erfolgversprechend. So versuchten sie allesamt in sausendem Flug rettendes Strauchwerk zu erreichen. Die Geschwindigkeit des herabstürzenden Sperbers war jedoch so gigantisch, dass die panischen Stare ohne eine Chance, irgendwelche Büsche erreichen zu können, zu Hunderten ins flache Wasser und die kniehohe Ufervegetation vor dem Aussichtshügel klatschten – der Sperber wie ein einschlagender Meteorit mitten dazwischen! – Für endlose Sekunden herrschte danach schockartige Stille – als müssten alle beteiligten Protagonisten begreifen, was überhaupt passiert war (mich eingeschlossen!). Dann erhoben sich die mit ausgebreiteten Flügeln im Wasser treibenden Stare wellenartig in mehr oder wenigen großen Gruppen und stieben in alle Richtungen auseinander. Auch aus der Vegetation stiegen immer noch weitere Stare auf. – Der Sperber blieb unsichtbar in einem Pflanzenbult, in das er gestoßen war, und ich stellte mir die Frage, ob er sich nicht vielleicht selbst das Genick gebrochen hatte. Doch dann erhob er sich plötzlich aus dem Grün mit einem zappelnden und quäkenden Star und flog in Richtung Aussichtshügel, um die Beute im schützenden Gebüsch in Sicherheit zu bringen.

Im Nachhinein habe ich mich gefragt, wie lange das Spektakel eigentlich gedauert hatte – insgesamt sicher weniger als eine Minute. Während der ganzen Zeit hatte ich meine Kamera schussbereit in der Hand – habe aber kein einziges Bild gemacht und stattdessen (gefühlt) nur die Luft angehalten …

Gartenrotschwanz an der Amecke in den Hemmerder Wiesen, 04.09.2018 Foto: Bernhard Glüer

Gartenrotschwanz an der Amecke in den Hemmerder Wiesen, 04.09.2018 Foto: Bernhard Glüer

Am Rande eines Maisstoppelfeldes ansitzender Steinschmätzer - unscharf dahinter: ein Braunkehlchen (Frdbg.-Ostbüren) ..., 06.09.2018 Foto: Bernhard Glüer

Am Rande eines Maisstoppelfeldes ansitzender Steinschmätzer - unscharf dahinter: ein Braunkehlchen (Frdbg.-Ostbüren) ..., 06.09.2018 Foto: Bernhard Glüer

... auf demselben Maisstoppelfeld scheinen auch etliche Schafstelzen Fressbares zu finden ..., 06.09.2018 Foto: Bernhard Glüer

... auf demselben Maisstoppelfeld scheinen auch etliche Schafstelzen Fressbares zu finden ..., 06.09.2018 Foto: Bernhard Glüer

... in der Tat hat das Maisstroh einiges an Insekten zu bieten ..., 06.09.2018 Foto: Bernhard Glüer

... in der Tat hat das Maisstroh einiges an Insekten zu bieten ..., 06.09.2018 Foto: Bernhard Glüer

... hier wurde eine Schlupfwespe erbeutet, 06.09.2018 Foto: Bernhard Glüer

... hier wurde eine Schlupfwespe erbeutet, 06.09.2018 Foto: Bernhard Glüer

Trauerschnäpper nahe Bönen-Flierich, knapp erwischt (meist mit seinen ständigen `Bit-Rufen´ nur zu hören - aber nicht zu sehen), 07.09.2018 Foto: Bernhard Glüer

Trauerschnäpper nahe Bönen-Flierich, knapp erwischt (meist mit seinen ständigen `Bit-Rufen´ nur zu hören - aber nicht zu sehen), 07.09.2018 Foto: Bernhard Glüer

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